Die sieben Schätze der nahen Wasserstadt

Mit Alex waren wir ja schon im knapp anderthalb Stunden entfernt gelegenen Zhouzhuang (周庄), eine der Wasserstädte in der näheren Umgebung.

Am Samstag sollten wir abends dank einer Geburtstagseinladung mal mehr Richtung Westen raus fahren und nachdem das Wetter einfach herrlich war nutzten wir die Gelegenheit, davor mal eine der näheren Wasserstädte zu erkunden: Qibao (七宝).

Qibao bedeutet übersetzt „7 Schätze“ und geht auf eine alte Legende zurück. Demnach sollte das Dorf, das zur nördlichen Song Dynastie (960-1127) entstand und damit auf über 1000 Jahre Geschichte zurückblickt, Herberge für sieben außergewöhnliche Schätze gewesen sein. Drei davon können nicht verifiziert werden, ein Jadebeil, ein paar Jadeessstäbchen (was für ein Wort…) und ein goldener Hahn. Der Feilai Buddha und ein 1000 Jahre alter göttlicher Baum sind belegt, von dem Lotos Sutra aus dem 10. Jahrhundert gibt es noch 17 der ehemals 31 mit Goldtinte beschrieben Seiten, und die Gunlai Glocke ist ebenso erhalten. Sutra sowie Glocke können heute im Shanghai Museum bewundert werden.

Qibao wird in einem unserer Reiseführer als Ursprung der Shanghaier Kultur beschrieben. Als die Innenstadt (heutige Nanjing Lu) noch vom Meer bedeckt war, bildete Qibao – damals nur über Wasserwege erreichbar – schon ein blühendes Handelszentrum. Gerade zur Zeit der Ming (1368-1644) und Qing (1644-1911) Dynastien war Qibao ein wichtiger Handelsplatz.

Heute ist es ein sehr gut erreichbares Relikt alter Zeiten, lediglich der alte Tempel wurde leider abgerissen und 2003 durch einen neuen ersetzt. Mit der U-Bahn-Linie 9 ist es nicht weit und viele der alten Häuser stehen prächtig am Puhui Fluss. 800 m lang läuft der Weg  (Jie 街) durch die Altstadt, durch die Putaihai-Brücke getrennt in Nordteil (Souvenirgeschäfte) und Südteil (Fressmeile mit lokalen Spezialitäten).

Eine berühmte Persönlichkeit Qibaos ist übrigens ein Freund von Hergé: der Maler Zhang Chongren. Dieser versorgte den Erfinder von Tim und Struppi mit den nötigen Hintergrundinfos zu China und wurde dann in der Comicreihe in Form des guten Freundes von Tim „Chang Chong-Chen“ gewürdigt. Im Gegensatz zu der Stereotypen-beladenen Darstellung vieler anderer Länder der Reihe, gelten die Chinaabenteuer (laut Wikipedia) als sehr realitätsnah recherchiert.

Wie zu erwarten war am Wochenende bei schönem Wetter auch an diesem beliebten Touri-Spot die Hölle los. Neben den ganzen chinesischen Touristen gab es auch die üblichen Westler, denen man einfach nirgends entkommen kann. Dort in Form einer österreichischen Reisegruppe, von denen ein paar ganz herzige Exemplare hinter uns gehend ganz unschuldig in breitem Akzent meinten „Ob hier wohl ein Flughafen in der Nähe ist?“. Nö, die Flugzeuge die hier im wenige-Minuten-Takt in niedrigster Höhe über uns drüberbrettern haben sich alle verflogen… Ein Blick auf die Karte würde aber die Nähe zum Hongqiao Flughafen darstellen ;)

