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12 Stunden und 10.000 km später sind wir wieder hier, von der Stadt mit dem höchsten Gebäude Chinas in die Stadt mit dem höchsten Gebäude Deutschlands. Nächstes Mal muss da aber auch ein Nachtflug her, das macht so keinen Spaß ;) 

Jetzt ist der LST also offiziell vorbei und für mich hat er in den letzten Tagen die Zeit zwischen den Welten eingeläutet. Die Phase bleibt jetzt etwas länger andauern, frühestens bis im August alles abgewickelt ist. Ein komisches Gefühl, aber auch sehr aufregend!

Jetzt kommt erst mal einiges auf uns zu… Auch dafür wird es hier den einen oder anderen Beitrag geben (nicht ganz in der Frequenz der letzten Tage ;) ), zudem schwelt in meinem Kopf schon die Zusammenfassung der letzten Tage, es auch viele Kleinigkeiten, die nirgends hingepasst haben oder bisher unerwähnt bleiben, aber zum Puzzle passen und für mich noch ein Gesamtbild ergeben.

Jetzt müssen wir erst mal den Jetlag heimzus bekämpfen, ich bin gespannt, wann wir heute oder morgen Nacht aufwachen, bei Nic war schon alles zwischen 3-6 Uhr dabei.

Liebe Leser, euch ein tolles Wochenende aus dem ICE :) Eure vorübergehenden Heimkehrer

Rückblick auf Abend 5

Ich fühle mich halbwegs wieder menschlich. Der Sonnenbrand auf den Schultern ist auch wieder abgeklungen und ich freue mich gleich aufs letzte Hotelfrühstück!

Im Bus auf dem Rückweg aus Pudong nach Puxi gestern waren Nic und ich schon ziemlich fertig. Nachdem ich um diese Uhrzeit (16:00) nach so einem Tag gerne mal wegknacke (passiert mir auch in Erlangen, so ist es nicht. Wenn’s schön schaukelt und ich mich nicht unterhalten muss und generelle Sendepause ist, ist’s ja Zeit zum kurz runterfahren) war das bei mir nicht verwunderlich, Nic hingegen war für seine (Duracell-) Verhältnisse schon sehr „well done“. Kein Wunder, war ja unser erster „Hochsommer“-Tag dieses Jahr (morgens um 10 über 30 Grad, abends nach Dämmerung immernoch an die 30 Grad); nur dass jetzt Mitte Juni ist und wir hier Frühsommer haben. Hochsommer Shanghai heißt eben nicht über 30 sondern über 40 Grad. Bei an die 100% Luftfeuchtigkeit.

Die Luftfeuchtigkeit bedeutet aber auch, dass 30 Grad sich nicht wie die 30 Grad auf unserer Dachterasse in Erlangen anfühlen, sondern ganz anders. Schwüler, logisch. Ich mag’s gern warm und freu mich tierisch auf den Sommer und eigentlich kann ich mit feuchter Hitze auch ganz gut umgehen, aber etwas Eingewöhnung für den Körper braucht’s schon. Gestern hab ich das sehr deutlich gespürt, wenn man sich dann nicht regelmäßig im klimatisierten abkühlt, geht’s schon mächtig auf den Kreislauf. Und wir waren nicht umsonst um 21:00 komplett platt.

Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, am frühen Abend nochmal zum Compound 8 Park Avenue zu fahren und uns drin sowie in der Umgebung umzuschauen.

Ich muss sagen: wir sind echt begeistert. Das Compound wirkt sehr ordentlich, aber nicht drüber. Überall gibt es kleine Teiche, mit Fischlis, ein kleiner Kinderspielplatz, eine kleiner Aussensportbereich (mit z.B. Barren, Ringen und -yay! – Klimmzugstange ;) ). Es waren größtenteils Einheimische unterwegs, da ist mal nix mit „westlicher artifizieller Blase“, wie man es in den Compounds um die westlichen Schulen finden würde.

Und die Umgebung ist super. Kleine Straßen mit Mini Geschäften, allein drei Obstläden und ein Gemüseladen ums Eck für den Grundbedarf an frischem Gewächs. Dass es einige Westler im Gebiet gibt zeigt sich dann aber an den Lokalen/Bars, neben den klassischen Garküchen gibt es auch anderes. Z.B. das Bounty, Anwärter auf eine neue Stammlocation ums Eck. Der Bartender spricht mit französischem Akzent (Belgier / Franzose / Kanadier), es gibt köstliches Hühnchenkebap und europäisches Bier für Nic. Außer Freitag und Samstag auch daily drink Specials. Kommt einfach vorbei und wir schauen es uns zusammen an.

