Fotos

Bilder aus Hanoi: Blick von dem HotelbalkonKlassische Fahrradverkäuferin Schöne, massive BäumeKreative Adaption von HoverboardsDie erste Kokosnuss – ich bin im Urlaub angekommen 😉Erntedankschmuck am Literaturtempel So viel Glück auf einem Dach Der Literaturtempel mal secluded Ho Chi Minh‘s Residenz Das Schild hat offenbar keiner gelesen Zu Erntedank ist halb Hanoi auf den Beinen Anlässlich des Erntedank

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Irgendwo im Nirgendwo

Ich weiß, ich „schulde“ dem Blog noch den letzten Palau Beitrag mit Tauchbildern – dafür brauche ich aber Nic und unsere letzten Wochen waren recht voll gepackt mit Einziehen, Bürokratie und Nic war dazuhin bei der Arbeit sehr eingespannt. Aber wir wussten ja, worauf wir hin arbeiten – ein Wiedersehen mit unseren beiden besten Freunden aus Gymnasiums-Zeiten.

Eigentlich wollten Max und Pat uns in Shanghai besuchen kommen. Letztes Jahr war allerdings in ihrem Jahresplan schon ein gemeinsamer Urlaub mit einem Freund, Rundreise durch Japan. Also sollte Shanghai dieses Jahr her – und dann kam alles anders…

Aber von kleinen technischen Details lassen wir uns ja nicht abhalten, Südostasien hat unzählige Reiseziele zu bieten und so haben wir uns eben in Vietnam getroffen.

Die ersten beiden Tage in Hanoi waren laut und bunt. Es erinnert mich sehr an Shanghai (nur ohne den entwickelten Teil, den man in Shanghai schon findet und in Hanoi noch nicht so). Etwas sauberer, etwas mehr Strassenleben. Ebenso viele Roller, kaum Elektro, mehr Gehupe. Und unglaublich freundliche Menschen.

Bilder folgen später, wir sitzen gerade im Ba Vi Nationalpark (Hallo deutsche Politiker, in Vietnam hat man selbst im unbewohntesten Hinterland Hochgeschwindigkeitsinternet – vielleicht könntet ihr da ein bisschen dran arbeiten bis wir wieder zurück ziehen? Okay? Super, Danke!!) beim Frühstückskaffee mit dicker, süßer Kondensmilch…

Geschichte auf der Spur (3/4)

Bei der Recherche zu diesem Beitrag bin ich in einen „Hasenbau“ unvorstellbaren Ausmaßes geraten. Dieser Beitrag ist zu klein und die Platform „Banzai! Shanghai! Yokohama!“ zu ‚unseriös‘ um eine adäquate Wiedergabe der Ereignisse zu bieten. Aber Nic und ich waren auf einem ‚Geschwister Scholl‘ Gymnasium und haben jährlich die Schrecken des Zweiten Weltkriegs auf unserer Seite der Kugel durchgekaut – trotz meines Geschichts-Leistungskurses wurde das ‚Pazifische Theater‘ viel zu kurz umrissen, schlicht weil das Ausmaß viel zu groß war. Deutschland hatte da ja genug eigene ‚Baustellen‘.

So war es spannend, ernüchternd, erschreckend und traurig zugleich, mal eine ganz andere Seite des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Ich versuche, ein paar Hintergründe zu beleuchten um das Ausmaß zu skizzieren, aber auch meine Gefühle beim Besuch der Insel zu beschreiben.

1944, im Zuge der ‚Operation: Forager‘ auf den Marianen Inseln und Palau, wurde der japanische Defensivstützpunkt Peleliu, eine der südlichsten Inseln Palaus, von den Amerikanern angegriffen. Hintergrund war die relative geographische Nähe der wichtigen Philippinen (welche die Amerikaner als strategischen Stützpunkt für ihren Krieg gegen Japan zurückerobern wollten), auch wenn die Historiker auf allen Seite heute größtenteils übereinkommen, dass Peleliu keinen strategischen Mehrwert brachte. Erst Recht keinen, der diese Operation rechtfertigt. Die Rate der ‚Opfer‘ (nicht nur der Getöteten, auch die der Verwundeten) überschreitet die aller anderen amphibischen Operation im Pazifikkrieg.

Major General William Rupertus, der Commander der First Marine Division, war sich sicher die Insel innerhalb von vier Tagen einnehmen zu können. Dabei hat er allerdings die Japaner (die ihre Strategie zur Inselverteidigung verändert hatten) fahrlässig unterschätzt. Das National Museum of the Marine Corps bezeichnet die Schlacht um Peleliu als den „bittersten Kampf den die Marines im Zweiten Weltkrieg ausgetragen haben“.

Die Japaner hatten „ihre“ Insel defensiv herausragend befestigt und haben ihren Heimvorteil bis zum Schluss als immer wiederkehrenden Trumpf ausgespielt. Peleliu ist übersät mit Höhlen und Gräben, die wieder so zugebaut wurden, dass nur die schweren Artilleriegeschütze Luft zum Schiessen hatten.

