Bula! – mehr als nur Hallo

oder auch: der zweite Fiji-Rückblick (den ersten findet ihr hier)

Von Matangi habe ich euch ja schon hinreichend vorgeschwärmt, heute gibt es auf jeden Fall noch eine ganze Batterie an Bildern.

Unsere Zeit im Urlaub haben wir zum Teil unter dem Wasser verbracht – und Fiji hat auch hier einiges zu bieten. Zu mir wurde ja immer gesagt, dass man als Taucher schon ziemlich viel Glück haben muss, einen Hai zu sehen. Nicht so in Fiji…

Schon beim ersten Tauchgang schwamm direkt der erste Weissspitzenriffhai vor uns vorbei, gefolgt von einer Gruppe von vier Stück, die ziemlich beeindruckend gekreist haben (stellt euch so nen kleinen Kreis vor, wo zwischen jedem Hai kaum Platz ist). Sehr beeindruckend war dann auch der Graue Riffhai, der immer wieder vorbei schwamm und auch etwas größer war als die Weissspitzen. Sehr aufregend für mich, aber zum Glück nicht beängstigend – sind Riffhaie doch nicht ganz so groß (wobei der Graue schon eine ordentliche Länge hatte) und sehr friedliche Artgenossen.

An einem anderen Tag waren wir an der „Yellow Wall“, ein sehr beeindruckendes Steilriff voller Weichkorallen die eine gelbe Wand bilden. Das war auch mein erster tieferer Tauchgang, 26 Meter unter der Wasseroberfläche. Das erste Mal ein Hauch von „Tiefenrausch“ – als meine Ohren erst mal akklimatisiert waren (was bei mir wenn dann auf den ersten Metern „problematisch“ ist) wäre ich auch noch tiefer gegangen – und war sehr enttäuscht, wie schnell die Luftflasche da unten leergesogen ist! Wunderschöner Tauchgang!!

Alles in allem war das Tauchen in Fiji fantastisch, das Wasser ist natürlich herrlich und die Sicht war immer top. Das Areal um Matangi ist eine Meeres-Schutzzone und dort wurde nie explosiv gefischt, die Riffe sind alle in gutem Zustand. So macht Tauchen Spaß!

Über Wasser gibt es auf Matangi nicht viel abgefahrenes zu tun und das ist auch gut so! Was ich erst dort erfahren hab (Nic hat alles gebucht): die Insel ist nicht für Kinder geeignet, das Hotel setzt ein Alterslimit ab 12. Dementsprechend waren hauptsächlich Paare in unserem Alter da, bzw zum Schluss eine amerikanische Familie mit Kinder in unserem Alter.

An einem Vormittag haben wir die Inseltour gemacht, eine Rundweg entlang der Küste der einen Seite des Hufeisens bis zum äußeren Rand, dann über die Kokosplantage auf dem Rücken der Insel zurück. Die Plantage wird seit einigen Jahren nicht mehr aktiv betrieben, ist aber immer noch beeindruckend (die momentanen Verwalter der Insel, Penelope und Flora haben auf dieser Insel – und noch einigen mehr – das Resort gebaut. Flora und ihren Mann Noel haben wir kennengelernt, sie sind beide in Fiji geboren und aufgewachsen. Ihre Tochter führt gerade das Resort, und sie war sehr nahbar, hat abends mit den Gästen zusammengesessen und von der Insel erzählt, von ihrer Kindheit hier und von ihren Plänen mit dem Resort).

Inmitten der Plantage steht ein kleiner Hof, mit Gemüsegarten und umringt von den ganzen frei streunenden Tieren, die ich im ersten Beitrag schon erwähnt hatte. Nachdem es so viel Kokos auf der Insel gibt, wird dort auch sehr viel mit Kokos gemacht, man findet Kokos zu jedem Menü in irgendeiner Form und auch in den Hütten wieder.

Die Hütten (18 mietbar Zimmer gibt es insgesamt) sind sehr großzügig auf dem Hotelareal verteilt und es ist herrlich ruhig. Über die komplette Uferseite gibt es Hängematten, hängende Kuschelecken und Liegen – wirklich in die Quere kommt man sich nicht. Perfekter Ort zum Entspannen.

