Roadtrip Tag4: Gestrandet in Coromandel

Wir haben ja die größten Schauergeschichten gehört, von gesperrten und überfluteten Straßen, die eine Durchfahrt von der Ostseite der Peninsula unmöglich machen – und so weiter. Im Endeffekt kam alles anders. Unser 28.09. im Protkoll (PS: wir haben kein WLAN, heute nur Text, Bilder werden morgen nachgereicht – wobei mein Ladekabel auch den Geist aufgegeben hat… Die Ereignisse gebe ich so wieder, wie sie passiert sind. Einige Zeitangaben sind geschätzt, das meiste aber anhand der Telefonprotokolle rekonstruiert):

7:30 Wecker! Nic hat gestern angekündigt, heute mehr laufen zu wollen. Dann mal rein in die Sportsocken und bereit für den Tag machen

8:30 auschecken, Vorräte aufstocken, volltanken, aus Thames Richtung Coromandel losfahren. Ich möchte einen Kaffee

9:30 Nic sieht ein Café in Kereta, ich sage leichtsinnig „Fahr noch ein Stück“ und denke, im nächsten Ort halten wir, spätestens Coromandel City

9:40 Mitten im nichts (kurvige Strecke über bewaldete Hügel) fiept unser Jeep. Die Batteriewarnleuchte geht an. Wir steuern die nächste Parkbucht an

9:42 Der Jeep raucht. Nic verschwindet hinter der offenen Motorhaube und schaut dabei zu, wie Flüssigkeit austritt. Schaut nicht so gut aus… Dafür tröpfelt es jetzt.

9:43 Ein hilfreicher Kiwi hält. Er hat den Qualm gesehen und bietet uns an, da die Gegend ein Funkloch ist, auf den Hügel zu fahren und dort den Pannendienst zu rufen.

9:45 Ein Blick auf unser Handy verrät: Wir haben Netz! Also nichts wie die Mietwagenfirma anrufen. Sie versprechen, dass sie sich kümmern und gleich wieder anrufen

9:48 Der hilfreiche Kiwi kommt vom Berg wieder runter und meldet, dass der Pannendienst in 30 Minuten da sein sollte. Der Jeep raucht immernoch, der leichte Regen trägt dazu bei

9:49 Es fängt an zu schütten

9:55 Die Mietwagenfirma meldet sich. Der Abschlepper muss von ihnen arrangiert werden, sie schicken ein Ersatz-Auto los – das sollte in drei Stunden da sein. Der Jeep raucht gemütlich vor sich hin

10:25 Der Pannendienst aus Coromandel kommt. Er telefoniert mit der Mietwagenfirma und bietet an, den Wagen nach Auckland zu bringen und den Ersatz zurück zu uns zu bringen. Nachdem das Wetter eher Bescheid aussieht, beschließen wir, mit nach Auckland zu fahren und von dort weiter zu sehen 

10:32 Es regnet mittlerweile Hunde und Katzen. Aber das Auto ist auf den Schlepper geladen. Dort kann es jetzt so viel rauchen wie es will 

10:35 Die Mietwagenfirma ruft an. Sie haben einen anderen Schlepper beauftragt das Auto zu bringen. Wir sollen dort warten (im Nichts, keine Toilette, kein Kaffee, keine Aussicht. Aber viel Regen. Es macht uns ja nichts aus, in der Natur unser Geschäft zu verrichten, wenn es sein muss – aber bei dem Wetter?!?) oder uns auf eigene Kosten in den nächsten Ort (Coromandel City) bringen lassen. Wir wählen Option 2.

10:50 Wir fahren nach einigen Telefondiskussionen los

11:25 Durch mehrere leicht- sowie schwer- sowie hart-Regenphasen erreichen wir Coromandel. Juchee, Toiletten und Lunch

12:00 Nic holt (im starken Regen) die Karte aus dem Auto und wir fangen an zu planen. Dazu gibt es endlich einen Kaffee. Eigentlich gar nicht so übel, längere Pause gibt es normalerweise tagsüber bei uns nicht, außer am Strand

12:45 Die Mietwagenfirma ruft an. Das Auto ist jetzt unterwegs (ich dachte, es war um 10:00 unterwegs und kommt um 13:00???) und sollte 14:30 da sein

13:00 Wir nutzen die Regenlücke zu einem Spaziergang durch Coromandel. Gibt nicht viel zu sehen, ehemalige Goldgräberstadt. Aber es gibt Eis und Postkarten

13:50 Wir sind im Nieselregen wieder beim Auto angekommen und schreiben Postkarten. Gerade rechtzeitig, der Regen legt wieder zu. Aber immerhin, der Jeep raucht nicht mehr

15:00 Wir erkundigen uns freundlich bei unserer Mietwagenfirma, ob es irgendwelche Updates zu unserem Ersatzfahrzeug gibt. Sie dachten, wir hätten es schon, entschuldigen sich aber für die Unannehmlichkeiten und dass der Fahrer erst so spät weggekommen ist. In meinem Kopf laufen Horrorszenarien ab und ich sehe den Jeep schon in den steilen Kurven ein Feld runterpurzeln…

15:30 So langsam setzt der Wahnsinn ein. Wir finden alles plötzlich sehr lustig. Die Wolkendecke reißt auf und wir springen aus dem Auto um die paar halbgaren Sonnenstrahlen zu genießen. Wenige Minuten später treibt uns der nächste Regen wieder zurück ins Auto

15:50 Der Auckländer Pannendienst ruft an. Er sei gleich da

16:00 Da rollt es ein! Der Pannendienst kommt nicht allein, sondern mit Frau und Hund. Vielleicht mussten sie unterwegs noch Gassi gehen? Die beiden wirken ein wenig wie „Schatz, spring ins Auto, ich hab nen Job der mich nach Coromandel bringt, heute machen wir einen Ausflug!“ – aber egal, wir haben wieder ein fahrtüchtiges fahrbares Gerät unter uns und sind glücklich! Weiter geht’s

Wir fahren die 309 quer durch die Peninsula und halten an für einen Spaziergang mit siamesischem Kauri. Immerhin noch etwas Waldluft.