Insgesamt standen sich in Peleliu 47561 amerikanische und 10900 japanische Soldaten gegenüber. Am Morgen des 15. September 1944 sind verschiedene Gruppen der Amerikaner an fünf Stränden rund um die Landebahnen von Peleliu und nördlich der Umurbrogol Berge (die eine wichtige Rolle spielen sollten – die Japaner hatten nicht nur Heimvorteil, sondern auch noch das höhere Gelände zu ihren Gunsten) eingefallen. In nur einer Stunde wurden 60 amphibische Gefährte der Marine zerstört, LVTs (Landing Vehicle Tracked) und DUKWs (sechsrädrige Allradfahrzeuge mit zwei angetriebenen Hinterachsen). Spätestens da sollte klar gewesen sein, dass vier Tage vielleicht etwas optimistisch waren. Die Japaner feuerten heftige Artillerie von einem aus Korallen angelegten Hügelrücken („The Point“), der mit Hindernissen und Minen gespickt war, sodass die ankommenden Fahrzeuge im Convoi passieren mussten und einfache Ziele darboten.

Die Schlacht um Peleliu dauerte letztlich über zwei Monate. Als die amerikanischen Befehlshaber die Insel für eingenommen befanden, ging die Schlacht in den Umurbrogol Bergen, der ‚bloody nose ridge‘, erst richtig los und die Amerikaner wurden wieder von Massen an japanischen Soldaten (die sich in Höhlen verschanzt hatten) überrascht.

Unter dem Strich fielen bei Operation: Stalemate II 10695 Seelen auf japanischer und 2336 auf amerikanischer Seite (wobei diese weitere 8450 Ausfälle wegen Verwundung zu verkraften hatten). Das alles auf einer 13 (dreizehn!) Quadratkilometer großen Insel.

Am 24. November 1944, also 70 Tage nach der ersten Landung, sprach Colonel Kunio Nakagawa (der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkraft auf Peleliu):

Our sword is broken and we have run out of spears.

Unser Schwert ist zerbrochen und wir haben alle Speere verbraucht.

Nakagawa beging daraufhin Seppuku (im deutschen Sprachgebrauch als Harakiri, oder: ritueller Selbstmord, bekannt). Major Nemoto führte daraufhin mit 56 Mann einen letzten Banzai-Angriff (mit dem Ziel des ‚ehrenvollen Todes‘ auf dem Schlachtfeld) durch und am 25.11.1944 wurde der Kampf für beendet erklärt.

Eine kleine Zahl, ca. 80, widerspenstiger Krieger (Soldaten sowie Zivilisten) verschanzte sich weiterhin in Höhlen und führte noch anderthalb Jahre einen Guerillakrieg gegen die Besatzer. Erst am 21.04.1947, auf Aufruf von dem Generalleutnant der Kaiserlichen Japanischen Armee hin, ergaben sich die letzten 34 Mann und der Kampf war wirklich vorüber. Die sterblichen Überreste von Colonel Nakagawa wurden erst 1993 auf Peleliu gefunden.

Was bleibt? Die Amerikaner haben eine wertvolle Lektion gelernt und konnten sich an die Verteidigungsstrategien der Japaner, was in den Endzügen des Krieges 1945 auf Iwo Jima und Okinawa wichtig wurde, anpassen. Doch für jeden gefallen japanischen Soldaten wurden im Schnitt 1500 amerikanische Projektile abgefeuert – von 58461 Soldaten insgesamt starben 13031, wobei über 8000 weitere verletzt wurden. Der Kampf an der ‚bloody nose ridge‘ in den Umurbrogol Bergen gilt weitreichend als der schwierigste Kampf der Amerikaner während des gesamten Zweiten Weltkriegs.

Und heute? Peleliu beherbergt auf seinen 13 qkm vier Dörfer und hat ca 570 Einwohner. Die Insel ist übersät mit Überbleibsel der Schlacht, Panzer, LVTs, Kanonen, Munition, Höhlensysteme, Bunker, Gebäude und Denkmälern. Im ehemaligen Treibstofflager ist heute ein umfassendes Museum, das beide Seiten beleuchtet.

Überhaupt, die Palauaner sind da recht objektiv, sie hatten ja quasi nichts mit der Schlacht zu tun. So kommen beide Seiten zu Wort und neben extrem patriotischem Monumenten der Amis gibt es seit 1994 auch einen Gedenkstein mit einem Zitat des amerikanischen Oberbefehlshabers der Pazifikflotte (Chester W. Nimitz) im Pazifikkrieg, das den japanischen Patrioten, die ihre Insel ehrenhaft verteidigt haben, gedenkt.

Nimitz spielt bei der Schlacht um Peleliu keine unwichtige Rolle, so war er doch derjenige, der die Bedenken seines Untergeben William F. Halsey (Befehlshaber der Flotte im Südpazifikraum) in den Wind schlug und die Schlacht anordnete. Halsey befand die Besatzung Palaus als unnötiges Wagnis auf dem Weg zu den Philippinen und riet von einer Attacke ab.

