Tschüss, 2019

Dies hier war noch nie ein politischer Blog und er wird es auch nicht werden. Viel zu oft wird man von Emotionen geleitet und so viele Menschen haben mehr Wissen über die politischen Hintergründe in den Ländern die wir besuchen und auch bewohnen.

Trotzdem möchte ich euch ein bisschen von meinen Emotionen zu Burma erzählen, weil sie die letzten Tage doch sehr stark hochgekocht sind (natürlich nicht nur bei mir) – auch wenn es auf Grund der politischen Lage schwierig ist. Aber das Problem hatten wir ja schon in Südafrika, man nimmt so vieles auf und sieht so viele Missstände und würde am liebsten die ganze Welt retten, aber es gibt einfach keine einfache Lösung. Vielleicht, hoffentlich nur vielleicht, gibt es gar keine Lösung die in meiner Lebensspanne helfen wird.

Burma hat eine bewegte Geschichte, das Land ist sehr arm und doch sind die Menschen so zufrieden und freundlich, zuvorkommend. Am Vorabend haben wir die erste Hälfte des Hollywoodfilms „The Lady“ gesehen, eine hollywoodesque Biographie über Aung San Suu Kyi, Friedensnobelpreisträgerin und fast-Präsidentin von Burma (ihr Mann war Brite und ihre Söhne sind Briten, daher ist es ihr verfassungsrechtlich nicht gestattet, Präsidentin zu werden). Wir gehen deprimiert und voller Gedanken ins Bett, so vieles hat Aung San Suu Kyi für dieses Land geopfert und jetzt, 30 Jahre später, finden wir das Land in diesem Zustand wieder und sie in einer prekären Lage.

Von außen, vom Westen ist es schwer die ganzen Hintergründe zu beleuchten und es bleibt der Schale Geschmack, dass es keine einfache Lösung gibt. Unser Guide erzählt uns vieles über das Land und auch die Herausforderungen. Und so besuchen wir am Morgen die Stadt Danuphyu, zuerst ein aktives Mönchskloster in dem uns die Novizen demonstrieren, wie sie ihre Kutten wickeln wenn sie auf die Strasse gehen um Essensspenden zu sammeln. Eine schöne Geste, übrigens, wenn die Mönche gegessen haben, wird der Rest an die Armen verteilt und diese überlassen ihre Reste den Hunden. Im Kloster wird nichts aufbewahrt, es wird geteilt und umliegend leben die Armen – und die Strassenhunde.

Danach besuchen wir ein Kloster mit Schule und Waisenhaus. Knapp 400 Kinder leben hier, teils Novizen, teils Kinder. Einige haben ihre Eltern verloren, viele kommen aber auch aus so ärmlichen Verhältnissen, dass ihre Familien sie nicht durchbringen können. Es bricht einem fast das Herz.

Der höchste Mönch ist sehr stolz auf seine Novizen und auf die Schule, die aus Spenden der Flusskreuzfahrt-Gästen gebaut und finanziert wird. Normalerweise fotografieren wir keine Mönche, doch er lädt uns ein, dem Gesang beizuwohnen und Fotos zu machen. Streng und doch gütig begutachtet er seine Novizen beim rezitieren, die kleinen Jungs sind zum Teil aber so von den Ausländern abgelenkt, dass sie sich immer wieder umdrehen müssen und uns mit großen Augen bestaunen.

An diesem Tag gibt es ein besonderes Mahl, eine alte Dame aus dem Ort hat zum Anlass des 30. Todestags ihrer Mutter den Gegenwert von US$ 350 gespendet und es gibt ein Festmahl – willkommene Ablenkung vom Essensspenden sammeln für die Kinder. Es gibt Reis, Eier und Currysuppe. Brav aufgereiht warten alle unten an der Treppe zum Speisesaal, erst die Mönche, dann die Novizen und zum Schluss die Waisenkinder. Einzeln stürmen sie die Treppe hoch, um dann brav zuerst die Hände zu waschen und sich danach endlich auf das Essen zu stürzen.