Einzig was ich noch nicht rausgefunden hab, ist wo der nächste große Supermarkt (Tesco, Walmart oder Carrefour oder so) für die Wocheneinkäufe ist. Vermutlich 4 Straßen weiter, aber das reicht ja dann auch im August. 5 Gehminuten entfernt ist auf jeden Fall der nächste (dementsprechend teure) Importsupermarkt, in dem man aber im Notfall auch für ~3€ einen Liter haltbare Salzburger Bergbauernmilch kaufen kann. Englischsprachige Zeitschriften gäbs auch – und alles andere was das Herz oder ein groooßer Geldbeutel begehrt… Hier noch die Impressionen:

   Hunde und Fische :)
  8 Park Übersicht

  Unser Briefkasten :)

  Tageslicht-Kuppel über dem indoorPool (wird gerade renoviert)

  Wege durchs Compound

  Blick auf den Compoundinnenbereich (auf den auch unser Schlafzimmer- sowie Wohnzimmerfenster geht) mit Teich, kleinen Grill-flächen (zur freien Verfügung, einfach Kohle reinwerfen, Waschbecken gibt es auch. Kann man draußen (bis 21:00) picknicken.

Clubhaus. Im UG Links Fitnessraum, Squash, Pool, oben links innen Tischtennisplatte. Im Eingangsbereich haben zwei grad Federball gespielt, war ja windig draußen. 

  Noch mehr grün.

  Bounty von innen.

  Bounty von Außen; die Speisekarte hat uns zum Ausprobieren angelockt.

  Kebap! Sehr gutes Brot und frischer Salat. Hühnchen können Sie eh.

 Auf dem Rückweg noch Kunst gefunden, ein bisschen Dalí geht immer!

Tag 5: Overkill

Wir sind durch! Waren wir eigentlich heute früh schon, aber jetzt endgültig. Das waren fünf Tage mit Inhalt und Leben für fünf Monate. Nur dass uns fünf Monate Schlaf und „Verarbeiten“ fehlt ;)

Zuerst: wir haben es weder geschafft, Mitbringsel zu kaufen, noch Postkarten zu finden (obwohl ich beides fest vor hatte). Im August dann, versprochen!

Nach unserem Energielevel heute früh gehend, hatten wir kurzerhand beschlossen, den Touribus zu nehmen (die Doppeldecker, oben offen… Mum, du erinnerst Dich vielleicht an eine epische Tour im Regencape durch New York!!). Auch das können sie hier übrigens Faken! Es gibt den „offiziellen“ Doppeldecker für umgerechnet über 20€ (was ja Durchschnitt ist, zumindest für die Großstädte in denen ich mir das schon gegeben hab) und direkt nebenan eben die Chinaversion für 30¥ (~ 4€). Der Fakebus ist super! Oben war es zwar verdammt heiß, aber ich hatte endlich mal meine Kamera dabei und wollte mal ein bisschen Fotos machen, nicht nur iPhone-Blog-Schnappschüsse (von denen ich heute trotzdem wieder über 60 gemacht hab…). In der Mittagshitze haben wir uns dann also etwas grillen lassen und waren ganz froh nach der Puxi-Runde in die Pudong-Runde (ihr erinnert euch? Östlich des Flusses; da wo die coolen Wolkenkratzer stehen) umzusteigen und dort einen vollklimatisierten Doppeldecker mit oben geschlossen zu haben.