Weitere Sehenswürdigkeiten haben wir bisher nicht besucht (wie zB das Schattenspielermuseum, Zhous Miniaturenmuseum, das Kalligraphie Zentrum, usw.), aber es war sicher nicht der letzte Besuch in Qibao. Für Kurzbesucher bietet sich dieser Ausflug geradezu an, wenn die Zeit mal nicht für den Besuch einer der großen Wasserstädte ausserhalb reicht. Qibao kann eigentlich auch gut mithalten, es gibt die gleichen Souvenirs, die gleichen Köstlichkeiten (inklusive der Schweinshaxe), Wasser, Brücken (okay, keine Doppelbrücke…), Tempel und Unmengen an Menschen. Und die Erreichbarkeit ist unschlagbar; so kann man einen Besuch sehr gut mit weiterem Shanghaiprogramm kombinieren. Bei Gelegenheit möchte ich mir (mal ohne Nic, der ist für sowas nicht so zu haben) natürlich auch den Tempel anschauen und euch davon erzählen. Soll zwar nicht außergewöhnlich berauschend sein, aber ist wohl einen Besuch wert und darf in meiner Tempelreihe nicht fehlen.

Abends gab es dann übrigens grandioses koreanisches Barbecue (die Frau des Geburtstagskindes ist koreanisch-stämmige Chinesin) in Koreatown (wirklich am ADW, aber auch das ist allein kulinarisch einen Besuch wert) und einen kleinen Ausflug ins Nachtleben.

  Ganz viel Wasser vor dem Eingang zur Wasserstadt

  

 Auf in die Altstadt

  

 ekiN???

  

 Beim Eingang zur Altstadt

Glockenturm hinter dem Tor  

 Goldfische, wie überall. Dürfen auf dem Blog nicht fehlen.

  

 Glockenturm

  

 Souvenirmeile 

  

 Blick von der Brücke auf die Nachbarbrücke

  

 Haxe

  

 Blick Richtung Fressmeile

  

 Vogel am Spieß 

  

 Noch mehr Essen

  

 Alles mögliche am Spieß

  

 Eier – ich glaube aus dem Lehmofen.

  

  

 Schweineschwanz oder -Nase gefällig?

  

 Noch mehr Spieße

  

 Tempelanlage, hinter dem Gebüsch schaut die Pagode vor

  

 7 stöckige Pagode

  

 Blick auf die berühmte Brücke

  

 Tolle Abendstimmung

  

 Genialer Livemusiker im Apartment – von Lionel Richie über Coolio zu Jay Z (Empire State of Mind – das wurde etwas sentimental für mich)

  

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Ein langes Wochenende – Teil 1

Nein, es war kein Feiertag und Nic hatte auch nicht frei. Aber das Wochenende war mit deutlich mehr Action und Leben gefüllt als diejenigen davor, deshalb fühlt es sich gleich automatisch länger/ereignisreicher an, auch wenn es an sich leider viel zu kurz war.

Im Ausland zu sein und dieses Abenteuer zu leben ist toll – noch schöner macht es das Ganze allerdings, wenn man es teilen kann. Im Kleinen zB über dieses Blog, im Großen aber noch mehr wenn Besuch aus der Heimat kommt, mit dem man gemeinsam das Abenteuer leben kann.

Unser erster Besuch kam jetzt mehr überraschend und durch Zufall als durch lange Planung, Theresa (eine Freundin von Nic aus Münchner Studiumszeit) wurde kurzfristig von ihrem Arbeitgeber zur mehrwöchigen Dienstreise nach Beijing geschickt und hat eines ihrer Wochenenden für einen Besuch bei uns und im „modernen China“ genutzt.

