Es wird Ernst

Eigentlich wollte ich heute am Flughafen einen schönen langen Beitrag schreiben. Doch die letzten Wochen und Monate (bis hin zur Hochzeit meiner besten Freundin aus der Grundschule gestern (!!))  fordern ihren Tribut und so kämpfe ich darum nach einer verdammt kurzen Nacht bis im Flieger die Augen offen zu halten um dann dort gut zu schlafen. So richtig realisiert, dass es los geht, habe zumindest ich noch nicht. Morgen vielleicht?? ;)

Wir melden uns, wenn wir dort sind und Internet haben. Alles Liebe vom Flughafen Frankfurt!

  

Essen

Jaja, man soll ja nicht im Stehen an der Küchentheke frühstücken. Also haben wir uns die Zeit für’s Essen genommen und uns „gemütlich“ hingesetzt. Oder so… 
  

Unser Leben

Eingepackt in Kisten und in BubbleWrap. 

   LKW für die Sachen zum Einlagern
 Zum Schluss noch die Mountain Bikes. Haben es leider nicht mehr geschafft noch ne Runde zu drehen

   Da ist der kleine Container
 Seefracht I

   Seefracht II
 Na, da hätten wir ja noch Platz gehabt… Das ist also (abgesehen von den Möbeln die schon in der Wohnung sind) unser Leben für die nächsten 2 Jahre…

   Kurze Pause vom Putzen für ein Abschiedsfoto (ja, ich hab ne alte Hose von Nic an… Haben ja nicht so viel Platz in unseren Koffern für die nächsten Wochen und irgendwie ist meine Umzugsjeans sonstwo gelandet…oh, well!)
 Und Tschüss…!

Etwas seltsam, aber immerhin ist jetzt alles weg und wir können nichts mehr daran ändern, ob wir alles an die richtige Stelle gelegt haben. Werden wir dann nerken, wenn wir den Contaiber drüben ausräumen – so lange verordne ich uns eine „Sorgenpause“. So, jetzt weiter putzen!!

 (Kein Foto gibt’s von den 6 Luftfrachtkisten – die sollen aber der Vollständigkeit halber auch erwähnt werden… Nicht, dass ihr denkt wir haben so wenig)

Xué xí

Ab dieser Woche haben wir jetzt 2x wöchentlich Unterricht, dienstags und freitags. 

Lia muss schon einiges ertragen, ich habe ordentlich Mitleid, wenn sie sich anhören muss, wie wir beim Vorlesen ihre Sprache verstümmeln. Es klingt immer so toll und melodisch, wenn sie spricht – und dann komm ich :(

Und wisst ihr was der Hammer ist? Wir werden sogar noch dafür belohnt. Lia kocht sehr gerne und hat heute für uns Essen mit gebracht (wir lernen gerade Lebensmittel und einkaufen, etc). Hen hao chi!!! (Sehr gutes Essen), Mensch geht’s uns gut :)

  
Links: haî taí shòu si (Sushi mit Algen, die Aussprache bei hai müsste aber ein umgedrehtes Dach sein, für den dritten Ton; kann meine Tastatur nicht) und Rechts: dòu pí shòu si (Sushi mit Soja/Tofu“Haut“)

(chā zi heißt Gabel, dāo zi Messer und bei zi Glas, für die Neugierigen)

Jetset Lifestyle // verrückt 

Nic ist das mit seinen Dienstreisen ja gewöhnt und steckt das auch sehr viel besser weg als ich. Ich hatte das zuletzt letztes Jahr, als wir innerhalb von einer Woche (bzw. 8 Tagen) die Tour Freiburg (inkl unserer Standesamthochzeit) – Erlangen – Frankfurt – New York City („Hochzeitsreise“) – Frankfurt – Heilbronn (inkl Kommunion meiner kleinen Schwester) – Erlangen abgedüst sind.  Das war schon aufregend, und da war NYC aber komplett Freizeit.