18:00 Ankunft in Hahei. Von dort können wir morgen gleich früh die Tour starten (diesmal wirklich mit mehr draußen sein). Nach kurzer Suche finden wir ein Zimmer auf einem Campingplatz. Direkt am Strand. Nach einem Strandspaziergang laufen wir noch hoch auf die Felsen, zum Aussichtspunkt. Herrlich, es regnet auch nicht mehr und wir sind alles in allem recht trocken durch den Tag gekommen

19:00 Imbissbude entdeckt. Hahei muss zur Saison nur so von Touristen wimmeln, momentan ist es eher ruhig. Aber die serbische Imbissbude ist sehr gut! Nebenan lädt die lokale Brauerei noch zum Absacker und der Tag ist zum Schluss doch noch ein voller Erfolg. Zwar hat sich unser Plan verschoben, aber das ist ja an sich kein großes Problem, wir haben ja keine vorgebuchten Hotels. Jedenfalls lassen wir uns von solchen unänderbaren Dingen nicht die Laune verderben – ich glaube, die Mietwagenfirma war recht überrascht und auch ganz froh – jedenfalls war die Dame am Telefon hörbar erleichtert, als ich um 16:05 angerufen hab um ihr zu sagen, dass wir im Roten losdüsen und der Goldene wieder zu Ihnen auf dem Weg ist. Natürlich erst nach einem kleinen Gassistopp ;)

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Roadtrip Tag3: Von Paihia nach Thames

Heute ließen wir in einem großen Stint das Northland hinter uns. Aber, von vorne:

Der Tag begann früher als üblich, schon um 7 hat der Wecker versucht, uns aus den Federn zu klingeln. Das Aufstehen hat sich aber gelohnt, wir konnten zwei der letzten 6 Bootstickets für eine vierstündige Tour zum „Hole in The Rock“ und zurück nach Paihia.

Das Wetter war schön (wovon unsere geröteten Nasen abends Zeugnis tragen) und die See recht ruhig. Am Hole in The Rock war dann allerdings doch etwas mehr Wellengang spürbar und es sah erst nicht danach aus, dass wir eine Durchfahrt wagen könnten. Unser Skipper, die uns schon sehr sympathisch am Lautsprecher alle möglichen Infos zur Bay of Islands gegeben hat, hat zu guter letzt einen Anlauf gewagt – und wir haben es ohne Schäden mit unserem Kat durch geschafft. Sehr aufregend!

Delfine hat der „Dolphins Seeker“ übrigens nicht gefunden, aber dafür Seehunde. 

Nachmittags, als wir wieder festen Boden und dann unseren Jeep unter den Füßen hatten, ging es wieder auf die Straße.

Mit einem Abstecher zur wunderschönen Whale Bay, inklusive Spaziergang zum versteckten, verwunschenen Strand und Picknick oberhalb, entlang der Küste immer weiter gen Süden. 

Irgendwann wurde der Verkehr ungemütlicher und die Besiedlung immer dichter – bis sich plötzlich die Skyline von Auckland in unser Sichtfeld schob. Unser Weg führte einmal entlang der Autobahn, quer durch Auckland – zur Feierabendzeit. Aber sobald wir den Großraum Auckland (in dem ein Drittel aller Neuseelandbewohner leben) hinter uns gelassen hatten, gab es wieder mehr Kühe, Schafe und Wild als Häuser, Autos und Menschen zusammen.

Zu guter letzt erreichten wir das Ziel, Thames am Eingang zur Coromandel Peninsula. Und uns ging auf, wieviel Glück wir in den letzten Tagen mit dem Wetter hatten – denn plötzlich war nichts mehr vom Himmel zu sehen und der Scheibenwischer stark gefragt.

So nebenbei haben wir auch die ersten 1000 km geknackt und die erste Detailkarte, Northland, hinter uns gelassen – wobei es uns dort so gut gefallen hat, dass ein Abstecher auf dem Rückweg gar nicht so unwahrscheinlich scheint.

 Schönwetterwolken über der Bay of Islands Ausfahrt  Hole in The Rock „in Fahrtrichtung“ Und mit uns  Und kurz vor der Durchfahrt Und von Hinten :) Yay, durch geschafft!!  Panorama von der Insel Urupukapuka auf die Bay of Islands und mal wieder mit uns  Whale Bay  Versteckter Strand in abgelegener Bucht (kein direkter Zugang, erst Recht keine Zufahrt) Panorama vom Strand Baumfarn Whangarei Wasserfälle (20m über Basaltkante) Und wieder in Auckland, Blechwüste…