Dazuhin war das Personal auch einfach unbeschreiblich gut. Jeder hat sich neuen Gästen mit Namen vorgestellt und einen sofort mit Namen angesprochen – nachdem es per se nicht viele Gäste gibt wußten auch oft alle über den groben Ablauf Bescheid und haben beim Essen zum Beispiel gefragt, wie das Tauchen oder Schnorcheln so war. Das hat gleich eine sehr familiäre Stimmung geschafft und auch die Gäste haben viel schneller untereinander Zugang gefunden. Am ersten Tag haben sich gleich mehrere mit uns bekannt gemacht, es blieb aber alles sehr ungezwungen und unkompliziert.

Ein Grund für die familiäre Stimmung ist sicher, dass Flora auf fijianischer Seite mit vielen der Angestellten Verwandt ist und sie die „Tante“ für das Personal ist. Der Umgang ist damit automatisch viel vertrauter und das spürt man auch als Gast – und wird davon angesteckt. Dass die Resortleiterin (Flora’s Tochter, wie erwähnt) dann auch tagsüber beim Strand sauber machen oder abends vor dem Dinner immer für ein Schwätzchen und eine Erzählung zu haben ist (und sich nicht bis auf ein kurzes Hallo in ihrem Büro versteckt), trägt natürlich auch ungemein bei.

Apropos Hallo! Hallo auf Fiji heisst „Bula“ – aber nicht nur. Bula ist ein Wort für alles, für „Prost“, für Zustimmung. Und es gibt einfach keine Möglichkeit, das grummelig auszusprechen. „Bula“ macht gute Laune und dass es sich jeder zuruft, morgens, mittags, abends und immer dazwischen wird so schnell eine Gewohnheit, dass es mir fast in Neuseeland rausgerutscht wäre. Es wäre schön, wenn Bula in alle Sprachen aufgenommen wird. Rollt auch besser von der Zunge als Hallo, vor allem in der gut gelaunten Doppelvariante, Bula-Bula!

Der Text ist schon wieder viel zu lang und jetzt gibts endlich Eure Bilder – alle anderen Erzählungen müssen auf Rückblick 3 warten…

 Unsere Hütte  Bilderbuch  die gelbe Wand  Überreste von dem letzten verheerenden Taifun (2015)  die waren überall im „Dschungel“ – nach der Inseltour wollte ich einfach nur noch duschen…  Kokosplantage 1  Kokosplantage 2  Blick auf das traumhafte Wasser   GoPro Aufnahme der gesamten Insel vom Tauchboot aus  Grauer Riffhai

Lange Nacht – Langes Wochenende Teil 2

Es war jetzt bisher nicht die längste „Night out“ in SH für uns (das war definitiv das Bundesliga-Auftaktspiel, das bei Euch zu Hause um 20:30 angepfiffen wurde, und das wir in der Camel Sports Bar geschaut haben), aber der erste Ausflug ins Shanghaier Nachtleben.

Grundlage war ja in der Julu Lu genug geschaffen, also ab mit dem Taxi an den Bund. Theresa sollte ja unbedingt die Lichter sehen und von wo geht das besser als von einer der Rooftop Bars? Im „Roosevelt“ war zwar der Bar-Bereich draußen komplett durchreserviert (für insgesamt circa 5 Person – entweder eine kleine Gruppe die gerne viel Platz braucht, hier nicht unüblich als Form des „show off“ – wer hat, hat’s! Oder die kleine Vorhut für eine Megaparty…), wir haben aber einen Tisch an der schmalen Seite der Balustrade draußen ergattert. Und ehrlich gesagt, war das auch der perfekte Blick auf Pudong hinter dem Fluss.

Der „Flaschenöffner“ (das SWFC) leuchtete gewohnt türkis-bläulich und ab und anfunkelten grelle Glitzersprenkel rund im die Öffnung oben im Gebäude. Der Oriental Pearl Tower wechselte munter seine Farben und auf dem Aurora“bildschirm“ (die güldene Gebäudefront wird zum einzigen großen Bildschirm bei Nacht) wechselten sich die üblichen Werbungen (was hat Samsung nur auf den Tisch geblättert??) mit dem I <3 SH Schriftzug ab. Alles in allem eine wundervolle Aussicht, die das Gefühl der Megacity gut transportiert. Während wir also genüßlich die ersten Getränke des Abends schlürften und uns die Flussbrise um die Nase wehte, gingen dann gegen 23:00 Uhr nach und nach die Lichter drüben auf der östlichen Seite des Flusses aus (ich bin zwar dafür und finde es richtig, aber es ist trotzdem ein bisschen Schade. Gerade am Wochenende, wenn auch die Einheimischen mal länger unterwegs sind und man sich in den Rooftopbars und Clubs trifft, könnte man die Lichter auch noch länger bewundern.) – Zeit für uns um weiterzuziehen.