Im April diesen Jahres wurde zudem auch ein Monument eines japanischen Mönchs aus Nagoya, das zu Ehren aller gefallenen Patrioten, die auf den verfeindeten Seiten für ihr Land und ihre Überzeugung gekämpft haben, aufgestellt. Dabei wird neben den Soldaten beider Seiten auch den Zivilisten Respekt gezollt, die im Kreuzfeuer des Krieges Leidtragende waren. Unter anderem ist auf Peleliu ein bekannter australischer Kriegsfotograf ums Leben gekommen (Damien Parer), aber auch koreanische Zwangsarbeiter (die u.a. Höhlen gegraben haben):

Shinto Schrein

Die noch vorhanden großen Gebäude sind das ehemalige Treibstofflager (heute Museum), das ehemalige Kraftwerk und das ehemalige Hauptquartier (durch einen amerikanischen Luftangriff zerstört):

Museum von außen

Verschiedene Funde Rückseite des Museums; gut sichtbar der Einschlag eines Artilleriegeschosses (von einem amerikanischen Kriegsschiff) rechts oben Eingang ins Kraftwerksgebäude Auch dieses Gebäude wurde durch ein Artilleriegeschoss getroffen – steht aber noch. Auch wenn es beeindruckend ist, zu sehen, wie sich die Natur in den letzten 70 Jahren wieder ausgebreitet hat Nic beim Kraftwerk

Geschosseinschlag und einnehmende Natur von innen Ausmaß der Verwüstung

Hauptquartier, oben waren die Räume der japanischen Oberbefehlshaber Freier Blick auf den Himmel „dank“ Luftangriffeinschlag. Es wirkt heute fast wie ein Naturatrium, aber die Schrecken des Krieges sind hier deutlich nachzufühlen Blick auf den zweiten Stock. Die Treppen sind noch intakt, auch wenn das gesamte Gebäude äußerst fragil wirkt. Die ganzen Einschusslöcher tragen dazu bei Nic vor dem Eingang einer mit Wellblech improvisierten amerikanischen Garage (diente aber nicht nur den Fahrzeugen als Unterschlupf) neben dem ehemaligen Hauptquartier In einem tatsächlichen japanischen Bunker neben dem HQ. Sehr massiv, heute von Grillen, Geißel-Spinnen (Charon grayi, sehr gruselig!!) und Fröschen bewohnt. Die Vorstellung, bei einem Luftangriff darin ausharren zu müssen, während draußen der Napalm vom Himmel regnet lässt mir kalte Schauer über den Rücken jagen Blick auf das Hauptquartier, besser: was davon übrig ist, von außen

Rund um das Airfield (von dem heute nur noch die SW/NE Landebahn besteht) gibt es noch Gefährte. Einen der 17 japanischen Panzer haben sie zur Anschauung stehen lassen.

Japanischer Panzer vom Typ 95 Auch diesen Fleck holt die Natur sich zurück Gar nicht mal so groß, bot Platz für 3 Japaner (3 Amis hätten laut unserem Guide nicht reingepasst…). Der Panzerungsgrad war aber deutlich geringer als derjenige der amerikanischen Sherman Panzern Kettenspuren in der Straße (sie führt zur ehemaligen Landebahn, die die SW/NO Landebahn kreuzt) Amerikanisches LVT, davor liegt ein Abwurftank eines amerikanischen Flugzeugs

Blick in das LVT Das LVT ist deutlich größer und wurde zum Transport von Truppen und Sherman-Panzern von den Kriegsschiffen an Land genutzt.

Symbolisches Grab (mittlerweile wurden alle amerikanischen Soldaten nach Arlington, den Militärfriedhof in Washington D.C., verlegt) mit Blumenschmuck, der aus der Vogelperspektive „USA“ beschreibt An einem der Landungsstrände (Orange2) – die Strände haben alle Farben als Codenamen bekommen, White, Orange, Amber, Scarlet. Heute ein friedlicher, stiller Ort im Paradies. Am 15.09.44 muss hier die Hölle auf Erden gewesen sein… Kanone in einer Höhle – im Endeffekt kam sie nie zum Einsatz (der Angriff aus der Richtung in die sie ausgerichtet ist, erfolgte nicht) Aber die Kanone ist sehr gut erhalten und die Platzierung mit Gerüst in der Höhle ist eindrucksvoll

Blick in eine der vielen Höhlen – einige größere davon wurden übrigens nach dem Krieg als Taifun-Schutzbunker genutzt. Das wiederum finde ich auch einen gruseligen Gedanken – zumal in einigen noch Munition, Handgranaten, etc zu finden sind Blick von der bloody nose ridge über Peleliu Damals war die komplette Vegetation durch Flammenwerfer und Napalm zerstört – heute der reinste Dschungel Gedenkstein für die letzten Guerillakrieger, die sich 1947 ergaben Wir waren auch noch kurz auf einem Friedhof – dieser Gedenkstein hat mich dabei sehr berührt: Gelobet dem Frieden!Wir hoffen auf Frieden auf Erden so dass wir nie die Tragödien eines Krieges wiederholen mögen.

Weise Worte, auch heute aktuell wie nie

Blick auf einen der elf Ausgänge der 1000-man Cave. In Kriegszeiten diente sie als Krankenhaus, Bunker und Hauptquartier (gegen Ende der Schlacht hin, die Höhle war quasi eine letzte Bastion der Japaner) Neben alten Soju Flaschen findet man in dieser Höhle u.a. Reisschüsseln der japanischen Marine (durch Anker am Schüsselboden erkenntlich) Übersicht über das Höhlensystem der 1000-man Cave

Mit uns waren drei Japanerinnen unterwegs, eine Japanisch-sprachige Führerin und für uns ein Englisch-sprachiger Führer von den Philippinen (der durchaus Philippinisch geprägte Ansichten zu den Kriegsparteien hatte…). Unser Guide bietet auch Zweitages- Wandertouren durch den Dschungel (auf den von Minen und sonstigen Kriegsüberbleibsel befreiten Wegen!) an – etwas, das wir bei unserem nächsten Besuch gerne machen würden. Peleliu hat viel mehr zu bieten, als man durch einmal Herumfahren erfassen kann. Es gibt wohl wenige Orte auf der Welt, wo die Überreste des Krieges so gut erhalten sind, dabei aber gleichzeitig so wenig „verpfuscht“ („in Stand gesetzt“) wurde. Lange werden sich die Häuser aber nicht mehr gegen die Natur verwehren können, im Hauptquartier wurde z.B. die Decke schon mit Baumstämmen abgesichert.

