Weg vom ‚Hustling & Bustling‘ – Ba Vi NP

Hanoi war laut und wuselig und eine richtige Großstadt – Halong Bay hingegen dann eine Oase, zumindest morgens früh mit Tai Chi an Deck bevor alle Boote kommen.

Sa Pa war Disney Land und so war es gar nicht so verkehrt, dass wir noch eine Nacht auf dem Land eingeplant hatten. Die Idee kam ursprünglich zu Stande, weil Pat nicht so viele Nächte in Hanoi verbringen wollte.

Auf dem Weg von SaPa zum Flughafen hat Pat also einen Abstecher durch den Ba Vi National Park vorgeschlagen. Dort gibt es ein paar nette Homestays und so waren wir fröhlich auf dem Weg.

Unser Fahrer kam mit der Ortsangabe nicht so ganz klar, bzw wollte seinem Navi einfach nicht glauben, dass wir in die Pampa wollten. Am letzten großen Ort hat er noch zwei Mal nachgefragt, ob Long Viet wirklich in diese Richtung liegt.

Long Viet 2 ist ein Bauernhof. Am Tor haben wir zuerst die „Klingel“ gefunden, ein belgischer Schäfer Welpe (naja, oder junger Hund. Aber noch recht klein und ängstlich vor den komischen Fremden). Die Herbergsmutter kam uns gleich begrüßen. Sie kann sehr gut Englisch (nachdem ich die Herberge gesehen hab war ich sehr überrascht während der Planung, eine prompte und lesbare Antwort auf meine Facebook-Nachricht bekommen zu haben) und ist bemüht, alle Wünsche zu erfüllen. Der Rest der Bauernhofbewohner kann kein Englisch, aber das macht auch nichts. Wir klären alle elementaren Dinge ab, Abendessen und Frühstück und den Transport zum Flughafen am Folgetag. Ach ja, sie würden uns auch noch ein Vesper machen, am Flughafen essen ist ja teuer und nicht so gut. Okay, warum nicht. Die paar Bewertungen im Internet haben alle das Essen über den grünen Klee gelobt, da verlassen wir uns jetzt mal drauf.

Das Nebenhaus, das auch die einfachen Gästezimmer beherbergt, besteht zur Hälfte aus einem offenen Raum mit großem Schrein. Vermutlich wird für eine gute Ernte geopfert – und im „Esszimmer“ (der Bereich unter dem Bauernhaus) liegt auch eine große Menge Reis zum Trocknen aus, in dem die Katzen munter toben – und ab und an ihr Geschäft verrichten.

Uns wird schnell klar: wir haben unseren Urlaub um „eine Nacht auf dem Bauernhof“ bereichert. Als wir los ziehen um ein bisschen im Nationalpark spazieren zu gehen, führt die Nachbarsoma gerade ihren Wasserbüffel an der Leine spazieren. Auch nett.

Für den Nationalpark haben wir viel zu wenig Zeit, genießen aber einfach einen ausgedehnten Spaziergang, die Ruhe und die gute Luft. Es ist herrlich.

Abends beschallt der Herbergsvater uns mit Modern Talking und es ist schon fast komisch. Keine Musik (und mehr von dieser fantastischen Ruhe) wäre uns lieber, aber wir sind auch nicht die einzigen Gäste… Dafür wird das Abendessen aufgetischt, es gibt frischen Salat mit Obst, knackiges Baguettebrot und eine Spezialität der Gegend: Strauß. Wir konnten es gar nicht so glauben und ich habe extra für diese Beitrag nochmal recherchiert: wir hatten ein köstliches Straussensteak mit viel Knoblauch und Gemüse. In Vietnam. Auf dem Bauernhof.

Das Abendessen war jedenfalls ein voller Erfolg und alle Empfehlungen Gold wert. Für Nic und mich war auch die Nacht sehr angenehm, war es doch nicht unser erstes Rodeo auf einem Brett in Asien. Für unsere Reisebegleiter sah das etwas anders aus und schnell wurde das Nachtlager in „Brett mit einem R zu viel“ umbenannt. Trotzdem waren wir am nächsten Morgen bester Laune, die Szenerie war einfach zu malerisch und ruhig. Es hat leicht geregnet und so hatten wir kein bisschen ein schlechtes Gewissen uns neben den Reis zu setzen, den Landgeräuschen zu lauschen, zu tratschen und das Leben zu genießen. Aus den Boxen schallt auch kein Modern Talking mehr, sondern angenehme „Fahrstuhlmusik“ – die hätten wir gestern Abend auch lieber gehabt 😉 Aber: Diese Nacht auf dem Bauernhof hat unglaublich gut getan und der Besuch hat sich in vollem Umfang gelohnt.

Achja, unser Vesper bestand aus einem ganzen Baguette pro person, belegt mit: genau! Straussensteakstreifen. Das Auto hat nach Knoblauch gemüffelt aber wir waren glücklich. Danke, Ba Vi National Park und Long Viet 2! Falls ihr mal in diese Ecke kommt: das Homestay ist die vietnamesische Verkörperung von „Urlaub auf dem Bauernhof“ und eine Oase der Ruhe, das tut für 1-2 Nächte auch einfach mal so richtig gut!

Rastplatz auf dem Weg zum Nationalpark Die Nachbarn, hinten der Wasserbüffel Eingang zum Freiluftmuseum (Long Viet 1): Darstellung alter vietnamesischen Landlebens Bananen und Hahn In diesem Bild kann man die Ruhe des Ba Vi Nationalparks förmlich hören Sonnenuntergangsleuchten. Zeit, zurück zu gehen. Die Männer am Eingang zum Bauernhof Vietnamesischer Kaffee mit ganz süßer, eingedickter Kondensmilch Feine Butter. Auch am anderen Ende der Welt… Dinner-Selfie Der Hauptgang. Wenn ich das sehe möchte ich am liebsten wieder in den Flieger steigen… Nic tanzt zu Modern Talking Katzenspielplatz Die großzügige Schrein-Halle neben unseren Zimmern Morgens darf auch das Vögelchen raus Und wieder Kaffee in landestypischer Darbietung Unten rechts haben wir geschlafen, der eingefasste Brunnen/Teich im Vordergrund ist bei den klimatischen Bedingungen optimaler Nistplatz für Moskitos. Dafür haben wir echt wenig abbekommen! Unten das „Esszimmer“ Vesper auf dem Weg zum Flughafen

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Auf dem Dach Indochinas

Eine Sache hatte ich noch zu Sa Pa vergessen, das muss ich sofort einschieben. Überall wurde Lachs-Sashimi angeboten. Also frischer, roher Lachs in dünnen Scheiben; ungekocht und ungeräuchert… Das fanden wir doch etwas suspekt, ich hätte jetzt nicht erwartet, in Vietnam Sushi essen zu gehen, in welcher Form auch immer. Eine kurze Internetrecherche hat uns aber weiter gebracht: Lachs wurde schon in die diversesten Klimata versucht einzuführen und anzusiedeln – und nur an einer Stelle hat es außerhalb der üblichen Regionen richtig gut geklappt: Sa Pa. Das Klima ist wohl kühl genug im Jahresdurchschnitt und so gilt der Lachs als Delikatesse, mit festem Fleisch, feinen Muskeln und kaum fett. Wirklich etwas Besonderes. Nach dieser beruhigenden Recherche müssen wir den vietnamesischen Lachs natürlich unbedingt probieren, und ich muss sagen: seinen Ruf hat er definitiv verdient. Wirklich etwas Besonderes, wenn man die Lokalisation in Betracht zieht!

