Rückblick auf Abend 5

Ich fühle mich halbwegs wieder menschlich. Der Sonnenbrand auf den Schultern ist auch wieder abgeklungen und ich freue mich gleich aufs letzte Hotelfrühstück!

Im Bus auf dem Rückweg aus Pudong nach Puxi gestern waren Nic und ich schon ziemlich fertig. Nachdem ich um diese Uhrzeit (16:00) nach so einem Tag gerne mal wegknacke (passiert mir auch in Erlangen, so ist es nicht. Wenn’s schön schaukelt und ich mich nicht unterhalten muss und generelle Sendepause ist, ist’s ja Zeit zum kurz runterfahren) war das bei mir nicht verwunderlich, Nic hingegen war für seine (Duracell-) Verhältnisse schon sehr „well done“. Kein Wunder, war ja unser erster „Hochsommer“-Tag dieses Jahr (morgens um 10 über 30 Grad, abends nach Dämmerung immernoch an die 30 Grad); nur dass jetzt Mitte Juni ist und wir hier Frühsommer haben. Hochsommer Shanghai heißt eben nicht über 30 sondern über 40 Grad. Bei an die 100% Luftfeuchtigkeit.

Die Luftfeuchtigkeit bedeutet aber auch, dass 30 Grad sich nicht wie die 30 Grad auf unserer Dachterasse in Erlangen anfühlen, sondern ganz anders. Schwüler, logisch. Ich mag’s gern warm und freu mich tierisch auf den Sommer und eigentlich kann ich mit feuchter Hitze auch ganz gut umgehen, aber etwas Eingewöhnung für den Körper braucht’s schon. Gestern hab ich das sehr deutlich gespürt, wenn man sich dann nicht regelmäßig im klimatisierten abkühlt, geht’s schon mächtig auf den Kreislauf. Und wir waren nicht umsonst um 21:00 komplett platt.

Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, am frühen Abend nochmal zum Compound 8 Park Avenue zu fahren und uns drin sowie in der Umgebung umzuschauen.

Ich muss sagen: wir sind echt begeistert. Das Compound wirkt sehr ordentlich, aber nicht drüber. Überall gibt es kleine Teiche, mit Fischlis, ein kleiner Kinderspielplatz, eine kleiner Aussensportbereich (mit z.B. Barren, Ringen und -yay! – Klimmzugstange ;) ). Es waren größtenteils Einheimische unterwegs, da ist mal nix mit „westlicher artifizieller Blase“, wie man es in den Compounds um die westlichen Schulen finden würde.

Und die Umgebung ist super. Kleine Straßen mit Mini Geschäften, allein drei Obstläden und ein Gemüseladen ums Eck für den Grundbedarf an frischem Gewächs. Dass es einige Westler im Gebiet gibt zeigt sich dann aber an den Lokalen/Bars, neben den klassischen Garküchen gibt es auch anderes. Z.B. das Bounty, Anwärter auf eine neue Stammlocation ums Eck. Der Bartender spricht mit französischem Akzent (Belgier / Franzose / Kanadier), es gibt köstliches Hühnchenkebap und europäisches Bier für Nic. Außer Freitag und Samstag auch daily drink Specials. Kommt einfach vorbei und wir schauen es uns zusammen an.

Einzig was ich noch nicht rausgefunden hab, ist wo der nächste große Supermarkt (Tesco, Walmart oder Carrefour oder so) für die Wocheneinkäufe ist. Vermutlich 4 Straßen weiter, aber das reicht ja dann auch im August. 5 Gehminuten entfernt ist auf jeden Fall der nächste (dementsprechend teure) Importsupermarkt, in dem man aber im Notfall auch für ~3€ einen Liter haltbare Salzburger Bergbauernmilch kaufen kann. Englischsprachige Zeitschriften gäbs auch – und alles andere was das Herz oder ein groooßer Geldbeutel begehrt… Hier noch die Impressionen:

   Hunde und Fische :)
  8 Park Übersicht

  Unser Briefkasten :)

  Tageslicht-Kuppel über dem indoorPool (wird gerade renoviert)

  Wege durchs Compound

  Blick auf den Compoundinnenbereich (auf den auch unser Schlafzimmer- sowie Wohnzimmerfenster geht) mit Teich, kleinen Grill-flächen (zur freien Verfügung, einfach Kohle reinwerfen, Waschbecken gibt es auch. Kann man draußen (bis 21:00) picknicken.

