Schöne Aussichten Heute

Heute ging es dann auf den Mauna Kea. Mit 4205 Meter üNN der höchste Berg Hawai’is. Dank klarer Luft eine prädestinierte Station für Observatorien, Teleskope und einen Haufen Schnickschnack.

Bis zum Visitor Center kommt noch jedes Auto, ab dort kann man auch die letzten 1200 Höhenmeter zu Fuß begehen. Oder man setzt sich in einen 4WD und fährt hoch.

Oben war herrlich wenig los und die Landschaft einfach weiterhin gigantisch.

Am Fuß des Berges auf dem Rückweg würden wir von einem Gewitter überrascht – eigentlich gar nicht so schlecht, wurde wenigstens gleich wieder der Vulkanstaub vom Auto gewaschen.

Übergang Feld zu Lava-Feld. Laut Karte sind diese Lavaströme von 1859, also schon sehr alt.

Nach den ganzen Bergen kam in der Sonne an der Küste von Kona die Lust aufs Baden wieder. Das Baden hat unheimlich Spaß gemacht. Weißer Sand, kristallklares Wasser und ordentlich Wellen für den nötigen Plansch-Spaß – und die eine oder andere „Nasendusche“, wenn man auf der Welle zum Strand zurückgeschwommen ist und dann in der Brandung erwischt wurde. Einfach wunderbar, herrlicher Tag. So muss Urlaub sein!

Schöne Aussichten Gestern

Gestern ging des Tag mit einem Trip in den Norden los. Zuerst am Waipi’o Valley Lookout (den ich mir etwas idyllischer vorgestellt hatte):

Aber trotzdem tolle Aussicht :)

Und dann weiter zum Pololu Valley Lookout:

Und zu guter letzt über sanfte Hügel, schnurgerade Highways und mit großartiger Landschaft um uns rum zum Strand:

Und ein kleines Feierabend-Bier zum amerikanischen Sushi (und Hummer Ravioli und Calamari-Salat) – ich hab es ja doch ein wenig vermisst. Abgefahren, wenn man denkt dass wir im Land mit dem besten Sushi der Welt wohnen. Aber der Fisch in Japan ist eben so frisch und gut, dass er für sich alleine spricht und mit nichts gepaart werden muss, vielleicht sogar darf. Und manchmal steh ich einfach auf lustige Röllchen.

Roadtrip Tag8: Von Pahiatua nach Levin, oder: Flora, Fauna und Gestein

Heute früh hat es wieder mal kurz geregnet, aber als wir uns auf den Weg Richtung Mt. Bruce Wildlife Centre machten, sah die Welt schon etwas heller aus.

Das Wildlife Centre wurde für uns zum Ziel, weil es ein Kiwihaus bietet. Kiwis sind nachtaktive, scheue Tiere, denen man schon eher nachts auflauern muss – etwas, wofür wir bei unseren Tagesprogrammen und -eindrücken einfach keine Energie mehr übrig haben.

Der Besuch im Wildlife Centre war aber an sich richtig klasse. Die Einrichtung ist auf Artenerhalt und Aussterbens-Bekämpfung aus und es ist sehr wichtig, sowas zu unterstützen. Angefangen hat alles mit einem Zuchtpaar von Takahe-Rallen, die eigentlich als ausgestorben galten, aber 1948 wiederentdeckt wurden.

Mittlerweile beherbergt es mehrere vom Aussterben bedrohte Vogelarten (und eine bedrohte Entenart), Echsen und Aale (die zufällig dort sind, aber kann man ja auch mitnehmen). Die Einrichtung kümmert sich auch um die Ausbrütung und Aufzucht von Kiwi-Eiern und -Jungtieren, die sie im Naturschutzgebiet einsammeln und dann wieder „auswildern“.

Das gesamte Wildlife Centre hat einen tollen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Wir hatten aber auch Glück und waren gleich zur Öffnung als erste dort und sind zufällig mit den Wärterinnen los, die auf Fütterungstour waren. Sie haben uns dabei gerne noch die eine oder andere Geschichte erzählt und zum näher rankommen in die „Staff only“ Bereiche neben den Volieren gelassen. Fotografiert hab ich hauptsächlich mit dem Tele, kaum mit dem Handy.

