Rückblick: Unter Palmen ins neue Jahr (1) Einleitung

Zuletzt habt ihr ja ein Bild von unserem Weihnachtsfest mit Chia-Wei und Markus sowie Elena und Jochen gesehen. Heiligabend war sehr schön, unglaublich entspannt und lustig. Natürlich haben wir viel zu lange zusammen gesessen; vor allem weil Markus am nächsten Tag noch arbeiten musste (die beiden sind aber auch Abends in den Urlaub geflogen). Der erste Weihnachtsfeiertag bestand dann auch nur aus Aufräumen, Putzen und Packen.

Abends ging es dann für uns an den Flughafen, um nach Mitternacht, also faktisch gesehen ganz früh am zweiten Weihnachtsfeiertag, auf die Philippinen zu fliegen.

In der Urlaubsplanung hatten wir eine tolle Inselhopping-Runde über drei Inseln geplant, bis wir dann auf den Homepages der auswärtigen Ämter (ich habe insgesamt 5 oder 6 nachgelesen) diverse Reisewarnungen und Terrorwarnungen gesehen haben; natürlich wäre Teil unserer Reise auf und um Mindanao gewesen, einem der Hotspots für Unsicherheit. So gab es recht kurzfristig doch einfach einen Seele-baumeln-lassen und Taucher Urlaub nahe der Insel Cebu.

Von Shanghai ging es mit Cebu Pacific Air nach Manila, nach einer kurzen Taxifahrt durch die Stadt (von einem Terminal zum nächsten, die sind leider nicht miteinander verbunden) von Manila mit Air China (!) nach Cebu. Dort erwartete uns eine etwas über zweistündige Autofahrt an die südwestliche Küste um nach einer dreiminütigen Bootsfahrt (yay, Urlaub! Ihr erinnert Euch an meine Bootsaffinität?) auf unserer kleinen Ferieninsel Badian anzukommen.

Das Badian Island Resort and Spa ist dabei ein wirklich luxuriöses Entspannungsziel, Begrüßung mit Frangipani-Blumenkette (was ja quasi unsere Beziehungsblume ist, nachdem mir Nic in einem Meer aus Frangipaniblüten auf Bali den Antrag gemacht hat) und einer Badewanne voller Blüten auf dem Zimmer.

Die Insel ist sehr klein, viel mehr als das Hotel und ein Fischerdorf findet sich dort nicht.

Das Hotel war dem auf Bali nicht unähnlich: Tauchbasis, Spa, Pool; dieses Mal allerdings ein schöner Sandstrand mit Liegen und Hängematten, sowie ein kleines Mangrovenwäldchen. Der Service, das fiel uns sofort auf, war herausragend. Die Filipinos sind überaus freundlich und als Gast wird man respektvoll, aber nicht überkandidelt mit „Sir“ oder „Ma’am“ angesprochen und einfach nur verwöhnt. Es ist fast so, als wäre man Teil der Familie und kommt nach langer Abwesenheit wieder nach Hause und alle freuen sich darüber, dass man da ist und wollen einen verwöhnen.

Jeden Abend fand das Abendessen abwechselnd am Strand oder am Pool statt, im Restaurant wurde eigentlich nur gefrühstückt (außer einmal, als es Abends geregnet hat, da haben wir im Restaurant zu Abend gegessen).

Für Unterhaltung wurde auch gesorgt, in Form von Livemusik (unser liebster Act war dabei ein Harfenspieler der sehr schöne Hintergrundmusik geliefert hat, wir sind aber auch einfach beide nicht der Typ für „Unterhaltung“) und einer jungen Tanzgruppe die immer wieder lokale Tänze oder Performances geliefert hat. Das Hotel hat sich jedenfalls sehr viel Mühe gegeben und sein Konzept schön durchgezogen.

Auch hier konnten wir das gleiche Phänomen wie auf Koh Munnork in Thailand beobachten: Obwohl zeitweise doch einige Gäste im Hotel waren (gerade um den Jahreswechsel war richtig viel los) war der Strand meist menschenleer. Umso besser für uns – wobei ich gar nicht so viel Zeit für Strand und Lesen und „Chillen“ hatte.

Vor ziemlich genau 10 Jahren waren Nic und ich das erste Mal gemeinsam im Sommerurlaub. Damals war es eine Woche Ägypten (ein Land, das mich jeher fasziniert); am roten Meer in der Nähe von Hurghada, damals konnte man dort noch recht sorglos hinreisen. Nic war dort einmal tauchen, nachdem er zuvor nur jahrelang auf den Malediven im Urlaub mit seinen Eltern und Alex getaucht war und hat seit diesem Ägyptenurlaub versucht, mich zu überreden, einen Tauchschein zu machen. Ich glaube, er fand es da einfach langweilig ohne Alex oder jemanden den er kennt tauchen zu gehen und er wollte diese Leidenschaft gerne mit mir teilen.

