Zu Hause

ist ein lustiges Wort. Wenn man jung ist umfasst es zumeist genau einen Ort: den, an dem man aufwächst (oder in Nics Fall: an dem man aufgewachsen ist). Mit der Zeit (und unserem Lebensstil) kommen da aber neue Orte dazu, an denen man sich zu Hause fühlt. Wo man ankommt, sich auskennt, Emotionen aufkommen, Menschen leben die man gern hat und Wiedersehen möchte, Lieblingsorte sind. Kurz: wo man mal angekommen war und bei jeder Rückkehr direkt wieder ankommt.

Aktuell bin ich überwältigt davon und mir fehlen die Worte um es euch zu beschreiben. Mit all ihrem Chaos, Lautstärke, Dreck ist das hier eine der besten Städte der Welt für mich und ich bin gerade einfach glücklich, nach einem Jahr wieder hier zu sein.

In eigener Sache

Vielleicht habt ihr es bemerkt, Titel und Untertitel des Blogs sind endlich angepasst an die neue Situation.

Am Titelbild arbeiten wir noch ;)

Das steht aber sinnbildlich auch dafür, dass es Zeit wird, loszulassen. Wir sind jetzt hier und in naher Zukunft wird sich daran nichts ändern. Ich werde Shanghai wohl immer vermissen und China noch oben drauf (vor allem an Tagen wie heute, wo unsere „Reisegruppe“ einen Wochenendausflug nach Xi’an macht und uns Fotos schickt), und das ist auch gut so – ist es doch Zeuge von zwei fantastischen Jahren, die tiefe, warme und deutliche Spuren hinterlassen haben. Aber es ist Zeit, sich zu arrangieren. Und es gibt weitaus schlechtere Orte um sich zu arrangieren als Yokohama. Ganz im Gegenteil. Wir hatten echt viel Glück und das sollte jetzt so langsam im Vordergrund stehen.

Lange habe ich überlegt, ob ich für diese neue Zeit ein neues Blog beginnen möchte – habe mich aber noch in Shanghai (wie ihr bestimmt schon gemerkt habt) dagegen entschieden. Das ist mein Blog für unsere gemeinsame Auslandserfahrung. Mein Tagebuch, das mich für immer an diese geniale Zeit in anderen Welten, hinter dem Horizont, erinnern soll. Dass der Name nun vielleicht irreführend ist, interessiert mich dabei wenig – schließlich ist Banzai! ein japanischer Schlachtruf und so sind wir meines Erachtens noch mittig im grünen Bereich ;)

Zum Thema Banzai habe ich im letzten des vierteiligen Urlaubsblogs dann noch ein kleines Schmankerl für Euch.

 

Vermissen

Schon seit über einem Jahr schreibe ich in meinem Kopf an diesem Beitrag. Er kommt dazuhin auch noch viel früher als geplant.

Schon ganz am Anfang sind mir hier viele Dinge aufgefallen, die ich „wenn wir irgendwann mal aus Shanghai weg gehen“ vermissen werde. Billige Taxen und Nahverkehr. Und Züge. Sehr günstiges Obst und Gemüse, sowie lokale Restaurants – zum Beispiel die berühmte Nudelsuppe. Und die Öffnungszeiten. Und den Stoffmarkt mit all den tollen Kleideroptionen, meiner „Schalfrau“ 丽丽.

Allgemein die riesige Auswahl an fantastischen Restaurants, wo man Speisen aus aller Herren Länder genießen kann. 

Im speziellen natürlich meine ganzen Favoriten, das Sushi’O, das Tokyo House Sushi, die Fat Cow, das DinTaiFung, das Baker&Spice, das The Spice, das Aura Coolzey, das Gintei, der HaiDiLao Hotpot oder mein geliebter Hotpot in der Global Harbour Mall Fressmeile. Oder die exquisiteren Sachen wie Goodfellas, der Käfer-Brunch, das Raw, Kagen und so weiter.

