NZ Nachbericht (2)

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass ihr auf dem Blog einer Wissenschaftlerin gelandet seid – der Drang, Dinge in Graphen zu packen ist einfach irgendwo verankert… ;) Unser Trip in einer knackigen Grafik und einer groben Kartenübersicht, um einen kleinen Eindruck zu geben, wo wir da lang gedüst sind – und wie weit das so war

graph

2016-10-09-2

Neuseeland Nachbericht (1): Erkenntnisse, Erlebnisse, Ereignisse

Zum Reisen vorneweg: Air New Zealand ist zweifelsohne eine der besten Fluglinien, mit denen ich je geflogen bin! Schade, dass Neuseeland so weit weg ist, sonst würde ich die gerne öfter nehmen ;) Die Einstellung des Personal ist vorbildlich und die Flugbegleiter haben sichtlich Spaß an ihrem Job. Es gelten bei den Einstellungskriterien wohl auch keine BMI Vorgaben (wie bei manch anderen Fluglinien…), hatten wir doch auch schon recht füllig Flugbegleiter, die mit so viel Lebensfreude und Power unseren Flug versüßt haben, dass vielleicht grundsätzlich lieber dieses Kriterium zählen sollte ;) Das Inflight-Entertainment ist von höchster Qualität, per Touchscreen kann man nicht nur aktuellste Filme sehen (zB Dory) und Musik hören, man kann auch Getränke und Snacks direkt an den Platz bestellen – das erspart den Flugbegleitern schon mal Wege und ist natürlich äußerst komfortabel.

In Neuseeland ist das Reisen allgemein recht einfach und komfortabel, so wahnsinnig viele große Straßen gibt es nicht und meistens sind die besonderen Orte (wie bei uns auch) mit braunen Schildern markiert. Genau genommen ist Neuseeland ein richtiger Schilderwald, es kommt kaum eine Kurve wirklich überraschend (zumeist wird schon im Voraus angeschrieben, mit welcher Geschwindigkeit man die Kurve nehmen sollte), das DOC hat alle touristischen Ziele (Wasserfälle, Dünen, Felsen, Wälder, Bäume, Tierkonolien[stealth edit: 2 Stunden Schlaf sind doch zu wenig… Tierkolonien!!!], etc) ausführlich beschildert und setzt dabei auch auf nachhaltigen Schutz. Notfalls werden die Dünen zur Erholung eben auch mal abgesperrt. Trotz Schilderwald hat es uns etwas überrascht, wieviele Gedenkkreuze es an den Straßen zu sehen gibt – ob das an der Promillegrenze von 0.8, gepaart mit kurvigen Straßen und unerfahrenen Fahrern liegt?

Neuseeland hat total etwa so viele Einwohner wie unser Stadtteil in Shanghai (wovon etwa 70% auf der Nordinsel leben) – auf deutlich mehr Fläche, versteht sich. Ein großer Teil der Wirtschaft kommt durch Landwirtschaft (die Menge an Bauern, Farms und Feldern ist beeindruckend! Holz kommt dazu noch on top, da im neuseeländischen Klima die weltweit meist eingesetzten Bäume (Redwood) doppelt so schnell wachsen wie im „Holzland“ Kanada) und Export – in Shanghai haben wir zB meist neuseeländische Butter und manchmal auch Milch, sowie Obst), und ein weiteres Standbein ist der Tourismus.