Peleliu ist also zurecht Teil des UNESCO Weltkulturerbes und hier wurde, soweit man das von außen beurteilen kann, alles richtig gemacht.

Abschließend betrachtet: mich nimmt so etwas immer ein bisschen mit. Zuviel Empathie ermöglicht es mir, nachzufühlen. Es war anders, diesmal 2.Weltkriegs-Reste zu sehen, die nichts mit Deutschland zu tun haben (im Gegensatz zu einem KZ Besuch, zum Beispiel). Trotzdem hat mich besonders das Museum, aber auch die Gedenkstätten schwer getroffen. So viel sinnloses Blutvergießen. Leid, Schmerz und Tod auf zwei Seiten, die gegeneinander kämpfen, auf einem Land, das keinem „gehört“. Und dazu hin wohl strategisch nicht mal so wichtig war. Jeder kämpft für seine Seite, sein Vaterland, seine Überzeugung – in der Überzeugung, im Recht zu sein, der ‚Gute‘ zu sein, gegen den Bösen zu sein. Und alle sind doch nur Bewohner dieser Erde.

Ich habe stark mit den beiden Japanerinnen mitgefühlt, die heftig schluchzend durch das Museum gegangen sind. Das Ausmaß dieser Schlacht ist aus heutiger Sicht nicht nachzuempfinden. Und doch gibt der Besuch auf Peleliu einen kleinen Einblick, ein kleines Fenster in diese vergangene Zeit.

Mögen wir alle dem Frieden geloben, dass die Tragödien vergangener Schlachten nie wiederholt werden!

Ein erhaltenes Banzai Banner (als Gürtel getragen) der japanischen Streitkräfte.

Inselparadies über Wasser (2/4)

Spätestens jetzt habt ihr verstanden, dass es zu unserem Frühsommer-Urlaub 2017 4 ganze Blogbeiträge geben wird, gell? 🙂

Das hier ist Nummer Zwei und handelt von (fast allen) unserer Abenteuer über Wasser. Ein Großes sparen wir aber aus, das bekommt einen eigenen Beitrag um den Rahmen nicht zu sprengen.

Um vier Uhr morgens landen wir in KOR. KOR, das ist die internationale Flughafenabkürzung für Koror, die Hauptinsel von Palau. Schon im letzten Post habe ich es am Ende erwähnt: Palau besteht aus 356 Inseln. Davon sind allerdings nur elf bewohnt (insgesamt rund 17700 Einwohner), was eine großartige Inspiration für tolle Abenteuergeschichten ist.

Warum Palau? Naja, Palau ist ein Paradies, das allein sorgt ja schon für Entspannung. Aber Palau gilt auch als Herberge eines der schönsten Tauchgebiete der Welt. Und so wird sich der dritte Beitrag mit all unseren Abenteuern unter Wasser beschäftigen. Aber auch an Land ist es absolut faszinierend.

Mitte des 16.Jh wurde der Inselstaat von einem spanischen Entdecker gesichtet und von Spanien annektiert. Sehr viel später, um die Jahrhundertwende 19./20.Jh gingen die Inseln dann an Deutschland – und so hat unser Taxifahrer uns von Deutschkenntnissen seiner Vorfahren berichtet. Allgemein ist man Recht gut auf Deutsche zu sprechen – was wohl auch mit der darauffolgenden Besatzung zu tun hat. Im ersten Weltkrieg, 1914, gingen die Inseln dann (einigermaßen friedlich, zumindest lokal gesehen) in japanischen Besitz über. Die Inseln sind immer noch japanisch geprägt, viele Bewohner sprechen Japanisch und viele Japaner kommen zu Besuch – obwohl Palau nur 30 Jahre japanisch war. Die nächste Übernahme ging auch nicht ganz so friedlich von statten, genau genommen bildet Palau den Schauplatz für eine der blutigsten Schlachten im pazifischen Teil des zweiten Weltkriegs. Zu guter letzt, trotz starker Gegenwehr, gingen die Inseln an die Amerikaner. Bis 1979, wo Palau unter einem Assoziierungsvertrag mit den USA quasi unabhängig ward, welcher 1994 gelockert wurde. Seitdem gilt Palau als unabhängig und wurde daraufhin auch in die Vereinten Nationen aufgenommen.