 Aale im Fluss Die 2011 im Centre geschlüpfte Kiwi-Dame „Manukare“. Sie ist kein Albino, sondern dank eines rezessiven Gens weiß gefiedert. Ihr Partner. Bisher ist nichts passiert, aber hoffentlich Paaren sie sich noch  Eine sehr seltene Brückenechse, Tuatara. Blütezeit dieser Echsenart war vor etwa 150 Millionen Jahren (plus minus) und die Tuatara sind die letzte lebende Art – und nur noch in Neuseeland zu finden. Kein Wunder, dass sie auch „lebende Fossilien“ genannt werden. Diese männliche Echse hat eine Stabheuschrecke auf dem Kopf :) Das Weibchen ist trächtig – und die Fortpflanzungszeit ist auch vorzeitlich: 9 Monate trägt das Weibchen die Eier, dann werden sie gelegt und vergraben, wo sie weitere 9 Monate bis zum Schlüpfen brauchen.  Ausgestopfte Kiwis, die dem Centre aus Privatbesitz geschenkt wurden.

Im Anschluss ging es ganz in den Süden. Nachdem wir gestern ja schon an einem der Herr der Ringe Schauplätze waren (die wir, obwohl wir die Filme und Bücher sehr mögen, nicht bewusst danach aussuchen, sondern allgemein besuchen wollen – um Hobbingen haben wir zB einen großen Bogen gemacht, grüne Hügel gibt es so genug zu sehen, man fragt sich geradezu, ob Tolkien wohl mal hier war und sich hat inspirieren lassen), wollten wir heute die sensationellen Pinnacles sehen.

„Who shall call them from the grey twilight? The forgotten people. The heir of him to whom the oath they swore. From the north shall he come. Need shall drive him. He shall pass the door to the Paths of the Dead.“

Die Pfade der Toten, oder auch die Dimholt Road, wurde von Tolkien sehr bedrohlich beschrieben und die Pinnacles haben sich als der perfekte Ort für Peter Jackson herausgestellt – seht selbst:

 Eingang über das – fast – trockene Flussbett  Pinnacle Wand Das Feld erstreckt sich beeindruckend  Wegzweigung Die Dreidimensionalität kann man auf Fotos leider nicht festhalten.  Der Anblick verändert sich stetig, erodieren doch die Pinnacles langsam vor sich hin. Immer wieder rieselt Sand und kleine Steinchen um einen herum. Zum Glück nichts größeres  Auf dem Rückweg: tolles Farbenspiel der Sonne
Danach ging es zur südlichsten Spitze der Nordinsel, der Weg zu Cape Palliser, steinige Klippen und grüne Hügel – und eine wilde Mischung davon, war spektakulärer als das Kap an sich.

 Der Leuchtturm, der die südlichste Spitze markiert Beeindruckende Landschaft neben der Straße – wie eigentlich überall hier  Wer findet die Seehunde?
Ich bin froh, dass wir mittlerweile wieder am Meer angekommen sind. Die verbleibenden Tage fahren wir jetzt entlang der Westküste nach Norden. Ich habe das Gefühl, in den letzten acht Tagen so viele Eindrücke gesammelt zu haben, dass mein Kopf sich schon ganz voll anfühlt. Es ist gerade mal 21:30 und ich bin erledigt ;) Nic geht es nicht viel anders, aber zu spannend sind hier alle Ecken und Hügel und Tiere und überhaupt! 

Den Sonnenuntergang haben wir übrigens mutterseelenallein an einem riesigen Strand genossen. Geht auch nur hier…

Roadtrip Tag 2: Von Dargaville via Nordküste nach Paihia

Der Tag begann äußerst gemütlich, mit einem Frühstück von Pam und Peter, den B&B Betreibern. Zusammen mit Ruth aus Australien haben wir den Tag ruhig angehen lassen.

Der erste Stopp auf der Straße war der Waipoua Forest, in dem wir majestätische Kauri-Bäume bestaunt haben. Den „Vater des Waldes“, ein 30m hoher Baum mit 16,41 m Stammumfang und die „4 Schwestern“, die sehr nahe aneinandergerückt sind, haben wir bei einem strammen Spaziergang besucht. Die Fichten sind endemisch für NZ und wurden viel zum Bau von Häuser, Booten und allerlei Kleinzeug (Möbel, Nippes) genutzt. Mittlerweile wachsen hier eingeführte Bäume deutlich schneller und Nutzholz ist in NZ fünfmal schneller schlagfertig als zB in Kanada. Sehr beeindruckend, das Klima hier ist großartig.