Dementsprechend ist es vor allem zur Vorsaison sehr einfach, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, zum Teil auch noch spontan um 18Uhr. Um genau zu sein haben wir keine einzige Übernachtung ab dem Beginn des Roadtrip früher als am Mittag des Tages gebucht. Zur Hochsaison ist das natürlich nicht immer gegeben, gerade heiß begehrte Spots wie die langen Wandertouren mit begrenzter Bettenzahl auf dem mehrtägigen Weg (Tongariro; Abel Tasman oder der Milford Track sind nur einige davon) sind weit im Voraus ausgebucht. Ansonsten gibt es aber sehr viele Unterkünfte, selbst in den abgelegensten Siedlungen (bei 2,5 Häusern weigere ich mich, von einem Dorf zu reden – trotz 500 Schafen und 300 Kühen ;))

Nicht nur wegen des Tourismus, sondern schlicht aus der Kultur heraus, sind die Kiwis unglaublich freundliche Menschen. Es war sehr erfrischend (auch dank, im Gegensatz zu Shanghai, fehlender Sprachbarriere), von fast jedem Hotel-/Motel- oder Hostelbesitzer, sowie Kellner oder Verkäufer in ein kurzes Gespräch verwickelt zu werden, aus welcher Ecke der Welt man kommt und wie es da so ist. Jeder hat noch einen guten Tipp oder Vorschläge und man merkt, dass die Menschen einfach gerne kurze, aber ehrliche Gespräche führen. Genau mein Ding! Das ging übrigens bis letzte Nacht im Holiday Inn am Flughafen, wo sowohl die Dame die uns am Tisch platziert hat, als auch später unser Kellner kurz fragten, was uns nach Auckland bringt und sehr leicht und locker, positiv, auf die Flugverspätung reagiert haben „Immerhin dürft ihr so eine Nacht länger in Neuseeland bleiben und könnt ein Buffett Dinner genießen“ – wo sie recht haben… Es war bemerkenswert zu sehen, dass selbst beim größten Ansturm der chinesischen Reisegruppen (die auf unserem Flug gebucht sind), die aufgrund kultureller Unterschiede nicht immer leicht bei solchen Buffett-Geschichten zu managen sind, keiner die Geduld und Freundlichkeit verloren hat – auch wenn man mal den ein oder anderen beim verstohlenen Grinsen erwischt hat. Nic und ich haben es genossen, uns so schon wieder langsam an zu Hause gewöhnen zu können. Nach drei Wochen in sehr abgelegenen, ruhigen und durch extreme Natur geprägten Wochen ist das nur fair.

Zum Stichwort Natur: Neuseeland ist tatsächlich eine wahre vorzeitliche Oase, oder so kommt es einem zumindest vor. Urwälder (nicht-tropisch, versteht sich) die zum Teil so dicht sind, dass die Temperatur sinkt und man das Gefühl hat, die Sonne ist gesunken, mit exotischen Bäumen, Blüten und vor allem den beeindruckenden Baumfarnen geben einem manchmal das Gefühl, dass man vom Aussichtspunkt über dem Wald sicher gleich einen Brontosaurier hinter dem nächsten Hügel vorkommen sieht, der einen Baumfarn wegknuspert. Die saftigen Hügel, dünne Besiedlung und zum Teil sehr engen, gewundenen Schotterwege tun ihr übriges. Wir waren bis zum Schluss regelmässig geradezu fasziniert von den Anblicken, die sich hinter jedem weiteren Hügel ergeben haben – auch wenn es „nur“ weitere Hügel, Wälder oder Buchten waren.

Die Landschaft unterscheidet sich auch, gerade die Northlands Region ist dafür ein tolles Beispiel. Die Westküste ist rau und ungestüm, in den Süden bis hinter Raglan reichend ein Surferparadies mit wilden Stränden. Der Osten dagegen ist sehr sanft, die Buchten sind zum Teil ruhige und geschützte Sandstrände, die zum in der Sonne braten einladen.