Und so findet man in Palau eine lustige Mischung: da gibt es Menschen, die stolz auf ihre „deutsche Vergangenheit“ sind, viel japanische Prägung aber auch viel Amerikanisierung. Zum Glück gibt es aber nicht nur Bier aus dem Hause Anheuser-Busch, sondern seit 1998 auch ein sehr gutes lokales Gebräu, „Red Rooster“ (unter einem irischen Braumeister). Amerika besteht aber auch nicht nur aus Festland – und so ist die stärkste amerikanische Prägung (bestimmt auch aus der relativen geographischen Nähe heraus) hawaiianisch. Poke und gute Laune all around 🙂

Genug geschwatzt, ihr wollt doch eh nur wieder Bilder gucken. Also: Bilderserie Palau (über Wasser)

Ankunft im Hotel, pünktlich zum Sonnenaufgang cooler Typ am Strand, 5:30 morgens Hallo, Sonne! Wir sind bereit für Urlaub… Frühstück mit Aussicht, was gibt es schöneres? Schon allein die erste Ausfahrt zum Tauchen zeugt von phänomenaler Sicht – dazu dann nächstes Mal mehr Eine der 356 Inseln – viele sind klein und in ihren Ansammlungen absolut faszinierend Bei der Mittagspause zwischen zwei Tauchgängen… … paradiesisch, oder? Sonnenuntergang 1 Nic total entspannt – Red Rooster und Maduro Kreative Art, die Zigarre wieder anzuzünden – Kerze und StäbchenMond zwischen Palmen Abendstimmung Ehemaliger Anleger hinter dem Hotel – dieser Teil diente im 2.Weltkrieg als Wasserflugzeug-Stützpunkt Blick auf das Hotel, mir startendem Tauchboot 😉 (leider ohne uns an diesem Tag…) Alter Wachposten auf dem vorgelagerten Hügel Blick auf das Hotel vom Hügel Sonnenuntergangsfarben mal anders Auf dem Weg ins Abenteuer: spiegelglattes Meer Letzter Abend, neue Freunde: ein herziges koreanisches Paar an unserem Tisch mit Sofortbildkamera – das war ihr Geschenk an uns

In eigener Sache

Vielleicht habt ihr es bemerkt, Titel und Untertitel des Blogs sind endlich angepasst an die neue Situation.

Am Titelbild arbeiten wir noch 😉

Das steht aber sinnbildlich auch dafür, dass es Zeit wird, loszulassen. Wir sind jetzt hier und in naher Zukunft wird sich daran nichts ändern. Ich werde Shanghai wohl immer vermissen und China noch oben drauf (vor allem an Tagen wie heute, wo unsere „Reisegruppe“ einen Wochenendausflug nach Xi’an macht und uns Fotos schickt), und das ist auch gut so – ist es doch Zeuge von zwei fantastischen Jahren, die tiefe, warme und deutliche Spuren hinterlassen haben. Aber es ist Zeit, sich zu arrangieren. Und es gibt weitaus schlechtere Orte um sich zu arrangieren als Yokohama. Ganz im Gegenteil. Wir hatten echt viel Glück und das sollte jetzt so langsam im Vordergrund stehen.

Lange habe ich überlegt, ob ich für diese neue Zeit ein neues Blog beginnen möchte – habe mich aber noch in Shanghai (wie ihr bestimmt schon gemerkt habt) dagegen entschieden. Das ist mein Blog für unsere gemeinsame Auslandserfahrung. Mein Tagebuch, das mich für immer an diese geniale Zeit in anderen Welten, hinter dem Horizont, erinnern soll. Dass der Name nun vielleicht irreführend ist, interessiert mich dabei wenig – schließlich ist Banzai! ein japanischer Schlachtruf und so sind wir meines Erachtens noch mittig im grünen Bereich 😉

Zum Thema Banzai habe ich im letzten des vierteiligen Urlaubsblogs dann noch ein kleines Schmankerl für Euch.

 

Ab in den Urlaub (1/4)

Unser Weg ins Paradies führte notgedrungen über einen Umweg. Aber daraus kann man ja was schönes machen, und so verlängerten und nutzten wir einen Stopover um uns mal Seoul anzuschauen.

Ich hatte schon viel negatives über Südkorea gehört und war sehr gespannt, wie es sich so präsentiert. Im Endeffekt blieben uns nur ein ganzer Tag (Abend bis Abend), aber wir haben das Beste draus gemacht – aber es wird nicht unser letzter Besuch in Korea gewesen sein.

Ich bin mir nicht sicher, wie ich Seoul (10 Mio Einwohner) gefunden hätten, wenn ich es von Shanghai (~28 Mio Einwohner) aus besucht hätte. Bestimmt etwas „unspannender“. Nachdem wir jetzt aber in Yokohama (3 Mio Einwohner) „auf dem Land“ leben, habe ich den Großstadtausflug in vollen Zügen genossen, alles aufgesogen und verinnerlicht. Seoul war großartig und hat uns beiden sehr gut gefallen, tolle Großstadt mit sehr guter, positiver, junger Atmosphäre. Wir kommen wieder (nicht zuletzt um uns den Palast anzuschauen)!

Ich erzähle euch von unseren 28 Stunden in Seoul anhand einer Bilderserie (nachdem ihr doch eh immer alle auf Bilder scharf seid ;)).

PS: Von einer ‚Kriegshysterie‘ merkt man gar nichts. Ganz im Gegenteil. Die Menschen sind lebensfroh und lustig, die Geschäfte und Pubs proppenvoll und in Gangnam ist die Hölle los. Erfrischend, wenn man die internationalen Nachrichten so bedenkt. Allerdings lebt Korea vermutlich schon viel zu lange unter dem Damokles-Schwert, als dass noch Energie zur übermäßigen Sorge bliebe. Schön zu sehen, auf der einen Seite. Aber auch tragisch, wenn man die Gesamtgeschichte betrachtet!