Apropos Klima: gerade als wir den Wald in unserem Jeep verlassen haben, kommen die ersten Tropfen des Tages herunter. Super Timing!

Wir verlassen am Hokianga Harbour die Küste und fahren entlang des weit ins Land ragenden Meeresarm. Bei Koutu bestaunen wir die Runden Felsen, die am Strand liegen, um kurz danach in Rawene auf die Autofähre zu gehen. Trotz 45 Minuten Wartezeit bis zum nächsten Ablegen und 15 Minuten Überfahrt geht das schneller, als den Meeresarm zu umfahren. Und die Wartezeit bietet sich prima als Picknick an.

Nach der Fähre nehmen wir den Umweg über unbefestigte Straßen nach Ahipara, dieses Mal haben wir ja das richtige Auto dafür ;) (nicht, dass wir es in anderen Urlauben in Südafrika oder Australien nicht auch mit normalen PKWs immer wieder probiert hätten). Das zeigt sich auch in Ahipara, wo der „90 Mile Beach“ gen Norden beginnt. Der Name ist recht irreführend (der Strand ist nicht mal 90 Kilometer lang…) und der Strand ist bekannt dafür, dass er befahrbar ist. Es ist zwar nicht ganz so ohne, man sollte schon den Tidenhub und die Treibsandstellen im Blick behalten, trotzdem ist der Strand tendenziell mehr befahren. Also nehmen wir in Ahipara den nach Westen ragenden Strand, Shipwreck Bay, und drehen dort eine ordentliche Offroad Runde, mit schroffen Felsen (irgendwoher muss ja der Name stammen) und Rockpools, etc. Unterwegs finden wir neben einem Angler (der, für uns auf unvorstellbare Weise, mit seinem kleinen PKW irgendwie durchgekommen ist) auch einen Seehund. 

Vom Hügel aus haben wir noch gigantische Sicht auf den 90 Mile Beach. Nachdem wir jetzt schon häufiger Strände befahren haben, verliert Cape Reinga ein wenig an Reiz und wir buchen kurzerhand unsere Übernachtung in Paihia. Entlang der Nordküste, mit einem Abstecher an die Whangaroa Bay sollte die Strecke bis abends gemütlich machbar sein. Soll ja noch genug Zeit zum Fotos machen und Landschaft genießen bleiben. 

Direkt von der Bundesstraße 1 abgehend erwartet uns ein 40 km langer Umweg, entlang des Meeresarmes und später am Meer, über Hügel schlängelnd und kurvig. Einfach herrlich – und auch aus dem Auto heraus kann man sich einfach nicht an den grünen Hügeln, Wäldern, Felsen und natürlich immer mal wieder dem Meeresblick mit Strand oder Sanddünen satt sehen!

Immer am Rande der Regenwolken fahrend, erleben wir neben einigen Schauern auch den ersten Regenbogen (schwer auf dem Foto zu erkennen…) – am Ende erwartet uns aber kein Topf Gold, sondern nur wieder Kälber. Kurz danach, oberhalb von Wanagui trauen wir unseren Augen kaum. Der Blick auf das Meer zeigt ein beeindruckendes Panorama, bis hin zu den Cavalli Islands. Der Abstecher hat sich gelohnt!

Zu guter letzt sind wir in Paihia angekommen. Konnten uns schon für eine Bootstour morgen entscheiden und haben viel zu viel Meeresfrüchte zu Abend gegessen. Jetzt sind wir reif für die Betten, es ist schon ein starkes Stück, wie sehr einen so vollgefüllte Tage schlauchen. Das hatten wir jetzt schon länger nicht mehr, aber roadtrips machen auch einfach zu sehr Spaß!