In Pudong sind wir dann am Oriental Pearl Tower (der Fernsehturm, der Dank seiner magentafarbenen Kugeln aussieht wie das Wahrzeichen der Deutschen Telekom) ausgestiegen und dort umherflaniert. Gibt ja genug zu sehen. Sensationell, wie die Dimensionen sich verschieben, wenn die Referenz fehlt. Dort gibt es einfach nichts niedriges, weswegen die Wolkenkratzer gar nicht so spektakulär hoch erscheinen, wie sie in Relation zu ihren Kollegen in anderen Metropolen eben sind. In Shanghai:

  • Shanghai Tower: 632 Meter (Platz 2 weltweit)
  • SWFC (Flaschenöffner): 492 Meter (Platz 6 weltweit)
  • Oriental Pearl Tower: 468 Meter
  • Jin Mao Tower: 421 Meter (Platz 16 weltweit)

Zum Vergleich:

  • Burj: 828 Meter (Platz 1 weltweit)
  • One World Trade Freedom Tower: 541 Meter (Platz 4 weltweit)
  • die Twin Towers damals: 417 Meter 
  • Empire State: 381 Meter 
  • Fernsehturm Berlin: 368 Meter (höchstes Bauwerk D)
  • Commerzbank Frankfurt: 259 Meter (mit Antenne 300 m; höchstes Gebäude D)

Krass, oder?

Nachdem uns dort die Sonne noch weiter gebraten hat, sind wir kurz zum abkühlen in einen Konsumtempel (das ist toll: wenn man Probleme mit der Hitze bekommt, geht man einfach irgendwo rein und kühlt sich ab. Nach eine Spaziergang zum Fluss (in der bratenden Sonne), half ein Frappé im Starbucks gegen den Hitzeschock. Trotzdem waren wir dann eigentlich schon gut durchgegart.

Statt einer Pause im Hotel, dann einem Besuch in unserem Wohnviertel und danach an den Bund um noch ein paar fancy Kamerafotos zu machen, haben wir auf: direkt ins Viertel, danach ins Bett umdisponiert. Von unserem Viertel erzähl ich euch morgen, aber jetzt noch ein paar Bilder, insofern mir nicht schon die Augen zufallen…

   coole Kampagne
  SWFC, Jin Mao, Shanghai Tower

  Konsumtempel

  Nah dran 

  Mittendrin 

  Blick auf Puxi

  Huang Fluss mit Reiher rechts unten

  Oriental Pearl Tower vom Fluss her

  Aha!

  Ein Stück Herzogenaurach im Konsumtempel

 

Vor Tag 5

Wir waren gestern zu lang unterwegs – oder ich habe danach zu lange am Beitrag gesessen oder beides. Deutlich zu spüren an dem vorwurfsvollen „das Frühstücksbuffet schließt um 10 Uhr“ (zu unserer Verteidigung: es war 9:20 – aber Essen wird hier eben zelebriert und nicht mal eben so abgehakt. Unser Land :) ).

Es ist jetzt 10, das Thermometer zeigt erfrischende 31Grad an (die Sonne scheint, daher auf den Straßen vermehrte „Parasol/Regenschirm“ Action) und wir brüten über der Karte, wie wir unseren letzten Tag des LST optimal füllen.

   Shaomai ist einfach meins. Und für Conny ein Sesambällchen (die schmecken wie bei uns beim Running Sushi)

  Zum Frühstück ein Erdinger?

 Traumwetter heute

Tag 4: Anting und Xuhui District

Nach dem Krankenhaus ging es auf direktem Weg nach Anting ins Büro, dort stand ein Treffen mit der zuständigen chinesischen Personalerin an um einige Rahmenpunkte zu klären/verifizieren, eine nette deutsche Personalerin, Laura aus Herzogenaurach, hat uns nach dem Mittagessen auch noch auf einen (überraschend guten!) Kaffee in der Cafebar „rolling bean“ eingeladen. Danach waren wir noch bei Nic’s neuem Team. Sein chinesischer Chef war selbst 11 Jahre lang in Deutschland und beherrscht unsere Sprache weit besser als wir jemals chinesisch können werden, das macht die Kommunikation natürlich angenehm! Es war interessant zu sehen, wieviele Westler dann doch dort arbeiten (oder zumindest gerade auf Dienstreise dort sind).

Nic hat allerdings auch einen super Draht zu seinen chinesischen Kollegen und ist sehr beliebt im Büro. Das find ich klasse, weil es uns eben doch die Möglichkeit gibt, auch mal was mit Einheimischen zu unternehmen. Zwei seiner Kollegen kenne ich schon von deren Dienstreisen nach Herzo, Shuyuan und Yijun, mit denen wir jeweils schon öfters in Deutschland was unternommen haben (Yijun ist sogar gerade dort und wir haben uns am Samstag noch getroffen. Sie freut sich schon darauf, uns (bzw vor allem mir, denn mit Nic war sie hier schon unterwegs) dann als Revanche ein bisschen Shanghai zu zeigen und Shuyuan ist Spezialist für seinen Wohnort Suzhou (70 km entfernt)). Das ist halt schön, weil wir dann nicht nur rein in einer deutschen- oder Expat-Blase leben, was uns schon auch wichtig ist, so zumindest der Plan. 