 Abgepackte Teeeier (haha, lustiges Wort!) in Seoul am Flughafen – da fühle ich mich fast wie in China Blick aus unserem Hotel in Gangnam (absolute Empfehlung: Hotel Cappucino. Tolle Lage, der Chefkoch hat zwei Sterne – demnach wird es auch von Michelin empfohlen – und das Boutique-Hotel ist sehr modern, urban, aussergewöhnlich) Im Villenviertel von Gangnam – besonders von oben interessant zu sehen, was und wie da auf engem Raum gelebt wird Nic am Spielomat Gangnam Streetlife An der großen Straße dann eher Shopping – aber trotzdem Trubel Unser gemeinsames Lieblingssushi (mein alleiniges bleibt das Tokyo House) in Shanghai heißt auch Sushi’O – da geht uns doch das Herz auf Im Pub: Tartar und Kimchi-Octopus Salat (sehr scharf, aber auch seeehr gut. Kimchi, typisch koreanisch, ist Kohl in scharfer Marinara) Und Lachssashimi in verschiedenen Varianten Kurzer Blick auf das Pub. Sehr gemütlich, wir haben uns sofort wohl gefühlt. Der Soju hat sicher beigetragen… Oppa Gangnam Style! (Im Pub lief übrigens Psy, der Sänger von Gangnam Style. Der Mann, der koreanische Mainstream-Musik in die moderne Welt gebracht hat.) Nationalsport! Das erklärt auch, warum wir in einer Seitengasse auf einen kleinen Adidas-Laden gestoßen sind, der nur Teakwondo-Gear führt Toilettendeko in unserem Hotel in der Rooftop-Bar Kirche von oben (die alten Missionare haben ganze Arbeit geleistet, überall sind Kirchen in verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen. Die „neuen Missionare“ übrigens auch, an jeder Ecke gibt es Schönheitskliniken und die Operationsrate in diesem Bereich muss enorm hoch sein. Das „Miami Beach“ Asiens…) Hinten rechts Seouls höchstes Gebäude, der Lotte World Tower. Mit 555m das fünfthöchste Gebäude der Welt. Ziemlich genau auf halber Höhe zwischen dem Shanghai Tower und dem Flaschenöffner. Hat recht neu eröffnet (im April) und ist auch von dem gleichen Architekturbüro, das den Flaschenöffner in Shanghai, aber auch zB das preisgekrönte Hochhaus an der Westendstr.1 in Frankfurt und das höchste Gebäude Hongkongs (das International Commerce Centre, das ihr schon auf einigen Photos auf diesem Blog zu sehen bekommen habt) gebaut hat Blick auf Seoul mit Hügel im Hintergrund Der nächste Tag beschert uns „einmal nass bis auf die Unterwäsche“ – glücklicherweise allerdings nur als ein schwerer Schauer und ab dann wurde es recht schönSungnyemun Gate (das Tor der überschwänglichen Zeremonien), auch bekannt als Namdaemun Gate (das südliche Tor). Gebaut zwischen 1396 und 1398, vielfach zerstört, verbrannt und immer wieder aufgebaut. Im Dezember 1962 wurde das Tor zur Staatlichen Kostbarkeit Nummer Eins ernannt und zuletzt am 10.02.2008 von einem Brandleger zerstört – und in fünf Jahren detailverliebter Arbeit zu seiner Ursprungsform wiederaufgebaut Nic im Torbogen Ein kleines „Flat Iron“ Gebäude in Seoul. Die Front ist gerade Mal so breit wie ein Fenster! Typisch Asien… dieser Anblick mit dem Verkehrshütchen, den Klimaanlagen und dem abgeranzten Parkplatz erinnert mich sehr stark an Shanghai Auf dem Namdaemun Markt sind wir diesem lustigen Straßenkoch begegnet. Er wollte uns natürlich prompt einen seiner Fishcakes andrehen. Leider waren wir noch so vollgefuttert, dass wir versprachen, auf dem Rückweg vorbei zu kommen. Ich glaube, er hat selbst nicht geglaubt, dass wir das Ernst meinen – so sehr hat er sich dann doch gefreut, als wir wieder vor ihm standen. Zum Fishcake gab es eine kleine musikalische Einlage auf der Klarinette, Yesterday. Der Mann hat echt Talent – und seine Fishcakes sind köstlich!! Nächstes Viertel: Myung Dong Bisschen gediegene Architektur Und im Kontrast auch was modernes Großstadtflair Nächstes Mal geht’s auch auf den Fernsehturm! Im Elektronikmarkt – dem Bart mit Darth Vader oder einem Stormtrooper an den Kragen 😉 Kunstvoll verarbeitete Eiscreme: Rosen  Richtig abgeranzt: Der Fischmarkt. Schon der Weg dorthin war abenteuerlich… Doch es kam noch schlimmer: eine nicht-klimatisierte Lagerhalle bietet einen Teil vom Fischmarkt… … nicht sehr einladend… … aber immerhin der Fisch war meistens recht frisch und auf Eis.

Und von dort ging es dann über das Hotel wieder zum Flughafen Incheon – und ab nach Süden. 3220 km (nicht direkt nach Süden, sonst wären wir wieder auf den Philippinen rausgekommen, noch ein bisschen nach Osten). Eigentlich mitten ins Nichts, in eine Ansammlung von 356 Inseln. Oder: ins Paradies!

 

Platzhalter! Japanische Küche

Hier sollten jetzt drei Beiträge über den Urlaub stehen. Wir sind gerade zurück, aber noch fehlen mir Bilder von unseren Unterwasserabenteuern, bisschen Hintergrund und so.

