Eindrücke aus Yokohama

Gleich mal vorne weg: Japan ist so anders als China! 

Ja, wer hätte das gedacht? Ein Schwellenland auf der einen, ein hochtechnologisiertes Land auf der anderen Seite. Beide Länder liegen sehr dicht auf der Landkarte, sie haben die gleichen Wurzeln (was sich zB auch in der Sprache zeigt; im Japanischen werden (neben japanischen Buchstaben aus zwei Alphabeten) chinesische Langzeichen (also die komplizierteren, traditionellen Schriftzeichen) verwendet).

Was sofort auffällt, ist der Grad an Ordnung. Am Flughafen, in der Stadt, etc. Menschen stehen hier an und drängeln nicht vor. Es gibt sehr wenige Mülleimer, aber noch weniger Müll auf der Straße. Und in jedem Laden, von Restaurant zu McDonalds zur Kaffeekette (hier gibt es eine eigene, Tully’s; die ist sehr gut) räumt jeder hinter sich auf. Da wird nicht nur das Tablett weg gebracht, auch der Müll wird getrennt entsorgt und sogar die Aschenbecher (großer Nachteil!! Hier wird viel in Restaurants geraucht) werden vom Tisch mit genommen, sobald sie benutzt sind. Und das sind nicht nur die Erwachsenen, die Kinder sind hier ausgesprochen gut erzogen. 50er Jahre Deutschland wäre da ein passender Vergleich! 

 Frühling Park Italia Yamate Mit Blick auf die Hafenbrücke Parkpanorama Die Kinder haben aus und scherzen noch mit dem Zebrastreifen-Lotsen Historischer Ausländerfriedhof Suchbild: finde die Katze Traditionell japanisch: Automaten, er ist ihr einen Schritt voraus und die Katze sitzt auf dem Dach Am Stadium Momentan ist Gartenschau und Yokohama ein Blütenmeer in verschiedensten Locations durch die Stadt  Lachs und Thunfisch Sashimi Verführerisch gut: Caramel Latte und Zimt-Knoten  Von der Marina aus, Bombenwetter! Abfahrt des Kreuzfahrtschiffes „Nippon Maru“ – was ein Spaß :) Minatomirai am Abend (links unten: Fotoshootings mit Geisha) Ich hab einen schnieken Mann im Park entdeckt :D Gartengelände an der Marina Räuchermann in der Lampe und Öffnungszeiten auf Deutsch – die Japaner Lieben Deutschland!  Yokohama, his soul town. Sepia im Fischtank vor einem Restaurant Sushiplatte für Zwei (Hochzeitstag-Dinner <3) Volkssport: Baseball. Die DeNa Baystars sind der ansässige Verein, nach Hörensagen sollen die Spiele auch sehr unterhaltsam sein Nippon Maru die zweite, diesmal das Segelschiff-Museumsschiff vor Minatomirai Überall sieht man Leute malen und zeichnen, ist hier offenbar ein großes Hobby. Beeindruckend: alles was wir „über die Schultern“ so gesehen haben war wirklich sehr gut. Etwas einschüchternd ;)

Ganz später Nachtrag: Hongkong

In den letzten Wochen war ganz schön viel los (und wenig davon ist für dieses Blog berichtenswert; ich möchte mich trotzdem für die lange Funkstille entschuldigen!).

Nachdem die Zeit meiner Mum nach ein paar weiteren schönen Tagen in Shanghai dann leider zu Ende war stand schon unser Kurztrip nach HK auf dem Programm. Eigentlich sehr chinesisch, aber wegen der langen Zeit als britische Kolonie eben doch wieder ein ganz anderes kulturelles Erlebnis. Und eine Wohltat nach Hektik und Trubel.

Allein der Spaziergang oben am Hügel, mitten in der Natur, quasi schon fast subtropisch, viel Stille, äußerst zuvorkommenden Menschen und herrlich vielen Raupen.

