Von Marmor, Gold und Jade

Ein Wecker um sechs Uhr ist immer hart, aber für den Sonnenaufgang lohnt es sich.

Außerdem ging es schon früh Richtung Jetty um die nächsten 10 Tage auf dem Fluss Irrawady das Land zu erkunden.

Von Sagaing aus, einer historischen Hauptstadt und eines der buddhistischen Zentren, ging es erst aufs Boot und dann per Bus noch durch Amarapura (auch ehemalige Hauptstadt), zur Mahamunia Pagode wo Männer Goldblätter an den Buddha kleben, und zur U Bein Teakholzbrücke.

Nach all diesen neuen Eindrücken kam nach dem Dinner noch eine Aufführung der Studenten der Mandalay Kultur Universtät hinzu und wir waren viel zu platt um noch zu Bloggen. Hier also (aus der Mittagspause heute), die nachträglichen Bilder:

Sonnenaufgang von der Frühstücksdach“Terasse“ des Bagan King Fischer suchen unter unserem Boot nach dem großen Fang – der Wels mit einem halben Meter Länge im dritten Anlauf hat ihnen Recht gegeben Marmorschnitzereien. Die Gesichter bleiben zuerst noch unvollendet, der Auftraggeber entscheidet über die Gesichtsform (zB Thailand, China, Myanmar oder Indien) Der goldbeklebte Buddha in der Mahamuni Pagode – nur Männer dürfen ihre Spende darbieten, die Frauen beten draußen vor einem Bildschirm, der das Geschehen drin überträgt. Jeden Morgen wird das Gesicht und die Zähne der Statue geputzt (diese Statuen werden als lebend verehrt), daher bleibt es glänzend glatt Glockenklang hallt über den Platz Die Pagode Im Raum ohne Luftzug werden die Goldplättchen auf das Trägerpapier aufgetragen U Bein Brücke vom Wasser aus Wir werden verwöhnt – zum Sonnenuntergang vor der Brücke gibt’s ein Gläschen – großes Hallo unter den Gästen Die Brücke ist sehr alt und baufällig – ohne Geländer ist die Überquerung durchaus mit Mut verbunden Eigentlich bin ich kein Fan von diesen Bespaßungsprogrammen, aber die Studenten waren wirklich toll und haben die interessantest traditionellen Tänze aufgeführt. Obwohl sie sich noch in der Ausbildung befinden, war das Talent greifbar

Dem Buddhismus auf der Spur…

… naja, oder so ähnlich. Wir sind ja nicht in Indien. Aber Siddharta Gautama war nach Überlieferungen mal hier, auf dem Mandalay Hügel.

Aber mal von vorne. Das Erste was wir von Myanmar im Anflug sehen, ist Staub. Vielleicht ist es auch Luftverschmutzung, aber eigentlich macht es auch keinen Unterschied. Unter dem Strich bleibt die Auswirkung die Gleiche: man sieht nicht bis zum Horizont. Aber das, was man da im Anflug sehen kann ist schon sehr beeindrucken: goldene Pagoden und Stupas so weit das Auge reicht.

Mein Schwager war vor einigen Jahren schon hier und hat uns den Tipp gegeben (Danke, Alex :)), lieber gestern als morgen Myanmar zu bereisen. Noch ist das Land sehr untouristisch, doch die Zahlen scheinen exponentiell zu steigen. Und jetzt haben wir es endlich geschafft.

Hier bestätigt sich wieder das Zitat von Hans-Magnus Enzensberger: „Der Tourist zerstört was er sucht, indem er es findet“

Doch man wünscht diesem Land den touristisichen Erfolg, weil es es so bitter nötig hat und weil es so wunderschön und beeindruckend ist. Ein zweischneidiges Schwert… die Fahrt vom Flughafen zum Hotel offenbart ein horrendes Müllproblem. So viel Müll haben wir schon lange nicht mehr in der Natur gesehen… zuletzt vielleicht bei unserem ersten Besuch in Sorong, oder damals auf Bali (beides Indonesien).

Die Burmesen sind nicht reich, das zeigt sich auf den ersten Blick. Umso beeindruckender, wie sehr sie ihren Glauben mit Gold ausleben. Pagoden, Stupas, Statuen – das Land darbt doch die Pilgerstätten sind verziert und es wird gespendet als gäbe es keine anderen Sorgen. Und hier wird auch gelebt „a smile goes a long way“ – wenn man mit einem Lächeln auf die Menschen zugeht sind sie unglaublich freundlich und liebenswert. Allein heute hatten wir so viele Menschen, die uns ihr 2-3 Brocken Englisch zeigen wollten, es war geradezu rührend. Manchmal schauen sie einen etwas verschämt oder neugierig an, doch sobald mal lächelt erfüllt ein Strahlen ihr Gesicht und sie fragen wie es geht, woher man kommt oder machen Fotos von/mit einem. Ähnlich wie zu unseren China-Zeiten (wir sind ja erprobt…), aber doch etwas zurückhaltender und charmanter.

Unsere Tour heute hat uns zum Mandalay Hügel geführt, danach mit dem Tuktuk ins Hotel und nach einer kurzen Verschnauf- und Abkühlungspause nochmal los zum Palastgelände. Nach knapp 14.000 Schritten auf der Uhr war es gar nicht so leicht, sich noch mal aufzuraffen, doch es hat sich gelohnt! Seht selbst!

Sonnenaufgang vom Hotelzimmer aus Eine Tankstelle… inklusive Kompressor für Reifenluft Immer schön aufpassen wo man hintritt… Spazieren entlang des Palastgrabens hin zum „Mandalay Hill“, der Hügel im Hintegrund Stupas an der Kuthodaw Pagode. Weltdokumentenerbe, hier sind die einzigen Schrifttafeln mit dem Pali-Kanon hinterlegt, direkte Überlieferungen von Siddharta Gautama Immer schön die Schuhe und Socken an religiösen Stätten ausziehen! Blick auf den Hügel mit seinen Pagoden Und Blick vom Hügel runter Hier der Graben um die alten Mauern sehr gut zu sehen Siddharta Gautama war nach Überlieferungen auf dem Hügel und hat vorhergesagt, dass unten mal einen blühende Stadt entstehen wird. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Mandalay dann zur Hauptstadt des Königreichs und die Prophezeiung erfüllt. Daran gedenkt diese Buddha Statue Steiler Aufstieg zum „Gipfel“ Säulengänge wir hatten das Glück, den Meistern beim Schneiden der Spiegel für die Mosaike zuzusehen. Sehr beeindruckend…… wie hier alles verspiegelt ist. Das Wetter war übrigens, wie der tiefblaue Himmel andeutet, grandios. Nach dem ganzen Laufen erst mal eine Tuktuk Fahrt zurück zum Hotel… Blick auf das Palastgelände vom Aussichtsturm Und hier noch mal in der Übersicht. Sehr beeindruckend des Gelände, aber alles nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut! Blick auf den Aussichtsturm. Ziemlich baufällig, wir waren ganz froh als wir wieder unten waren. Aber immerhin hat der Turm als einziges Bauwerk der Anlage die Bomben des zweiten Weltkriegs überstanden und ist original! Zurück noch mal entlang der Stadtmauer. In der goldenen Stunde leuchtet sie noch etwas schöner:

Burmesische „Ampel“?!