 Ein anschaulicher Baum! Die 4 Schwestern Der Vater des Waldes tolle Wolken I  Koutu Boulders… … laden zum Spielen ein  Seehund!! Ein Topf Kalb am Ende des Regenbogens Ausblick über die Inseln und nochmal im Panorama Der Versuch eines Selfies (die Sonne hat geblendet und der Selfiestick-Schatten liegt auf Nic’s Brust – haha) Der Versuch zeigt mehr Hintergrund, ist aber leider schief ;) In Paihia kamen uns die Schauer hinterhergereist, hier ganz deutlich zu erkennen Seafoodplatte für Zwei – omnomnom

Rückblick: Unter Palmen ins neue Jahr (1) Einleitung

Zuletzt habt ihr ja ein Bild von unserem Weihnachtsfest mit Chia-Wei und Markus sowie Elena und Jochen gesehen. Heiligabend war sehr schön, unglaublich entspannt und lustig. Natürlich haben wir viel zu lange zusammen gesessen; vor allem weil Markus am nächsten Tag noch arbeiten musste (die beiden sind aber auch Abends in den Urlaub geflogen). Der erste Weihnachtsfeiertag bestand dann auch nur aus Aufräumen, Putzen und Packen.

Abends ging es dann für uns an den Flughafen, um nach Mitternacht, also faktisch gesehen ganz früh am zweiten Weihnachtsfeiertag, auf die Philippinen zu fliegen.

In der Urlaubsplanung hatten wir eine tolle Inselhopping-Runde über drei Inseln geplant, bis wir dann auf den Homepages der auswärtigen Ämter (ich habe insgesamt 5 oder 6 nachgelesen) diverse Reisewarnungen und Terrorwarnungen gesehen haben; natürlich wäre Teil unserer Reise auf und um Mindanao gewesen, einem der Hotspots für Unsicherheit. So gab es recht kurzfristig doch einfach einen Seele-baumeln-lassen und Taucher Urlaub nahe der Insel Cebu.

Von Shanghai ging es mit Cebu Pacific Air nach Manila, nach einer kurzen Taxifahrt durch die Stadt (von einem Terminal zum nächsten, die sind leider nicht miteinander verbunden) von Manila mit Air China (!) nach Cebu. Dort erwartete uns eine etwas über zweistündige Autofahrt an die südwestliche Küste um nach einer dreiminütigen Bootsfahrt (yay, Urlaub! Ihr erinnert Euch an meine Bootsaffinität?) auf unserer kleinen Ferieninsel Badian anzukommen.

Das Badian Island Resort and Spa ist dabei ein wirklich luxuriöses Entspannungsziel, Begrüßung mit Frangipani-Blumenkette (was ja quasi unsere Beziehungsblume ist, nachdem mir Nic in einem Meer aus Frangipaniblüten auf Bali den Antrag gemacht hat) und einer Badewanne voller Blüten auf dem Zimmer.

Die Insel ist sehr klein, viel mehr als das Hotel und ein Fischerdorf findet sich dort nicht.

Das Hotel war dem auf Bali nicht unähnlich: Tauchbasis, Spa, Pool; dieses Mal allerdings ein schöner Sandstrand mit Liegen und Hängematten, sowie ein kleines Mangrovenwäldchen. Der Service, das fiel uns sofort auf, war herausragend. Die Filipinos sind überaus freundlich und als Gast wird man respektvoll, aber nicht überkandidelt mit „Sir“ oder „Ma’am“ angesprochen und einfach nur verwöhnt. Es ist fast so, als wäre man Teil der Familie und kommt nach langer Abwesenheit wieder nach Hause und alle freuen sich darüber, dass man da ist und wollen einen verwöhnen.

Jeden Abend fand das Abendessen abwechselnd am Strand oder am Pool statt, im Restaurant wurde eigentlich nur gefrühstückt (außer einmal, als es Abends geregnet hat, da haben wir im Restaurant zu Abend gegessen).

Für Unterhaltung wurde auch gesorgt, in Form von Livemusik (unser liebster Act war dabei ein Harfenspieler der sehr schöne Hintergrundmusik geliefert hat, wir sind aber auch einfach beide nicht der Typ für „Unterhaltung“) und einer jungen Tanzgruppe die immer wieder lokale Tänze oder Performances geliefert hat. Das Hotel hat sich jedenfalls sehr viel Mühe gegeben und sein Konzept schön durchgezogen.