Clubhaus. Im UG Links Fitnessraum, Squash, Pool, oben links innen Tischtennisplatte. Im Eingangsbereich haben zwei grad Federball gespielt, war ja windig draußen. 

  Noch mehr grün.

  Bounty von innen.

  Bounty von Außen; die Speisekarte hat uns zum Ausprobieren angelockt.

  Kebap! Sehr gutes Brot und frischer Salat. Hühnchen können Sie eh.

 Auf dem Rückweg noch Kunst gefunden, ein bisschen Dalí geht immer!

Vorbereitungen abgeschlossen (1)

Die Wohnungssuche ist vorbei. Zum Glück! Heute Mittag haben wir unsere zwei Top-Favoriten nochmal Kopf-an-Kopf besichtigt, Listen mit Vorraussetzungen geschrieben und uns entschieden. Das Vermieterpaar (Developer des Komplex!) wohnt nicht in SH sondern sitzt in Hong Kong. Ein Freund von Ihnen, der zum Glück den Chef unserer Maklerin kennt und deswegen gern mit denen Geschäfte macht (Vitamin B ist in China noch weitaus bedeutungsvoller als bei uns), hat das abgewickelt. Anscheinend (wer weiß, was da alles Geplänkel ist) mögen die Vermieter gerne deutsche Mieter, immerhin besteht die Küche rein aus AEG und einem Franke Waschbecken ;)

Jetzt aber zum wichtigen Teil: der Komplex nennt sich 8 Park Avenue, liegt im Stadteil Jing’an (nördlich des Jing’an Tempel) und unser Gebäude ist ein Neubau, Erstbezug der Wohnung. Wenn das alles klappt, sind Nic und ich einfach nur Glückskinder!!

Drei Schlafzimmer (wobei wir eines in ein Arbeitszimmer umwandeln, denn ein Gästezimmer mit vollem Gästebett reicht uns ja), zwei Bäder, ein großer Wohn/Essbereich und eine vollausgestattete Küche (inklusive Ofen und Geschirrspüler, was in China nicht üblich ist und nicht in allen besichtigten Wohnungen war). Wohn- und Schlafzimmerfenster sind mit Blick auf das Compound (und dahinter natürlich die anderen 8 Park Hochhäuser) was keine Straße und dafür Bäume und kleinen Teich beinhaltet. Dazuhin Süd-West Seite. Klimaanlage und Heizung sind zentral, dadurch dass alles brandneu ist, sind die Fenster top isoliert, was gerade in SH nicht nur für Hitze/Kälte sondern auch für die Geräuschekulisse wichtig ist (wobei wir ja zum Glück nicht auf die Straße schauen).

Die Wohnung liegt im 10. Stock (insgesamt ca. 30 Etagen), zum sehr gepflegten Compound gehören ein Fitnessraum mit den wichtigsten Geräten und ein, zu den anderen besichtigten Compounds, verhältnismäßig riesiger Pool (innen), der gerade bis Ende Juni renoviert wird, Tischtennis, Squash und Sauna. 

Das Compound liegt nur 10 Gehminuten vom Jing’an Tempel, einem der drei bedeutendsten buddhistischen Tempelbauten (neben einem in Peking und einem in Guangxiao) in China, entfernt. Dort gelangt man auch wieder direkt auf die Nanjing Lu und es gibt U-Bahn Anbindung in die Innenstadt oder in die „Szeneviertel“, ein Einkaufszentrum, u.a. mit Laden für westlichen Bedarf und dann noch  EINKAUFSZENTREN mit allem drum und dran, Fressmeile, etc.

Wir sind wirklich begeistert vom Compound, der Wohnung und der Lage – alles in allem hätte es nicht besser kommen können. Das ist alles sehr schwer zu beschreiben, woraus sich folgender Schluss zieht: Ihr müsst es euch einfach anschauen kommen! Es lohnt sich, versprochen!!

Jetzt warten wir auf den Mietvertrag (und fangen an zu planen, was alles mit umziehen soll, was weg kann und was in Deutschland für unsere Rückkehr aufgehoben wird).

 

Der Jing’an Tempel (ich habe ihn drin noch nicht besichtigt).

 8 Park Avenue, das linke hintere Gebäude, das komplett drauf ist, ist es. Aber von diesem Bild kann man es sich wirklich schwer vorstellen. Leider haben wir keine repräsentativeren Bilder, aber ihr glaubt uns sicher auch so, dass es mit Abstand das Beste ist, was wir besichtigt haben :) Und ihr kommt es euch ja dann eh anschauen.