Aber Essen ist ja auch eine soziale Angelegenheit und wir hatten das große Glück, dass wir hier schon vor dem Herzug (nämlich beim Gesundheitscheck beim Look-and-See-Trip) Menschen kennengelernt haben, die da sehr ähnlich ticken. Damals haben wir im Auto auf dem Rückweg noch über „deutsche“ Hobbys gesprochen, Wandern, Biken und so weiter – hier wurde Essen unser gemeinsames Hobby (auch wenn wir zum Glück ab und an gemeinsam Wandern waren und das auch sicher, wann auch immer wir alle wieder in Franken sind, weiter tun werden). Dabei hat sich schnell rausgestellt, dass wir sehr ähnliche Augen für das „Abenteuer Shanghai“ haben. Es ist für mich keineswegs selbstverständlich, dass unsere engsten Freunde diesen Aufenthalt auch als großes Glück, große Herausforderung, großes Abenteuer, große Möglichkeit sowie beste Zeit zum Horizont erweitern sehen. Und natürlich alles an Essen zu probieren, was uns so unter die Finger kommt – sooft mit der Arbeitsbelastung hier möglich ist.

Dazuhin kommen natürlich gemeinsame Kurztrips, die immer herrlich unkompliziert und entspannend waren – und jetzt zumindest in China für uns schwieriger werden (weil wir wieder ein Visum benötigen oder uns nur auf der Durchreise 6 Tage Visafrei in Shanghai, Beijing oder zB Guilin aufhalten können) – aber es gibt ja noch andere gemeinsame Ziele in Asien und sogar Japan ;)

Neben Stefan und Dani gab es aber auch noch mehr dieser besonderer Menschen, die die gemeinsame Zeit lebenswert machen. Michi, der uns alle in seinem Garten Zelten lassen wird, wenn wir wieder in Franken sind; Chia-Wei und Markus (mit Lia), die mittlerweile unser nächstes Besuchsziel in Taiwan sind; Elena und Jochen (mit Elsa) mit denen wir immernoch in die Mongolei müssen; Xiuxiu und Thomas, Verena und Gergely (die leider zu früh zurück mussten), Katja und Christian (die leider -für uns- zu spät kamen), aber auch chinesische Kollegen wie 王书元 und 葛轶君 die wir hoffentlich bald in Shanghai oder bei Dienstreisen in Deutschland Wiedersehen. Und viele mehr…

Am Samstag hat Michi uns zu einem Brunch mitgenommen, an dem wir mit 9 Nationalitäten am Tisch saßen – und es hat sich wieder gezeigt, dass wenn man in Shanghai mal zur richtig Zeit am richtigen Ort ist, man so leicht tolle Menschen treffen kann.

Diese Leichtigkeit, aber vor allem unsere Freunde hier werde ich also am Meisten vermissen! Wenn ich die letzten zwei Jahre Revue passieren lasse, habe ich so viele tolle Erinnerungen und bin einfach nur dankbar. Für Shanghai, unsere Freunde, unsere Reisen und das ganz, ganz große Abenteuer – das jetzt in einer anderen Form und mit einem genullten Zähler seinen Fortlauf nimmt. 

Und nachdem ich schon Danis und Stefans ähnliche Augen im Bezug auf das Abenteuer erwähnt habe, möchte ich hier noch Marcel Proust bemühen:

The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes but in having new eyes.

Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit anderen Augen zu sehen.

Abstecher zur Mauer

Bevor es von der nördlichen Hauptstadt weiter in die südliche Hauptstadt ging, lag ein Besuch an der chinesischen Mauer nahe.