Es war sicher nicht der letzte Besuch in Hongkong, dazu waren die zwei Nächte einfach zu kurz und es hat uns auch einfach zu gut gefallen. „Kleine“ (immerhin über 7 Mio Einwohner) Erholungsoase in kurzer Flugdistanz.

Hier ein paar Bilder:

Duckface-Selfie vor der Skyline von Pudong

 Byebye (:trauriges Gesicht:) Komm bald wieder! Hongkong von oben, Wahnsinn, wie dicht das ist! Hongkong im Rücken kleine Highspeed-Raupe Die Raupe sieht aus wie ein Skunk Bisschen Bootsverkehr Viel grün trotz Großstadt auf kleinstem Raum Und Wolkenkratzer (484m, international Commerce Center) Bei der Fährfahrt mit Sonnenuntergangsstimmung Ist das nicht idyllisch? Kontrast: chinesisches Geoßstadtbunt Tramfahren Ganz im Hintergrund wieder das Intl Commerce Center 

Ausgrabungen besuchen Teil1

Eines der Herzstücke des Besuchs meiner Mum war sicher der Besuch der Terrakotta-Armee in Xi’an. Dazu sind wir direkt von Beijing mit dem Schnellzug nach Xi’an gedüst (an dieser Stelle nochmals ein hoch auf das chinesische Zugnetzwerk, erst Recht wenn man bedenkt, dass Nic, der – mangels Zuganbindung – mit dem Flugzeug von Shanghai nach Xi’an kam, wieder massig Verspätung hatte).

Xi’an wurde mir als verschlafene Stadt in der nicht viele Ausländer zu sehen sind beschrieben. Diese Beobachtung war allerdings schon vier Jahre alt und hätte kaum falscher sein können. Modern und wuselig präsentierte sich uns die Stadt schon nach Ankunft. 4 Millionen Einwohner leben in der Stadt, über 8 sollen in der Metropolregion leben. 4 Millionen Einwohner mag zwar für chinesische Verhältnisse nicht viel sein, für uns Deutsche jedoch schon.

Laoweis, also Westler, haben wir auch en masse getroffen, leider hat sich eine Gruppe Französinnen im Hotelzimmer nebenan zu einem Singstar-Treffen hinreißen lassen.

Der Stadtkern von Xi’an wird umgeben von dem sehr beeindruckenden Nachbau der alten Stadtmauer. Darauf kann man zu Fuß oder mit gemietetem Radl die Stadt umkurven. Aus Zeitmangel haben wir uns das für nächstes Mal aufgehoben.

Zudem stehen der alte Belltower, der Glockenturm und der Drum Tower, der Trommelturm im Kern der Stadt. Früh dienten beide als Zeitgeber (wie eben ein Glockenturm bei uns), heute kann man von dort prima die Stadt und den Sonnenuntergang bewundern.

Xi’an ist zwar schön zu besuchen, doch das eigentliche Ziel des Besuch war ja die Terrakotta-Armee, ein paar Kilometer entfernt.

1974, bei dem Versuch in Zeiten von Dürre einen Brunnen zu graben, stießen Bauern zufällig auf diesen vorchristlichen Schatz. Mittlerweile sind etwa ein Viertel der Grabanlagen freigelegt, der eigentliche Grabhügel verbleibt aber noch unangetastet (bis alle bisherigen Fundstücke aufgearbeitet sind).

210 vor Christus hat sich der erste chinesiche Kaiser Qin Shihuangdi dort im Schutze der Armee aus Tonkriegern beerdigen lassen.

Das Areal besteht momentan aus drei Ausgrabungshallen und der Anblick ist wahrlich beeindruckend. 7278 Soldaten wurden ausgegraben, eine komplette Armee. Die verschiedenen Ränge der Soldaten können anhand der dargestellten Kleidung, allen voran der Schuhe, abgelesen werden. Zudem gibt es Pferde, Gespanne und Waffen.

