Was die letzten Tage so los war

Schon am letzten Wochenende (also vor 8 Tagen) waren wir zum ersten Mal im JinMaoTower, mit drei deutschen Dienstreisenden. Auch in dem kleinsten der drei größten Türme gibt es ein Hyatt Hotel und auch dort kann man im 87. Stockwerk (88 hat der JinMao Tower total) mit Aussicht an der Bar sitzen:  Greller Nachthimmel

 Ui, der Starbucks in Xintiandi hat doch tatsächlich offen – der wurde gefühlt ein Jahr lang renoviert… Mein Lieblingsturm auf der Puxi Seite mal aus anderer Perspektive: der Tomorrow-Square, darin befindet sich ein Marriot Hotel und unter anderem auch ein Expat-Krankenhaus. Und er erinnert halt an Orthanc, mit seiner Eckigkeit und der lila beleuchteten Kugel oben  Shanghai Tower aus dem 87. Stock im JinMao Pearl Tower mit Fluss dahinter  Blau leuchtendes SWFC Und nochmal von unten Es ist kalt!!! Es ist ein Monat mit R, da setzt man sich draußen nicht hin – und erst recht geht man nicht in Puschen ohne Socken auf die Straße – brrr


Ok, aber in Daunenjacke zum Sport ist jetzt auch ein bisschen übertrieben. Dafür die Sportschuhe (oder überhaupt geschlossene Schuhe) durch Socken und Flipflops zu ersetzen schon fast fahrlässig.

Omnomnom Wienerschnitzel, tellergroß!

Bula! – mehr als nur Hallo

oder auch: der zweite Fiji-Rückblick (den ersten findet ihr hier)

Von Matangi habe ich euch ja schon hinreichend vorgeschwärmt, heute gibt es auf jeden Fall noch eine ganze Batterie an Bildern.

Unsere Zeit im Urlaub haben wir zum Teil unter dem Wasser verbracht – und Fiji hat auch hier einiges zu bieten. Zu mir wurde ja immer gesagt, dass man als Taucher schon ziemlich viel Glück haben muss, einen Hai zu sehen. Nicht so in Fiji…

Schon beim ersten Tauchgang schwamm direkt der erste Weissspitzenriffhai vor uns vorbei, gefolgt von einer Gruppe von vier Stück, die ziemlich beeindruckend gekreist haben (stellt euch so nen kleinen Kreis vor, wo zwischen jedem Hai kaum Platz ist). Sehr beeindruckend war dann auch der Graue Riffhai, der immer wieder vorbei schwamm und auch etwas größer war als die Weissspitzen. Sehr aufregend für mich, aber zum Glück nicht beängstigend – sind Riffhaie doch nicht ganz so groß (wobei der Graue schon eine ordentliche Länge hatte) und sehr friedliche Artgenossen.

An einem anderen Tag waren wir an der „Yellow Wall“, ein sehr beeindruckendes Steilriff voller Weichkorallen die eine gelbe Wand bilden. Das war auch mein erster tieferer Tauchgang, 26 Meter unter der Wasseroberfläche. Das erste Mal ein Hauch von „Tiefenrausch“ – als meine Ohren erst mal akklimatisiert waren (was bei mir wenn dann auf den ersten Metern „problematisch“ ist) wäre ich auch noch tiefer gegangen – und war sehr enttäuscht, wie schnell die Luftflasche da unten leergesogen ist! Wunderschöner Tauchgang!!

Alles in allem war das Tauchen in Fiji fantastisch, das Wasser ist natürlich herrlich und die Sicht war immer top. Das Areal um Matangi ist eine Meeres-Schutzzone und dort wurde nie explosiv gefischt, die Riffe sind alle in gutem Zustand. So macht Tauchen Spaß!

Über Wasser gibt es auf Matangi nicht viel abgefahrenes zu tun und das ist auch gut so! Was ich erst dort erfahren hab (Nic hat alles gebucht): die Insel ist nicht für Kinder geeignet, das Hotel setzt ein Alterslimit ab 12. Dementsprechend waren hauptsächlich Paare in unserem Alter da, bzw zum Schluss eine amerikanische Familie mit Kinder in unserem Alter.