Zu guter Letzt eines unserer Lieblingsthemen (regelmäßige Leser des Blogs werden es schon ahnen…): Essen

Das Essen ist an den Küsten geprägt von Meeresfrüchten in allen Formen und Farben. NZ ist berühmt für seine Grünen Muscheln (die riesig sind!) und Austern und natürlich Fisch. Auf der anderen Seite ist die Küche natürlich vom Commonwealth geprägt und es gibt viel Frittiertes (man kann aber auch alles frittieren, Fish and Chips verstehe ich ja noch, aber Surimi-Stangen und Würstchen fand ich doch abstrus). Abgesehen von Meeresfrüchten stehen natürlich nicht umsonst die ganzen Lämmer und Kühe auf den Weiden – die Steaks von glücklichen Kühen auf grünen Hügeln waren super und Nic hat auch das Rack of Lamb als sehr empfehlenswert getestet. Für die vegetarische Option, bzw allgemein die Vitaminversorgung sorgen frisches Obst und Gemüse. So ein Neuseelandapfel schmeckt einfach besser, wenn er direkt vor Ort gegessen wird, als wenn er einmal um die halbe Welt geflogen wurde…Sonst waren gerade Avocados, Kumara (eine Art Süßkartoffel, die es aber ganzjährig gibt) und Mandarinen „in“. Zum Essen gehört natürlich auch das passende Getränk und neben neuseeländischem Wein gibt es für den Bierdurst auch eine Fülle an lokalen (Mikro-) Brauereien. Selbst die neuseeländische Limo und einen hipster Energydrink („V“, sieht etwas aus wie das Veltins Logo) haben wir probiert, die meiste Zeit tat es aber Kiwi Blue, äußerst trinkbares Wasser ;)

Roadtrip Tag12: Ende (oder doch nicht?!)

Der Tag heute war sehr durchwachsen – nicht nur vom Wetter her (der Wind hat so krass geblasen, dass das Wetter alle paar Minuten gewechselt hat, zwischen Sommer und Starksturm-Schauer).

Dinge die man am Flughafen nicht sehen möchte: auf dem Abflugbildschirm hinter dem eigenen Flug nicht 06.10. 23:59 Uhr, sondern 07.10. 7:30 Uhr… 

Air Newzealand hat das allerdings sehr erfreulich gehandhabt und auch in dieser Lebenslage haben sich die Kiwis als äußerst freundlich und zuvorkommend erwiesen. Direkt in das Holiday Inn am Flughafen eingebucht, inklusive Buffet-Abendessen. (Die Autovermietung hat auch noch Pluspunkte gesammelt – bei der Abgabe waren sie äußerst Zuvorkommend und haben die Abschleppkosten wegen der längeren Wartezeit doch übernommen. Toller Service!)

Trotzdem war mein gestriger Kommentar mit der ersten und letzten Flasche Wein doch etwas zu früh gesprochen.

 Super, dass ich die Regenjacke schon im Koffer hab… Auch bei Regen sehenswert Zweite und (hoffentlich) letzte Flasche Wein… Vor uns: Auckland – bei deutlich erfreulicherem Wetter Der Strand von Piha im Wind Windige Angelegenheit

Roadtrip Tag11: Nochmal Nordinsel

Gestartet sind wir in Matakohe, auf zur nördlichen Spitze vom Kaipara Harbour. Nach einer schönen Offroad Tour am Strand ging es via Waipu zu Waipu Cove, Langs Beach und weiter nach Mangawhai Heads, wo uns plötzlich richtig viel Leute auf dem Strand begegnet sind. Ist wohl ein Ferienort (gerade sind Schulferien), beim Fish & Chips Takeaway haben sich verschiedene Kunden gleich wie alte Freunde begrüßt. 

Unsere letzte Nacht verbringen wir im Castle Court Motel, unsere Sachen haben wir schon sortiert und soweit für den morgigen Tag und den Rückflug gepackt. Nachdem wir erst am Tagesende losfliegen, haben wir noch genug Zeit ein bisschen an den Strand zu gehen und Sonne zu tanken. Schade, dass der Urlaub vorbei ist (uns würde noch einiges einfallen, das wir gerne sehen würden), aber wir haben in den letzten drei Wochen so viel erlebt, dass wir uns gar nicht erst beschweren dürfen (und wollen) ;)