Ich bin schon sehr gespannt, was da noch alles freigelegt werden wird. Und der Besuch hat mir ein weiteres Mal gezeigt, dass ich mich mehr mit der chinesischen Geschichte befassen muss!

Abends waren wir noch auf dem Belltower und etwas entlang der Stadtmauer unterwegs und am nächsten Tag gab es ein weiteres Mausoleum zu sehen – dazu aber morgen mehr, hier erst mal die Bilder der Terrakotta-Armee

 Tonkrieger mit Pferden vorne links der hatte mal einen Karren vor sich beeindruckende Masse an Kriegern  Kein Gesicht gleicht dem anderen, viel Liebe zum Detail   Ausgrabungsselfie Bronze-Wagen Selfie mal anders

 Extra ausgestellter Schütze (nur die Armbrust muss man sich denken)

Beijing

Ok, das mit der geplanten Veröffentlichung hat ja mal so gar nicht geklappt… Also jetzt manuell!

Abends sind Mum und ich dann ohne großen Plan einfach mal die Straße vom Hotel entlang gelaufen und sind zufällig mitten in der Innenstadt rausgekommen. Die Fressmeile war gleichermaßen beeindrucken, faszinierend und abstoßend. Und das erste Gefühl stellt sich ein, irgendwie fühlt sich Beijing ganz anders an als Shanghai.

Es fällt mir schwer, das Gefühl in Worte zu fassen – eine Mischung aus der Tatsache, dass es keine Straßenschluchten wie hier gibt (wobei ich die Wortkombination „Straßenschlucht“ und Shanghai sowieso anders sehe, seitdem wir in Hongkong waren) und die Menschen im Norden halt doch ein bisschen anders sind. Ist ja bei uns auch nicht anders, ich denke da an lustige Begebenheiten und sprachliche Hürden zwischen meinen schwäbischen Unifreunden, Hanna und Manu, und unserem Bremerhavener Nordlicht Kim :)

Am nächsten Tag stand dann ein Besuch bei der Verbotenen Stadt an. Ich hab ein paar Handyfotos für euch; aber auch ein paar Kamerabilder. Irgendwann, ich verspreche es, schaff ich es endlich mal die paar „Kernbeiträge“ über China und unser Leben hier zu schreiben, die mir auf dem Herzen brennen, und die dann mit den richtigen Fotos zu bebildern. Da gibt’s dann auch geschichtlichen Hintergrund zu der Verbotenen Stadt und allem anderen.

Wir haben uns immer rechts von den Massen aufgehalten und sind über die Seitenwege gegangen, so war es sehr angenehm. Die Hitze war zwar drückend, gerade im Vergleich zum frühlingshaften Shanghai, wo wir „nur“ 24-26 Grad hatten. Die Verbotene Stadt war sehr beeindruckend, allein die Größe besticht. Und wenn ich dann denke, dass früher kaum Menschen auf dem riesigen Gelände unterwegs waren (im Vergleich zu den 80.000 Tickets die heute pro Tag verkauft werden, meine ich. Klar gab es da einiges an Bediensteten. Aber das war sicher kein Vergleich und die waren ja auch eher im Hintergrund).

Natürlich durfte auch ein Blick auf den Tiananmen Platz nicht fehlen. Den hatte ich mir ein bisschen anders vorgestellt, aber wie das eben immer so ist, wenn man nur alte Bilder kennt und heute fahren da halt hunderte von Autos in der Minute durch…

Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug zum Sommerpalast gemacht. Auch das war wirklich schön, wenn auch wiederum wirklich warm. Aber Bootle fahren geht bei so einem Wetter natürlich immer. In den Palast rein haben wir es nicht geschafft, aber man braucht ja auch immer Gründe, um wieder zurück zu kommen.