Von Beijing aus gibt es einige Tagesausflugsziele zu zugänglichen Mauerstücken, eines davon hat Nic bei einer Dienstreise schon besucht. Meine Schwiegermom hat in ihrer Urlaubs-Recherche allerdings ein schönes Hotel mit Mauerblick in Mutianyu ausfindig gemacht und so ging es zu viert (plus Fahrer) mit dreieinhalb Koffern in einem Auto mit zu kleinem Kofferraum (ergo: mit Koffer zwischen Beifahrer-Rücklehne und Nic’s Knien) nach Norden.

Mutianyu ist, wie alle Orte die wir bisher um spektakuläre chinesische Sehenswürdigkeiten herum besucht haben, ein touristischer aber trotzdem irgendwie interessanter Ort. Jedes Häuschen hat eine Telefonnummer für Übernachtungsmöglichkeiten angebracht, oft sogar mit dem Logo des Mauer-Tourismusverbands versehen (also eventuell gesponsert!?). Im Frühjahr mutet der große Busparkplatz einsam und leer an, doch der „Ältestenrat“ sitzt trotzdem schon um 7 Uhr morgens unter der Konfuzius-Statue auf den Bänkchen der Bushaltestellen.

Die einzige Ladenbesitzerin des Dorfs spielt um die Uhrzeit schon Federball mit einer Dame, die eher wie jenseits der 80 wirkt, aber Nic (der während ich Besorgungen mache den Schläger übernimmt) ganz schön abzieht. Erfahrung vor Jugend.

Das Hotel hatte einen besonderen Flair, Backsteinzimmer mit voll verglaster Front, die Mauerblick aus dem Bett und unter der Dusche garantiert. Das Konzept geht voll auf, ich würde wieder dort hin gehen. Abends, nach dem Dinner vom Grillbuffet, kommt man noch mit dem Klavierspieler, der eigens für den Abend angereist ist, und der Künstlerin die im OG diesen Monat ausstellen darf (Unterstützung der Künstler ist Teil des Hotelkonzepts) ins Gespräch. Wahrlich auf allen Ebenen ein gelungener Ausflug.

Herzstück jedoch ist natürlich die Chinesische Mauer. Obwohl wir im letzten Jahr schon von Gubeikou nach JinShanLing gewandert sind (siehe Mai 2016 auf dem Blog), sind wir wieder begeistert und fasziniert. Das Mauerstück von Mutianyu bietet wieder ganz andere Landschaften, ganz andere Flora (und ein Eichhörnchen haben wir auch gesehen). Trotz des Besuchs am Wochenende war überraschend wenig los und auch der leichte Schneefall (ja. Ernsthaft, das Wetter hat einfach wirklich verrückt gespielt – meine armen Schwiegereltern, auf Winter hatten wir sie nicht vorbereitet – weil wir es auch selbst nicht erwartet hätten) konnte die magischen Stunden auf der Mauer nicht trüben.

Wie sagte Mao? Ein Mann wird erst dann zum Mann, wenn er die Mauer gesehen hat. Wir sind jetzt also alle angekommen.

 Federball in Winterjacke  So eine sympathische Dame  voll in Action Konfuzius wacht über dem Dorf Tourismus  Welpe <3 immer wieder interessant, über solche Dinge zu stolpern Aufstieg  Winter und Frühling Drei Mauerkletterer genießen den Ausblick Traumpaar ganz lässig am Weltwunder Da kommt der Schneefall harsche, beeindruckende Landschaft Aufstieg – wie immer Stufen über Stufen Fescher Mann  Das klassische Motiv durch das Fenster Mauerpanorama mit Unbekannten  „Etwas“ nachbearbeitet, trotzdem ein beeindruckendes Bild der vielfältigen LandschaftWow!! Vor dem steilen, langen, großen Anstieg bis zur Absperrung (danach verfällt die Mauer mit jedem weiteren Meter und der Ausflug wird zum Klettersteig – bei dem Wetter natürlich unmöglich) Schnee – in Shanghai hatten wir zu dem Zeitpunkt schon 20 Grad.  Wie die Mauer sich über die Hügelrücken schlängelt. Ich kann nicht genug von diesem Anblick kriegen. Am Wachturm