Auch hier konnten wir das gleiche Phänomen wie auf Koh Munnork in Thailand beobachten: Obwohl zeitweise doch einige Gäste im Hotel waren (gerade um den Jahreswechsel war richtig viel los) war der Strand meist menschenleer. Umso besser für uns – wobei ich gar nicht so viel Zeit für Strand und Lesen und „Chillen“ hatte.

Vor ziemlich genau 10 Jahren waren Nic und ich das erste Mal gemeinsam im Sommerurlaub. Damals war es eine Woche Ägypten (ein Land, das mich jeher fasziniert); am roten Meer in der Nähe von Hurghada, damals konnte man dort noch recht sorglos hinreisen. Nic war dort einmal tauchen, nachdem er zuvor nur jahrelang auf den Malediven im Urlaub mit seinen Eltern und Alex getaucht war und hat seit diesem Ägyptenurlaub versucht, mich zu überreden, einen Tauchschein zu machen. Ich glaube, er fand es da einfach langweilig ohne Alex oder jemanden den er kennt tauchen zu gehen und er wollte diese Leidenschaft gerne mit mir teilen.

Leider hielt und halte ich nicht sonderlich viel von offenem Gewässer, ganz im Gegenteil. Jahrelange Mitgliedschaft in der DLRG haben mir zwar ganz ordentliche Schwimm- und Rettungskenntnisse beschert, aber einsetzen außerhalb des Pools kann ich die nur im Notfall. Aus purer Freude oder Lust im Meer oder einem See schwimmen? Nicht mit mir!

Auf Bali hatte er mich also fast so weit, dass ich einen Probetauchgang mache – kurz vor knapp habe ich jedoch einen Rückzieher gemacht – offensichtlich war ich im Kopf noch nicht so weit. Durch den Respirator zu atmen hatte ich schon mal mit dem DLRG probiert, das war nicht das Problem (zumindest nicht in einem Pool, in denen fühle ich mich schließlich wie zu Hause;) ); sondern mehr die Angst, unter Wasser eine Panikattacke zu bekommen. Verständigung ist da ja nicht gerade einfach und als panischer Mensch denkt man leider nicht sonderlich rational. Dementsprechend wollte ich erst sicher sein, dass ich mir vertrauen kann bevor ich ‚abtauche‘.

Das größte Problem bereitet mir dabei die Riffkante, der „drop“, wo die Sichtbarkeit ins bodenlose abfällt und einen nur dunkles Blau erwartet. Schon beim Schnorcheln, was ich nur widerwillig und rein aus der Lust an der Schönheit der Unterwasserwelt betreiben kann, muss ich immer dafür sorgen, dass Nic (oder mit wem auch immer ich Schnorcheln gehe, in Australien war das eine Bekannte dort; allein Schnorcheln wäre ein Ding der Unmöglichkeit, ebenso wie alleine im Meer schwimmen) an der Außenseite schwimmt. Zudem habe ich festgestellt, dass ich deutlich entspannter Schnorchle, wenn ich seine Hand halte. Das mag kindisch klingen, aber abgesehen von der Beruhigung bietet es auch die Möglichkeit, dass wir auf jeden Fall einander auf schöne Dinge aufmerksam machen können und in ständigem Kontakt miteinander stehen.

Die Riffkante ist aber genau der Ort an dem sich Taucher am liebsten aufhalten. Mit dem Blau im Rücken, den Blick auf das Riff schwebt man den Fischen hinterher (oder entgegen). Für mich eine grausige Vorstellung, auch wenn Nic und einige andere Taucher mir immer wieder versichert haben, dass man das Blau nicht wahrnimmt und es sehr viel angenehmer als Schwimmen oder Schnorcheln am drop ist.

Nach Nic’s begeisterte Erzählungen von der überwältigenden Unterwasserwelt vor Cebu und Badian, laut ihm durchaus vergleichbar mit seinen Erfahrungen der Malediven, und einem kurzen Schnorchelausflug am Hausriff, dem „Coral Garden“, war also klar, dass jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen wäre das Tauchen zu probieren und eine neue persönliche Grenze auszuloten. Dazu möchte ich euch dann aber gerne einen eigenen Beitrag schreiben und vielleicht auch ein paar Screenshots aus den GoPro-Videos hochladen um euch an der Unterwasserwelt teilhaben zu lassen.