Leider hielt und halte ich nicht sonderlich viel von offenem Gewässer, ganz im Gegenteil. Jahrelange Mitgliedschaft in der DLRG haben mir zwar ganz ordentliche Schwimm- und Rettungskenntnisse beschert, aber einsetzen außerhalb des Pools kann ich die nur im Notfall. Aus purer Freude oder Lust im Meer oder einem See schwimmen? Nicht mit mir!

Auf Bali hatte er mich also fast so weit, dass ich einen Probetauchgang mache – kurz vor knapp habe ich jedoch einen Rückzieher gemacht – offensichtlich war ich im Kopf noch nicht so weit. Durch den Respirator zu atmen hatte ich schon mal mit dem DLRG probiert, das war nicht das Problem (zumindest nicht in einem Pool, in denen fühle ich mich schließlich wie zu Hause;) ); sondern mehr die Angst, unter Wasser eine Panikattacke zu bekommen. Verständigung ist da ja nicht gerade einfach und als panischer Mensch denkt man leider nicht sonderlich rational. Dementsprechend wollte ich erst sicher sein, dass ich mir vertrauen kann bevor ich ‚abtauche‘.

Das größte Problem bereitet mir dabei die Riffkante, der „drop“, wo die Sichtbarkeit ins bodenlose abfällt und einen nur dunkles Blau erwartet. Schon beim Schnorcheln, was ich nur widerwillig und rein aus der Lust an der Schönheit der Unterwasserwelt betreiben kann, muss ich immer dafür sorgen, dass Nic (oder mit wem auch immer ich Schnorcheln gehe, in Australien war das eine Bekannte dort; allein Schnorcheln wäre ein Ding der Unmöglichkeit, ebenso wie alleine im Meer schwimmen) an der Außenseite schwimmt. Zudem habe ich festgestellt, dass ich deutlich entspannter Schnorchle, wenn ich seine Hand halte. Das mag kindisch klingen, aber abgesehen von der Beruhigung bietet es auch die Möglichkeit, dass wir auf jeden Fall einander auf schöne Dinge aufmerksam machen können und in ständigem Kontakt miteinander stehen.

Die Riffkante ist aber genau der Ort an dem sich Taucher am liebsten aufhalten. Mit dem Blau im Rücken, den Blick auf das Riff schwebt man den Fischen hinterher (oder entgegen). Für mich eine grausige Vorstellung, auch wenn Nic und einige andere Taucher mir immer wieder versichert haben, dass man das Blau nicht wahrnimmt und es sehr viel angenehmer als Schwimmen oder Schnorcheln am drop ist.

Nach Nic’s begeisterte Erzählungen von der überwältigenden Unterwasserwelt vor Cebu und Badian, laut ihm durchaus vergleichbar mit seinen Erfahrungen der Malediven, und einem kurzen Schnorchelausflug am Hausriff, dem „Coral Garden“, war also klar, dass jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen wäre das Tauchen zu probieren und eine neue persönliche Grenze auszuloten. Dazu möchte ich euch dann aber gerne einen eigenen Beitrag schreiben und vielleicht auch ein paar Screenshots aus den GoPro-Videos hochladen um euch an der Unterwasserwelt teilhaben zu lassen.

Um es kurz zu machen: an vier der zehn Urlaubstagen war ich mit dem Tauchschein beschäftigt: Theorie lernen, Buch durchackern, stundenlange Videos schauen und theoretische sowie praktische Tests (dann im Pool) machen (ua am ersten Januar um neun Uhr morgens!). Aber um euch den kommenden Artikel schon mal schmackhaft zu machen: es hat sich definitiv gelohnt! Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Padi Open Water Divers.

Wirklich viele Überwasser-Bilder habe ich leider nicht gemacht; aber ich lade euch natürlich die paar Impressionen die ich habe hoch.

Neben dem Tauchbeitrag erwartet euch also noch der zweite Teil des Reiseberichts mit Rückblenden zu was wir so gemacht haben und wen wir so kennengelernt haben.

   Erstes Mittagessen
 Erster Sonnenuntergang

   Palme, Frangipani, Bergkette des „Festlands“ gegenüber der Insel im Hintergrund
  Nochmal Sonnenuntergang

   Seestern bei Ebbe
  Gekrönt


  Ja, die Sonnenuntergänge waren einfach schön!

   Ebbe
  Nics Füße mit Blick auf den Bergkamm gegenüber der Lagune

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