Adventszeit

Ist auch bei uns Weihnachtsmarkt-Zeit! Letztes Jahr hatten wir viel Spaß auf dem Paulaner Weihnachtsmarkt in der Hengshan Lu – aber leider gibt es das Paulaner nicht mehr. Dafür ging es gestern raus nach Pudong, fairer Weise muss man aber sagen, dass es dort an Flair eingebüßt hat. Und man ist am ADW… Die plus 20 Grad haben auch nicht zur weihnachtlichen Stimmung beigetragen, aber dafür war der Tag an sich wunderschön.


Abends haben wir dann endlich ein Versprechen aus dem letzten Jahr wahr gemacht: mal Käsespätzle zu machen. Als der duftende Teller dann vor mit stand hab ich erst mal gemerkt, wie lange ich schon keine Spätzle mehr gemacht habe (hint: zum ersten Mal in Shanghai!) und wir sehr ich es vermisst habe. Mann war das gut – und ein kleines Stück Heimat dazu!

 Pizza für Michi, der keine Käsespätzle verträgt (der Ärmste!) Omnomnom! Da vergisst man doch glatt, dass die Küche wie ein Schlachtfeld aussieht ;)
Und heute ging es dann auf den nächsten Weihnachtsmarkt, in Tonglefang, direkt bei uns um die Ecke. Der war schon sehr gemütlich und es hat sich angefühlt wie auf dem Erlanger Weihnachtsmarkt. Zu essen gibt es die verschiedensten westlichen Sachen (wir hatten noch Rest von gestern, aber Stefan und Dani fanden den Döner und die Nudeln schon mal gut), inklusive Bayrischer Haxensemmel. Vielleicht gehen wir nochmal Abends hin ;)

 Ein Dönertier am Spieß  von oben betrachtet Watte als Schneeimitat ist kreativ ;) Das Verhältnis Asiaten zu Westler war ähnlich dem Nürnberger Weihnachtsmarkt.
Frohen zweiten Advent!

Busfahren in China

Hier etwas aus der Kategorie: Anekdoten die man kaum glauben kann.

Seit ein paar Wochen fahre ich viel Bus. Aus dem einfachen Grund, dass ich die Wahl habe zwischen: 2 Stationen U-Bahn und 15 Minuten laufen oder 5 Minuten weiter laufen als bis zur U-Bahn, den Bus nehmen und direkt ankommen.

Ich mag öffentliche Verkehrsmittel. Schon immer. Ich bin auch in Konstanz immer viel Bus gefahren, teils war das für mich Entspannung.

Apropos Konstanz – dort hatte ich einmal einen Unfall in einem Linienbus. Kurz vor dem Zähringer Platz ist ein Autofahrer, wohl ohne Schulterblick, auf die Busspur ausgeschert und wir sind direkt im Kofferraum gelandet. Der Bus war größtenteils leer, eine ältere Dame ist im 4er-Sitz nach vorne gestürzt und hat sich leicht verletzt. Der Busfahrer hat sich sofort nach Verletzungen erkundigt, alle Gäste aussteigen lassen und die ältere Dame zum Ärtzehaus begleitet (direkt neben der Unfallstelle), bevor er sich um seine Versicherung gekümmert hat. Alles no big deal, sehr höflich und organisiert.