Auch wir werden eingeladen mitzuessen, ihre kostbare Mahlzeit würden sie zu gerne mit uns teilen – was wir natürlich respektvoll ausschlagen – und wir alle wundern uns, wie anmutig und würdevoll die Menschen hier mit ihrem Schicksal umgehen, sich mit dem Wenigsten zufrieden geben und voller Freude, Gastfreundschaft und Zufriedenheit durchs Leben gehen.

  • Zum Abschluss lassen wir uns auf unseren Trishaws zum Markt fahren und besuchen einen Zigarrenladen. Aus Maishüllen, Tabak und Bananenpaste werden Krautrollen gedreht, die wir schon öfter auf der Strasse gesehen haben. Danuphyu war ein weiterer Augenöffner und wir sind dankbar für diese Einblicke hinter die Kulissen, die uns auf klassischem Touristenweg wie wir sonst reisen, verwehrt geblieben wären.
  • Abends gibt es ein Apero auf der Sandbank und die Crew bereitet uns ein tolles Fest. Der Kapitän und einer seiner Seemänner machen Stimmung und motivieren uns alle zum Tanz um das Lagerfeuer. Wir tanzen zu Abba, burmesischer Partymusik, Shakiras Whaka Whaka und Co.
  • Ich beschließe, nachdem ich mich gerade von den schweren Schicksalen erholt hatte, den zweiten Teil von „The Lady“ ausfallen zu lassen (wir schauen ihn zu Hause fertig) und die Entscheidung stellt sich als goldrichtig heraus. Mit verweinten Augen erscheinen die anderen Gäste zum Sylvesterdinner, zu harter Tobak ist die Geschichte, der Ausblick und die aktuelle Lage. Hoffnung macht, dass die Burmesen so fleißig und anmutig durchs Leben gehen, so liebevoll miteinander und mit Fremden umgehen. Zumindest die zivilen Burmesen – und zu mehr möchte ich mich hier nicht äußern.
  • Final tanzen wir auf dem Sonnendeck ins neue Jahr, überraschend gibt es sogar ein kleines Feuerwerk von der Sandbank unten durch unsere wunderbare Crew. Und wir wünschen allen unseren Lesern ein gesundes und glückliches neues Jahr. 2019 war ein großartiges Jahr für uns (und wir glücklich wir uns schätzen, dass Jahr für Jahr sagen zu können, was wir alles erleben dürfen!) und wir hoffen auf ein noch besseres 2020. Macht was draus, macht dass es Bedeutung hat – wir werden es versuchen!
  • Frohes neues Jahr!
  • Ein Abschnitt neue Straße wird gebaut, ganz unten seht ihr den Fortschritt nach 2,5 Stunde n Lady Aung San Suu Kyi Mal wieder auf der Trishaw unterwegs Mönchskloster in alten Kolonialbauten „Bibliothek“ im Mönchskloster Stilleben im Kloster1 Stilleben im Kloster 2 Wie im Zoo… man fragt sich nur wer das Tier ist und wer der Begutachter. Seltsame Situation, doch die Kinder haben Spaß als wir „Head, Shoulder, Knees and Toes“ mit ihnen singen In der Schule Anstehen zum Festmahl Gegessen wird in Gruppen und mit den Händen. Die Großen helfen den Kleinen Eine „Zigarre“ Auch hier ist das Zigarre rollen Frauensache Ganz schön voran gekommen in den 2,5 Stunden… Apero auf der Sandbank Frohes Neues Jahr! Unsere Reise in Burma neigt sich dem Ende, der erste Januar ist unser letzter Tag auf dem Schiff. Am zweiten werden wir uns noch Yangon anschauen, abends geht es dann zurück nach Thailand

    Hügel und Kolonialbauten

    Morgens direkt auf den Tan Kyi Taung Hügel und von dort auf Bagan blicken (Pagode inklusive), mittags durch Sale, eine alte Kolonialstadt mit Teakholz Kloster.