 So startet man in Neuseeland in den Tag: Flatwhite (wie Cappucino, nur eine ganz dünne Schicht Schaum) Der rote Hüpfer und der blaue Hüpfer am Strand von Pouto  Hochkonzentriert durch den (zum Teil sehr weichen) Sand Sonnenbrillentausch Mangawhai Heads Schönster Platz für nackige Füße: im Sand Ob da wohl Möwen an meinen Schuhen rumgespielt haben? (PS: ich kann mir selbst nicht erklären, warum die immernoch so leuchten. Schon auf Fiji waren die einmal komplett im Matsch und in NZ eigentlich täglich… Müssen gute Schmutzabwehr haben!) Nic’s Flussläufe Und beim Flussläufe bauen
 Tagesausang vor unserem Zimmer, mit der ersten (und letzten) Flasche Wein, die wir uns in diesem Urlaub gönnen. Herrlicher Ausklang

Roadtrip Tag10: Von Waimoto bis Matakohe – Glühwürmchen!!!

Nach unserem entspannten Abend mit eine Kiwi-Pärchen unseren Alters im Whirlpool (die uns sehr ungezwungen von Neuseeland, der Maori-Kultur usw erzählt haben, besser als jeder Besuch im Touri-Maori-Dorf, was mal so gar nicht umseres ist) waren wir endlich mal wieder richtig entspannt ausgeschlafen und der Tag ging voller Tatendrang mit Erkundung der Waitomo Glühwürmchen Höhle los. 

  das historische Hotel uns unser Jeep 

Vor Urzeiten durch den Waitomo River ausgespült, bietet der Fluss beste Nahrung für Glühwürmchen – die in ihrem Larvenstadium herrlich grün (Luciferase, yay) leuchten und Beute an ihre Klebfäden (wie Spinnennetze, nur einzelne Fäden die im Lot hängen) locken. Die fertigen Fliegen (nach einem weiteren Raupenstadium) haben keine Münder und leben nur wenige Tage um sich zu paaren (wofür sie wiederum anders leuchten) – nur um dann zu verhungern.

Nach einer Tour durch die Höhle wurden wir zu guter letzt in Boote gesetzt, die von unserer Guide durch die nur von Glühwürmchen minimal erhellte Dunkelheit anhand von einem raffinierten System von Schnüren lautlos durch die Höhle zum Ausgang gezogen wurden. Ein beeindruckender Anblick, wie ein grün leuchtender Sternenhimmel in pechschwarzer Nacht.

Fotografiert werden durfte selbstverständlich nicht, es gibt also nur ein Bild vom Ausgang


Danach setzten wir unsere Fahrt gen Norden fort, trotz Stopps an mehreren Stränden haben wir nochmal gut Strecke gemacht um uns am letzten Tag nochmal dem schönen Norden zu widmen

 Blick auf die Buchten von Raglanärmel (um die Ecke) – der Aussichtspunkt war direkt an die Kante gebaut und ganz schön hoch… Am Ocean Beach  Kilometerlanger schwarzer Sandstrand, nur für uns Mittagspause Beeindruckende Leere  Schwarze Düne

Mittlerweile sind wir, nach einer Nacht auf dem saubersten Campingplatz (mitten im Nichts, Matakohe) den ich je gesehen habe, wieder in Dargaville angekommen und auf dem Weg nach Pouto. Die Sonne scheint und wir freuen uns auf schöne letzte Stunden. Morgen (6.10., in Deutschland ist das momentan noch übermorgen…) Abend steigen wir wieder für einen halben Tag in den Flieger.

Roadtrip Tag9: Levin bis Waitomo

Eigentlich sollte jeder Tag mit einer Spazierfahrt zum Frühstück auf dem Strand stattfinden!


