Nachtrag: Zugfahren

Zufällig war ich Dank unseres Trips an die Mauer ja schon mal in Beijing (und das ja dann aus Versehen sogar über Nacht). Sowas ist immer ganz praktisch, dann hat man schon mal einen Blick auf das U-bahn-Netz geworfen und grob eine Idee von der Stadt. Das war allerdings so grob, dass ich rein aus Zufall ein Hotel in bombiger Lage gebucht hatte. Nur ein Katzensprung von der Verbotenen Stadt entfernt (am nördlichen Ende, d.h. zum Eingang, der sich am Südende zum Tiananmen Platz hin befindet, war es doch noch ein Stück).

Neben der ersten richtigen Besichtigung stand damit aber auch die erste Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug an. China hat (in der Theorie zumindest) die schnellsten Hochgeschwindigkeitsverbindungen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden die Züge von 380 km/h Maximalgeschwindigkeit allerdings vor ein paar Jahren auf 300 km/h reduziert. Das ist also so schnell wie in Deutschland ein ICE auf der Hochgeschwindigkeitstrecke, z.B. zwischen Nürnberg und München fahren kann. Dass die Dimension eine andere ist, zeigt die Tatsache, dass man von Shanghai bis Beijing für gut 1200 Kilometer mit der schnellsten Verbindung (die wir hatten) laut Fahrplan knapp fünf Stunden braucht (mit Stopps in Nanjing und Jinan). Zum Vergleich: Karlsruhe-Hamburg ist etwa die Hälfte der Strecke und die DB veranschlagt dafür allein schon fünfeinhalb Stunden. Und auch über den Preis kann man nicht meckern, ein Zweite Klasse Sitzplatzticket kostet umgerechnet knapp 75€ – egal wann ich es buche, so lange verfügbar. Take this, DB!

Auch hier läuft natürlich nicht alles reibungslos, als Nichtbesitzer einer chinesischen Identitätskarte muss man beim Ticketkauf u.U. lange anstehen (weil man keinen Automat zur Abholung von online gebuchten Tickets benutzen kann; Tickets sind hier immer an die Ausweisnummer gebunden) und unser Zug hat sich am zweiten Stop, in Jinan, eine Verspätung eingefangen (sind im Bahnhof stehen geblieben; leider hab ich natürlich die Durchsagen nicht verstanden). Trotzdem war das Reisen mit der Chinesischen Bahn verdammt komfortabel, im Hochgeschwindigkeitszug werden nur Sitzplätze verkauft, d.h. keine überfüllten Züge; alle paar Minuten kommt der Service vorbei und verkauft Häagen Dazs Eis, Fertiggerichte, Getränke, Kaffee, Popcorn (!!!) und so weiter. Auch der Speisewagen ist ganz gut ausgestattet – und vergleichsweise (wiederum zu deutschen Preisen in Bahnhöfen und Zügen) sehr günstig. Alles in allem ist das eine super Reiseoption!

Bevor das jetzt hier wieder ein viel zu langer Beitrag wird, schieb ich den Teil mit ein paar Bildern hoch und schreibe den Rest von unserem Beijingtrip vorab. Schaut morgen wieder rein, dann wird der Teil auch veröffentlicht sein 🙂

 Eine Zugfahrt, die ist lustig, eine Zugfahrt, die ist schön… Vergnügungspark? Mit Sphinx? Muss ich mal mehr rausfinden Das hat einfach zu gut gerochen…! Der Beweis, wir sind da Hutong vor unserem Hotelzimmerfenster  

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