Nachdem wir selbst noch nicht so wahnsinnig lange hier zu Hause sind, war es etwas improvisiert und wir haben einiges zusammen entdeckt (statt dass sie jetzt mega die Touriführung bekommen hat). Auf der anderen Seite war es super, dass sie jetzt auch schon Chinaerfahrung mitgebracht hat und wusste, was sie wollte und was nicht – und wie der Hase hier läuft :) Statt Kulturschock hat sie dann auch mehr einen „Laowai“(Westler)-Schock bekommen, gerade an den Touri-Hotspots und im Nachtleben, aber auch in unserem Viertel begegnet man doch immer wieder Westlern, was in Beijing wenn dann hauptsächlich im Barviertel Sanlitun der Fall ist. So war es für Theresa ja schon fast entspannend, dass nur dauernd ungefragt Fotos von uns beiden gemacht wurden und ihr nicht wie bisher immer mal wieder Kleinkinder für ein gemeinsames Foto entgegengestreckt wurden. Ich bin wirklich gespannt auf unseren ersten Ausflug in die Hauptstadt – nach all ihren Erzählungen noch mehr als zuvor – und jetzt mit Vorort-Tipps…!

Freitag Abend waren wir erst nach 10 vom Hongqiao Flughafen zurück und so blieb Zeit zum Tratschen und Chinaaustausch bei einem Bierchen auf unserem Sofa – der Samstag sollte ereignisreich genug werden!

Am Samstag waren wir unglaublich viel zu Fuß unterwegs (ich hab ja extra vorher geübt) und haben Shanghai abgelaufen. Zum Start am People Square haben wir uns auch schon den Menschenmassen über die Nanjing Lu angeschlossen, die im Fliegeralarm (war angekündigt, eine knappe halbe Stunde) durch die Fußgängerzone flanierten. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein hat auch den Bund und die Aussicht auf Pudong perfekt gemacht. Am Bund nach Süden entlang ging es in die Richtung der FFC (former french concession, ehemalige französische Konzession), durch den Tiermarkt auf der Fuxing Lu und weiter Richtung Yu Yuan. Perfekte Gelegenheit für das kleine Souvenirshopping zwischendurch und ein Blick auf das berühmte Teehaus unter den Menschenmassen. Nachdem Theresa von einer Shanghaier Kollegin Tipps zum originalen Shanghaier Essen bekommen hat, konnten wir dort schon einiges abhaken und uns im „food court“ (oder etwas in der Art zumindest) stärken.

  

  Nanjing Lu

  
  „Knusprige Winterdatteln“

     Innenstadtgasse
  Nic erklärt die Hochhäuser von Pudong

    Bundselfie
  Goldfischangeln

    Theresa schlürft einen Dumpling
  Vorne: Verkehr // Mitte: Tor von Yuyuan, old SH // Hinten: SH Tower

    Fotogene Vogelkäfige im Tiermarkt der Fuxing Lu

     Angebaute Wäscheständer
Von dort aus war es auch nicht mehr weit nach Xintiandi, wo uns ein Café zur Einkehr gelockt hat. Danach machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Norden, durch die Gässchen und großen Straßen zurück zum Bund – und der Kreis war perfekt. In etwa 10 km im sommerlichen Shanghai zehren ganz schön an der Substanz und man sieht auch nicht mehr ganz so passabel aus – also auf nach Hause, ausruhen und frisch machen für das Abendessen und ein wenig Nachtleben. Eine Rooftopbar am Bund sollte schon dabei sein und wenn die Energie noch reicht etwas mehr Nachtleben – schließlich gibt es einige nette Bars/Clubs die Samstag Abends ordentlich was zu bieten haben und die daheimgebliebenen Freunde schickten reihenweise Fotos vom Oktoberfestanstich.

Aber dazu mehr in Teil 2, hier noch die Bilder von unserem Abendessen in der Julu Lu.