Dafür war Mt Taranaki in ein Wolkenkleid gehüllt – wir haben auf der Fahrt ein paar Blicke auf schneebedeckte Hänge erhaschen können, aber nur dieses Foto für euch:


Dafür war es an dem See wirklich schön und die Singvögel haben gesungen und gebalzt und es war außer uns mal wieder keine Menschenseele da. Ist ja auch Montag. So sollte es übrigens laut Führer an unbewölkten Tagen aussehen: 


Weiter ging es an der Küste nach Norden, mit neuen, beeindruckenden Wasserfällen, einer großartigen Natural Bridge und eine erfreulichen Hotel in Waitomo (kommen gerade aus dem Whirlpool).

  Die Marokopa Wasserfälle

 Die Natural Bridge, die früher mal eine Höhle war – von der Höhlendecke ist allerdings nur noch die Brücke übrig Die Gesteinsformationen waren echt beeindruckend Nur leider war der zweite Teil vom Rundweg eine Rutsch- und Matschpartie – hat sich aber gelohnt

Roadtrip Tag8: Von Pahiatua nach Levin, oder: Flora, Fauna und Gestein

Heute früh hat es wieder mal kurz geregnet, aber als wir uns auf den Weg Richtung Mt. Bruce Wildlife Centre machten, sah die Welt schon etwas heller aus.

Das Wildlife Centre wurde für uns zum Ziel, weil es ein Kiwihaus bietet. Kiwis sind nachtaktive, scheue Tiere, denen man schon eher nachts auflauern muss – etwas, wofür wir bei unseren Tagesprogrammen und -eindrücken einfach keine Energie mehr übrig haben.

Der Besuch im Wildlife Centre war aber an sich richtig klasse. Die Einrichtung ist auf Artenerhalt und Aussterbens-Bekämpfung aus und es ist sehr wichtig, sowas zu unterstützen. Angefangen hat alles mit einem Zuchtpaar von Takahe-Rallen, die eigentlich als ausgestorben galten, aber 1948 wiederentdeckt wurden.

Mittlerweile beherbergt es mehrere vom Aussterben bedrohte Vogelarten (und eine bedrohte Entenart), Echsen und Aale (die zufällig dort sind, aber kann man ja auch mitnehmen). Die Einrichtung kümmert sich auch um die Ausbrütung und Aufzucht von Kiwi-Eiern und -Jungtieren, die sie im Naturschutzgebiet einsammeln und dann wieder „auswildern“.

Das gesamte Wildlife Centre hat einen tollen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Wir hatten aber auch Glück und waren gleich zur Öffnung als erste dort und sind zufällig mit den Wärterinnen los, die auf Fütterungstour waren. Sie haben uns dabei gerne noch die eine oder andere Geschichte erzählt und zum näher rankommen in die „Staff only“ Bereiche neben den Volieren gelassen. Fotografiert hab ich hauptsächlich mit dem Tele, kaum mit dem Handy.

 Aale im Fluss Die 2011 im Centre geschlüpfte Kiwi-Dame „Manukare“. Sie ist kein Albino, sondern dank eines rezessiven Gens weiß gefiedert. Ihr Partner. Bisher ist nichts passiert, aber hoffentlich Paaren sie sich noch  Eine sehr seltene Brückenechse, Tuatara. Blütezeit dieser Echsenart war vor etwa 150 Millionen Jahren (plus minus) und die Tuatara sind die letzte lebende Art – und nur noch in Neuseeland zu finden. Kein Wunder, dass sie auch „lebende Fossilien“ genannt werden. Diese männliche Echse hat eine Stabheuschrecke auf dem Kopf :) Das Weibchen ist trächtig – und die Fortpflanzungszeit ist auch vorzeitlich: 9 Monate trägt das Weibchen die Eier, dann werden sie gelegt und vergraben, wo sie weitere 9 Monate bis zum Schlüpfen brauchen.  Ausgestopfte Kiwis, die dem Centre aus Privatbesitz geschenkt wurden.

Im Anschluss ging es ganz in den Süden. Nachdem wir gestern ja schon an einem der Herr der Ringe Schauplätze waren (die wir, obwohl wir die Filme und Bücher sehr mögen, nicht bewusst danach aussuchen, sondern allgemein besuchen wollen – um Hobbingen haben wir zB einen großen Bogen gemacht, grüne Hügel gibt es so genug zu sehen, man fragt sich geradezu, ob Tolkien wohl mal hier war und sich hat inspirieren lassen), wollten wir heute die sensationellen Pinnacles sehen.

