Ein langes Wochenende – Teil 1

Nein, es war kein Feiertag und Nic hatte auch nicht frei. Aber das Wochenende war mit deutlich mehr Action und Leben gefüllt als diejenigen davor, deshalb fühlt es sich gleich automatisch länger/ereignisreicher an, auch wenn es an sich leider viel zu kurz war.

Im Ausland zu sein und dieses Abenteuer zu leben ist toll – noch schöner macht es das Ganze allerdings, wenn man es teilen kann. Im Kleinen zB über dieses Blog, im Großen aber noch mehr wenn Besuch aus der Heimat kommt, mit dem man gemeinsam das Abenteuer leben kann.

Unser erster Besuch kam jetzt mehr überraschend und durch Zufall als durch lange Planung, Theresa (eine Freundin von Nic aus Münchner Studiumszeit) wurde kurzfristig von ihrem Arbeitgeber zur mehrwöchigen Dienstreise nach Beijing geschickt und hat eines ihrer Wochenenden für einen Besuch bei uns und im „modernen China“ genutzt.

Nachdem wir selbst noch nicht so wahnsinnig lange hier zu Hause sind, war es etwas improvisiert und wir haben einiges zusammen entdeckt (statt dass sie jetzt mega die Touriführung bekommen hat). Auf der anderen Seite war es super, dass sie jetzt auch schon Chinaerfahrung mitgebracht hat und wusste, was sie wollte und was nicht – und wie der Hase hier läuft :) Statt Kulturschock hat sie dann auch mehr einen „Laowai“(Westler)-Schock bekommen, gerade an den Touri-Hotspots und im Nachtleben, aber auch in unserem Viertel begegnet man doch immer wieder Westlern, was in Beijing wenn dann hauptsächlich im Barviertel Sanlitun der Fall ist. So war es für Theresa ja schon fast entspannend, dass nur dauernd ungefragt Fotos von uns beiden gemacht wurden und ihr nicht wie bisher immer mal wieder Kleinkinder für ein gemeinsames Foto entgegengestreckt wurden. Ich bin wirklich gespannt auf unseren ersten Ausflug in die Hauptstadt – nach all ihren Erzählungen noch mehr als zuvor – und jetzt mit Vorort-Tipps…!

Freitag Abend waren wir erst nach 10 vom Hongqiao Flughafen zurück und so blieb Zeit zum Tratschen und Chinaaustausch bei einem Bierchen auf unserem Sofa – der Samstag sollte ereignisreich genug werden!

Am Samstag waren wir unglaublich viel zu Fuß unterwegs (ich hab ja extra vorher geübt) und haben Shanghai abgelaufen. Zum Start am People Square haben wir uns auch schon den Menschenmassen über die Nanjing Lu angeschlossen, die im Fliegeralarm (war angekündigt, eine knappe halbe Stunde) durch die Fußgängerzone flanierten. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein hat auch den Bund und die Aussicht auf Pudong perfekt gemacht. Am Bund nach Süden entlang ging es in die Richtung der FFC (former french concession, ehemalige französische Konzession), durch den Tiermarkt auf der Fuxing Lu und weiter Richtung Yu Yuan. Perfekte Gelegenheit für das kleine Souvenirshopping zwischendurch und ein Blick auf das berühmte Teehaus unter den Menschenmassen. Nachdem Theresa von einer Shanghaier Kollegin Tipps zum originalen Shanghaier Essen bekommen hat, konnten wir dort schon einiges abhaken und uns im „food court“ (oder etwas in der Art zumindest) stärken.

  

  Nanjing Lu

  
  „Knusprige Winterdatteln“

     Innenstadtgasse
  Nic erklärt die Hochhäuser von Pudong

    Bundselfie
  Goldfischangeln

    Theresa schlürft einen Dumpling
  Vorne: Verkehr // Mitte: Tor von Yuyuan, old SH // Hinten: SH Tower

    Fotogene Vogelkäfige im Tiermarkt der Fuxing Lu

     Angebaute Wäscheständer
Von dort aus war es auch nicht mehr weit nach Xintiandi, wo uns ein Café zur Einkehr gelockt hat. Danach machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Norden, durch die Gässchen und großen Straßen zurück zum Bund – und der Kreis war perfekt. In etwa 10 km im sommerlichen Shanghai zehren ganz schön an der Substanz und man sieht auch nicht mehr ganz so passabel aus – also auf nach Hause, ausruhen und frisch machen für das Abendessen und ein wenig Nachtleben. Eine Rooftopbar am Bund sollte schon dabei sein und wenn die Energie noch reicht etwas mehr Nachtleben – schließlich gibt es einige nette Bars/Clubs die Samstag Abends ordentlich was zu bieten haben und die daheimgebliebenen Freunde schickten reihenweise Fotos vom Oktoberfestanstich.

Aber dazu mehr in Teil 2, hier noch die Bilder von unserem Abendessen in der Julu Lu.

    Gedämpfte Dumplings mit Shrimp
  Schwein in süß/sauer nach Shanghaier Art

    Lachssashimi
  Mangold und Pilze

    Täubchen
  Lotuswurzel mit Klebreis gefüllt (leicht süß)

    Gänseleber
  Anstich!! :)

6 Gedanken zu “Ein langes Wochenende – Teil 1

  1. Vielen lieben Dank für das tolle Wochenende, Kathrin und Nic!
    Auch wenn ihr jetzt behauptet, ihr seid noch ungeübte Gastgeber und Reiseführer, von mir bekommt ihr das chinesische Gütesigel für eine Topattraktion in Shanghai, AAAAA.
    Besuchen ist ein MUSS!

  2. Es war so schön, mit Dir ein Wochenende Shanghai zu erleben :) Danke, dass Du Dich trotz der kurzen Zeit im Reich der Mitte auf den Weg zu uns gemacht hast und bei allem dabei warst, was es so zu probieren/machen gab!

    Und vielen Dank für das AAAAA Gütesiegel, das macht uns natürlich sehr stolz :)

  3. Ja, wir geben uns alle Mühe ;)
    Den Bildern nach zu urteilen, könnt Ihr beide aber auch gerade schön die Seele baumeln lassen?!

  4. Sehr spannend wieder mitzuverfolgen. Auch wenn ich beim Essen sagen muss: Das arme Täubchen!
    Und auch bei der Gänseleber muss ich an die gute alte Stopfleber denken, brrrr….
    Ich nehme an die Tiere beim Tiermarkt von Fuxing Lu sind auch zum Essen gedacht?
    Wo hört Tierliebe auf und wo beginnt da in China der Hunger? *kopfkratz*

  5. Hei Conny, ja, Stopfleber ist hier wohl noch nicht verboten, nehme ich an…
    Tierliebe ist in China ein recht neues Konzept, bisher waren Tiere entweder Nutztiere oder Essen – erst jetzt kommen Haustiere in Mode (Hunde sind gerade wahnsinnig in, wobei ich mich auch da Frage, wo die Liebe aufhört und der Egoismus anfängt, die Tiere tun mir einfach Leid).
    Der Tiermarkt in der Fuxing Lu ist aber tatsächlich nicht für den Nahrungserwerb gedacht. Dort gibt es Kleintiere, Vögel, Fische, Schildkröten, Frösche als Haustiere und Grillen plus Zubehör für die Grillenkämpfe (nicht bis zum blutigen Tod, sondern bis eine die andere umschubst, oder so – ich muss das noch sehen :-D).
    Wer allerdings einen Tierkurs nach Felasa B besucht hat wird hier das ein oder andere Mal zusammenzucken, solche Gesetze gibt es hier wirklich nicht… :(

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