An einem Vormittag haben wir die Inseltour gemacht, eine Rundweg entlang der Küste der einen Seite des Hufeisens bis zum äußeren Rand, dann über die Kokosplantage auf dem Rücken der Insel zurück. Die Plantage wird seit einigen Jahren nicht mehr aktiv betrieben, ist aber immer noch beeindruckend (die momentanen Verwalter der Insel, Penelope und Flora haben auf dieser Insel – und noch einigen mehr – das Resort gebaut. Flora und ihren Mann Noel haben wir kennengelernt, sie sind beide in Fiji geboren und aufgewachsen. Ihre Tochter führt gerade das Resort, und sie war sehr nahbar, hat abends mit den Gästen zusammengesessen und von der Insel erzählt, von ihrer Kindheit hier und von ihren Plänen mit dem Resort).

Inmitten der Plantage steht ein kleiner Hof, mit Gemüsegarten und umringt von den ganzen frei streunenden Tieren, die ich im ersten Beitrag schon erwähnt hatte. Nachdem es so viel Kokos auf der Insel gibt, wird dort auch sehr viel mit Kokos gemacht, man findet Kokos zu jedem Menü in irgendeiner Form und auch in den Hütten wieder.

Die Hütten (18 mietbar Zimmer gibt es insgesamt) sind sehr großzügig auf dem Hotelareal verteilt und es ist herrlich ruhig. Über die komplette Uferseite gibt es Hängematten, hängende Kuschelecken und Liegen – wirklich in die Quere kommt man sich nicht. Perfekter Ort zum Entspannen.

Dazuhin war das Personal auch einfach unbeschreiblich gut. Jeder hat sich neuen Gästen mit Namen vorgestellt und einen sofort mit Namen angesprochen – nachdem es per se nicht viele Gäste gibt wußten auch oft alle über den groben Ablauf Bescheid und haben beim Essen zum Beispiel gefragt, wie das Tauchen oder Schnorcheln so war. Das hat gleich eine sehr familiäre Stimmung geschafft und auch die Gäste haben viel schneller untereinander Zugang gefunden. Am ersten Tag haben sich gleich mehrere mit uns bekannt gemacht, es blieb aber alles sehr ungezwungen und unkompliziert.

Ein Grund für die familiäre Stimmung ist sicher, dass Flora auf fijianischer Seite mit vielen der Angestellten Verwandt ist und sie die „Tante“ für das Personal ist. Der Umgang ist damit automatisch viel vertrauter und das spürt man auch als Gast – und wird davon angesteckt. Dass die Resortleiterin (Flora’s Tochter, wie erwähnt) dann auch tagsüber beim Strand sauber machen oder abends vor dem Dinner immer für ein Schwätzchen und eine Erzählung zu haben ist (und sich nicht bis auf ein kurzes Hallo in ihrem Büro versteckt), trägt natürlich auch ungemein bei.

Apropos Hallo! Hallo auf Fiji heisst „Bula“ – aber nicht nur. Bula ist ein Wort für alles, für „Prost“, für Zustimmung. Und es gibt einfach keine Möglichkeit, das grummelig auszusprechen. „Bula“ macht gute Laune und dass es sich jeder zuruft, morgens, mittags, abends und immer dazwischen wird so schnell eine Gewohnheit, dass es mir fast in Neuseeland rausgerutscht wäre. Es wäre schön, wenn Bula in alle Sprachen aufgenommen wird. Rollt auch besser von der Zunge als Hallo, vor allem in der gut gelaunten Doppelvariante, Bula-Bula!