Dafür habe ich gestern zum ersten Mal japanisch gekocht. Naja, eigentlich hawaiianisch. Und auch eher simpel. Aber trotzdem!

Seit wir in Shanghai immer mal wieder Poke beim „Little Catch Café“ bestellt haben, sind wir total süchtig danach.

Poke (gesprochen wie man es im Deutschen liest), das ist die hawaiianische Art von Sushi, besser Chirashi (also eine Reisbox mit Sashimi), nur mariniert.

Für den ersten Versuch war es schon echt gut, auch wenn ich noch etwas am seasoning vom Reis und den Zutaten (hab die Frühlingszwiebeln vergessen) arbeiten muss. Einmal mit Thunfisch, einmal mit Lachs (den Lachsrogen hab ich für das Bild vergessen, der kam dann zum Essen drauf :))

Bei Interesse am Rezept, gerne in die Kommentare posten!

Erstes Erdbeben

Naja, nicht in meinem Leben. Aber das erste, das ich hier gespürt habe.

Ich habe mich schon länger gefragt, wie lange es wohl bei durchschnittlich 1000 Erdbeben im Jahr in Japan dauern würde, bis wir hier eins spüren. Anderthalb Monate also.

Es war so leicht und harmlos, dass ich mir am Anfang gar nicht sicher war. 2-3 kleine Rucker. Hätte auch die Waschmaschine gewesen sein können (auch wenn die kurz zuvor nicht durch Bimmeln das Ende des Vorgangs angezeigt hätte). Habe trotzdem mal Nic (der in Bangkok am Flughafen saß) geschrieben – aber unsere App hat nichts gezeigt. Eine viertel Stunde später dann erst die Bestätigung.

Japan ist wohl das sortierteste und ordentlichste Land, was Katastrophen-Vorbereitung angeht. Da wird einem am Anfang von der Maklerin (in der Übergangswohnung) als erstes der Fluchtweg gezeigt, der Sammelpunkt und darauf hingewiesen, dass das Haus tsunamisicher ist und als Sammelpunkt bei Tsunamis dient. (In der Bucht von Yokohama ist es sowieso sehr unwahrscheinlich, dass ein Tsunami durchkommt. Aber man ist vorbereitet!)

In unserem Häuschen sind wir (dank Hügel) außerhalb der Tsunami Zone. Außerdem ist es aus Beton und stand auch schon "bei dem großen Beben" (ja, da gab es viele. Aber ich meine das letzte große, 2011) standhaft. Der Hang hinter uns ist mit Beton abgesichert – so wie hier überall. Wir haben Infomaterial von der österreichischen Botschaft gelesen (immer schön die Badewanne mit Wasser füllen! Daran hätte ich zB nie gedacht… Und unseren Notfallrucksack werden wir jetzt auch langsam mal richten. Nic hatte schon Erdbebentraining bei der Arbeit, dort wird jedem Mitarbeiter ein Notfallrucksack in den Rollcontainer gestellt). Überall werden Sammelstellen angeschrieben (mit grünen Kreuzen auf weißem Grund), sowie Trinkwasserquellen und Wasserquellen für Löschmassnahmen.

Also an alle besorgten Familienmitglieder und Freunde: besser vorbereitet könnte man gar nicht sein. Das wird hier allein auf Grund der Häufigkeit von Erdbeben sehr ernst genommen. Momentan überwiegt noch die Neugierde, aber es bleibt trotzdem immer die Hoffnung, dass Japan für lange, lange Zeit von so schlimmen Beben wie 2011 verschont wird.

Ich wollte euch schon lange von dem Katastrophenschutz berichten, das kleine Beben vorhin gab jetzt den richtigen Anlass.

Oma wäre stolz auf mich!

Hallo lieber Leser,

bist Du auch einer von denen, die mit Omas oder Opas mit haarsträubenden Geschichten davon, wieviel härter früher alles war, gesegnet war? Wenn ja kennst Du sicher die Gespräche über Fußwege, Laufdistanzen, Wind und Wetter, etc…

Meine Oma jedenfalls wäre stolz auf mich. Samstag schon, da sind Nic und ich zusammen zum Baumarkt gelaufen. Der ist in Laufdistanz 2,2 Kilometer entfernt, Google sagt knapp 30 Minuten (es sind ein paar Ampeln involviert, aber tendenziell ist man etwas schneller hin gelaufen). Man kann auch mit den Öffentlichen fahren, genau genommen mit zwei Bussen, dann muss man weniger laufen. Goggle sagt: gut 30 Minuten. Na dann nehmen wir doch die Füße in die Hand und nichts wie los…

Dumm nur, dass wir eine große Mülltonne und einigen Kleinkram (alles in allem wog das Ding mit dem Kleinkram drin zu guter letzt circa 10 Kilo) gekauft haben – den wir dann zu zweit (und später, nachdem ich fix und alle war und noch schnell im Supermarkt das Abendessen gekauft habe, Nic alleine) zurück tragen mussten. Zum Glück hatte es „nur“ um die 30 Grad.