Um es kurz zu machen: an vier der zehn Urlaubstagen war ich mit dem Tauchschein beschäftigt: Theorie lernen, Buch durchackern, stundenlange Videos schauen und theoretische sowie praktische Tests (dann im Pool) machen (ua am ersten Januar um neun Uhr morgens!). Aber um euch den kommenden Artikel schon mal schmackhaft zu machen: es hat sich definitiv gelohnt! Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Padi Open Water Divers.

Wirklich viele Überwasser-Bilder habe ich leider nicht gemacht; aber ich lade euch natürlich die paar Impressionen die ich habe hoch.

Neben dem Tauchbeitrag erwartet euch also noch der zweite Teil des Reiseberichts mit Rückblenden zu was wir so gemacht haben und wen wir so kennengelernt haben.

   Erstes Mittagessen
 Erster Sonnenuntergang

   Palme, Frangipani, Bergkette des „Festlands“ gegenüber der Insel im Hintergrund
  Nochmal Sonnenuntergang

   Seestern bei Ebbe
  Gekrönt


  Ja, die Sonnenuntergänge waren einfach schön!

   Ebbe
  Nics Füße mit Blick auf den Bergkamm gegenüber der Lagune

Hochzeitsreise (1)

Da war er also nun, unser erster Urlaub innerhalb des großen Abenteuers „China“. Einen wahnsinnig langen Reisebericht wird es aber leider nicht geben, weil wir einfach viel zu faul waren.

Nach der Hektik, die uns 2015 mit Hochzeit und Umzug begleitet hat war es für uns an der Zeit, mal die Füße hoch zu legen, nur zu tun worauf wir Lust hatten und uns auch mal wieder ein bisschen miteinander zu beschäftigen.

Dafür hatten wir uns eine kleine abgeschiedene Insel ohne großes Hotel und drumherum in Thailand ausgesucht. Flug nach Bangkok, zweieinhalb Stunden Taxi ans Meer (nach Rayong) und von dort mit dem Speedboat übersetzen. Also wirklich abseits von allem, von Strandverkäufern, Touranbietern oder sonstigen Geschäftsleuten, die die Ruhe stören könnten.

Außerdem ist Speedboat fahren für mich schon alleine Urlaub. Es gibt nichts schöneres, als auf dem Meer zu sein, Wind um die Nase mit flatternden Haaren über die Wellen zu hüpfen. Nach der halben Stunde war ich quasi schon tiefenentspannt.

   (Erster Blick auf die Insel)
Das Hotel ist ziemlich neu (1,5 Jahre alt) und eigentlich noch im Aufbau. Das Konzept, ein ECO-Resort zu sein, dass das „Robinson-Crusoe-Abenteuer“ anbietet ist genial, könnte aber in unseren Augen etwas besser umgesetzt werden. Da kommt bei mir dann gleich wieder „die Deutsche“ raus, mit Ideen und Plänen (3 Leute die morgens zum Strand aufräumen abbestellt werden. Jeder arbeitet eine Stunde, nach ein paar Wochen wäre die ganze Insel sauber, etc… Auch in solchen Fällen fallen einem wieder die kulturellen Unterschiede zwischen der asiatischen und europäischen Kultur auf) und wir haben beschlossen, dass wir im nächsten Leben auch Hoteliers werden (oder, wer weiß wann der Lottogewinn kommt?).

Trotz kleiner Mäkel waren wir aber sehr zufrieden mit dem Hotel, schließlich haben die wichtigsten Punkte gepasst und das Personal war zu uns mehr als freundlich und entgegenkommend. Zumal wir uns jetzt lang genug mit Asien beschäftigen um über einige Dinge, die mich in westlich geführten hochkarätigen Hotels stören würden, augenzwinkernd hinwegzusehen.