Der Text ist schon wieder viel zu lang und jetzt gibts endlich Eure Bilder – alle anderen Erzählungen müssen auf Rückblick 3 warten…

 Unsere Hütte  Bilderbuch  die gelbe Wand  Überreste von dem letzten verheerenden Taifun (2015)  die waren überall im „Dschungel“ – nach der Inseltour wollte ich einfach nur noch duschen…  Kokosplantage 1  Kokosplantage 2  Blick auf das traumhafte Wasser   GoPro Aufnahme der gesamten Insel vom Tauchboot aus  Grauer Riffhai

Mauern

Am zweiten Tag wollten wir eigentlich statt Mauerwandern wieder zurück nach Peking und uns dort noch ein wenig die Stadt anschauen. Nachdem aber heraus kam, dass wir 5 Kilometer an einer Straße entlang mussten, entschiede wir uns doch für den Umweg über die Mauer (circa drei Stunden in Richtung Simatai).

Ziemlich genau direkt nachdem wir neue Tickets gekauft und das Drehtor passiert haben, hat es dann auch angefangen zu regnen, später dann regelrecht schütten. Es war eh schon recht kühl und wir waren ja eher für die 30°Grad am Vortag ausgelegt, nicht für ein Drittel davon. Aber egal:

Im Endeffekt hat es sich total gelohnt und wir sind sehr froh, denn die Mauer hatte nochmal ganz andere Ecken und Kanten, im Regen sah alles viel grüner und lebendiger aus und es war absolut den Trek wert. Leider waren wir danach ziemlich durch und durch nass (bis zur Unterwäsche).

In Peking hat uns die Great Leap Brewery gut versorgt und der Schock hängen zu bleiben (wie schon beschrieben) war Dank des Biers und der Burger später nur halb so groß. Hier die Bilder:

 Wachturm mit drei Regenwächtern Wahnsinn, wie sich das Bauwerk schlängelt Die Wanderschuhe haben den Weg nicht überlebt Ein wirklich toller Ausklang!  und da heißt es, in Peking wäre die Luft immer schlecht Warten ist in der Lounge einfach viel erträglicher

 „Und wenn Du die Augen zu machst klingt der Regen wie Applaus“ (Enno Bunger)

Huangshan Endbetrachtung (18.04.2016 -Tag18-)

Nachdem wir eine unglaublich schöne und sehr ruhige Zeit abseits des Hauptweges hatten, war der Schock, zurück nach „China“ zu kommen umso größer. Schon kurz bevor unser Weg wieder auf den Hauptweg traf, wurde das Geräuschlevel immer lauter und lauter. Das Wetter war viel besser als erwartet, der Regen blieb aus und zeitweilig schien die Sonne. Außerdem war es Sonntag. Ergo: Der Berg wimmelte nur so von Touristen. Eine geführte Tour mit Lautsprecher (>brazzzzzzz<) nach der nächsten, Gruppenweise junge Mädchen, die sich mit Michi und Nic fotografieren wollten. Der Lotus Peak, den wir ursprünglich mal noch besteigen wollten (ich muss fairer Weise sagen: ich hätte es körperlich nicht mehr geschafft) war wegen starken Windes gesperrt und unsere Nerven lagen nach der ganzen Ruhe und Idylle blank. So hieß die Devise: nichts wie runter von dem Berg und zu unserem Grillladen von Freitagabend. Immerhin was, worauf wir uns alle gefreut haben. Nachdem der letzte Bus von Tangkou nach nach Tunix schon gegen 17:30 gehen sollte und wir für die 15 km Abstieg circa 4-5 Stunden gebraucht hätten, gab es um 13:00 auch nur noch die Seilbahn. Meine Knie und ich waren dankbar – doch der Weg dort hin war die Hölle.