Insgesamt war der Ausflug in die Hauptstadt sehr beeindruckend. Wir sind unheimlich viel gelaufen und haben Beijing zu Fuß erkundet was das Zeug hielt. Die optimale Lage unseres Hotels war natürlich von Vorteil – dafür sind wir gar nicht zu irgendwelchen Außengebieten gekommen. Überhaupt kostet Laufen natürlich auch immer Zeit (und Energie!), es gibt also noch einiges in Beijing, was es nächstes Mal zu erkunden gilt (Himmelstempel, Lama Tempel, ein Blick auf das CCTV Gebäude, und so weiter). Hier aber unsere ersten Eindrücke:

 Josefskirche Die Fressmeile voller roter Lampions Skorpion am Spieß  Oder doch lieber Tausendfüßler, Seestern, Heuschrecke und so weiter? Vor der Josefskirche wird abends getanzt ;) Seitlicher Blick auf die Mauern der verbotenen Stadt Der berühmte Eingang mit Mao Menschen über Menschen… Schön bemalt Im Garten Fotoshooting vor beeindruckender Kulisse ihr seht, wenn man sich abseits der Hauptwege aufhält sind die Bevölkerungszustände erträglich   Unser Hotel mit typischen Dächle

 Kriegsheldendenkmal

 Eingang zum Sommerpalast  Im Boot, Mamorboot im Hintergrund Der Sommerpalast von der Seeseite her  Menschen möchten Fotos mit uns machen :)

Mein erster Familienbesuch

Wir hatten ja schon Besuch von Alex und auch von insgesamt vier Studienkollegen von Nic (Theresa, Heiko, Phil und Benny – eigentlich wollte er mal noch einen Nachbericht schreiben, mal sehen ob wir das vielleicht noch gemeinsam hinbekommen) – jetzt stand über den Mai der erste Familienbesuch von meiner Familie an. Meine Mum hat die weite Reise nach Osten angetreten und ist hier in eine neue Kultur eingetaucht.
Wir leben mittlerweile schon fast ein Jahr hier (über 10 Monate zumindest) und sind hier so gut eingelebt und „abgehärtet“, da macht es richtig Spaß jemanden neu in diese Kultur zu führen – weil man selbst alles nochmal ganz neu entdeckt, beleuchtet, definiert und bewertet.
Neben dem klassischen Erkunden von Shanghai standen auch ein Besuch in Beijing und in Xi’an auf dem Plan. Heute gibt es aber erst mal Fotos von Shanghai mit meiner Mum. Wie ihr seht, wir haben viel gesehen (und ich kann euch nur einen kleinen Ausschnitt zeigen) und hatten noch mehr Spaß.
PS: ich habe gerade ein massives Problem, Bilder hoch zu laden. Falls sich das nicht über die nächsten 2-3 Tage mobil lösen lässt, muss ich am Wochenende nachhelfen. Entschuldigung!

Kundenbindung (23.04.2016 -Tag23-)

Kundenbindung hat hier eine größere Bedeutung als bei uns. Wenn jemand mehrfach zu Dir kommt, hat er einerseits sein Vertrauen in Deine Produkte gezeigt. Andererseits bringt er vielleicht Freunde mit, erwähnt Dich lobend und sorgt für neue Kundschaft – so jemand möchtest Du nicht verprellen – und demnach haust Du den auch nicht mehr offensichtlich über’s Ohr.

Das merkt man nicht nur bei so offensichtlichen Orten wie dem Fake Markt, sondern auch beim Obststand, dem Café ums Eck, dem Sushiladen oder auch einfach dem Supermarkt (ihr kennt ja meine Lianhua-Geschichten jetzt schon).

Und so bemühen wir uns immer redlich, einen guten Eindruck zu hinterlassen, nett zu sein (im Gegensatz zu einigen Ausländern die hier leider denken, sie wären der westliche König und könnten die Leute von oben runter behandeln, in ihrer Muttersprache bepöbeln, etc). Und dann merkt man eben auch, dass die Verkäufer einen wiedererkennen, sich freuen wenn man da ist oder auch wenn man neue Leute mitbringt. Shanghai scheint von der klassischen Mundpropaganda zu leben und das kommt dort natürlich besonders gut an.