Nun aber ab in die Berge, die uns am morgen wolkenverhangen Grüßen. Der Frühstück-Saal hat eine komplett verglaste Front mit Bergpanorama und so können wir bei Pho und Frühstückseiern dem Hochnebel und den Wolken beim auf- und wegziehen zuschauen. Die Sonne kämpft sich immer wieder durch und es gibt herrliches Licht.

Wolkenverhangen ist gar nicht so schlecht, denn da bestätigt sich was wir in Südafrika am Tafelberg schon erlebt haben: abschreckend für die großen Touristenmassen, aber meist ist das Wetter variabel genug, dass man genug Aussicht bekommt. So auch auf dem Fansipan. Die Wolken wehen uns um die Nase, und alle paar Minuten ändert sich wieder die Sicht und die Aussicht. Wirklich fantastisch.

Schon allein die Fahrt mit der Seilbahn ist spannend, wie man durch die Wolken rauscht, nicht wissend was einen oben erwartet und wie sich die Reisterassen präsentieren. Die Seilbahn spannt sich über sechs Kilometer über das Tal (und die vielen kleinen Einfurchungen dazwischen) und eine Viertel Stunde lang darf man Reisfelder, Wanderwege, Arbeiter, Hütten, Wasserfälle, Bäume, Sträucher und so manches mehr bewundern. Schon allein dafür hat es sich also gelohnt.

Doch auch oben an der Seilbahn Station angekommen (wenn man einmal den Krust-Laden hinter sich gelassen hat), überrascht uns der Berg. Hinter der Seilbahn wartet ein Tempel, mit großer Buddha Statue und kleinerer Amithaba Statue (in einiger Entfernung, aber auf dem Rückweg wollen wir die auch sehen) und vielen kleinen Gebäuden. Von dort aus geht es viele Stufen weiter Richtung Gipfel. Die dünne Luft lässt mich schnell aus der Puste kommen. Während Pat und Nic schon mal den Gipfel erklimmen genießen Max und ich noch ein Pläuschen auf einer der vielen Steinbänke entlang der Treppen und lassen uns ein bisschen die Sonne auf die Häupter scheinen. Einfach herrlich hier, selbst mein Schnaufen stört mich da weniger. Alles ist brand neu, erst seit ein paar Jahren arbeitet Vietnam an einer „Präsentation“ seines höchsten Berges – ob er das nötig hat, weiß ich nicht, aber stören tut es mich auch weniger.

Endlich oben angekommen ist dann doch ein bisschen mehr los als gedacht, aber eigentlich auch nicht wirklich viel. Wir verbringen viel Zeit, schauen von allen Ecken mehrfach hinunter, immer wieder wechselt durch die wehenden Wolken die Sicht. Mal sieht man auf den Buddha, mal auf die Reisterassen und mal richtig weit. Die Sonne ist schön warm und die Szenerie viel zu verlockend, um nicht unzählige Fotos zu machen. Die meisten Touristen wollen Bilder mit der „Gipfelpyramide“, die die Höhe des Fansipan anzeigt. Weil das früher zu Probleme und langen Schlangen geführt hat, gibt es davon mittlerweile mehrere – auf verschiedenen Höhen auf dem Gipfel. 3143 m steht aber auf jeder…. oh, well.

Auf dem Weg nach unten beschließen wir, dass außer Catcat (was sich ja als sehr unspektakulär herausgestellt hat), das Dorf der Hmong unterhalb von Sa Pa, nichts auf uns wartet und wir noch einen Abstecher zu der stehenden Statue machen wollen. Die Absperrung, von der wir uns fast sicher sind, dass sie beim Aufstieg noch vorhanden war, ist zur Seite geschoben. Entweder das Wetter hat sich deutlich verbessert (gut möglich) oder es war ein Versehen. So oder so, sobald wir die Route auf den Hügel hinauf verlassen wird es plötzlich richtig still und einsam. Nur wir vier und die Natur und die in Stein gefassten Wege. Herrlich, nach all dem Sa Pa Trubel. Wir bleiben also viel länger als ich eigentlich erwartet hätte, genießen aber einfach die Zeit, die Natur, das Wetter.

Auf dem Rückweg zur Seilbahn wird es plötzlich laut, einerseits weil noch eine kleine Einschienenbahn entlang rumpelt (für alle, die keine Treppen steigen wollen), andererseits weil einige der Besucher wohl sehr aufgeregt sind. Ist aber ja auch der höchste Berg Vietnams. Da darf man das schon mal.

Ein bisschen Aufregung haben wir bei der Seilbahn-Rückfahrt selbst auch noch – wir bleiben stehen. Zum Glück haben wir ein vietnamesisches Pärchen an Board (wir sind nur zu sechst in der großen Gondel), die uns die Durchsage übersetzen: Es gibt ein Strom Problem, aber keinen Grund zu Beunruhigung. Kurze Zeit später setzen wir unsere Fahrt aber fort – und deshalb gibt es unten zwei Zeitraffer-Videos zu bestaunen. Ach ja, in unserem Grill-Imbiss ist immer noch Stromausfall, als wir ankommen. Hat wohl ganz Sa Pa erwischt. Wenige Minuten nach unserer Bestellung gehen aber Licht und Musik an und der Trubel geht weiter.

Abends gönnen Pat, Max und ich uns noch eine Massage im Hotel, eine willkommene Erfrischung nach dem Treppensteigen in dünner Luft. Ich schlafe wie ein Baby und nicht mal der Baulärm am nächsten morgen kann mich aus der Ruhe bringen. Morgendlicher Nebel  Tempel unten an der Seilbahn Station Hoch über den Reisfeldern… …und Wäldern Tempelturm oben an der Seilbahnstation Nic sorgt für Winde Tempelfrieden zwischen Seilbahn und Gipfel Großer sitzender Buddha, leider eingerüstet. Selbst da oben wir gebaut, die hellen Lichtflecke vom Schweissen sieht man von unserem Balkon im Hotel sogar. Vorbeifetzende Wolken, rechts am Bildrand die Seilbahnstation und das Fundament des Buddhas Strahlender Himmel durch Lücken in den strahlenden Wolken  Meine Männer vor einer Wand von Nichts Buddha nochmal von vorne Und schon ist der Turm-Tempel im Nebel verschwunden. Kann schnell gehen, hier oben.

Part 1 vom „Abstieg“ bis zum Stromausfall

Und Part 2, vom Stromausfall bis zurück nach Sa Pa

 

Sa Pa Reisterassendisneyland-Charme

Entschuldigt für die lange Wartezeit, November ist da noch etwas vollgestopfter als sonst 🙂

Nach der berauschenden Bucht von HaLong ging es per Auto-Transfer für eine Nacht zurück nach Hanoi, in „unser“ Hotel – wo wir direkt mit offenen Armen, Nachfragen wie unser Trip denn war, was man noch so für uns organisieren könne und viel Komfort empfangen wurden.

In „unserem“ Cafe direkt gegenüber wurden wir natürlich auch sofort wiedererkannt und so war der Übergangstag weniger „verschwendet“ als ich befürchtet hatte und mehr eine schöne kleine Möglichkeit, etwas runter zu fahren und das Gesehene zu verarbeiten – und sich für neue Abenteuer zu rüsten.

