A walk in the park

Letztes Wochenende habe ich mich ein wenig mit Kamera Equipment beschäftigt. Seit etwa fünf Jahren fotografiere ich ja (anfangs weniger, mittlerweile doch etwas ernsthafter, wie ihr hier auch immer wieder sehen dürft) mit einer digitalen Spiegelreflexkamera von Nikon – dem Einsteigermodell. Mein Lieblingsobjektiv ist ein Tele-Macro im Bereich 70-300mm; damit bekommt man dann auch schon einigermaßen nette Bilder von Tieren (oder Menschen) hin. Habt ihr ja alles schon hier gesehen, die Bilder von Borneo, zum Beispiel.

Jetzt würde ich in den nächsten Jahren gerne in die Mittelklasse der Kameragehäuse aufsteigen und auch die Objektivauswahl ein wenig verbreitern (was Lichtintensives für Sternenhimmel-Bilder wäre toll, die begeistern mich. Und ein längeres Tele für die Naturfotos, damit kann ich mich stundenlang befassen – und dann am liebsten wieder nach Südafrika auf Safari).

Aber dafür ist erst mal noch ein wenig Üben angesagt – um ein Gefühl dafür zu bekommen, was mir wichtig ist und in welche Richtung das neue Equipment gehen soll.  Es war ein herrlicher Herbsttag am freien Montag und zum ersten Mal seit unserem allerersten Besuch des Sankeien vor zwei Jahren waren wir auch wieder nur zu zweit unterwegs und hatten ganz viel Zeit für Fotografie-Übungen. Nic hat da ja schon einiges an Erfahrung und Wissen angesammelt, davon kann ich jetzt profitieren. Hier eine kleine Auswahl aus den 300 geschossenen Bildern.

DSC_8677 Hungriger Brokatkarpfen, Koi (Cyprinus carpio) – auf japanisch Nishikigoi.

DSC_8698 Japanische Sumpfschildkröten (Mauremys japonica), endemisch in Japan. Hier heißen sie allerdings Nihon ishigame, was übersetzt so viel wie Japanische Steinschildkröte heißt. Passt, sie sitzen ja gerne auf Steinen). Mich haben die wunderschönen Zeichnungen unten am Hals fasziniert.

DSC_8710 Die Fleckschnabel Enten (Anas zonorhyncha) waren alle ein bisschen unruhig unterwegs und haben sich geputzt was das Zeug hält. Zeit für einen Action-Shot.

DSC_8716 Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae).

DSC_8729 Die sind hier sehr weit verbreitet. Zum Glück ungefährlich – entgegen ihrer beeindruckenden Optik. Goldene Seidenspinne (Nephila clavata), hier ein großes Weibchen im Netz. Männchen werden deutlich kleiner und gerne mal nach der Fortpflanzung als stärkender Snack verspeist.

DSC_8758DSC_8768DSC_8774 Taubenschwanz-Spam (und ich hatte erst noch 6 weitere Bilder drin…) – so einen wollte ich schon ganz lange mal fotografieren und bin sehr glücklich endlich einen fotogenen gefunden zu haben. Wobei, gefunden hat ihn Nic während ich eine Hummel fotografiert habe, ich hab dann nur drauf gehalten. Schaut auch nur den schönen Rüssel auf dem letzten Bild an. Hach, ich mag den Taubenschwanz (Macroglossum stellatarum).

DSC_8793 Kein wahnsinnig besonderes Bild, aber nachdem ich über eine Stunde recherchiert habe auf der Suche nach eindeutiger Identifikation, muss ich es euch einfach zeigen um den Zeitaufwand zu rechtfertigen. Ich vermute stark, dass es das Raupenstadium von einem Breitflügeligen Fleckleibbär ist (auch Weiße Tigermotte genannt, Spilosoma lubricipeda). Falls sich irgendwelche kundigen Raupen-Identifizierer auf dieses Blog verirren freue ich mich über Korrektur oder Bestätigung.

DSC_8814DSC_8828DSC_8835 Prachtvoller Graureiher (Ardea cinerea), der den Koi Karpfen das Brot wegschnappt.

DSC_8836 Und zu guter letzt weg von den Naturbildern und ein kleiner Ausflug ins klassische Portrait. Während der Aufnahme hat es mir irgendwie nicht so richtig gefallen, deshalb habe ich tatsächlich nur eine einzelne Aufnahme gemacht. Lightroom hat das ganze dann aber doch unerwartet gerettet und ich bin überrascht, wie schön es geworden ist. Muss am Motiv liegen ;)

 

Kleiner Samstagsspaziergang durch Yokohama

Wir waren gestern auf einer Abschiedsfeier und hatten einen bombastischen Abend. Über die Woche habe ich in meinem Bullet Journal mal meinen Blog-Backlog notiert (die Anzahl ist schon zweistellig… Schande über mein Haupt), nachdem die liebe Magda mich auf unsere Blogstille hingewiesen hat.

Ich bin ganz froh, dass wir diesen schönen Mittag für einen kleinen Spaziergang nach verspätetem Frühstück bei bestem Wetter nutzen konnten.

Der Winter zieht sich so langsam zurück, die Pflaumenbäume bringen erste Blütenvorboten und die Sonne wärmt schon sehr. Wenn ich denke, dass wir vor zwei Wochen bei zweistelligen Minusgraden auf Hokkaido waren.