    Gedämpfte Dumplings mit Shrimp
  Schwein in süß/sauer nach Shanghaier Art

    Lachssashimi
  Mangold und Pilze

    Täubchen
  Lotuswurzel mit Klebreis gefüllt (leicht süß)

    Gänseleber
  Anstich!! :)

Ozaoza

contemporary Ost trifft auf West. 9 Gänge Menü – wir haben uns beide nach Hause gerollt (immerhin, nur 200 m) 

    Ozaoza auf der Kanding Lu
  Hübsch eingedeckt in unserem Kuscheleck

    Amuse bouche (Stamperl links) und getrüffelter Pilz-Cappucino in der Tasse
 Stockbrot mit Kräuterbutter auf Holzblock gespießt 

    Salat mit Avocados und Lachstartar (in den Avocados)
  Wachtelei, Würstchen am Knochen und scharfes Risotto

    Meeresfrüchteschale und Sojasoße aus dem Pasteurpipettenfläschchen
  Sorbet aus dem Reagenzglas

    Filet mignon, getrüffeltes Kartoffelpürree und würziges Reiscrispie
  Nic inspiziert die Dessertplatte (Schokonüsse, brauner Zucker Kekse, Holunder-Pannacotta, Erdnussbuttercreme)

    Kaffee mal chemikalisch – der Kaffee hat stark nach Bali geschmeckt! Wir sind dann auch urlaubsreif ;)
 
 Präsentation und Qualität der Speisen, sowie Service: top!! Das war nicht unser letzter Besuch…

Zur Abwechslung: Essen!

Ich hoffe, es wird Euch noch nicht langweilig, unsere Essen-Abenteuer mitzuerleben? Wir haben aber auch noch ne ganze Batterie an Bilder der ersten 4 Wochen für Euch, die nur darauf warten endlich mal gebloggt zu werden. 

     Heiße Schüssel mit Reis, Salat, super mariniertem Beef und mit Käse überbacken. 
  Frittierter Oktopus

    Regenbogensushi
  Frühlingsrollen mit Avocado und Gänseleber

Bonusbild: Nachtisch vom „awfully chocolate“ (komischer Name für so guten Kuchen…)

  
Links: Tod durch Schoki mit Haselnusscrumble // Rechts: „Tausendlagige“ Schokotorte. Bin mir nicht sicher, ob die gesamten Shanghaier Schokovorräte dafür draufgegangen sind, könnte aber sein.

Death by Sushi

Sushi ist für mich bekanntlichermaßen mehr als nur ein Essensrichtung. Sushi ist quasi eine Lebenseinstellung. Und nachdem ich heute sehr viel auf den Beinen war, haben wir eines der Sushirestaurants in unserem Viertel probiert.

Qualität und Darbietung war phänomenal, dazuhin war der Service auch noch sehr freundlich und zackig – und hat Englisch gesprochen. Starker Anwärter auf Lieblingssushi!! Haben nur viel zu viel bestellt… Hier die Fotos:

     White Tuna Sashimi (heißt bei uns Yellowtail) 
  Wakame (Seetangsalat) und gemischtes Sashimi auf Reis in der Runden Schüssel

    Nigiri mit Gänseleber auf Mango – meins ist schon verputzt ;)
  Vorne: Lachs, Frischkäse und Apfel Inside-Out mit Avocadohäubchen // Mitte: Krabbenrolle Inside-Out mit frittierten Kartoffelstreifen // Hinten: „Deep Sea“ dreierlei Fisch Inside-Out, belegt mit Minzblatt, noch mehr Fisch und Rogen.

 

Kulinarische Köstlichkeiten (1)

Morgen ist in China Valentinstag. Weil da bekanntlichermaßen die Hölle los ist, waren wir heute schön essen – japanisch, Teppanyaki. 

Teppanyaki mag ich, seit ich es in Danbury das erste Mal probiert hatte. In Erlangen waren wir auch das ein oder andere Mal, aber hier ist das ganze noch etwas krasser: all you can eat. Bzw., man bestellt und ab einem bestimmten Preis geht die Rechnung eben nicht weiter, inklusive Getränken. Dafür ist es auch verhältnismäßig teuer, aber die Lebensmittel sind hochwertig, man kann dem rohen Fisch oder Fleisch vertrauen und es ist einfach köstlich. Nur in besagtem Teppanyaki Restaurant waren die Köche leider recht uninspiriert und motivationslos.

Frohen Valentinstag!