Am nächsten Morgen ging es auch gleich sehr früh los, per Minibus zur Bushaltestelle. Sa Pa mit seinen Hügeln, Bergen, Reisterassen und alten Bergvölkern wartete. Sa Pa sollte mit dem Bus circa 4-5 Stunden entfernt sein, so waren wir doch recht entsetzt, als der Minibus voll besetzt war und dann noch zwei Männer einen Stehplatz (mit eingezogenem Kopf und Rucksäcken auf dem Rücken) zugeteilt bekamen.

„Only to big Bus stop…“ lässt der Fahrer verlauten – na dann wollen wir mal hoffen, dass die Bushaltestelle nicht so weit ist… 5 Minuten später werden wir nach und nach ausgeladen und der Reisebus wartet schon. Ist allerdings auch voll. Nach viel hin und her mit dem Gepäck und allen anderer Touristen, Abfahrt des ersten Busses, Gedanken, ob wir es wohl heute noch nach SaPa schaffen, kommt der zweite Reisebus. Mit Liegesitzen. Welch ein Komfort, aber auch welch ein Sicherheitsrisiko (mir war klar, dass es da kein schnelles Aussteigen/Evakuieren gibt, sollte etwas passieren – blöde ‚worst case‘ Gedanken immer). Kann man nichts machen, Tickets sind gebucht und so liegen wir endlich auf dem Weg in die Berge.

Während der Fahrt kann man zu beginn herrlich dösen (Liegesitze!!! Ging ja auch früh los), lesen, Musik oder Podcasts hören. Gegen Ende wird das Ganze dann schon spannender. Nicht nur landschaftlich, wobei das schon sehr gigantisch wird, auch was die Fahrt angeht. Serpentinen die sich den Berg hochschlängeln mit einem Bus, der viel mehr PS als die LKWs und Kleinlaster hat, die sich auch den Berg hochschlängeln. Das ein oder andere haarsträubende Überholmanöver vor den Kurven und Gymnastikball-tiefe Schlaglöcher treiben doch noch mal den Puls in die Höhe. Aber: alles Routine und so kommen wir sicher in SaPa an, ca 1600 m üNN. Und es zeigt sich, was wir schon gelesen haben: Tourismus pur. Hotel neben Hotel, Taxen und vor jedem Restaurant oder Massagesalon „Marktschreier“, die einen anzulocken versuchen. Darüber hinweg der Baulärm, von den zig neuen Hotels, die am Entstehen sind. Und die „Ureinwohner“ (bzw. indigenen Völker), aber dazu komme ich später noch genauer.

Trotzdem, die Reisterassen sind gigantisch und wir sitzen erst einmal auf den Balkonen unserer Zimmer (wir waren hoch genug für den herrlichen Blick! In diesem Hotel gibt es seit neuestem in den niedrigen Stockwerken nur noch Blick auf das nächste Hotel, wo noch fleissig geschweisst und verputzt wird. Arbeitssicherheit ist auch da kein Thema, die Männer kraxeln am 5-7 Stockwerk auf baufälligen Brettergerüsten aussen rum und arbeiten. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll). Gegenüber trohnt die Bergflanke des Yunnan Gebirges, mit dem Fansipan als höchste Erhebung Vietnams und ganz Indochinas. Natürlich zieht es uns auch dort hin, wie es das mit beeindruckenden Bergen so an sich hat. Die Besteigung von Sa Pa aus dauert allerdings in etwa drei Tage, da man immer wieder in Täler absteigen und weitere Bergrücken erklimmen muss. So beschließen wir, am nächsten Tag die Seilbahn zu nehmen und den Gipfel eben im Schnelldurchgang zu stürmen. Auf über 3100 Metern ist die Luft ja auch schon dünner und die restlichen Höhenmeter von Seilbahn bis zum Gipfel werden es sicher auch in sich haben, sodass zumindest ein bisschen was Kleines für das Sportlerherz getan ist.

Aber zuerst wartet eine Dorferkundung und Essen auf uns. Schnell zeigt sich, was sich bei uns in China schon bewährt hat. Da wo am wenigsten geschrieen, aber lecker gegrillt wird, ist es gut. Und so ist der Familien-Grillimbiss im Nu unsere Anlaufstelle für knapp drei Tage in Sa Pa. Zum Schluss sind wir fast Teil der Familie und werden liebevoll verabschiedet. Danke, für dieses Stück „Geborgenheit“ im Tourirummel!

Sa Pa ist die Heimat von alten Bergvölkern, vor allem die Hmong sieht man sehr viel (etwas unterhalb gibt es noch ein Hmong-Dorf, Catcat, welches aber so touristisch ist, dass uns einmal durchschlendern mehr wie genügt), aber auch Red Dao und Tay sollen ansässig sein.

Die Hmong Damen pilgern jeden Abend nach Sa Pa um dort ihre gebastelten Waren an die leichtgläubigen Touristen zu bringen und so manche wird man kaum wieder los. Manchmal fragt man sich, ob die eine Art Verkaufstraining absolvieren müssen, schon kleine Kinder werden da vor Spielzeug gesetzt. Die Reiseführer mahnen alle, nichts von Kindern zu kaufen, egal wie groß das Mitleid ist. Denn so lernen sie nur „nicht zur Schule und verkaufen“ = mehr Kohle als die Eltern mit ihrer Schuldbildung verdienen.

Die eine Hmong Dame, die uns von Sa Pa nach Catcat unaufhörlich auf den Fersen ist und vollquasselt lässt auch erst von uns ab, als wir sie überzeugen, dass ihre Zeit viel besser investiert ist, wenn sie sich neue Touristen sucht. Weil wir ganz sicher, definitiv, nicht von ihr kaufen werden. Egal wie lange sie uns belästigt, und je weiter sie mit uns mit geht, desto mehr Geschäft entgeht ihr oben. Puuuh, ein hartes Stück Arbeit. Aber ihre traditionellen Gewänder und Kopfbedeckungen sind schön anzusehen und die verhärmten Gesichter der Alten zeugen von einem harten Leben auf dem Berg. So manche Hmong-Omi hätte ich gerne geknuddelt und auf ein Essen eingeladen. Aber ich weiß mittlerweile, dass die Welt so leider nicht funktioniert. So begnüge ich mich damit, mein eigenes Glück zu reflektieren und mein Mitgefühl und alle anderen Emotionen, die so auf mein einbrechen, mit einem dicken Kloß runterzuschlucken (die Männer, meine Reisebegleitungen, würden das eh nicht wirklich nachempfinden können und alles drüber reden macht es auch nicht besser). Auch hier zeigt sich wieder: Das Leben läuft in anderen Ländern anders, zum Teil sehr viel anders. Und es ist eine gute Gelegenheit, mal wieder dankbar zu sein. Dankbar dafür, dass ich als Tourist (welche Dekadenz!) durch ein Fenster schauen darf, zu einem ca 4000 Jahre alten (erste Aufzeichnungen gibt es seit 2000 Jahren, aber die Schätzungen gehen von dem doppelten aus) Bergvolk und ihrer Anpassung an die moderne Welt.

Unseren Abstecher zum Fansipan verschiebe ich jetzt, der Länge wegen, auf einen neuen Blogpost und dafür gibt es dann jeweils ein paar mehr Bilder, hier und beim Fansipan-Beitrag.

Nach dem ganzen Touri-Rummel geht es mit einem Privatfahrer (Busfahrt nach Hanoi und weiter nach Ba Vi ist unpraktikabel und nur marginal günstiger, ich bin dankbar, denn im Liegebus den Berg runter, da wird mir nur beim dran denken schon schummrig) auf’s Land. Und zwar so richtig.