Busse sind in Shanghai der einzige Verkehrstteilnehmer, vor dem ich Angst habe. Ja, E-Roller schleichen sich gerne lautlos von hinten an, oder auch mal auf dem Gehweg oder aus alles Ausfahrten, oft unbeleuchtet im Dunkeln – aber so ein Rollerfahrer hat kein großes Interesse an einem Unfall und weicht aus. Oder bremst. Ebenso Autos, normalerweise (auch wenn ich da deutlich vorsichtiger bin). Aber Busse, die gewinnen einfach immer. Und sie wissen es. So ist es mir schon passiert, dass ich gerade über eine grüne Fußgängerampel gehen wollte und auf der Straße ein Linienbus mit 70 km/h seine rote Ampel überfahren hat. Es war kein Fußgänger da, er hat netterweise gehupt, aber als Mensch (ich wollte schon „Westler“ schreiben, aber das kann Asiaten eigentlich nicht anders gehen) kein schöner Anblick. Mir kommen da immer gleich diese „was wäre wenn“-Gedanken in den Kopf…

Busse haben hier also gefühlte 900 PS, bzw die Beschleunigung fühlt sich an als ob ein leicht beladener A320 zum Start loslegt. Leider ist hier nur meist viel Verkehr (zumal ich mich ja in der Innenstadt bewege, alles voller Ampeln) und die Beschleunigung muss grundsätzlich sehr schnell durch starkes Bremsen unterbrochen werden – nur um dann wieder voll durchzustarten – rinse and repeat… Der Unfall in Konstanz war gegen das Rumgeschleudere, das man hier bei einem schlechten Busfahren an einem miesen Tag erwischt, eine Kleinigkeit. Meine Tiefenmuskulatur, ich sag es euch…

Sitzplätze gibt es nicht so viele, irgendwie fühlt sich der Platz schlechter genutzt an. Als junges Mädel setze ich mich auch aus Prinzip nicht (außer ich fahre nach der Rushhour und der Bus ist richtig leer) – denn die nächste alte Person kommt spätestens an der nächsten Haltestelle. Das ist eh recht lustig. Wie die reingehoppelt (ausnahmslos… egal welches Alter. Freier Platz = Hoppeln) kommen und sich auf die freien Plätze stürzen.

Bezahlt wird (zumindest in dieser Linie, ich habe in Shanghai und in anderen Städten aber auch schon automatische Lesegeräte und Münzboxen beim Fahrer gesehen) nicht vorne. Direkt am mittleren Ausgang (welches hier der Hinterste ist) sitzt ein Mitarbeiter mit Metrokartenlesegerät und Bustickets gegen Kleingeld (eine Fahrt kostet umgerechnet übrigens knapp 0,20€ – da kann sich der deutsche Nahverkehr eine ordentliche Scheibe abschneiden!). Schön, dass der noch konstant einen Sitzplatz belegt. Wenn derjenige motiviert ist, schreit er noch die Haltestellen auf chinesisch durch den Bus (es gibt aber auch eine elektronische Ansage auf chinesich und englisch) und einen durch’s Fenster an, falls der Bus eine andere Route nimmt (was ich ja leider nicht verstehe, aber morgens in dem einen Bus, der nicht bis zu meiner Haltestelle fährt, schreit das immer die gleiche Busbegleiterin, wir erkennen uns jetzt) oder ein Radler/Roller den Weg blockiert. Und rennt einen über den Haufen, denn wenn/weil die meisten Gäste nicht zu ihm zum Bezahlen kommen, geht er nach jeder Haltestelle durch den Bus und kassiert. Also etwas wie Zug fahren.

Unter dem Strich: Bus fahren ist eine Mischung aus Fliegen (was die Beschleunigungen angeht), Zug fahren und Tiefenmuskulaturtraining im Stehen. Eigentlich würde ich gerne während der Fahrt lesen (momentan lese ich Stpehen Kings Autobiographie, sehr zu empfehlen), aber meistens bin ich schlichtweg mit Stehenbleiben und Balancieren überfordert. Ich steige also lieber wieder auf Hörbücher um. Dann bleibt die zweite Hand auch um notfalls die nächste Oma aufzufangen, die es nichr rechtzeitig zu einer Haltestange geschafft hat und der Bus schon wieder „abhebt“ – was man zwar nicht soll, aber dazu wann anders mehr!