Ziel unseres Spaziergangs war 根岸森林公園 Negishi Shinrin (Wald) Koen (Park), ein netter Park in unserer Nähe. Dort sind die Ruinen von Rängen einer ehemaligen Pferderennbahn von 1930, die wir bisher nur aus der Ferne bewundern konnten. Leider gingen die Ränge an die US Armee, die seit den 50er/60ern keine weitere Verwendung dafür hat und es jetzt einfach umzäunt verfallen lässt. Trotzdem sehr mystisch und fotogen. Direkt daneben ist der Kommandostand.

Habt alle ein schönes Wochenende – auf weniger Blogstille ;) (ihr habt hier ja schon Minimum zwei Teaser gefunden, Hokkaido und Japanisch lernen)

Marienkäfer am Weg

früher gab es hier ein Banzai Haus (Nummer 1 auf dem Plan) :) Im Hintergrund links: Yokohamas höchstes Gebäude, der Landmark Tower, ganz klein. Kleiner Bambuswald Blühender Bonsai in der Gärtnerei Typisch japanische Parksituation: Mini Cooper und Daihatsu passen geradeso hinein, höher dürfte kein Fahrzeug für diese Garage sein Macht schon mal Laune auf die bevorstehende Kirschblüte – eine Pflaume in einem Vorgarten

Optimismus…

… ist rückwärts gelesen halt auch nur Sumsi mit Po

Aber ich habe beschlossen nur schöne Sachen zu erzählen, heute. Weniger von dem Chaos und der Aufregung/Enttäuschung, was unweigerlich damit einhergeht, sondern mehr von den kleinen schönen Dingen.

Nach einem recht verregneten und sehr kühlen Start in die Woche – es ist nun mal Regenzeit, aber dafür habe ich nicht so richtig gepackt – ist es endlich wieder warm. Hier im Park vor unseren Türmchen ist wieder was los, es werden Basebälle geworfen und die Kinder aus der Betreuungsgruppe spielen Völkerball.

 Baseball in der Mittagspause, Erwachsener Vater mit Sohn Tolle Schattenspender Links unten die Völkerball-spielenden Kinder

Ich habe den letzten Blogpost zum Anlass genommen, das Lernen anzufangen. Die ersten paar Hiragana prägen sich so langsam ein, aber das ist wirklich wieder ein Neustart, alles anders. Diesen Monat möchte ich die kompletten Hiragana lernen, ab Juli legen wir dann mit unserem Sprachkurs los.

 Lernen auf asiatisch: Wiederholungen, Wiederholungen, Wiederholungen!
Am Wochenende waren wir zweimal mit Kollegen essen, das war sehr schön. Einmal Steak und einmal Sushi.

 Klassischer Sushiladen mit Schuhe ausziehen omnomnom Und Samstag ein Steak im „Licht“ (warum das so heißt müssen wir noch rausfinden)

Und nachdem wir uns am Sonntag (trotz nicht aufbaubarem Sofa wegen fehlendem Teil, ist mir zum ersten Mal passiert) kurzerhand entschieden haben, doch nicht gleich zu Ikea zu fahren um zu reklamieren, gab es noch ein Picknick am Wasser.

 Der alte Angler den wir letzte Woche schon bewundert hatten Park am WasserKleiner Snack  Mit Blick auf unsere Türmchen
Mittlerweile stehen übrigens auch alle schwedischen und japanischen Möbel (und ich hab Muskelkater! Eindeutig zu viele Treppen in unserem Haus) und wir wären bereit für Frachten ;) Bevor ich jetzt doch zu den nicht-schönen Dingen abrutsche noch zwei lustige Begebenheiten:

 Gerade sind neben mir (ich sitze draußen) sehr unerwartet Bewässerungsanlagen angegangen; ich hoffe man erkennt es auf dem Bild „Convenience Store“ auf Japanisch – 7 Automaten für alle Bedürfnisse (Getränke, Kaffee-/Teemaschine, Eis, Nudelsuppen, Snacks) – Jep, wir sind im Land mit unglaublichem Automatisierungsgrad angelangt!

Fuxing Park

Nachdem Nic am freien Donnerstag leider mitten am Tag in eine Telco musste, war danach noch ein kleiner Besuch im Jade Buddha Tempel drin (mehr dazu am Montag), dafür ging es Freitag in einen neuen Park: Fuxing Gongyuan.

Früher ein französisches Militärcamp, wurde das Gelände ab 1909 zum französischen Park umgewidmet und umgestaltet. Fuxing Gongyuan liegt nahe an dem „In-Gebiet“ Xintiandi, kurz XTD. Wir waren dort im Juni und auch im August mal essen, aber ich muss mal tagsüber hin und Photos für’s Blog machen.

Der Park wird wirklich gelebt und genutzt, wie ihr auch schon im Video sehen konntet. Es wird gesungen, getanzt, geangelt, gespielt (Karten, Majhong, Ball, Federball, …), gechillt, inline geskated, fotografiert, ge“selfie“t (ok, wird hier eh überall…) und der Platz wird auf beeindruckende Weise ausgenutzt. 

Nur eine Sache bestätigt sich immer wieder, hier ist das Grundniveau an Lautstärke einfach sehr viel höher als ich es gewöhnt bin – eine Oase der Ruhe ist so ein Park für mich mit allem Karaoke und Tanzmusik nicht – macht aber nichts, denn hinsitzen und zuschauen ist spannend, Ruhe finde ich wo anders :)

    Grüne Oase
  Jep, da liegt ein Hochzeitskleid. Der Park eignet sich als Fotokulisse

  Zeitungsdisplay, am Freitag voll von Bildern der Militärparade und dem Präsidenten  
  Bambus“wäldchen“

    Gullydeckel mit Ortsangabe
  Marx und Engels