   
 

Wir hatten das erste Häuschen am Meer und damit natürlich den Jackpot. Der Strand war mit lauter kleinen Stelzenhüttchen ausgestattet, die Schatten spenden und einem einen geschützten Rückzugsort geben. Nachdem die amerikanische Familie bestehend aus Mutter, Sohn mit Frau und Neugeborenem an unserem zweiten Tag abgereist war, haben wir uns dann auch dort direkt die Premiumstrandhütte gesichert und einfach das Leben genossen. Überhaupt gab es einen hohen Durchsatz an Gästen, was wir ja schon von Bali gewohnt waren. Verständlich, wenn man schon mal zig Stunden in ein abgelegenes Land mit aufregenden und vielfältigen Möglichkeiten fliegt, möchte man ja nicht nur eine Ecke sehen. Nicht so für uns, 4 Stunden Flug sind dagegen ein Klacks und wir wollten den Koffer dieses Mal nur einmal auf und dann am Ende des Urlaubs wieder zu machen.

   (Unsere Hütte von unserer Strandhütte aus)

Zu den Gästen dann bald mehr.

Die Insel Koh Munnork ist an sich sehr klein, den Rundweg haben wir innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen. Dabei haben wir vor allem folgende Dinge gefunden:

– wunderschöne Blüten

– wunderschöne Schmetterlinge

– verwinkelte und zugewucherte Ecken

– eine Horde Pfaue (mindestens 15)

– beeindruckende Felsen

– und leider auch verdammt viel angeschwemmter Müll.

   
    
 

Am ersten vollen Tag war uns das Wetter nicht sehr gnädig und es hat sehr viel geregnet. Dafür war im Vergleich das Meer natürlich geradezu Badewannentemperatur und die anderen Gäste haben sich nicht rausgetraut. Nachts gab es dann dafür auch das krasseste Gewitter, das ich bisher erlebt hab. Es muss sich wirklich nicht weit von der Insel entfernt befunden haben, der Donner hat regelmäßig unsere kleine Hütte zum erzittern gebracht. Dafür waren wir dann auch ab da immer recht früh wach und haben es uns zur Gewohnheit gemacht, vor dem Frühstück schon mal unser Strandhüttchen zu beziehen, die Stille des Morgens zu genießen, die ersten Seiten des Tages zu lesen oder bei guter Sicht auch einfach schon mal Schnorcheln zu gehen.

Auf beiden Seiten des Strandes (sowohl bei unserer Hütte, als auch auf der Restaurantseite) gab es einiges an Fischen, Muscheln und Korallen zu entdecken. Einmal hat Nic sogar eine Schildkröte gefunden, sehr aufregend! Zu den ausgefalleneren/größeren Sichtungen zählen aber auch ein kleiner Drachenkopf, mehrere Stachelrochen und Igelfische. Und ein verdammt großer Barracuda, der mich mit seinem knappen Meter ganz schön erschreckt hat.

Während die Mördermuscheln in allen erdenklichen Farben leuchteten haben die See-Igel mit ihren türkisenen Punkten überzeugt – und den kleinen Minifischschwärmen, die zwischen ihren Stacheln hin und her geschwommen sind.

Ein paar frische Korallen (auch eine sehr große Tellerkoralle und eine schöne Fächerkoralle) haben davon gezeugt, dass das Riff noch am wachsen.

Abgesehen vom Schnorcheln und Planschen haben wir jeden Tag an der Spitze des Strandes mindestens einen Damm gebaut (und uns damit immer einen kleinen Privatpool gegraben), einmal mit voller Verteidigungsmauer mit Burgtürmchen und Straßen, Tunnel und Brücken ;)

   (Burg hat der Nacht standgehalten und war auch am nächsten Tag erkenntlich)
Und sonst hat uns natürlich das gute Thai-Essen verwöhnt, Stir-fry, Glasnudelsalat, Papayasalat, Meeresfrüchte bis zum abwinken und dazu eine frische, kühle Kokosnuss. Herrlich!

  

Für heute mache ich jetzt erst Mal hier Schluss und lade das bisher Geschriebene und ein paar Bilder für euch hoch, möchte euch aber in den nächsten Tagen noch ein bisschen was über die Menschen denen wir dort begenet sind oder die wir dort getroffen haben, erzählen.

  

Einsame Insel

Unser Urlaub ist leider vorbei und es hat sich ausgeflittert ;)

Wir warten auf den Rückflug nach Shanghai und können fast noch das Meer riechen, die Sonne auf der Haut und den Sand unter unsere Füßen spüren…