„Who shall call them from the grey twilight? The forgotten people. The heir of him to whom the oath they swore. From the north shall he come. Need shall drive him. He shall pass the door to the Paths of the Dead.“

Die Pfade der Toten, oder auch die Dimholt Road, wurde von Tolkien sehr bedrohlich beschrieben und die Pinnacles haben sich als der perfekte Ort für Peter Jackson herausgestellt – seht selbst:

 Eingang über das – fast – trockene Flussbett  Pinnacle Wand Das Feld erstreckt sich beeindruckend  Wegzweigung Die Dreidimensionalität kann man auf Fotos leider nicht festhalten.  Der Anblick verändert sich stetig, erodieren doch die Pinnacles langsam vor sich hin. Immer wieder rieselt Sand und kleine Steinchen um einen herum. Zum Glück nichts größeres  Auf dem Rückweg: tolles Farbenspiel der Sonne
Danach ging es zur südlichsten Spitze der Nordinsel, der Weg zu Cape Palliser, steinige Klippen und grüne Hügel – und eine wilde Mischung davon, war spektakulärer als das Kap an sich.

 Der Leuchtturm, der die südlichste Spitze markiert Beeindruckende Landschaft neben der Straße – wie eigentlich überall hier  Wer findet die Seehunde?
Ich bin froh, dass wir mittlerweile wieder am Meer angekommen sind. Die verbleibenden Tage fahren wir jetzt entlang der Westküste nach Norden. Ich habe das Gefühl, in den letzten acht Tagen so viele Eindrücke gesammelt zu haben, dass mein Kopf sich schon ganz voll anfühlt. Es ist gerade mal 21:30 und ich bin erledigt ;) Nic geht es nicht viel anders, aber zu spannend sind hier alle Ecken und Hügel und Tiere und überhaupt! 

Den Sonnenuntergang haben wir übrigens mutterseelenallein an einem riesigen Strand genossen. Geht auch nur hier…

Nachtrag: Roadtrip Tag7: Taupo bis Pahiatua, oder: von Bergen und Flüssen

Die Bilder sind auch diesmal wieder in umgedrehter Reihenfolge…

 Der Fluss Rangitikei, in Herr der Ringe als Anduin, auf dem die acht Gefährten am Ende des ersten Teils mit den Kanus fahren Der Fluss schlängelt sich majestätisch durch das Valley Hier unten am Fluss – Frühling! Auf dem Weg zur Mokai-Brücke (von der die ersten beiden Bilder aufgenommen sind), sind wir fast drei Stunden einsam über Hügel gefahren, ganz selten haben wir andere Menschen gesehen, dafür umso mehr Schafe und Kühe Schnee – Das Wetter war leider sehr benebelt, Mt. Tongariro, Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu (der höchste Berg der Nordinsel) waren versteckt. Hier sind wir an der Talstation des Skilifts von Mt. Ngauruhoe – Wanderer gab es kaum, Wintersportler umso mehr. Kein Wunder, bei dem Schnee und am Wochenende Mt. Ruapehu in der Entfernung in den Wolken – natürlich ein aktiver Vulkan. Ich möchte nicht in Neuseeland sein, wenn hier mal Doomsday herrscht. Das Bild verdeutlicht gut, weshalb wir im Tongariro NP leider nicht wandern konnten Blick über geothermisches Land Eine heiße Thermalquelle, das glasklare Wasser und der Wachstum darin zeigt, wie gut die Mineralien sind Dampfbad im Freien – betreten natürlich streng verboten! Nebenan gibt es das Thermalbad Gesammelte Tropfen aus dem Dampf der heißen Quelle  Tagesanbruch in Taupo, das Wetter scheint besser zu werden. Ein herrlicher Tag.