Für jegliche Güter oder kulinarische Köstlichkeiten haben wir also schon unsere Spezls und das erleichtert natürlich auch die Kommunikation und die Ansprechhürde. Weiterhin gibt es mir ein Gefühl des „zu Hause“ seins, erst Recht wenn die Verkäufer einen auf der Straße „in zivil“ erkennen und grüßen. In einer Paar-und-zwanzig Millionen Einwohner-Stadt. Muss man sich immer wieder auf der Zunge zergehen lassen, denn in unserem Viertel ist es trotzdem ein bisschen wie auf dem Dorf. Naja, genau genommen ist unser Compound von der Einwohnerzahl vermutlich schon ein deutsches Dorf. Also sagen wir: wie in einer Kleinstadt ;)

Huangshan Endbetrachtung (18.04.2016 -Tag18-)

Nachdem wir eine unglaublich schöne und sehr ruhige Zeit abseits des Hauptweges hatten, war der Schock, zurück nach „China“ zu kommen umso größer. Schon kurz bevor unser Weg wieder auf den Hauptweg traf, wurde das Geräuschlevel immer lauter und lauter. Das Wetter war viel besser als erwartet, der Regen blieb aus und zeitweilig schien die Sonne. Außerdem war es Sonntag. Ergo: Der Berg wimmelte nur so von Touristen. Eine geführte Tour mit Lautsprecher (>brazzzzzzz<) nach der nächsten, Gruppenweise junge Mädchen, die sich mit Michi und Nic fotografieren wollten. Der Lotus Peak, den wir ursprünglich mal noch besteigen wollten (ich muss fairer Weise sagen: ich hätte es körperlich nicht mehr geschafft) war wegen starken Windes gesperrt und unsere Nerven lagen nach der ganzen Ruhe und Idylle blank. So hieß die Devise: nichts wie runter von dem Berg und zu unserem Grillladen von Freitagabend. Immerhin was, worauf wir uns alle gefreut haben. Nachdem der letzte Bus von Tangkou nach nach Tunix schon gegen 17:30 gehen sollte und wir für die 15 km Abstieg circa 4-5 Stunden gebraucht hätten, gab es um 13:00 auch nur noch die Seilbahn. Meine Knie und ich waren dankbar – doch der Weg dort hin war die Hölle.

Platzangst darf man sicherlich keine haben – und empfindliche Ohren auch nicht. Rumschreiende Muddis und Omas (die Generation 50+ hier raubt einmal manchmal den letzten Nerv, das werde ich bei Gelegenheit nochmal weiter ausführen). Heute reicht wohl die Geschichte: in einem Strom von Menschen, der sich langsam über die Stufen mäandert, bleibt die „entiteled Muddi“ (wie ich sie liebevoll nenne) vor einem unvermittelt stehen, dreht sich auf dem Absatz um (merke: sie hält damit in diesem Fall locker an die 100 Menschen gleichzeitig auf…) und schreit ihrer Familie / Freundin / Gruppenkollegin 20 Stufen weiter hinten etwas entgegen. In mein Ohr. Überhaupt stimmt der Stereotyp, hier geht einfach alles lauter zu. Aber daran kann ich mich überhaut nicht gewöhnen, das hat nichts mit Kulturschock zu tun oder Intoleranz. Ich finde das einfach nur unhöflich und antisozial. Ebenso, wenn uns einer der Träger entgegen kommt und versucht, und als Kunden zu gewinnen. Kurz zuvor spuckt er allerdings einen tief hochgeholten Klumpen Schleim auf die Stufe. Was ist denn das für eine Art, Kunden für seine Dienstleistung zu gewinnen?

Mit jeder Minute wurden wir innerlich aufgewühlter, um es ma zu umschreiben. Unsere Stresslevel beruhigten sich, als wir in der Seilbahn saßen und dank des Windes gemütlich nach unten schwebten.