    Überbackener Hummerschwanz
  Gänseleber auf Toast (wir hatten es auch noch als gebratenes Sushi auf Reis, beides sehr zu empfehlen)

   Von Links: Sashimiplatte, gebratener Lachs und fruchtiger Salat mit Sashimi und Mangodressing
Außerdem hatten wir noch Steak, Octopus und Garnelen (jeweils gebraten), sowie verschiedene Sushirollen und Nigiri. Und ich hab mich durch die Eisteekarte getrunken (mit mein liebstes Getränk)

Unser Sonntag: 1933 Shanghai und mehr

Sonntag war, Dank einer gewissen Restmüdigkeit als Nachwirkung des Bayernspiels eher ruhig angedacht. Vormittags ging es um die Ecke zum Brunch (ins delimuses, sehr zu empfehlen!) und Nachmittags haben wir uns dann zu einer kleinen Tour aufgerafft. Für die Wenigleser: Ganz unten gibt’s lauter bunte Bilder :)

Im „historischen“ Hongkou District wurde 1933 ein massives Stahlbeton(kunstwerk)gebäude (Stilrichtung: Art Deco; vom britischen Architekten Balfours entworfen und chinesischer Baufirma in der präkommunistischen Ära „für die Ewigkeit“ gebaut) mit dem Zweck eines Schlachthauses fertiggestellt. Über die Jahre wurde der Zweck zwar immer mal wieder abgewandelt, das Gebäude aber zum Glück nie abgerissen oder großartig verändert.

2008 wurde „Old Millfun“, wie das Gelände auch genannt wird, für 100 Millionen Renminbi renoviert und in einen kommerziellen Hotspot für die ungewöhnlichsten Dinge umgewandelt. Der Ferrari Owner’s Club Shanghai ist dort z.B. untergekommen, aber auch Mangazeichner (U17, falls sich jemand in der Szene auskennt; wir tun es nicht, haben aber anhand der Fotoaktionen der Teenager im Batman-T-Shirt gemerkt, dass die hier bekannt sein müssen) oder jedwede andere Büros, Sporteinrichtungen – und natürlich der übliche Touristenkram, überteuertes Essen, Erdinger Weißbier und Illy Kaffee, Perlenketten, und so weiter. Auch die Hochzeitsszene hat sich dort niedergelassen, und man kann ganz romantisch im alten Schlachthaus seine Feier abhalten oder Hochzeitsfotoshootings. Goldschmied mit einer formidablen Auswahl an Ringen im Erdgeschoss inklusive…

Die Architektur ist, abgesehen von dem Rummel (mir persönlich wäre es lieber, das Gelände würde leer stehen oder es gäbe ein Schlachthaus-Museum, dann könnte man einen viel besseren Eindruck vom eigentlichen Zweck und Ablauf bekommen) wirklich beeindruckend: massive Säulen (300 Stück durch das gesamte Gebäude) stabilisieren die Stockwerke, 26 Luftbrücken verbinden einzelne Korridore sowie den Innenbereich des Atriums und den Außenbereich des Gebäudes und überall gibt es Gänge, Wendeltreppen oder Rampen über die das Vieh getrieben wurde.

Innen rund und außen eckig (was laut Aushang dort im Einklang mit der chinesischen Auffassung des Gesamtgefüges steht, da das Universum als rund und die Erde als eckig betrachtet wird – warum dann aber rund innen und eckig außen erschließt sich mir nicht ganz), sehr kühl. Schade eben nur, dass der Kommerz auch diesen Ort eingeholt hat. Anderswo kann man lesen, dass es total faszinierend sei, wie durch einen Zeittunnel zu reisen um an einen Ort zu gelangen, wo sich Vergangenheit und Gegenwart im Einklang treffen – mir persönlich wäre es aber lieber, durch den Zeittunnel in unberührtere Vergangenheit zu reisen.