Roadtrip Tag6.1: Vormittag mit Schwefel

Den heutigen Tag muss ich unterteilen, einfach weil so viel passiert ist, dass ich gar nicht weiß, wie ich die Bilder alle in einem unterkriegen soll!

Wie gestern schon erwähnt, begann heute mit dem vorläufigen Highlight. Dazu hatten wir beim Aufstehen schon Sonne und blauen Himmel, womit sicher gestellt war, dass unser Ausflug auch stattfindet.

50 KM vor der Küste von Whakatane ruht der Außenposten der Taupo-Vulkan-Zone (dazu dann im 6.2 Post mehr – heute hatten wir es mit den Vulkanen!). White Island, der Gipfel eines aktiven marinen Vulkans. 

Wir starten um kurz vor 10, glücklicherweise wirklich nur zu Zweit und damit in unserem Privathelikopter – der Jeep ist uns einfach zu anfällig ;) . Nic ist natürlich schon öfter auf diese Weise befördert worden (bzw hat so „Flightseeing“ betrieben), aber für mich war es das erste Mal und definitiv ein Haken auf meiner Bucketlist. So cool!!!

Ross, unser Pilot und Guide, hat uns innerhalb von ca 20 Minuten vom Flughafen Whakatane, an der Whale Island vorbei, zur White Island geflogen. Ganz unten versuche ich, euch das Video unserer Landung auf dem Vulkan zu posten, ich hoffe, das Internet spielt mit! 

Auf der Insel findet sich neben heißen Quellen (zwischen 60 Grad und kochend), einem Kratersee (der momentan fast ausgetrocknet ist – sobald der über längere Zeit ausgetrocknet ist, könnte es ein Vorbote für anstehende vulkanische Aktivität sein) mit Rauchsäule, wissenschaftlichem Equipment (Kameras, Thermometer und Seismograph sind nur einige davon) auch noch die Ruinen einer alten Schwefelmine. Zur Zeit des Minenbooms (hier Anfang 20. Jh) wurde versucht, hier Schwefel abzubauen – was sich nicht gerade als erträglich darstellte. Der ganze alte Metall ist in Salzwasser und Schwefeldämpfen wegkorrodiert und zerbröckelt, wohingegen die Holzrahmen noch so gut wie intakt sind. Soviel zum Thema „was die Natur anstellt, wenn man ihr freie Hand lässt“. 

Der Schwefel führt natürlich auch zu tollen Farben, natürlich gelb, aber auch rot und blau an oxidierteren Stellen. 

Dass wir beim Aussteigen aus dem Heli einen Bauarbeiterhelm bekommen hab, ist sicher mehr Protokoll als reelle Gefahr. Wirklich brauchen tut man hingegen die Gasmaske. Nicht überall, aber wenn man an einem Gasaustrittspunkt ungünstig im Wind steht, greift der Schwefeldampf doch ordentlich die Schleimhäute an. 

Auch heute hatten wir wieder unglaublich Glück mit Wetter und Vorsaison – so war doch mit uns nur ein weiterer Heli auf der Insel, die 6 Insassen (das muss eng gewesen sein…) haben wir aber nur einmal tatsächlich kurz gesehen. Gerade als wir wieder auf dem Rückweg waren sind zwei Wissenschaftler auf der Insel gelandet, die wir zuvor schon über dem Equipment hatten kreisen sehen. 

Auf unserem Rückweg haben wir, sanft über den Dingen schwebend, auch zwei Ausflugsboote auf dem Weg zur Insel gesehen. Dort draußen ist ordentlich Brandung, an einem guten Tag in der Hochsaison werden wohl nur 40 Besucher auf eib Boot seekrank, wie uns Ross lachend erzählte. 

