Roadtrip Tag8: Von Pahiatua nach Levin, oder: Flora, Fauna und Gestein

Heute früh hat es wieder mal kurz geregnet, aber als wir uns auf den Weg Richtung Mt. Bruce Wildlife Centre machten, sah die Welt schon etwas heller aus.

Das Wildlife Centre wurde für uns zum Ziel, weil es ein Kiwihaus bietet. Kiwis sind nachtaktive, scheue Tiere, denen man schon eher nachts auflauern muss – etwas, wofür wir bei unseren Tagesprogrammen und -eindrücken einfach keine Energie mehr übrig haben.

Der Besuch im Wildlife Centre war aber an sich richtig klasse. Die Einrichtung ist auf Artenerhalt und Aussterbens-Bekämpfung aus und es ist sehr wichtig, sowas zu unterstützen. Angefangen hat alles mit einem Zuchtpaar von Takahe-Rallen, die eigentlich als ausgestorben galten, aber 1948 wiederentdeckt wurden.

Mittlerweile beherbergt es mehrere vom Aussterben bedrohte Vogelarten (und eine bedrohte Entenart), Echsen und Aale (die zufällig dort sind, aber kann man ja auch mitnehmen). Die Einrichtung kümmert sich auch um die Ausbrütung und Aufzucht von Kiwi-Eiern und -Jungtieren, die sie im Naturschutzgebiet einsammeln und dann wieder „auswildern“.

Das gesamte Wildlife Centre hat einen tollen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Wir hatten aber auch Glück und waren gleich zur Öffnung als erste dort und sind zufällig mit den Wärterinnen los, die auf Fütterungstour waren. Sie haben uns dabei gerne noch die eine oder andere Geschichte erzählt und zum näher rankommen in die „Staff only“ Bereiche neben den Volieren gelassen. Fotografiert hab ich hauptsächlich mit dem Tele, kaum mit dem Handy.

 Aale im Fluss Die 2011 im Centre geschlüpfte Kiwi-Dame „Manukare“. Sie ist kein Albino, sondern dank eines rezessiven Gens weiß gefiedert. Ihr Partner. Bisher ist nichts passiert, aber hoffentlich Paaren sie sich noch  Eine sehr seltene Brückenechse, Tuatara. Blütezeit dieser Echsenart war vor etwa 150 Millionen Jahren (plus minus) und die Tuatara sind die letzte lebende Art – und nur noch in Neuseeland zu finden. Kein Wunder, dass sie auch „lebende Fossilien“ genannt werden. Diese männliche Echse hat eine Stabheuschrecke auf dem Kopf 🙂 Das Weibchen ist trächtig – und die Fortpflanzungszeit ist auch vorzeitlich: 9 Monate trägt das Weibchen die Eier, dann werden sie gelegt und vergraben, wo sie weitere 9 Monate bis zum Schlüpfen brauchen.  Ausgestopfte Kiwis, die dem Centre aus Privatbesitz geschenkt wurden.

Im Anschluss ging es ganz in den Süden. Nachdem wir gestern ja schon an einem der Herr der Ringe Schauplätze waren (die wir, obwohl wir die Filme und Bücher sehr mögen, nicht bewusst danach aussuchen, sondern allgemein besuchen wollen – um Hobbingen haben wir zB einen großen Bogen gemacht, grüne Hügel gibt es so genug zu sehen, man fragt sich geradezu, ob Tolkien wohl mal hier war und sich hat inspirieren lassen), wollten wir heute die sensationellen Pinnacles sehen.

„Who shall call them from the grey twilight? The forgotten people. The heir of him to whom the oath they swore. From the north shall he come. Need shall drive him. He shall pass the door to the Paths of the Dead.“

Die Pfade der Toten, oder auch die Dimholt Road, wurde von Tolkien sehr bedrohlich beschrieben und die Pinnacles haben sich als der perfekte Ort für Peter Jackson herausgestellt – seht selbst:

 Eingang über das – fast – trockene Flussbett  Pinnacle Wand Das Feld erstreckt sich beeindruckend  Wegzweigung Die Dreidimensionalität kann man auf Fotos leider nicht festhalten.  Der Anblick verändert sich stetig, erodieren doch die Pinnacles langsam vor sich hin. Immer wieder rieselt Sand und kleine Steinchen um einen herum. Zum Glück nichts größeres  Auf dem Rückweg: tolles Farbenspiel der Sonne
Danach ging es zur südlichsten Spitze der Nordinsel, der Weg zu Cape Palliser, steinige Klippen und grüne Hügel – und eine wilde Mischung davon, war spektakulärer als das Kap an sich.

 Der Leuchtturm, der die südlichste Spitze markiert Beeindruckende Landschaft neben der Straße – wie eigentlich überall hier  Wer findet die Seehunde?
Ich bin froh, dass wir mittlerweile wieder am Meer angekommen sind. Die verbleibenden Tage fahren wir jetzt entlang der Westküste nach Norden. Ich habe das Gefühl, in den letzten acht Tagen so viele Eindrücke gesammelt zu haben, dass mein Kopf sich schon ganz voll anfühlt. Es ist gerade mal 21:30 und ich bin erledigt 😉 Nic geht es nicht viel anders, aber zu spannend sind hier alle Ecken und Hügel und Tiere und überhaupt! 

Den Sonnenuntergang haben wir übrigens mutterseelenallein an einem riesigen Strand genossen. Geht auch nur hier…

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