Der Tag heute begann doch erst um 6:30 Uhr, also alles human (nur das Gehirn ist noch nicht ganz wieder da, vor lauter jetsetting). Nach einem, für unsere Verhältnisse, planungsintensiven Vormittag ging es für ein Eis in den Schlossgarten, das angenehme Klima und die Ruhe genießen. Okay, ein bisschen was war hier schon los, schönes Wetter, Weinfest auf dem Schlossplatz und Bürgertreff auf dem Neustädter Kirchenplatz, aber wir wurden weder fast überfahren, noch wurde rumgehupt, allgmein hab ich kaum fahrende Autos gesehen und von Passanten überholt, oder „verfolgt“ wurden wir auch nicht. Das ist etwas, woran ich mich in SH gewöhnen musste, dass quasi faktisch immer jemand hinter einem läuft. Am Anfang hat mich das total hibbelig gemacht, schließlich bin ich im „Pass auf!“ Modus. SH ist aber (abgesehen von Schummelei und über den Tisch ziehen) eine sehr sichere Stadt, es gibt nur einfach so verdammt viele Menschen da, dass praktisch immer einer hinter einem ist, einfach nur so.

Jetzt genießen wir unsere Dachterasse, sehen den Schwalben beim jagen zu, hören die Nachbarin über den Vögeln singen-üben und genießen den blauen Himmel. Wenn ich daran denke, was gerade so passiert (im Gesamtbild, meine ich, also dass wir in ein paar Wochen umziehen und wie die letzten Wochen waren), erscheint es mir erst immer wieder alles wie ein Traum (wie auch, dass ich die letzten Tage in Shanghai war) und dann, wenn wieder mal die Realisation eintritt, kommt mir nur eines in den Sinn: Das Zitat, wie eine komplett fassungslose Jennifer Lawrence den Oscar für Silver Linings (Playbook) entgegennimmt: „this is nuts!“

Jep, this is nuts! Einfach nur verrückt! Genauso fühle ich mich. Abwechselnd mit „wie im Traum“.

Noch ein Snapshot von heut früh:

  Grundriss der Wohnung gefunden (ein Hoch auf die moderne Technik, speziell: das Tool, komplette Websiten mit Google Translate übersetzen zu lassen! Das geht natürlich nicht perfekt, aber mit Fantasie kann man schon verstehen, was es heißen soll) :) 

Vorbereitungen am langen Feiertagswochenende (1)

Wenn mich meine Zeit in Amerika eins gelehrt hat, dann ist es das gelegentliche Bedürfnis nach einem ordentlichen Brot. Damals kam nach ein paar Monaten die unbändige Lust nach einem ordentlichen Brot (mit Kruste! Zum Glück gab es sowas in der Bäckerei in der Grand Central Station in NYC) einer Brezel oder Laugenbrötchen. Ich fing an zu googlen – hab es aber nie selbst probiert und einfach zehn Monate durchgehalten. Mittlerweile bin ich sechs Jahre älter und in der Küche erprobter. Heute haben wir final das Rezept für französisches Baguette (oder eben Brötchen) etabliert, und unsere Laugen sind auch unschlagbar – wir sind diesmal vorbereitet! Müssen wir also nur  zuverlässig S.cerevisiae (Hefe) und Natron im Supermarkt finden.

  

xué xí xué xí xué xí (学习 学习 学习)

Heißt übersetzt: lernen, lernen, lernen!

Dienstags ist unser Sprachkurs Tag, immer ab 17:00 sitzen wir zu zweit mit unserer überaus geduldigen, gerne auch resoluten („Kathrin! Nochmal sagen! Du musst die Wörter verbinden!!“) aber immer lustigen und sympathisch Taiwanesischen Lehrerin Lia zusammen und versuchen, einen Zugang zu einer Sprache zu finden, die fremder kaum sein könnte. Andererseits: auch beim Finnischen oder Walisischen verstehe ich kein Wort – insofern, was ist da anders, außer dass ich theoretisch die Buchstaben lesen kann (in Finnland hätte ich den Bahnhof zum Aussteigen verpasst und versucht mal in Wales nach dem Weg nach „Dolgellau“ zu fragen. Phonetisch klingt das nämlich als würde man „Dolgethai“aussprechen… Und von dem Ort Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch fange ich gar nicht erst an)?

Die Chinesische Sprache an sich möchte ich heute gar nicht groß erklären, das mache ich bei Gelegenheit lieber ausführlich. Aber gestern (nachdem wir in der Aufregung der letzten Tage zwei Wochen nicht mal unsere Unterlagen angeschaut haben) ist uns aufgegangen, dass wir jetzt wirklich mal anfangen sollten mit diesem „xué xí“. Also ab jetzt werden Vokabeln gelernt! Ein kleiner Teil von mir fühlt sich wieder ganz als Teenager, wie zu den alten Schulzeiten. Und der Zustand nach drei Unterrichtsstunden (2h15min) Chinesisch entspricht auch etwa dem von mir nach einer 4-stündigen Deutschklausur oder einer Übersetzungsklausur Latein ;)