Heute Abend ging es dann trotzdem in deutscher Runde los, in Xuhui (dort hatten wir auch eine Wohnung ins Auge gefasst). Michi hatte nach stressigen zwei Wochen Bedarf nach Vitaminen in Salatform und wir haben das unter Westlern beliebte „Element Fresh“ probiert. Frische Säfte und Shakes, knackige Salate, Clubsandwich und warme Gerichte, New York Cheese Cake oder Schokotorte zum Dessert. Das Essen war wirklich gut und die Säfte toll, wir haben schon eine Mitgliedskarte (für wenn die Gelüste auf einen Ceasar Salad oä kommen), Lieferdienst gibt es auch.

In Xuhui ist das Element Fresh direkt an einer großen Mall (Grand Gateway), oder: einem Konsumtempel, achtstöckig (ich kann das immernoch nicht so ganz fassen…) und wir hatten davor noch etwas Zeit dort durchzustromern. Im 6. Stock gibt es einen Buchladen der eine wunderbare Auswahl an internationaler Presse (Spiegel und Stern gibt’s zB) und englischen Büchern hat. Auch gut zu wissen! 

Auf dem Heimweg haben wir noch einen Boxenstopp in der Bargegend gemacht, wo es zB die Camel Sportsbar gibt (alles mögliche an Sport wie Formel 1, Rugby, Basketball oder eben auch Sky Fußball live!!) und ein Getränk im Oscar’s genossen. Direkt ums Ecke der Ausgehgegend (die viele, für chinesische Verhältnisse, teure Bars beheimatet, in der nur Westler und reiche Chinesen unterwegs sind) kamen wir dann an einem chinesischen Krankenhaus vorbei (Augenklinik, wenn ich es recht verstanden hab) wo eine Reihe von Menschen draußen mit Decken / Schlafsäcken campiert / angestanden hat. Der plötzliche Umschwung von glänzend Reich mit Schein und Sein auf Arm hat mich in dem Moment sehr getroffen, aber ich fürchte, daran werden wir uns hier gewöhnen müssen. Trotzdem macht mich so etwas traurig und führt mir die Privilegien vor Augen, die ich im Leben genießen darf. Einer meiner Leitsprüche ist ein Zitat, das ich 2011 in Ingolstadt am Theater abfotografiert hab „wahrscheinlich habe ich das Glück unterschätzt“ – der so zutreffend ist, weil er eben in beide Richtungen zutrifft, nach oben wie nach unten.

Der Rückweg zum Hotel war meine erste Taxifahrt (davor hatten wir entweder einen Fahrer von der Agentur oder dem Büro, oder sind Metro gefahren) – aber das Thema Verkehr verdient dann einen gesonderten Beitrag.

   
Autobahnkreuz!

  

War noch recht früh bei Euch…
  

King (Kong) Coin

  

Ein Stück „Fake Natur“ am Hochhaus: In China kann man eben alles fälschen, auch eine Felsfassade

  

„Wer Schmetterlinge lachen hört weiß wie Wolken schmecken“ (in Magenta!!!)

  

Lesestoff 

  

Grand Gateway

  

Dinner

  

Hey, Kim, wie schaut’s aus? Pimm’s Royal?

    

 

Gehirn: Overload!

Eigentlich hätten wir heute wirklich noch etwas freie Zeit für die Stadt gehabt. Aber als wir nach dem Trip ins Büro so gegen 16:00 wieder im Hotel waren, war doch wieder eine Pause nötig. Komisch, heute war gar nicht so viel, aber irgendwie schlaucht dieses Look and See eben doch (der Wochenplan war bis heute Mittag ja auch straff getaktet) und wir sind beide ausgelaugt. Mann, dabei will ich doch alles sehen!!

Ich tröste mich damit, dass wir bald ganz viel Zeit haben, alles zu sehen und herumzustreunern und bin gnädig mit uns. Die letzten Wochen waren viel, da darf man auch mal lax(er) sein. 