Busfahrt Erst Reisterassen… … aus dem Busfenster raus… … schon sehr beeindruckend! Unser neues Lieblings“Restaurant“ Fansipan in der Abendsonne Und im Abendnebel Auch nachts ist im Dorf gut was los Morgensonne Zaubert tolle Farben ins Tal Ein Stück wunderbare Natur Und wenn man den Baulärm ausblendet ist es einfach nur idyllisch! Falls mal wer in SaPa ist: geht auf jeden Fall unsere Freunde besuchen 🙂 Regen auf der Straße nach Catcat, aber gut was los. Am Straßenrand liegen Felder und Reisterassen, gefühlt wird jeder Quadratzentimeter genutzt (Landwirtschaft oder Tourismus)

Zu Wasser

Von Hanoi geht es mit dem Kleinbus nach Halong. Die Bucht von Halong ist nicht nur Weltkulturerbe sondern sicher eine der berühmtesten und touristischen Ecken Vietnams.

Unzählige kleine Inselchen durchziehen die Bucht und die Felsformationen laden in ihren mystischen Erscheinungen zu Tagträumen, Piratengeschichten und Abenteuerermärchen ein. Der Name bedeutet übersetzt „Bucht des untertauchenden Drachen“ und wenn man seine Phantasie etwas wandern lässt, kann man einige halbversunkene Drachen entdecken.

Es könnte alles so idyllisch sein, wären da mit einem nicht 549 andere Ausflugsboote in der Bucht. Davon bleiben neben unserem 199 über Nacht. „Secluded“ sieht anders aus. Vietnam ist auf die Mittel durch den Tourismus angewiesen und trotzdem wünscht man sich eine andere Herangehensweise – sich der Ironie voll bewusst, dass man selbst dazu beiträgt.

Und so nehmen wir die ersten Aktionen (Surprise Cave, Sonnenuntergang, erste Nacht und Ruderboot am nächsten Tag) mit Humor und genießen einfach die Zeit. Wir haben zum Glück bei der richtigen „Reederei“ (Tourgesellschaft) angeheuert und werden nicht im Stechschritt durch die Attraktionen geschleust. Dazuhin bleiben wir zwei Nächte und dürfen nach der ersten Nacht auf ein kleineres Boot um etwas weiter in die Inseln vorzudringen und andere Ecken der Bucht zu erkunden.

Sobald man erst die restlichen Boote hinter sich gelassen hat, wird es umso malerischer und man kann die Ruhe geniessen, sich beim Fotografieren an Deck braten lassen und den Quallen beim Vorbeiziehen zuschauen. Morgens um 6:45 gibt es an Bord Tai Chi, angeleitet durch einen Tai Chi Meister. In zwei Jahren China haben wir oft zugesehen, jetzt endlich mal selbst probiert. Gedehnt und fokussiert starten wir in die Tage an der Bucht und das Knacken der Gelenke ist für eine Viertel Stunde das einzige Geräusch an Deck. Sollte man viel öfter machen, so in den Tag starten.

Wir haben Glück, mit uns an Bord sind Australier, die eine ähnliche Vorstellung von diesem Törn haben und abends mit uns die Happy Hour an Deck verbringen und Geschichten aus der großen weiten Welt teilen. Wir lachen viel, auch über die „secluded beaches“ und andere Attraktionen und es ist toll, dass niemand die Stimmung nach unten zieht, auch wenn es so verlockend wäre sich über Kleinigkeiten zu echauffieren.

Dazu macht aber der Trip zu viel Spaß, ist die Bucht (trotz Booten) zu malerisch und der Moment zu gut. Und so lachen wir ein weiteres Mal am letzten Tag, als wir endlich doch noch in der Bucht schwimmen dürfen – seit ein paar Jahren ist das freie Baden verboten – inmitten von Hunderten anderer Touristen am „secluded beach“. Vor uns scheinbar die spanische Armada am Landungstag. Auch hier wird die Fantasie angekurbelt. Und es ist ein toller Morgen und wir genießen jede Minute!

Der Ausflug ist ein voller Erfolg! Auch wenn wir es uns ein bisschen anders vorgestellt haben, zwischendurch ein bisschen anders gewünscht haben. Die Halong Bucht ist eine Reise wert und man sollte unbedingt zwei Nächte dort verbringen, um den Charme voll mitzunehmen. Wir haben Energie für die weiteren Abenteuer getankt und viel gequatscht, gelacht und das Leben genossen. Was will man mehr?

Erste Schritte an Deck. Jetzt ist Urlaub! Zerklüftete Landschaft Blick vom Höhleneingang auf die Bucht… Und vom Höhlenausgang auf die Bucht Unsere Dschunke Erster Sonnenuntergang Mit romantischem Fischerboot Einfach mal abends an Deck den Wolken beim Vorbeiziehen zuschauen. Oder den Vollmond (und die anderen Übernachtungsboote) bewundern happy couple AusternfarmDer Austern-Doc pflanzt eine Perlengrundlage in die Auster (bisschen größer als das berühmte Sandkorn; das würde einfach zu lange dauern. Selbst mit einer Perlmutt-Kugel dauert es 4Jahre+ je nach Austernart) So viele Austern Was wohl in dem Dschungel lauert? Welche Naturschätze, Tiere, Pflanzen? Gemütlicher Nachmittag mit Zigarre an Deck. Jep, das ist Urlaub! Am nächsten Morgen lauert die Armada auf den D-Day: Der Strand wird gestürmt! Das Wasser ist herrlich, die Quallen stören uns nur Minimal und wir genießen das Planschen

Fotos

Bilder aus Hanoi: Blick von dem HotelbalkonKlassische Fahrradverkäuferin Schöne, massive BäumeKreative Adaption von HoverboardsDie erste Kokosnuss – ich bin im Urlaub angekommen 😉Erntedankschmuck am Literaturtempel So viel Glück auf einem Dach Der Literaturtempel mal secluded Ho Chi Minh‘s Residenz Das Schild hat offenbar keiner gelesen Zu Erntedank ist halb Hanoi auf den Beinen Anlässlich des Erntedank

Irgendwo im Nirgendwo

Ich weiß, ich „schulde“ dem Blog noch den letzten Palau Beitrag mit Tauchbildern – dafür brauche ich aber Nic und unsere letzten Wochen waren recht voll gepackt mit Einziehen, Bürokratie und Nic war dazuhin bei der Arbeit sehr eingespannt. Aber wir wussten ja, worauf wir hin arbeiten – ein Wiedersehen mit unseren beiden besten Freunden aus Gymnasiums-Zeiten.

Eigentlich wollten Max und Pat uns in Shanghai besuchen kommen. Letztes Jahr war allerdings in ihrem Jahresplan schon ein gemeinsamer Urlaub mit einem Freund, Rundreise durch Japan. Also sollte Shanghai dieses Jahr her – und dann kam alles anders…

Aber von kleinen technischen Details lassen wir uns ja nicht abhalten, Südostasien hat unzählige Reiseziele zu bieten und so haben wir uns eben in Vietnam getroffen.

Die ersten beiden Tage in Hanoi waren laut und bunt. Es erinnert mich sehr an Shanghai (nur ohne den entwickelten Teil, den man in Shanghai schon findet und in Hanoi noch nicht so). Etwas sauberer, etwas mehr Strassenleben. Ebenso viele Roller, kaum Elektro, mehr Gehupe. Und unglaublich freundliche Menschen.