Ausgrabungen 2

Unser letzter Tag bevor wir wieder nach Shanghai zurück sind und bevor die letzte Woche von dem Chinaerlebnis meiner Mum angebrochen ist, waren wir noch bei einer zweiten Ausgrabungsstätte. Das lag mehr oder minder auf dem Weg zum Flughafen von Xi’an und wird im Lonely Planet als sehenswert und überraschend untouristisch angepriesen. 

Die mit beerdigten Figuren um den Grabhügel stellen verkleinert die Völker und Tiere dar, also keine Armee wie am Vortag.

Zwar sind die Figuren deutlich kleiner und auch nicht so detailgetreu, aber der Lonely Planet hat nicht untertrieben – es war herrlich wenig los. Und so war das doch einer der schönsten Tage, bei einem Spaziergang um den Grabhügel in strahlendem Sonnenschein war kurzzeitig kein anderer Mensch zu sehen und wir konnten die Felder (und Strommasten; wir sind ja immernoch in China) und die Stille genießen. Einfach herrlich und ein gebührender Abschluss für unseren „kurzen“ Trip, SH-BJ-XIY-SH

 Da sind die Figuren Sowie Alltagsgegenstände Und Tiere (nein, kein Flusspferd…) Als Gast läuft man „über“ den Ausgrabungen auf einem Weg der zur Hälfte Glasboden ist Die Steine zeigen die Ausgrabungsstrahlen um den Grabhügel an Nic hat nachgesehen, was im Schacht ist Industrie im Hintergrund Nachbau eines der Tore Inschriftstafel, im Hintergrund der Grabhügel Und hier der Grabhügel in voller Pracht 

Beijing

Ok, das mit der geplanten Veröffentlichung hat ja mal so gar nicht geklappt… Also jetzt manuell!

Abends sind Mum und ich dann ohne großen Plan einfach mal die Straße vom Hotel entlang gelaufen und sind zufällig mitten in der Innenstadt rausgekommen. Die Fressmeile war gleichermaßen beeindrucken, faszinierend und abstoßend. Und das erste Gefühl stellt sich ein, irgendwie fühlt sich Beijing ganz anders an als Shanghai.

Es fällt mir schwer, das Gefühl in Worte zu fassen – eine Mischung aus der Tatsache, dass es keine Straßenschluchten wie hier gibt (wobei ich die Wortkombination „Straßenschlucht“ und Shanghai sowieso anders sehe, seitdem wir in Hongkong waren) und die Menschen im Norden halt doch ein bisschen anders sind. Ist ja bei uns auch nicht anders, ich denke da an lustige Begebenheiten und sprachliche Hürden zwischen meinen schwäbischen Unifreunden, Hanna und Manu, und unserem Bremerhavener Nordlicht Kim :)

Am nächsten Tag stand dann ein Besuch bei der Verbotenen Stadt an. Ich hab ein paar Handyfotos für euch; aber auch ein paar Kamerabilder. Irgendwann, ich verspreche es, schaff ich es endlich mal die paar „Kernbeiträge“ über China und unser Leben hier zu schreiben, die mir auf dem Herzen brennen, und die dann mit den richtigen Fotos zu bebildern. Da gibt’s dann auch geschichtlichen Hintergrund zu der Verbotenen Stadt und allem anderen.

Wir haben uns immer rechts von den Massen aufgehalten und sind über die Seitenwege gegangen, so war es sehr angenehm. Die Hitze war zwar drückend, gerade im Vergleich zum frühlingshaften Shanghai, wo wir „nur“ 24-26 Grad hatten. Die Verbotene Stadt war sehr beeindruckend, allein die Größe besticht. Und wenn ich dann denke, dass früher kaum Menschen auf dem riesigen Gelände unterwegs waren (im Vergleich zu den 80.000 Tickets die heute pro Tag verkauft werden, meine ich. Klar gab es da einiges an Bediensteten. Aber das war sicher kein Vergleich und die waren ja auch eher im Hintergrund).