Den Heimweg per Ubahn haben wir mit einem Spaziergang zum Bund „abgekürzt“, dort am Denkmal für die Volkshelden an der Promenade den Blick auf die Skyline von Pudong genossen und den Touritrubel an der Nanjing Lu verflucht (wir brauchen dringend T-Shirts: „Kein Tourist. Wohne hier. Will nichts kaufen. Falle nicht auf Abzocke rein. Schönen Tag trotzdem!“).

Abends waren wir mit Michi und Thomas dann noch beim Italiener „ums Eck“ (es tut mir echt Leid, wenn ihr diese Phrase nicht mehr hören könnt, aber wir wohnen einfach so genial – was ich sicher demnächst ausführlich beschreiben werde – dass hier so wahnsinnig viel Tolles bei uns „ums Eck“ ist – wir hoffen, dass zwei Jahre ausreichen, das alles zu entdecken), der sensationelle Pizza und Pasta in zugegeben etwas schummerigen Ambiente (und das dann auch noch gegenüber von diversen „Etablissements“) serviert. Leider ist es tatsächlich noch immer so, dass mein Körper jegliches Essen, westlich oder asiatisch, gesund oder ungesund, usw – gerade nicht so wirklich akzeptieren möchte. Aber das ist nur fair, mein Kopf ist ja auch noch nicht angekommen und ich fühle mich immer noch wie im Traum ;)

Hier die Bilder vom 16.08.15 (Nic hat tolle Kamerabilder gemacht, ich warte noch auf mein Akkuladegerät in der Luftfracht. Seine Bilder werden nachgereicht)

  
  Nicht der erste mehr-Reis-als-Salz-Streuer den wir gesehen haben

    Rührei mit Avocadosalat, Speck und Tomate
  Double Choc Cake

    Maracuja-Limo mit ganzer Frucht(innerei)
  Überirdische Ubahn Station, erinnerte mich an Hamburg

    Links das runde Atrium, rechts das eckige Äußere
     
    
  Blick von der vorletzten Etage (ganz oben ist leider nicht zugänglich) Richtung Osten, hinter den Türmen sähe man Pudong

   
  Wendeltreppen außen am Atrium

    Blick von einer Zwischenetage
  Rampen

    Aussenfassade
     Hühnertransport auf Chinesisch 
  Unser Ziel: zum Fluss mit Blick auf Pudong. Und: es gibt doch Tauben in SH (siehe kleiner Schwarm vor dem Shanghai Tower und dem Oriental Pearl Tower)

    Älteste Brücke Shanghais. Nicht ganz die Brooklyn Bridge, allerdings ist der Souzhou Creek auch nicht ganz der East River!
  Heldendenkmal von mittendrunter 

   
  Polizeieinsatzstation am Bund – mit Markise nach hinten…

    Bar beim Uva (der Italiener)
  Seafood Spaghetti

   
  Poster an den Wänden der (unisex) Toilette erklären italienische Gesten, auf italienisch, englisch und chinesisch – lustige Idee zur Völkerverständigung

Deutsch-Englisch-Amerikanischer Freitag/Samstag in Bildern

    Blueberrypancakes bei Mr.Pancakehouse
  Avocadoburger ebenda 

    Nettes Teehaus geschützt im Park, müssen wir dringend mal ausprobieren
  Nur die harten kommen in den Garten – BuLi Auftakt FCB gegen HSV in der Camel Sports Bar (Anpfiff: 2:30 Uhr). Waren noch 3 andere Deutsche da und ich hab die Frauenquote von 0 kommend (abgesehen von Bedienungen) gesteigert

   
  Apfel-Maracuja-Eistee bei Mr.Pancakehouse. Ja, darin schwimmt ein kompletter Apfel…

   Neben dem Bounty unser nächster Anwärter auf Lieblingslokal ums Eck, auch Frühstück gibt’s amerikanisch (rein chinesisch geführt, versteht sich). Ist echt ein schnuckeliger kleiner Laden in dem wir uns sehr wohl fühlen.