In Tangkou angekommen freuten wir uns erst mal, von der Bushaltestelle in den Ort zu laufen. Ein paar hundert Meter ohne Treppenstufen laufen. Einfach himmlisch.

Unser Grillladen hatte leider den Grill nicht aufgebaut – aber wir beschlossen, dann eben was von der Karte zu essen – Hauptsache bei denen, da war’s nämlich gut. Unter anderem einen Oktopusspieß. Und was erblicken unsere erfreuten Augen da? Sie bauen den Grill auf. Flugs haben wir (auf nachfragen, versteht sich), wieder unseren Tisch raus bugsiert und das Lager unter der Brücke aufgeschlagen. Am Kühlschrank haben wir dann noch fleißig Spieße zusammengestellt und waren sehr schnell wieder sehr versöhnt. Die Erfahrungen waren einfach herrlich und allein die drei einsamen Stunden auf dem Weg zur Fairybridge haben das Wochenende extrem lohnenswert gemacht.

In Tunxi angekommen hatten wir noch sehr viel Zeit bis zum Rückflug. Also noch eben in die Altstadt gefahren (erste Linienbusfahrt in China!). Die ist wirklich, entgegen der Onlinerezensionen (auf die ich wirklich nach dem Wochenende gar nichts mehr geb) sehr sehenswert und war ein schöner Wochenende-Ausklang.

Als Highlight zum Abschluss haben wir die Bushaltestelle für den Linienbus zum Flughafen nicht gefunden – und sind mit einer kleinen Mopedrikscha hingedüst. Der Fahrer hatte eine Gaudi mit uns und wir hatten nochmal eine kleine außergewöhnliche Rundfahrt durch Tunxi, Huangshan City.

Der Muskelkater hielt bei mir drei Tage – aber das war es allemal wert. Berge zu sehen, Stille zu genießen, frische Luft zu atmen und sich körperlich draußen betätigen. Alles Dinge, die ich früher für selbstverständlich angenommen habe.

Hier die letzte Runde Bilder bevor ich mich diese Woche wieder anderen Themen widme.

   Michi umschwärmt
  Nic und Michi umschwärmt

   Abstieg
  Teepflückerinnen. Huangshan ist eine bekannte Teeregion

   Erste Linienbusfahrt in Tunxi
  Unser Grillladen in Tangkou. Wir sind jetzt auch Teil der Familie, selbst die Ayi kam gleich wieder zu uns :)

   Die sind wohl morgens voll – Seilbahnstatiom an den Western Steps
  Tunxi Altstadt

   Auf dem Wasser
  Stefan, Dani und Nic in der Altstadt

 Blick zur Rikscha vorne raus
  Am Flughafen. Auch der Fahrer freut sich vorne drin

PS: sorry, dass die Bilder jetzt teilweise nicht chronologisch waren… Keine Ahnung, was da passiert ist. Aber ich freu mich einfach, dass es überhaupt wieder klappt

Huangshan Sonntag 1 (17.04.2016 – Tag17-)

Bevor wir gleich wieder Richtung Rennstrecke fahren, schaffe ich es hoffentlich, den Nachbericht zu dem Sonntag auf den gelben Bergen zu schreiben.

Wir wollten unbedingt den Sonnenaufgang sehen und haben das alles bis auf die Minute getimed. Um 4:30 aufstehen, kurz nach 5 aus dem Zimmer und dann aufsteigen zu einem der drei Sonnenaufgangspunkte in Hotelnähe. Der Regen, der mal für die Nacht angekündigt war, hatte sich offensichtlich auch verzogen und so schafften wir es, kurz vor dem großen Ansturm, noch einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Keine Minute zu früh, wie sich zeigte, denn kurz darauf wurde es immer voller und voller.