Natürlich durfte auch ein Blick auf den Tiananmen Platz nicht fehlen. Den hatte ich mir ein bisschen anders vorgestellt, aber wie das eben immer so ist, wenn man nur alte Bilder kennt und heute fahren da halt hunderte von Autos in der Minute durch…

Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug zum Sommerpalast gemacht. Auch das war wirklich schön, wenn auch wiederum wirklich warm. Aber Bootle fahren geht bei so einem Wetter natürlich immer. In den Palast rein haben wir es nicht geschafft, aber man braucht ja auch immer Gründe, um wieder zurück zu kommen.

Insgesamt war der Ausflug in die Hauptstadt sehr beeindruckend. Wir sind unheimlich viel gelaufen und haben Beijing zu Fuß erkundet was das Zeug hielt. Die optimale Lage unseres Hotels war natürlich von Vorteil – dafür sind wir gar nicht zu irgendwelchen Außengebieten gekommen. Überhaupt kostet Laufen natürlich auch immer Zeit (und Energie!), es gibt also noch einiges in Beijing, was es nächstes Mal zu erkunden gilt (Himmelstempel, Lama Tempel, ein Blick auf das CCTV Gebäude, und so weiter). Hier aber unsere ersten Eindrücke:

 Josefskirche Die Fressmeile voller roter Lampions Skorpion am Spieß  Oder doch lieber Tausendfüßler, Seestern, Heuschrecke und so weiter? Vor der Josefskirche wird abends getanzt ;) Seitlicher Blick auf die Mauern der verbotenen Stadt Der berühmte Eingang mit Mao Menschen über Menschen… Schön bemalt Im Garten Fotoshooting vor beeindruckender Kulisse ihr seht, wenn man sich abseits der Hauptwege aufhält sind die Bevölkerungszustände erträglich   Unser Hotel mit typischen Dächle

 Kriegsheldendenkmal

 Eingang zum Sommerpalast  Im Boot, Mamorboot im Hintergrund Der Sommerpalast von der Seeseite her  Menschen möchten Fotos mit uns machen :)

366 Tage

Ein Blick in meinen Pass hat mir vorhin verraten, dass ich heute vor  einem Jahr zum allerersten Mal in meinem Leben in China eingereist bin. 

In den letzten 366 Tagen hat sich wirklich einiges verändert – zu viel um es mal eben beim auf das Gepäck warten am Flughafen Hongkong hier zu bloggen. Aber ich komme bestimmt dazu.

Frohes Drachenbootfest, allerseits!

Mein erster Familienbesuch

Wir hatten ja schon Besuch von Alex und auch von insgesamt vier Studienkollegen von Nic (Theresa, Heiko, Phil und Benny – eigentlich wollte er mal noch einen Nachbericht schreiben, mal sehen ob wir das vielleicht noch gemeinsam hinbekommen) – jetzt stand über den Mai der erste Familienbesuch von meiner Familie an. Meine Mum hat die weite Reise nach Osten angetreten und ist hier in eine neue Kultur eingetaucht.
Wir leben mittlerweile schon fast ein Jahr hier (über 10 Monate zumindest) und sind hier so gut eingelebt und „abgehärtet“, da macht es richtig Spaß jemanden neu in diese Kultur zu führen – weil man selbst alles nochmal ganz neu entdeckt, beleuchtet, definiert und bewertet.
Neben dem klassischen Erkunden von Shanghai standen auch ein Besuch in Beijing und in Xi’an auf dem Plan. Heute gibt es aber erst mal Fotos von Shanghai mit meiner Mum. Wie ihr seht, wir haben viel gesehen (und ich kann euch nur einen kleinen Ausschnitt zeigen) und hatten noch mehr Spaß.
PS: ich habe gerade ein massives Problem, Bilder hoch zu laden. Falls sich das nicht über die nächsten 2-3 Tage mobil lösen lässt, muss ich am Wochenende nachhelfen. Entschuldigung!