Nic’s bisherige Erfahrungen mit den Nachtclubs in Shanghai auf Dienstreisen waren durchweg gut und so machten wir uns auf den kurzen Fußweg zur Fuzhou Lu (über die wir untertags schon geschlendert sind) und in den M1nt Club (die Homepage ist zwar seit Anfang des Jahres verwaist, gibt aber trotzdem einen netten Überblick). Im 24. Stock, leicht zurückgesetzt vom Bund aber mit bester Aussicht befindet sich ein posher Club der Westler und reiche Chinesen anzieht. Einen Tisch buchen kostet 3000 RMB Mindestverzehr, was sich in einer großen Gruppe durchaus lohnt. Zu dritt war das jetzt etwas übertrieben und so haben wir uns mit normalem Eintritt unter das Fußvolk gemischt. Wie schnieke das M1nt ist, zeigt sich an der Aquarienfront mit kleinen Haien, den versteinert wirkenden „Butlern“, die vor den gebuchten Tischen mit Knopf im Ohr darauf warten, für ihre Klienten eine neue Flasche Champagner zu ordern und immer wieder schön sauber machen und einfach das ganze Flair – wir sind ja auch kein Studenten mehr. Nach dem ersten Gang auf die Toilette (wo man ja als Frau immer die schicksten der Schicken länger beim Nachschminken beobachten kann) kam ich mir auch sehr underdressed vor (zugegeben: das war ich auch!) und mindestens 10 cm zu klein. Das kurze knappe Kleidchen und die 18 cm Heels, in denen ich leider schon auf dem Weg zum Taxi zum Club stolpere, wären durchaus akzeptabel – und so konnten wir einige Styling Highlights (und lowlights…) bewundern. Nic, begleitet von zwei Blondinen, war natürlich wieder der Held des Abends. Die Rolle gefällt ihm ;)

Alles in allem hat mir das M1nt gut gefallen, die Musik war auf der Tanzfläche und in der Lounge überwiegend gut und tanzbar, eine gute Mischung (von Michael Jackson bis Hip Hop in der Lounge und 90s bis Techno auf der Tanzfläche) die zum Tanzen angeregt hat. Wem das nicht reicht, hilft vielleicht die kleine „choreografierte“ Tanzeinlage zwischendurch, bei der sich drei knapp bekleidete, osteuropäisch anmutende Grazien den Weg in Unterwäsche auf die Tanzfläche (rechts und links je eine) und eine weitere auf die Bar bewegen und 2-3 Lieder lang die Männerherzen höher schlagen lassen. Bei uns beiden Frauenherzen kam eher die Frage auf, seit wann genau bridgetjoneseske Omaschlüppis für so einen Auftritt die Kleiderauswahl gewinnen? Für jeden was dabei ;)

Aber auch einfach nur die anderen Gäste anschauen oder die Aussicht genießen (wie gesagt, die Lichter drüben in Pudong dürften dafür gerne noch etwas länger anbleiben) lohnt sich, dabei hält man immerhin einen durchaus bezahlbaren Drink mit garantiert echtem Inhalt in der Hand.

Ich fand es einfach toll, mal wieder richtig aus zu gehen und sich die Musik in den Ohren und Bässe durch das Bauchfell dröhnen zu lassen, es hat unheimlich Spaß gemacht und definitiv Lust auf mehr!

   Das Roosevelt (eigentlich: „The House of Roosevelt“, 27 Bund)

  Blick auf Pudong bei Nacht (der SH Tower ist noch nicht beleuchtet, man sieht nur in den unteren Stockwerken sind Lichter an. In echt sieht man ihn natürlich trotzdem in voller Pracht, geht nur auf dem Foto verloren)
   Blick auf den südlichen Bund

  Die Stimmgabel und Orthanc
   Plätze in der ersten Reihe

    Theresa, ein Hai und das Aquarium


  Tanzfläche mit Blick auf das DJ Pult
   Theresa und ich genießen in der Lounge die Aussicht

 Die Tanzmäuse (die Linke ist die im besagten Schlüppi), die Bildrechte gehören Nic