Die Leute spielten Musik von ihren Handys, sangen laut oder fotografierten die ersten Lichtschimmer – mit Blitz (manchmal hatte ich 4-5 Bilder in einer Reihe, die komplett „hinüber“ waren, nur weil ein paar Leute das Prinzip fotografieren nicht verstanden haben… Leider ist unser Chinesisch zu schlecht, um ihnen erklären zu können, wie man in solchen Lichtverhältnissen ein Bild macht). Unsere superguten Plätze in der ersten Reihe trösteten uns allerdings mehr wie darüber hinweg, dass es wieder nicht die „Alpenstimmung“ war – sondern eher türkischer Basar.

Was ich auf der anderen Seite wiederum sehr charmant fand, war die Reaktion der ganzen Leute auf den Sonnenaufgang. Es war jetzt nicht mein erster Sonnenaufgang, auch nicht der erste vor so spektakulärer Kulisse. Es war schön, keine Frage, aber die Reaktion die von dem Kolletiv hinter uns kam wäre mir im Traum nicht in den Sinn gekommen. Als sich die goldene Scheibe zwischen den Wolkenwänden durch den kleinen Schlitz vor unserem Antlitz in die Himmel schon, war plötzlich Jubelstimmung. Die Leute haben quasi Hurra gerufen und Beifall geklatscht. Das war sehr schön – und eine gute Lektion im Bereich „Dinge nicht für selbstverständlich nehmen“ – auch nicht wenn es täglich auftretende Naturspektakel sind. Nicht jeder hat die Privilegien, die wir haben.

Nach einem äußerst chinesischen Frühstück im Hotel (ich fand es gar nicht so schlimm, aber ich muss auch fairer Weise dazu sagen, dass ich da hart im nehmen bin. Nur im Vergleich zum Abendessen war die Zubereitung leider dürftig. Baozi und Dampfnudeln bekommt man hier morgens an jeder Ecke und ich esse sie auch wirklich gerne – aber die waren einfach nur geschmacksbefreit) stand die Entscheidung an: höchster Gipfel oder Fairy Walking Bridge (ein Brückchen zwischen Felsnadeln, von dem wir dachten, dass wir es am Vortag schon aus der Ferne gesehen hatten). Der Gipfel läge – wenn noch Kraft wäre – auf dem Rückweg, also zu Zweiterem entschieden und los gegangen (wie sich abends herausstellen sollte, hatten wir nur richtige Entscheidungen über das ganze Wochenende – oder einfach viel Glück).

Auf dem Weg zu und von der Fairy Walking Bridge sind uns über die Zeitspanne von drei Stunden ca 10 Menschen begegnet. In China! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Drei Stunden – klar kann ich mich am Sonntag zu Hause an meinen Tisch setzen und begegne keinem. Aber in schönster Natur mit bester Aussicht, beim Laufen. Da hatten wir doch ein bisschen unser Alpen-Gefühl. Die Brücke war etwas enttäuschend, es war nämlich eine andere als gedacht. Aber der Weg dahin und die Aussicht vom „most photogenic spot“ davor (etwa 300 HM höher) hat uns entschädigt. Die Euphorie, die uns im Angesicht diesen Erlebnisses erfüllt hat, kann ich nicht in Worte fassen.

Umso härter war die Rückkehr in die Realität – aber nachdem das hier schon wieder so viel Text wurde, verschiebe ich den letzten Teil der Huangshan-Saga auf morgen. Dafür noch ein paar Bilder:

    Dämmerung
  Gespanntes Warten unter Handymusik

    Angedeutete Sonne
  Applaus, Applaus

    Im Licht betrachtet: Bissi was los
  Wunderschön

    Der beste Ausblick des Wochenendes (äh, hinter uns)
     Alles Stein außer Dani

     Panorama mit Stefan
  Nach dem Wiederaufstieg zum fotogensten Aussichtspunkt

Hoch hinaus (14.04.2016 -Tag14-)

Rückblick Teil 1 auf den 09.04.16; Huangshan Mountains

Um 6:45 war Treffpunkt. Um 7:00 saßen wir im Bus der uns die erste Etappe vom Fuß des Berges bis zur Seilbahnstation der östlichen Stufen bringen sollte – nicht gerade sehr vertrauenserweckend, dass uns schon locker 20 leere Busse von oben entgegen kamen. Die östlichen Stufen führen in sieben steilen Kilometern den Berg hinauf, die westlichen Stufen in 15 etwas weniger steilen Kilometern – den Weg wollten wir am Sonntag absteigen.