Jetzt ist es 18:30 und wir sehen blauen Himmel (!), Sonne und 30 Grad auf dem Thermometer, der offizielle Teil ist vorbei also raus aus dem Business Outfit und rein in die kurze Hose und Top. Auf zum Abendessen mit Michi, einem Expat der im Juni hier angefangen hat. 

Schon krass, noch vor 2 Wochen waren wir in Erlangen Abendessen, jetzt treffen wir uns wieder, 10.000 km entfernt. Fühlt sich alles wie ein Traum an.

   
 

Vorbereitungen abgeschlossen (2)

Heute Stand der viel gefürchtete Gesundheitscheck auf dem Plan (wofür leider das Frühstück ausfallen musste). Zuvor wurden wir ja (zum Glück) gewarnt, wie eklig und anstrengend und stressig das werden würde. Mit uns war ein zweites deutsches Paar im Auto, Stefan und Daniela, die auch für Schaeffler hier her kommen (er nach Taicang und sie so wie Nic nach Anting). Die beiden hatten auch schon diverse Horrorstories gehört, zudem kippt Daniela regelmäßig beim Blut abnehmen um.

Zu viert haben wir uns also mutig ins Krankenhaus begeben, dort wurde von einer Mitarbeiterin der Maklerfirma (die aber irgendwie für alles zuständig sind und dann zB auch bei der Kontoeröffnung helfen werden) assistiert. Haben halt einfach zu wenig Chinesisch gelernt, bisher ;)

Zum Healthcheck an sich: Obenrum frei machen, Bademantel (ja, etwas bah, aber weitaus sauberer als befürchtet; keine Blutflecke drauf ;) ) drüber und ab durch die Zimmer. Insgesamt waren wir nur etwa 20 Personen, damit hätten wir wohl großes Glück, sonst ist da mehr los. Der Reihe nach:

  • Größe / Gewicht / BMI (haha!!)
  • Blutdruck / Puls
  • Abhören (vorne unter den Mantel, Rücken durch den Bademantel durch – hä???)
  • EKG (etwas bah, aber eigentlich echt ok, nur dass die jeden mit dem gleichen Wattebausch einreibt)
  • Lunge Röntgen (die Fortpflanzungsorganschutzwestewurde einem dabei leider nicht umgelegt, die hängt fest installiert – auf chinesischer Höhe…)
  • Blut abnehmen (frische Nadel, yay, Arm mit frischem Wattestab desinfiziert, yay – wir freuen uns über die kleinen Dinge)
  • Ultraschall (Bauchraum. Keine Ahnung, ob unsere „gute Niere“ jetzt schon für irgendwas verplant ist oder was das bringt…)

Dank der Geschichten die wir davor darüber gehört hatten (Dank derer wir so niedrige Erwartungen hatten, dass es jetzt echt halb so wild war), hab ich heute früh Feuchttücher eingepackt und das war nach dem Ultraschallgleitgel wirklich perfekt, haben sich auch Stefan und Daniela drüber gefreut. Sonst war die Abwicklung sehr professionell und auf Effizienz getrimmt, Daniela blieb zum Glück auch bei Bewusstsein. Der Arzt mit dem Ultraschall war auch sehr darauf bedacht, oben mein Bademäntelchen zuzuhalten als er den Bauch aufgedeckt hat, sowas muss man daheim nicht unbedingt erwarten.

Knapp 100€ pro Person weniger, aber dafür der Nachweis für die Regierung, dass wir keine schlimmen ansteckenden Krankheiten mitbringen und hier her ziehen dürfen. Macht bei 1,3 Milliarden Einwohner in einem (jetzt gerade) feucht-heißem Land, in dem sich jede Erkrankung notfalls wie die Seuche ausbreitet, schon irgendwo Sinn!

Tag 3: Der Abend

Nach einer etwas längeren Pause im Hotel (bin natürlich weggepennt, schlecht für den Jet Lag) sind wir noch mal los, zur Haltestelle Jing’an Tempel. 

Einmal durch den westlichen Supermarkt, da werden wir sicher nicht einkaufen; einmal durch die Mall, die hat 8 Stockwerke… Die obersten beiden sind Restaurants, dazwischen gibt es alles was das Herz begehrt. Das Ding ein Einkaufszentrum zu nennen, ist untertrieben. Konsumtempel trifft’s eher. Und so was gibt’s ja alle paar (Kilo)meter hier. Echt verrückt!