Bilder folgen später, wir sitzen gerade im Ba Vi Nationalpark (Hallo deutsche Politiker, in Vietnam hat man selbst im unbewohntesten Hinterland Hochgeschwindigkeitsinternet – vielleicht könntet ihr da ein bisschen dran arbeiten bis wir wieder zurück ziehen? Okay? Super, Danke!!) beim Frühstückskaffee mit dicker, süßer Kondensmilch…

Geschichte auf der Spur (3/4)

Bei der Recherche zu diesem Beitrag bin ich in einen „Hasenbau“ unvorstellbaren Ausmaßes geraten. Dieser Beitrag ist zu klein und die Platform „Banzai! Shanghai! Yokohama!“ zu ‚unseriös‘ um eine adäquate Wiedergabe der Ereignisse zu bieten. Aber Nic und ich waren auf einem ‚Geschwister Scholl‘ Gymnasium und haben jährlich die Schrecken des Zweiten Weltkriegs auf unserer Seite der Kugel durchgekaut – trotz meines Geschichts-Leistungskurses wurde das ‚Pazifische Theater‘ viel zu kurz umrissen, schlicht weil das Ausmaß viel zu groß war. Deutschland hatte da ja genug eigene ‚Baustellen‘.

So war es spannend, ernüchternd, erschreckend und traurig zugleich, mal eine ganz andere Seite des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Ich versuche, ein paar Hintergründe zu beleuchten um das Ausmaß zu skizzieren, aber auch meine Gefühle beim Besuch der Insel zu beschreiben.

1944, im Zuge der ‚Operation: Forager‘ auf den Marianen Inseln und Palau, wurde der japanische Defensivstützpunkt Peleliu, eine der südlichsten Inseln Palaus, von den Amerikanern angegriffen. Hintergrund war die relative geographische Nähe der wichtigen Philippinen (welche die Amerikaner als strategischen Stützpunkt für ihren Krieg gegen Japan zurückerobern wollten), auch wenn die Historiker auf allen Seite heute größtenteils übereinkommen, dass Peleliu keinen strategischen Mehrwert brachte. Erst Recht keinen, der diese Operation rechtfertigt. Die Rate der ‚Opfer‘ (nicht nur der Getöteten, auch die der Verwundeten) überschreitet die aller anderen amphibischen Operation im Pazifikkrieg.

Major General William Rupertus, der Commander der First Marine Division, war sich sicher die Insel innerhalb von vier Tagen einnehmen zu können. Dabei hat er allerdings die Japaner (die ihre Strategie zur Inselverteidigung verändert hatten) fahrlässig unterschätzt. Das National Museum of the Marine Corps bezeichnet die Schlacht um Peleliu als den „bittersten Kampf den die Marines im Zweiten Weltkrieg ausgetragen haben“.

Die Japaner hatten „ihre“ Insel defensiv herausragend befestigt und haben ihren Heimvorteil bis zum Schluss als immer wiederkehrenden Trumpf ausgespielt. Peleliu ist übersät mit Höhlen und Gräben, die wieder so zugebaut wurden, dass nur die schweren Artilleriegeschütze Luft zum Schiessen hatten.

Insgesamt standen sich in Peleliu 47561 amerikanische und 10900 japanische Soldaten gegenüber. Am Morgen des 15. September 1944 sind verschiedene Gruppen der Amerikaner an fünf Stränden rund um die Landebahnen von Peleliu und nördlich der Umurbrogol Berge (die eine wichtige Rolle spielen sollten – die Japaner hatten nicht nur Heimvorteil, sondern auch noch das höhere Gelände zu ihren Gunsten) eingefallen. In nur einer Stunde wurden 60 amphibische Gefährte der Marine zerstört, LVTs (Landing Vehicle Tracked) und DUKWs (sechsrädrige Allradfahrzeuge mit zwei angetriebenen Hinterachsen). Spätestens da sollte klar gewesen sein, dass vier Tage vielleicht etwas optimistisch waren. Die Japaner feuerten heftige Artillerie von einem aus Korallen angelegten Hügelrücken („The Point“), der mit Hindernissen und Minen gespickt war, sodass die ankommenden Fahrzeuge im Convoi passieren mussten und einfache Ziele darboten.

Die Schlacht um Peleliu dauerte letztlich über zwei Monate. Als die amerikanischen Befehlshaber die Insel für eingenommen befanden, ging die Schlacht in den Umurbrogol Bergen, der ‚bloody nose ridge‘, erst richtig los und die Amerikaner wurden wieder von Massen an japanischen Soldaten (die sich in Höhlen verschanzt hatten) überrascht.

Unter dem Strich fielen bei Operation: Stalemate II 10695 Seelen auf japanischer und 2336 auf amerikanischer Seite (wobei diese weitere 8450 Ausfälle wegen Verwundung zu verkraften hatten). Das alles auf einer 13 (dreizehn!) Quadratkilometer großen Insel.

Am 24. November 1944, also 70 Tage nach der ersten Landung, sprach Colonel Kunio Nakagawa (der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkraft auf Peleliu):

Our sword is broken and we have run out of spears.

Unser Schwert ist zerbrochen und wir haben alle Speere verbraucht.

Nakagawa beging daraufhin Seppuku (im deutschen Sprachgebrauch als Harakiri, oder: ritueller Selbstmord, bekannt). Major Nemoto führte daraufhin mit 56 Mann einen letzten Banzai-Angriff (mit dem Ziel des ‚ehrenvollen Todes‘ auf dem Schlachtfeld) durch und am 25.11.1944 wurde der Kampf für beendet erklärt.

Eine kleine Zahl, ca. 80, widerspenstiger Krieger (Soldaten sowie Zivilisten) verschanzte sich weiterhin in Höhlen und führte noch anderthalb Jahre einen Guerillakrieg gegen die Besatzer. Erst am 21.04.1947, auf Aufruf von dem Generalleutnant der Kaiserlichen Japanischen Armee hin, ergaben sich die letzten 34 Mann und der Kampf war wirklich vorüber. Die sterblichen Überreste von Colonel Nakagawa wurden erst 1993 auf Peleliu gefunden.

Was bleibt? Die Amerikaner haben eine wertvolle Lektion gelernt und konnten sich an die Verteidigungsstrategien der Japaner, was in den Endzügen des Krieges 1945 auf Iwo Jima und Okinawa wichtig wurde, anpassen. Doch für jeden gefallen japanischen Soldaten wurden im Schnitt 1500 amerikanische Projektile abgefeuert – von 58461 Soldaten insgesamt starben 13031, wobei über 8000 weitere verletzt wurden. Der Kampf an der ‚bloody nose ridge‘ in den Umurbrogol Bergen gilt weitreichend als der schwierigste Kampf der Amerikaner während des gesamten Zweiten Weltkriegs.

Und heute? Peleliu beherbergt auf seinen 13 qkm vier Dörfer und hat ca 570 Einwohner. Die Insel ist übersät mit Überbleibsel der Schlacht, Panzer, LVTs, Kanonen, Munition, Höhlensysteme, Bunker, Gebäude und Denkmälern. Im ehemaligen Treibstofflager ist heute ein umfassendes Museum, das beide Seiten beleuchtet.

Überhaupt, die Palauaner sind da recht objektiv, sie hatten ja quasi nichts mit der Schlacht zu tun. So kommen beide Seiten zu Wort und neben extrem patriotischem Monumenten der Amis gibt es seit 1994 auch einen Gedenkstein mit einem Zitat des amerikanischen Oberbefehlshabers der Pazifikflotte (Chester W. Nimitz) im Pazifikkrieg, das den japanischen Patrioten, die ihre Insel ehrenhaft verteidigt haben, gedenkt.