Gestern war ich Einkaufen. Wir sind von einer echt guten Supermarktsituation betroffen, mehrere Konbini (das sind die 24 Stunden Kiosk die wir schon von Shanghai kennen, Family Mart gibt es auch hier, plus viele andere Marken – dort bekommt man das nötigste zum Überleben; Brot und Milch, Gemüse, Joghurt, Getränke, Snacks, Fertigessen (das zum Teil sogar sehr essbar ist, gerade das frische Sushi und die Salate sind zum Mitnehmen oder als Notlösung wenn man im eigenen Haus am „campen“ ist, nicht zu verachten), Hygieneartikel, Schreibwaren, etc pp) und ein großer „Feinkost“-Laden (ich nenne das mal so. Er ist jedenfalls deutlich exklusiver als ein regulärer Supermarkt. Und demnach auch ein Stück teurer) in der Nähe. Eine Filiale der Supermarkt-Kette (Ok) bei der ich von unserer Übergangswohnung ist aber auch direkt neben dem Baumarkt – also gehe ich jetzt bei 30 Grad mit meiner Omakarre (ich ziehe die Einkäufe lieber. Inklusive einem Kilo Eis in der Kühltasche, dass der Fisch nicht verdirbt) viereinhalb Kilometer zum Einkaufen. Ich sag’s euch, meine Oma wäre stolz!

(Disclaimer: Der Artikel ist natürlich überspitzt. Die Distanzen und Zeiten stimmen. Allerdings *muss* ich den Weg nicht gehen, weil ich keine andere Wahl hätte; ich könnte zum Beispiel die Busse nehmen. Oder einen Laden in der Nähe einer U-Bahn Station an unserer Linie suchen und die Laufzeit verkürzen. Trotzdem musste ich die letzten Tage an meine Oma denken, und an die ganzen Geschichten von früher. Zu welchen Wetterumständen wie lange wohin gelaufen wurde. Das erdet einen manchmal ein bisschen. Weil wir es verdammt nochmal echt gut haben. Das wollte ich mit euch teilen.)

Bleibt mir treu, ich habe zig Artikel, die ich in den nächsten Tagen und Wochen mit euch teilen möchte. Von den ersten Japanisch-Unterrrichtsstunden, von unserem Ausflug nach Kamakura/Hase, von Essen und Bars, von unserem ersten Wochenende im Haus (letztes Wochenende), von Umzugskisten, von kleinen Begegnungen und großen Unterschieden. Mir schwirrt so viel für das Blog im Kopf rum, aber der Umzug nimmt (weiterhin) zu viel Zeit in Anspruch. Es ist zwar so weit alles ausgepackt, was wir ohne unsere Möbel aus Deutschland verräumen konnten, allerdings hat noch nicht alles seinen festen Platz (und die Küche ist zu klein!!!) und ich bin froh wenn ich – so wie heute – neben dem Alltag, Organisation, Japanisch und dem Chaos zu so Kleinigkeiten wie „Kalender aufhängen“ komme. „Deko“ steht halt ganz hinten – auch wenn der Kalender eher pragmatisch ist, weil ich sonst in dem (momentanen) Tumult alle Geburtstage vergessen würde.

Nacht und Nebel

Wir sind umgezogen. Naja, nicht so richtig. Wir campen jetzt im Wohnzimmer auf der neu gekauften Schlafcouch. Aber immerhin in unserem Haus.

In einer Nacht und Nebel (und Regen) Aktion haben wir Dienstag abend und Mittwoch früh unser Hab und Gut in Koffern per Bahn durch Yokohama getragen und eben hab ich die Schlüssel für die Übergangswohnung abgegeben. Dieser Abschnitt ist also auch vorbei.

Gestern (Mittwoch) früh kam denn auch endlich (knapp 4 Wochen nach Einpacken) unsere Luftfracht und damit unsere Bettwäsche und Handtücher – große Freude! Vor allem, weil das sehr japanisch ablief, um 9:00 war die Fracht angekündigt, als wir um halb 9 etwas durchnässt am Haus ankamen stand der Lieferwagen schon vor der Tür. Der arme Mann hat sich dann auch noch fünf mal entschuldigt, dass er zu früh ist. Uns hat’s gefreut. Und so eine Nacht unter der eigenen Bettdecke ist nach den letzten vier Wochen einfach toll!

Als erstes haben wir voller Vorfreude die Kaffeemaschine probieren wollen (haben extra ein paar Kapseln im Koffer transportiert). Dummerweise funktioniert der C-Adapter nicht, also mittags noch schnell neue Adapter gekauft (SE und C). Sie heizt auf, aber die Power aus der Steckdose reicht leider nicht für Kaffee (Japan hat ~100V, unsere Nespresso möchte lieber ~220-240V – übrigens bei unglaubliche 1750W; soviel braucht nicht mal meine Küchenmaschine!). Aber wir wussten ja schon, dass wir für diverse Geräte (Küchenmaschine, Bügeleisen, Staubsauger, Föhn usw…) Trafos brauchen werden. Also muss der Kaffee noch etwas warten; Drip-on Improvisation tut’s auch!

 Erste Mahlzeit am improvisierten Küchentisch (einer meiner Schreibtische, der so lange die Möbel aus Deutschland noch nicht da sind unten stehen bleibt) – das Wetter schaut auf dem Bild immerhin viel freundlicher aus als war.
 Und anderer Blickwinkel – etwas chaotischer 😉
 Drip-on Kaffee – wirklich eine äußerst praktische Erfindung für’s „Campen“ (sei es im Zelt mit Gaskocher oder in einem leeren Haus mit Herd und Topf – der Wasserkocher auf dem Bild war noch aus der Übergangswohnung. Geht auch ohne.)
 Kleine Vorschau auf den kommenden Nachtrag zu unserem Samstagsausflug. Haben in Hortensien gebadet!