    So viele Gedanken schießen mir durch den Kopf – zu viele um sie gerade aufzuschreiben. Vielleicht ist dafür im morgigen Beitrag Raum und Zeit…

    Blick über die Hügel auf den Irrawady Vergoldete Pagode oben Trinkwasser wie wir es kennen (wenn auch etwas befremdlich aus einem Becher zu trinken) Und wie wir es hier kennengelernt haben – aus dem Fluss, gefiltert und kühl gehalten im Tontopf Elefanten-Theater: 2 Kleine Burmesen und ein 48 kg Holz“Kostüm“ -Wahnsinns Leistung! Partielle Sonnenfinsternis Normaler Anblick: Wäsche waschen am Fluss, sowie Badestätte – die Farben der Kleider leuchten übrigens, trotz Brühe! Alter Kolonialbau der BOC, British Oil Company Alte Ruine auf dem Weg Eingang zum Tempel Kolonialer Eingang zum burmesischen Kloster (die Tochter des Klosterstifters durfte im Vereinigten Königreich studieren und hat diesen Bau gesponsert) Teakholz Kloster mit integriertem Museum Buddha darf nicht fehlen Und eine Pagode natürlich auch nicht Üblicher Tagesabschluss: Sonnenuntergang

    Von Pferden und Töpfern

    Mit der Kutsche durch die Dörfer von Ava fahren klingt romantisch. Einzig die menschlichen Moskitos stören die Idylle – begleiten sie uns doch auf Rollern und Fahrrädern. Einige von ihnen verdienen sich mit dieser Beharrlichkeit auch ein Geschäft.

    Das verlassene buddhistische Kloster entschädigt aber dafür. Und auch das hundert Jahre ältere Kloster, das allerdings aus Teak gebaut ist und noch benutzt wird, ist die Fahrt durchaus wert.

    Mittags lernen wir, wie die Burmesen ihr Flusswasser trinkbar machen – mit Töpferware. Nicht nur setzt sich das Sediment am Boden des Tontopfs ab, zudem bleibt das Wasser herrlich kühl. Trotzdem nichts für unsere westlichen Mägen.

    Das Dorf birgt eine interessanten Anblick, alles ist staubig und erdig. Die Menschen aber, wie überall in Burma, lachen und freuen sich über den Touristenbesuch.

    Sonnenaufgang über dem Irrawady Start in den Tag auf der Pferdekarre Es ist Trockenzeit – da wird im ausgetrockneten Flussbett eines Nebenfluss des Irrawady Gemüse angebaut Altes Kloster Vor allem in herrlicher Ruhe Durch die kühlen Gänge flitzen die Fledermäuse Eine der hartnäckigen Verkäuferinnen – diese hier aber sehr sportlich, nicht auf dem Roller sondern auf dem Fahrrad Edward und Karen in ihrer Kutsche zwischen den Feldern Kloster in Betrieb, alles aus Teakholz In der Bergprovinz Shan, aus der unser Guide kommt, wird Tee angebaut. Er ist sehr mild und schmeckt mir ausgezeichnet Im Töpferdorf Yandabo Das Handwerk wird von Generation zu Generation weiter gegeben. Der Vater wohnt natürlich noch auf dem Hof und hat voller Stolz erzählt, dass er all seine 8 Kinder durch die Uni gebracht hat Hier werden die Töpfe und Öfen in einem großen Scheiterhaufen gebrannt Und so sieht es nach 3 Tagen brennen und 3 Tagen abkühlen aus All die Töpfe die am Ufer bereit für den Abtransport sind glänzen in der güldenen Abendsonne Der Sonnenuntergang…… bringt die Fliegen. Zum Glück keine Moskitos und auch nur an dieser Anlegestelle bisher.