Nimitz spielt bei der Schlacht um Peleliu keine unwichtige Rolle, so war er doch derjenige, der die Bedenken seines Untergeben William F. Halsey (Befehlshaber der Flotte im Südpazifikraum) in den Wind schlug und die Schlacht anordnete. Halsey befand die Besatzung Palaus als unnötiges Wagnis auf dem Weg zu den Philippinen und riet von einer Attacke ab.

Im April diesen Jahres wurde zudem auch ein Monument eines japanischen Mönchs aus Nagoya, das zu Ehren aller gefallenen Patrioten, die auf den verfeindeten Seiten für ihr Land und ihre Überzeugung gekämpft haben, aufgestellt. Dabei wird neben den Soldaten beider Seiten auch den Zivilisten Respekt gezollt, die im Kreuzfeuer des Krieges Leidtragende waren. Unter anderem ist auf Peleliu ein bekannter australischer Kriegsfotograf ums Leben gekommen (Damien Parer), aber auch koreanische Zwangsarbeiter (die u.a. Höhlen gegraben haben):

Shinto Schrein

Die noch vorhanden großen Gebäude sind das ehemalige Treibstofflager (heute Museum), das ehemalige Kraftwerk und das ehemalige Hauptquartier (durch einen amerikanischen Luftangriff zerstört):

Museum von außen

Verschiedene Funde Rückseite des Museums; gut sichtbar der Einschlag eines Artilleriegeschosses (von einem amerikanischen Kriegsschiff) rechts oben Eingang ins Kraftwerksgebäude Auch dieses Gebäude wurde durch ein Artilleriegeschoss getroffen – steht aber noch. Auch wenn es beeindruckend ist, zu sehen, wie sich die Natur in den letzten 70 Jahren wieder ausgebreitet hat Nic beim Kraftwerk

Geschosseinschlag und einnehmende Natur von innen Ausmaß der Verwüstung

Hauptquartier, oben waren die Räume der japanischen Oberbefehlshaber Freier Blick auf den Himmel „dank“ Luftangriffeinschlag. Es wirkt heute fast wie ein Naturatrium, aber die Schrecken des Krieges sind hier deutlich nachzufühlen Blick auf den zweiten Stock. Die Treppen sind noch intakt, auch wenn das gesamte Gebäude äußerst fragil wirkt. Die ganzen Einschusslöcher tragen dazu bei Nic vor dem Eingang einer mit Wellblech improvisierten amerikanischen Garage (diente aber nicht nur den Fahrzeugen als Unterschlupf) neben dem ehemaligen Hauptquartier In einem tatsächlichen japanischen Bunker neben dem HQ. Sehr massiv, heute von Grillen, Geißel-Spinnen (Charon grayi, sehr gruselig!!) und Fröschen bewohnt. Die Vorstellung, bei einem Luftangriff darin ausharren zu müssen, während draußen der Napalm vom Himmel regnet lässt mir kalte Schauer über den Rücken jagen Blick auf das Hauptquartier, besser: was davon übrig ist, von außen

Rund um das Airfield (von dem heute nur noch die SW/NE Landebahn besteht) gibt es noch Gefährte. Einen der 17 japanischen Panzer haben sie zur Anschauung stehen lassen.

Japanischer Panzer vom Typ 95 Auch diesen Fleck holt die Natur sich zurück Gar nicht mal so groß, bot Platz für 3 Japaner (3 Amis hätten laut unserem Guide nicht reingepasst…). Der Panzerungsgrad war aber deutlich geringer als derjenige der amerikanischen Sherman Panzern Kettenspuren in der Straße (sie führt zur ehemaligen Landebahn, die die SW/NO Landebahn kreuzt) Amerikanisches LVT, davor liegt ein Abwurftank eines amerikanischen Flugzeugs

Blick in das LVT Das LVT ist deutlich größer und wurde zum Transport von Truppen und Sherman-Panzern von den Kriegsschiffen an Land genutzt.

Symbolisches Grab (mittlerweile wurden alle amerikanischen Soldaten nach Arlington, den Militärfriedhof in Washington D.C., verlegt) mit Blumenschmuck, der aus der Vogelperspektive „USA“ beschreibt An einem der Landungsstrände (Orange2) – die Strände haben alle Farben als Codenamen bekommen, White, Orange, Amber, Scarlet. Heute ein friedlicher, stiller Ort im Paradies. Am 15.09.44 muss hier die Hölle auf Erden gewesen sein… Kanone in einer Höhle – im Endeffekt kam sie nie zum Einsatz (der Angriff aus der Richtung in die sie ausgerichtet ist, erfolgte nicht) Aber die Kanone ist sehr gut erhalten und die Platzierung mit Gerüst in der Höhle ist eindrucksvoll

Blick in eine der vielen Höhlen – einige größere davon wurden übrigens nach dem Krieg als Taifun-Schutzbunker genutzt. Das wiederum finde ich auch einen gruseligen Gedanken – zumal in einigen noch Munition, Handgranaten, etc zu finden sind Blick von der bloody nose ridge über Peleliu Damals war die komplette Vegetation durch Flammenwerfer und Napalm zerstört – heute der reinste Dschungel Gedenkstein für die letzten Guerillakrieger, die sich 1947 ergaben Wir waren auch noch kurz auf einem Friedhof – dieser Gedenkstein hat mich dabei sehr berührt: Gelobet dem Frieden!Wir hoffen auf Frieden auf Erden so dass wir nie die Tragödien eines Krieges wiederholen mögen.

Weise Worte, auch heute aktuell wie nie

Blick auf einen der elf Ausgänge der 1000-man Cave. In Kriegszeiten diente sie als Krankenhaus, Bunker und Hauptquartier (gegen Ende der Schlacht hin, die Höhle war quasi eine letzte Bastion der Japaner) Neben alten Soju Flaschen findet man in dieser Höhle u.a. Reisschüsseln der japanischen Marine (durch Anker am Schüsselboden erkenntlich) Übersicht über das Höhlensystem der 1000-man Cave

Mit uns waren drei Japanerinnen unterwegs, eine Japanisch-sprachige Führerin und für uns ein Englisch-sprachiger Führer von den Philippinen (der durchaus Philippinisch geprägte Ansichten zu den Kriegsparteien hatte…). Unser Guide bietet auch Zweitages- Wandertouren durch den Dschungel (auf den von Minen und sonstigen Kriegsüberbleibsel befreiten Wegen!) an – etwas, das wir bei unserem nächsten Besuch gerne machen würden. Peleliu hat viel mehr zu bieten, als man durch einmal Herumfahren erfassen kann. Es gibt wohl wenige Orte auf der Welt, wo die Überreste des Krieges so gut erhalten sind, dabei aber gleichzeitig so wenig „verpfuscht“ („in Stand gesetzt“) wurde. Lange werden sich die Häuser aber nicht mehr gegen die Natur verwehren können, im Hauptquartier wurde z.B. die Decke schon mit Baumstämmen abgesichert.

Peleliu ist also zurecht Teil des UNESCO Weltkulturerbes und hier wurde, soweit man das von außen beurteilen kann, alles richtig gemacht.