Platzangst darf man sicherlich keine haben – und empfindliche Ohren auch nicht. Rumschreiende Muddis und Omas (die Generation 50+ hier raubt einmal manchmal den letzten Nerv, das werde ich bei Gelegenheit nochmal weiter ausführen). Heute reicht wohl die Geschichte: in einem Strom von Menschen, der sich langsam über die Stufen mäandert, bleibt die „entiteled Muddi“ (wie ich sie liebevoll nenne) vor einem unvermittelt stehen, dreht sich auf dem Absatz um (merke: sie hält damit in diesem Fall locker an die 100 Menschen gleichzeitig auf…) und schreit ihrer Familie / Freundin / Gruppenkollegin 20 Stufen weiter hinten etwas entgegen. In mein Ohr. Überhaupt stimmt der Stereotyp, hier geht einfach alles lauter zu. Aber daran kann ich mich überhaut nicht gewöhnen, das hat nichts mit Kulturschock zu tun oder Intoleranz. Ich finde das einfach nur unhöflich und antisozial. Ebenso, wenn uns einer der Träger entgegen kommt und versucht, und als Kunden zu gewinnen. Kurz zuvor spuckt er allerdings einen tief hochgeholten Klumpen Schleim auf die Stufe. Was ist denn das für eine Art, Kunden für seine Dienstleistung zu gewinnen?

Mit jeder Minute wurden wir innerlich aufgewühlter, um es ma zu umschreiben. Unsere Stresslevel beruhigten sich, als wir in der Seilbahn saßen und dank des Windes gemütlich nach unten schwebten.

In Tangkou angekommen freuten wir uns erst mal, von der Bushaltestelle in den Ort zu laufen. Ein paar hundert Meter ohne Treppenstufen laufen. Einfach himmlisch.

Unser Grillladen hatte leider den Grill nicht aufgebaut – aber wir beschlossen, dann eben was von der Karte zu essen – Hauptsache bei denen, da war’s nämlich gut. Unter anderem einen Oktopusspieß. Und was erblicken unsere erfreuten Augen da? Sie bauen den Grill auf. Flugs haben wir (auf nachfragen, versteht sich), wieder unseren Tisch raus bugsiert und das Lager unter der Brücke aufgeschlagen. Am Kühlschrank haben wir dann noch fleißig Spieße zusammengestellt und waren sehr schnell wieder sehr versöhnt. Die Erfahrungen waren einfach herrlich und allein die drei einsamen Stunden auf dem Weg zur Fairybridge haben das Wochenende extrem lohnenswert gemacht.

In Tunxi angekommen hatten wir noch sehr viel Zeit bis zum Rückflug. Also noch eben in die Altstadt gefahren (erste Linienbusfahrt in China!). Die ist wirklich, entgegen der Onlinerezensionen (auf die ich wirklich nach dem Wochenende gar nichts mehr geb) sehr sehenswert und war ein schöner Wochenende-Ausklang.

Als Highlight zum Abschluss haben wir die Bushaltestelle für den Linienbus zum Flughafen nicht gefunden – und sind mit einer kleinen Mopedrikscha hingedüst. Der Fahrer hatte eine Gaudi mit uns und wir hatten nochmal eine kleine außergewöhnliche Rundfahrt durch Tunxi, Huangshan City.

Der Muskelkater hielt bei mir drei Tage – aber das war es allemal wert. Berge zu sehen, Stille zu genießen, frische Luft zu atmen und sich körperlich draußen betätigen. Alles Dinge, die ich früher für selbstverständlich angenommen habe.

Hier die letzte Runde Bilder bevor ich mich diese Woche wieder anderen Themen widme.

   Michi umschwärmt
  Nic und Michi umschwärmt

   Abstieg
  Teepflückerinnen. Huangshan ist eine bekannte Teeregion

   Erste Linienbusfahrt in Tunxi
  Unser Grillladen in Tangkou. Wir sind jetzt auch Teil der Familie, selbst die Ayi kam gleich wieder zu uns :)

   Die sind wohl morgens voll – Seilbahnstatiom an den Western Steps
  Tunxi Altstadt

   Auf dem Wasser
  Stefan, Dani und Nic in der Altstadt

 Blick zur Rikscha vorne raus
  Am Flughafen. Auch der Fahrer freut sich vorne drin

PS: sorry, dass die Bilder jetzt teilweise nicht chronologisch waren… Keine Ahnung, was da passiert ist. Aber ich freu mich einfach, dass es überhaupt wieder klappt