Ums Eck haben wir dann noch ein süßes kleines Hotpot Lokal gefunden, für das Abendessen. Da sind im Tisch zwei Heizplatten eingelassen, in die Suppentöpfe mit Suppe/Brühe nach Wahl (wir hatten einmal Pilzbrühe und einmal scharf) kommen. Dazu bestellt man dann Einlagen, die man wie beim Fondue gart. Soßen-Bar mit unzähligen köstlichen Soßen zum Dippen natürlich inklusive. Wir hatten nicht wirklich viel Hunger, so haben wir uns:

  • Fleisch
  • Pilze (weiß mit langen, dünnen Stiele)
  • Lotuswurzel
  • Glasnudeln
  • Mit Meeresfrüchtebällchen gefüllte, gefrorene Dumplings 
  • und Reis als „Sättigungsbeilage“ 

geteilt. Das war vielleicht gut! Und die Italiener die nach uns kamen und das Prinzip „hot pot“ nicht verstanden hatten (Er wollte Fleisch. Aber keine Suppe. Also eher ein Steak oder so. Beim hot pot gibt’s aber alles nur roh, abgesehen vom Reis… Aber er wollte Fleisch bestellen) waren irgendwie auch putzig.

   
Die Karte, auf der man mit dem Stift Getränke und Speisen wählt

  

Beide Töpfe in Action (im rechten seht ihr die Chillis schwimmen)

  

Alles weggeputzt!

 

Die Aufzuganzeige der 8 Stockwerke in der Mall. Hab ein Video gemacht, aber im 4.Stock ist leider jemand zugestiegen. Ich zeig’s euch trotzdem, für einen ersten Eindruck ;)

Vorbereitungen abgeschlossen (1)

Die Wohnungssuche ist vorbei. Zum Glück! Heute Mittag haben wir unsere zwei Top-Favoriten nochmal Kopf-an-Kopf besichtigt, Listen mit Vorraussetzungen geschrieben und uns entschieden. Das Vermieterpaar (Developer des Komplex!) wohnt nicht in SH sondern sitzt in Hong Kong. Ein Freund von Ihnen, der zum Glück den Chef unserer Maklerin kennt und deswegen gern mit denen Geschäfte macht (Vitamin B ist in China noch weitaus bedeutungsvoller als bei uns), hat das abgewickelt. Anscheinend (wer weiß, was da alles Geplänkel ist) mögen die Vermieter gerne deutsche Mieter, immerhin besteht die Küche rein aus AEG und einem Franke Waschbecken ;)

Jetzt aber zum wichtigen Teil: der Komplex nennt sich 8 Park Avenue, liegt im Stadteil Jing’an (nördlich des Jing’an Tempel) und unser Gebäude ist ein Neubau, Erstbezug der Wohnung. Wenn das alles klappt, sind Nic und ich einfach nur Glückskinder!!

Drei Schlafzimmer (wobei wir eines in ein Arbeitszimmer umwandeln, denn ein Gästezimmer mit vollem Gästebett reicht uns ja), zwei Bäder, ein großer Wohn/Essbereich und eine vollausgestattete Küche (inklusive Ofen und Geschirrspüler, was in China nicht üblich ist und nicht in allen besichtigten Wohnungen war). Wohn- und Schlafzimmerfenster sind mit Blick auf das Compound (und dahinter natürlich die anderen 8 Park Hochhäuser) was keine Straße und dafür Bäume und kleinen Teich beinhaltet. Dazuhin Süd-West Seite. Klimaanlage und Heizung sind zentral, dadurch dass alles brandneu ist, sind die Fenster top isoliert, was gerade in SH nicht nur für Hitze/Kälte sondern auch für die Geräuschekulisse wichtig ist (wobei wir ja zum Glück nicht auf die Straße schauen).

Die Wohnung liegt im 10. Stock (insgesamt ca. 30 Etagen), zum sehr gepflegten Compound gehören ein Fitnessraum mit den wichtigsten Geräten und ein, zu den anderen besichtigten Compounds, verhältnismäßig riesiger Pool (innen), der gerade bis Ende Juni renoviert wird, Tischtennis, Squash und Sauna. 