Abschließend betrachtet: mich nimmt so etwas immer ein bisschen mit. Zuviel Empathie ermöglicht es mir, nachzufühlen. Es war anders, diesmal 2.Weltkriegs-Reste zu sehen, die nichts mit Deutschland zu tun haben (im Gegensatz zu einem KZ Besuch, zum Beispiel). Trotzdem hat mich besonders das Museum, aber auch die Gedenkstätten schwer getroffen. So viel sinnloses Blutvergießen. Leid, Schmerz und Tod auf zwei Seiten, die gegeneinander kämpfen, auf einem Land, das keinem „gehört“. Und dazu hin wohl strategisch nicht mal so wichtig war. Jeder kämpft für seine Seite, sein Vaterland, seine Überzeugung – in der Überzeugung, im Recht zu sein, der ‚Gute‘ zu sein, gegen den Bösen zu sein. Und alle sind doch nur Bewohner dieser Erde.

Ich habe stark mit den beiden Japanerinnen mitgefühlt, die heftig schluchzend durch das Museum gegangen sind. Das Ausmaß dieser Schlacht ist aus heutiger Sicht nicht nachzuempfinden. Und doch gibt der Besuch auf Peleliu einen kleinen Einblick, ein kleines Fenster in diese vergangene Zeit.

Mögen wir alle dem Frieden geloben, dass die Tragödien vergangener Schlachten nie wiederholt werden!

Ein erhaltenes Banzai Banner (als Gürtel getragen) der japanischen Streitkräfte.

Inselparadies über Wasser (2/4)

Spätestens jetzt habt ihr verstanden, dass es zu unserem Frühsommer-Urlaub 2017 4 ganze Blogbeiträge geben wird, gell? 🙂

Das hier ist Nummer Zwei und handelt von (fast allen) unserer Abenteuer über Wasser. Ein Großes sparen wir aber aus, das bekommt einen eigenen Beitrag um den Rahmen nicht zu sprengen.

Um vier Uhr morgens landen wir in KOR. KOR, das ist die internationale Flughafenabkürzung für Koror, die Hauptinsel von Palau. Schon im letzten Post habe ich es am Ende erwähnt: Palau besteht aus 356 Inseln. Davon sind allerdings nur elf bewohnt (insgesamt rund 17700 Einwohner), was eine großartige Inspiration für tolle Abenteuergeschichten ist.

Warum Palau? Naja, Palau ist ein Paradies, das allein sorgt ja schon für Entspannung. Aber Palau gilt auch als Herberge eines der schönsten Tauchgebiete der Welt. Und so wird sich der dritte Beitrag mit all unseren Abenteuern unter Wasser beschäftigen. Aber auch an Land ist es absolut faszinierend.

Mitte des 16.Jh wurde der Inselstaat von einem spanischen Entdecker gesichtet und von Spanien annektiert. Sehr viel später, um die Jahrhundertwende 19./20.Jh gingen die Inseln dann an Deutschland – und so hat unser Taxifahrer uns von Deutschkenntnissen seiner Vorfahren berichtet. Allgemein ist man Recht gut auf Deutsche zu sprechen – was wohl auch mit der darauffolgenden Besatzung zu tun hat. Im ersten Weltkrieg, 1914, gingen die Inseln dann (einigermaßen friedlich, zumindest lokal gesehen) in japanischen Besitz über. Die Inseln sind immer noch japanisch geprägt, viele Bewohner sprechen Japanisch und viele Japaner kommen zu Besuch – obwohl Palau nur 30 Jahre japanisch war. Die nächste Übernahme ging auch nicht ganz so friedlich von statten, genau genommen bildet Palau den Schauplatz für eine der blutigsten Schlachten im pazifischen Teil des zweiten Weltkriegs. Zu guter letzt, trotz starker Gegenwehr, gingen die Inseln an die Amerikaner. Bis 1979, wo Palau unter einem Assoziierungsvertrag mit den USA quasi unabhängig ward, welcher 1994 gelockert wurde. Seitdem gilt Palau als unabhängig und wurde daraufhin auch in die Vereinten Nationen aufgenommen.

Und so findet man in Palau eine lustige Mischung: da gibt es Menschen, die stolz auf ihre „deutsche Vergangenheit“ sind, viel japanische Prägung aber auch viel Amerikanisierung. Zum Glück gibt es aber nicht nur Bier aus dem Hause Anheuser-Busch, sondern seit 1998 auch ein sehr gutes lokales Gebräu, „Red Rooster“ (unter einem irischen Braumeister). Amerika besteht aber auch nicht nur aus Festland – und so ist die stärkste amerikanische Prägung (bestimmt auch aus der relativen geographischen Nähe heraus) hawaiianisch. Poke und gute Laune all around 🙂

Genug geschwatzt, ihr wollt doch eh nur wieder Bilder gucken. Also: Bilderserie Palau (über Wasser)

Ankunft im Hotel, pünktlich zum Sonnenaufgang cooler Typ am Strand, 5:30 morgens Hallo, Sonne! Wir sind bereit für Urlaub… Frühstück mit Aussicht, was gibt es schöneres? Schon allein die erste Ausfahrt zum Tauchen zeugt von phänomenaler Sicht – dazu dann nächstes Mal mehr Eine der 356 Inseln – viele sind klein und in ihren Ansammlungen absolut faszinierend Bei der Mittagspause zwischen zwei Tauchgängen… … paradiesisch, oder? Sonnenuntergang 1 Nic total entspannt – Red Rooster und Maduro Kreative Art, die Zigarre wieder anzuzünden – Kerze und StäbchenMond zwischen Palmen Abendstimmung Ehemaliger Anleger hinter dem Hotel – dieser Teil diente im 2.Weltkrieg als Wasserflugzeug-Stützpunkt Blick auf das Hotel, mir startendem Tauchboot 😉 (leider ohne uns an diesem Tag…) Alter Wachposten auf dem vorgelagerten Hügel Blick auf das Hotel vom Hügel Sonnenuntergangsfarben mal anders Auf dem Weg ins Abenteuer: spiegelglattes Meer Letzter Abend, neue Freunde: ein herziges koreanisches Paar an unserem Tisch mit Sofortbildkamera – das war ihr Geschenk an uns

In eigener Sache

Vielleicht habt ihr es bemerkt, Titel und Untertitel des Blogs sind endlich angepasst an die neue Situation.

Am Titelbild arbeiten wir noch 😉

Das steht aber sinnbildlich auch dafür, dass es Zeit wird, loszulassen. Wir sind jetzt hier und in naher Zukunft wird sich daran nichts ändern. Ich werde Shanghai wohl immer vermissen und China noch oben drauf (vor allem an Tagen wie heute, wo unsere „Reisegruppe“ einen Wochenendausflug nach Xi’an macht und uns Fotos schickt), und das ist auch gut so – ist es doch Zeuge von zwei fantastischen Jahren, die tiefe, warme und deutliche Spuren hinterlassen haben. Aber es ist Zeit, sich zu arrangieren. Und es gibt weitaus schlechtere Orte um sich zu arrangieren als Yokohama. Ganz im Gegenteil. Wir hatten echt viel Glück und das sollte jetzt so langsam im Vordergrund stehen.

Lange habe ich überlegt, ob ich für diese neue Zeit ein neues Blog beginnen möchte – habe mich aber noch in Shanghai (wie ihr bestimmt schon gemerkt habt) dagegen entschieden. Das ist mein Blog für unsere gemeinsame Auslandserfahrung. Mein Tagebuch, das mich für immer an diese geniale Zeit in anderen Welten, hinter dem Horizont, erinnern soll. Dass der Name nun vielleicht irreführend ist, interessiert mich dabei wenig – schließlich ist Banzai! ein japanischer Schlachtruf und so sind wir meines Erachtens noch mittig im grünen Bereich 😉

Zum Thema Banzai habe ich im letzten des vierteiligen Urlaubsblogs dann noch ein kleines Schmankerl für Euch.