So sehr ich auch Boot fahren mag, der Heliflug war unbeschreiblich und unvergesslich. Dazu kommt natürlich noch die „Nicht-von-dieser-Welt“ Erfahrung eines aktiven Vulkans abseits von aller Zivilisation! Heute Nacht muss mein Hirn viel verarbeiten, es kam ja noch der Nachmittag on top. Zum Glück ist Urlaub ;)

 Ross (Pilot und Guide) und Ashley (Unsere Kontaktperson) mit uns vor unserem Airbus-Heli Anflug auf den Flughafen Whakatane Whale Island beim Rückflug – komplett unberührt  Yeah!!! Ross auf dem Weg zum Heli Vorm „Kratersee“ Beeindruckender Schlot Sehr übel riechender Schwefeldampf Minenruine Metall vs Holz Minenruine White Island im Anflug Beim rechts abdrehen – sehr wendig, so ein Heli! Prachtvoll

Roadtrip Tag5: Von Kathedralen und Gold

Unser Frühstück fand heute aussergewöhnlich statt: nach einer knappen halben Stunde Fußweg vom Parkplatz oberhalb des Campingplatzes aus, kamen wir direkt nach der Gemstone Bay und der Stingray Bay in Cathedral Cove an – ein spektakulärer Ort fürs Frühstück! Und dabei sah alles nach einem Reinfall aus – als wir im Regen in Flipflops zu den Campingduschen gestapft sind. Hat bestimmt geholfen, dass ich total optimistisch die Haare geföhnt hab!

Auch an den ehemaligen Goldgräberminen und deren Ruinen hat sich der Wettergott mal wieder von seiner besten Seite gezeigt – abgesehen von ein paar Tropfen (deutlich mehr in den alten Stollen!) kam nichts von oben. Dafür waren die Ruinen spektakulär und ein tolles Zeugnis, was die Natur mit „Menschen-Fortschritt-Überresten“ so anrichtet, wenn man ihr ein knappes Jahrhundert (geradezu lächerlich wenig, wenn man mal in dem Naturmaßstab rechnet) Zeit lässt. 

Unser weiterer Weg nach Whakatane war dann allerdings recht feucht, weshalb wir den ein oder andere kleineren Spaziergang ausfallen ließen. Dafür waren wir früh am Hotel und konnten sogar noch Wäsche waschen (für 3 Wochen packen, und hier ist es vergleichsweise kühl, aber wegen dem Twinotter-Inlandsflug auf Fiji nur 15 kg zur Verfügung zu haben, stellt ein kleines Wunder dar).

Ausklingen lassen haben wir den Tag im Pub gegenüber, bei saftigem Steak und guter Liveband (mit Open Microphone Night). 

Morgen wartet das vorläufige Highlight unserer Neuseeland-Reise auf uns (auch wenn die letzten Tage wirklich unbeschreiblich schön und einmalig waren, jede Unternehmung ihr eigenes kleines Highlight dargestellt hat) – freut euch also schon auf den Nachbericht! (Übrigens, egal was ich tue, die Bilder werden immer nach dem Neuesten sortiert… Argh. Also mal wieder umgedrehte Chronologie)

 Überreste der Nachbarmine Überreste – erinnert etwas an das Ende von Herr der Ringe I (als Frodo sich von der Gruppe trennt) Blick in die Schlucht Ranger zeigt an was es zu sehen gibt  Blick in einen kleinen Schacht Eingang in die Mine Alte Draisine auf den (noch beweglichen und sehr gut in Stand gehaltenen – siehe Schwellen) Der Ingenieur schaut sich um  Ende der Gleise, Anfang der Ruine Ende der Gleise, Fußweg zurück Ein paar wackelige Hängebrücken gibt es auch. Da Coromandel in den letzten Tagen so viel Regen wie lange nicht bekommen hat, sind die Flüsse ordentlich voll und schnell Frühstück am Strand!! Fotograf  Auch dank des Regens: überraschende Wasserfälle Kraft des Wasser: komplett umhöhlt Zeigt das Ausmaß der Cove: Nic als Größenvergleich Segeltuch-Felsen  Cathedral Cove