Das Compound liegt nur 10 Gehminuten vom Jing’an Tempel, einem der drei bedeutendsten buddhistischen Tempelbauten (neben einem in Peking und einem in Guangxiao) in China, entfernt. Dort gelangt man auch wieder direkt auf die Nanjing Lu und es gibt U-Bahn Anbindung in die Innenstadt oder in die „Szeneviertel“, ein Einkaufszentrum, u.a. mit Laden für westlichen Bedarf und dann noch  EINKAUFSZENTREN mit allem drum und dran, Fressmeile, etc.

Wir sind wirklich begeistert vom Compound, der Wohnung und der Lage – alles in allem hätte es nicht besser kommen können. Das ist alles sehr schwer zu beschreiben, woraus sich folgender Schluss zieht: Ihr müsst es euch einfach anschauen kommen! Es lohnt sich, versprochen!!

Jetzt warten wir auf den Mietvertrag (und fangen an zu planen, was alles mit umziehen soll, was weg kann und was in Deutschland für unsere Rückkehr aufgehoben wird).

 

Der Jing’an Tempel (ich habe ihn drin noch nicht besichtigt).

 8 Park Avenue, das linke hintere Gebäude, das komplett drauf ist, ist es. Aber von diesem Bild kann man es sich wirklich schwer vorstellen. Leider haben wir keine repräsentativeren Bilder, aber ihr glaubt uns sicher auch so, dass es mit Abstand das Beste ist, was wir besichtigt haben :) Und ihr kommt es euch ja dann eh anschauen.

 

Tag 3: erfahre China (Touristen)

Zum Thema Wohnungssuche schreibe ich gleich noch gesondert einen Post, jetzt erst Mal was heute so war. Nachdem wir morgens nochmal zwei Wohnungen angeschaut haben, gab es danach eine ausgedehnte Mittagspause in Yuyuan (Yu Garden), ein beliebtes Touristenziel in Shanghai. 

Das heißt jetzt aber nicht, dass wir da überproportional viele Westler (die hier Laowai, Langnasen, genannt werden) gesehen hätten – denn auch alle chinesischen Shanghaitouristen besuchen mindestens einmal Yuyuan.

Heute war also auch der erste Zeitpunkt, an dem sich Chinesen mit mir fotografieren wollten (passiert wohl häufiger, Nic meint wenn ich meine Haare offen tragen würde, würde es öfter vorkommen). Ein kleiner Junge (ca 1 Jahr) wollte auch unbedingt meine Langnase anfassen :) Schön finde ich die, die direkt kommen und ein Foto mit einem machen, lustig sind die, die sich nicht trauen und „zufällig“ immer näher rücken, bis man zusammen auf dem Foto ist.

Jetzt sind wir erst mal im Hotel und chillen eine Runde, ich hab vorhin schon zu Nic gesagt, dass ich jetzt erst mal einen Tag irgendwo im Nirgendwo bräuchte, um alles zu verarbeiten. Aber wir geben unser Bestes ;)

Hier noch die obligatorischen Fotos für euch:

   
4 Straßen übereinander!

  

Da hängt die (Unter-)Wäsche im 1.OG über der Straße.

  

Nebel in Pudong (der Fahrer ist aus Versehen in die Tunneleinfahrt unter den Huang Pu gefahren, also kurzer Ausflug auf die östliche Flussseite (Pu=Fluss, Dong=Osten). Hotel, Innenstadt, Wohnung liegt in Puxi (Xi=Westen)

Yuyuan Außenbereich

    

Yuyuan Außenbereich

  

Im Yu Garden

  

Moderne Toilette… Immerhin besser als 90er französische Raststätte

  

Yuyuan Außenbereich (Mischung aus Fakemarket, Essen und Trinken)

Seitenstraße im Yuyuan Außenbereich, etwas ruhiger aber mit reihenweise Shops für Jade, Ramsch, Kruscht, Fake Ohrhörer oder Uhren oder altes chinesisches Teeservice-Equipment, etc.  

 
Unser Mittagssnack (das ist kein Eis sondern wieder gedämpfte Teigtaschen. Klassisch Shanghaier Küche. Diesmal mit Zwiebeln gefüllt und mit Sesam, dahinter Tourirummel.