Jeder hatte seinen Rucksack mit Verpflegung und Kleidung auf dem Rücken und es waren sogar recht wenig Menschen unterwegs (saßen wohl alle in den Seilbahnen?). Ab und an wurde ich von Trägern überholt, die wie damals in Java auf dem Ijen, Sachen hoch oder runter schleppen (am Ijen nur runter; am Huangshan hoch und runter). Allgemein war ich das Schlusslicht unserer sportlichen Truppe, bzw der nicht-sportliche Ausgleich. Zum Glück hatte ich die ganzen Unterlagen und hab mich eben so unersetzlich gemacht ;)

Aber letztlich sind wir alle oben angekommen, um an der „Schwarzen Tiger Pinie“ auf unsere erste geführte chinesische Reisegruppe mit Wimpel und Lautsprecher zu treffen. >Brzzzzz!<

Die Berge sind wirklich sehr beeindruckend, überall wachsen Pinien und andere Bäume, wie z.B. sich in unterschiedlichen Blüh-Stadien befindliche Magnolien. Herrlich.

Danach ging es an den „Fang an zu glauben“ Gipfel, der eine herrliche Aussicht auf das Tal und umliegende Städte hatte. Aber der harte Aufstieg, quasi exklusiv über Treppenstufen mit den Rucksäcken hat ordentlich geschlaucht. So beschloßen wir, erst einmal im Hotel einzuchecken, dann alle Wertsachen in einen Rucksack zu packen und so deutlich leichter bepackt in den Canyon vorzudringen. Hätten wir gewußt, was uns erwartet (so rückblickend kann man das immer leicht sagen), wären wir lieber mit der Seilbahn rauf gefahren um dann oben alles zu erkunden. Kann ja keiner ahnen, dass bei 60.000 Treppenstufen (insgesamt in den Bergen) kaum stufen-freie Passagen dabei sind und man dann selbst am „Plateau“ (das aus lauter Felsblöcken besteht und gar kein Plateau ist) wieder nur Stufen geht.

Ich halte es jetzt mal kurz und füge die Bilder der ersten Hälfte an. Hoffentlich sind nicht zu viele Doppelt vom Wochenende, bitte verzeiht. Aber der Beitrag hier soll ja auch rund werden :)

    Huangshan glänzt im Morgenlicht – auf zum Bus
  Schön grün

    Blaue Augen sind begehrt…
  … Und das war für die beiden erst der Anfang eines fotolastigen Wochenendes

    Zur Abwechlsung mal Stufen runter
  Gipfelstürmer

    Irgendwann kann man halt auch keine Stufen mehr sehen.
 Typisch  Huangshan – einfach echt schön

     „Fang das Glauben an“ Gipfel
  Theoretisch wäre die Zivilisation ganz weit entfernt – wenn da oben Alpenlautstärke herrschen würde 

Nudeln (07.04.2016 -Tag7-)

Heute war ich um die Ecke in einem kleinen Nudelladen (a.k.a. Loch in der Wand) essen. Max hatte den entdeckt und wir sind gemeinsam Mittag essen gegangen. Dort hat auch direkt einer der Köche vor unseren Augen Nudeln gezogen :)

Stir-fried Nudeln, Jaozi und Nudelsuppe, alles war sehr gut – nur über die Hygienestandards muss man wie immer hinweg sehen…

  

  Alles weg :D

  Chef bei der Arbeit, davor die Zutaten für alle möglichen Kombinationen