 

Ab in den Urlaub (1/4)

Unser Weg ins Paradies führte notgedrungen über einen Umweg. Aber daraus kann man ja was schönes machen, und so verlängerten und nutzten wir einen Stopover um uns mal Seoul anzuschauen.

Ich hatte schon viel negatives über Südkorea gehört und war sehr gespannt, wie es sich so präsentiert. Im Endeffekt blieben uns nur ein ganzer Tag (Abend bis Abend), aber wir haben das Beste draus gemacht – aber es wird nicht unser letzter Besuch in Korea gewesen sein.

Ich bin mir nicht sicher, wie ich Seoul (10 Mio Einwohner) gefunden hätten, wenn ich es von Shanghai (~28 Mio Einwohner) aus besucht hätte. Bestimmt etwas „unspannender“. Nachdem wir jetzt aber in Yokohama (3 Mio Einwohner) „auf dem Land“ leben, habe ich den Großstadtausflug in vollen Zügen genossen, alles aufgesogen und verinnerlicht. Seoul war großartig und hat uns beiden sehr gut gefallen, tolle Großstadt mit sehr guter, positiver, junger Atmosphäre. Wir kommen wieder (nicht zuletzt um uns den Palast anzuschauen)!

Ich erzähle euch von unseren 28 Stunden in Seoul anhand einer Bilderserie (nachdem ihr doch eh immer alle auf Bilder scharf seid ;)).

PS: Von einer ‚Kriegshysterie‘ merkt man gar nichts. Ganz im Gegenteil. Die Menschen sind lebensfroh und lustig, die Geschäfte und Pubs proppenvoll und in Gangnam ist die Hölle los. Erfrischend, wenn man die internationalen Nachrichten so bedenkt. Allerdings lebt Korea vermutlich schon viel zu lange unter dem Damokles-Schwert, als dass noch Energie zur übermäßigen Sorge bliebe. Schön zu sehen, auf der einen Seite. Aber auch tragisch, wenn man die Gesamtgeschichte betrachtet!

 Abgepackte Teeeier (haha, lustiges Wort!) in Seoul am Flughafen – da fühle ich mich fast wie in China Blick aus unserem Hotel in Gangnam (absolute Empfehlung: Hotel Cappucino. Tolle Lage, der Chefkoch hat zwei Sterne – demnach wird es auch von Michelin empfohlen – und das Boutique-Hotel ist sehr modern, urban, aussergewöhnlich) Im Villenviertel von Gangnam – besonders von oben interessant zu sehen, was und wie da auf engem Raum gelebt wird Nic am Spielomat Gangnam Streetlife An der großen Straße dann eher Shopping – aber trotzdem Trubel Unser gemeinsames Lieblingssushi (mein alleiniges bleibt das Tokyo House) in Shanghai heißt auch Sushi’O – da geht uns doch das Herz auf Im Pub: Tartar und Kimchi-Octopus Salat (sehr scharf, aber auch seeehr gut. Kimchi, typisch koreanisch, ist Kohl in scharfer Marinara) Und Lachssashimi in verschiedenen Varianten Kurzer Blick auf das Pub. Sehr gemütlich, wir haben uns sofort wohl gefühlt. Der Soju hat sicher beigetragen… Oppa Gangnam Style! (Im Pub lief übrigens Psy, der Sänger von Gangnam Style. Der Mann, der koreanische Mainstream-Musik in die moderne Welt gebracht hat.) Nationalsport! Das erklärt auch, warum wir in einer Seitengasse auf einen kleinen Adidas-Laden gestoßen sind, der nur Teakwondo-Gear führt Toilettendeko in unserem Hotel in der Rooftop-Bar Kirche von oben (die alten Missionare haben ganze Arbeit geleistet, überall sind Kirchen in verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen. Die „neuen Missionare“ übrigens auch, an jeder Ecke gibt es Schönheitskliniken und die Operationsrate in diesem Bereich muss enorm hoch sein. Das „Miami Beach“ Asiens…) Hinten rechts Seouls höchstes Gebäude, der Lotte World Tower. Mit 555m das fünfthöchste Gebäude der Welt. Ziemlich genau auf halber Höhe zwischen dem Shanghai Tower und dem Flaschenöffner. Hat recht neu eröffnet (im April) und ist auch von dem gleichen Architekturbüro, das den Flaschenöffner in Shanghai, aber auch zB das preisgekrönte Hochhaus an der Westendstr.1 in Frankfurt und das höchste Gebäude Hongkongs (das International Commerce Centre, das ihr schon auf einigen Photos auf diesem Blog zu sehen bekommen habt) gebaut hat Blick auf Seoul mit Hügel im Hintergrund Der nächste Tag beschert uns „einmal nass bis auf die Unterwäsche“ – glücklicherweise allerdings nur als ein schwerer Schauer und ab dann wurde es recht schönSungnyemun Gate (das Tor der überschwänglichen Zeremonien), auch bekannt als Namdaemun Gate (das südliche Tor). Gebaut zwischen 1396 und 1398, vielfach zerstört, verbrannt und immer wieder aufgebaut. Im Dezember 1962 wurde das Tor zur Staatlichen Kostbarkeit Nummer Eins ernannt und zuletzt am 10.02.2008 von einem Brandleger zerstört – und in fünf Jahren detailverliebter Arbeit zu seiner Ursprungsform wiederaufgebaut Nic im Torbogen Ein kleines „Flat Iron“ Gebäude in Seoul. Die Front ist gerade Mal so breit wie ein Fenster! Typisch Asien… dieser Anblick mit dem Verkehrshütchen, den Klimaanlagen und dem abgeranzten Parkplatz erinnert mich sehr stark an Shanghai Auf dem Namdaemun Markt sind wir diesem lustigen Straßenkoch begegnet. Er wollte uns natürlich prompt einen seiner Fishcakes andrehen. Leider waren wir noch so vollgefuttert, dass wir versprachen, auf dem Rückweg vorbei zu kommen. Ich glaube, er hat selbst nicht geglaubt, dass wir das Ernst meinen – so sehr hat er sich dann doch gefreut, als wir wieder vor ihm standen. Zum Fishcake gab es eine kleine musikalische Einlage auf der Klarinette, Yesterday. Der Mann hat echt Talent – und seine Fishcakes sind köstlich!! Nächstes Viertel: Myung Dong Bisschen gediegene Architektur Und im Kontrast auch was modernes Großstadtflair Nächstes Mal geht’s auch auf den Fernsehturm! Im Elektronikmarkt – dem Bart mit Darth Vader oder einem Stormtrooper an den Kragen 😉 Kunstvoll verarbeitete Eiscreme: Rosen  Richtig abgeranzt: Der Fischmarkt. Schon der Weg dorthin war abenteuerlich… Doch es kam noch schlimmer: eine nicht-klimatisierte Lagerhalle bietet einen Teil vom Fischmarkt… … nicht sehr einladend… … aber immerhin der Fisch war meistens recht frisch und auf Eis.

Und von dort ging es dann über das Hotel wieder zum Flughafen Incheon – und ab nach Süden. 3220 km (nicht direkt nach Süden, sonst wären wir wieder auf den Philippinen rausgekommen, noch ein bisschen nach Osten). Eigentlich mitten ins Nichts, in eine Ansammlung von 356 Inseln. Oder: ins Paradies!