Bye bye, Burma! Achtung, Bilderflut!

Eine letzte Nacht auf dem Flussdampfer am Hafen von Yangon und dann bricht unser letzter Tag in Burma an. Abends geht es zurück nach Bangkok, deshalb wollen wir uns einen Fahrer und einen Guide nehmen um den Tag in Yangon ohne Gepäckstress und Zeitprobleme genießen zu können und haben Glück – unser Tourguide ist noch nicht gebucht und er freut sich, den Tag mit uns verbringen zu können.

Doppelter Gewinn für uns, nicht nur mögen wir seinen Stil und was er sehenswert findet, zudem müssen wir keinem neuen Guide erklären, was wir in den letzten Tagen schon gesehen, erlebt und von Burma gelernt haben. Terry kann sich immer wieder auf der Erlebte der Tour beziehen und so haben wir noch einmal eine optimale „Ausbeute“ an Neuem, Sehenswerten und Erlerntem.

Zuerst spazieren wir via der berühmten Strand Road durch Yangon, werfen einen Blick in das alte Telekommunikationszentrum, auf das ehemalige Hauptquartier der Flotilla (deren unser Dampfer jetzt entsprungen ist) und schauen die Sule Pagode – von außen – an. Yangon fühlt sich ganz anders an, als zum Beispiel Mandalay wo unsere Reise vor einer gefühlten Ewigkeit gestartet ist (innerhalb von zwei Tagen auf dem Dampfer waren wir so gelöst von dem Alltag und der realen Welt wie lange nicht mehr, wirklich der perfekte Urlaub!) – und natürlich auch als alles was wir unterwegs gesehen haben.

Wir schauen aus einem Park von der Ferne die Shwedagon Pagode an – nur für ein Foto um das Ausmaß zu begreifen – und ziehen weiter zur größten liegenden Buddha Statue der Welt. Dort erkennen wir, wie eng die Tourguide-Community von Yangon ist, Terry kennt jeden und es werden Neujahrsgrüße ausgetauscht. Terry kommt übrigens ursprünglich aus der Shan Provinz, im übertragenen Sinne ist das sie Alpengegend von Burma. Dort wird Tee angebaut, den wir auch auf dem Schiff kosten konnten. Wie ihr mich kennt konnte ich nicht anders und wollte unbedingt eine Packung mit nehmen. Urlaubsandenken, nur anders. Und so nimmt Terry uns mit in die Junction City, eine topmoderne Großstadt-Mall die genauso in Shanghai stehen könnte und hier dermaßen fehl am Platz wirkt. Aber es ist eben ein Schritt in die Zukunft Burmas, ein Schritt hin um attraktiv für die entwickelte Welt zu werden. Dort gehen wir im 4. Stock in den „City Mart“ und es erinnert noch mehr an Shanghai, nur dass es dort eben Ole oder City Super heißt. Egal was drauf steht, drin ist das gleiche. Ein sauberer, ordentlicher Supermarkt. Und meinen Tee finde ich auch.

Zu Fuß überqueren wir die Straße zum Aung San Market (ihr erinnert euch? Aung San, Volksheld und Vater von Aung San Suu Kyi), Herz des Touristenzentrums. Jade, Edelsteine jeglicher Art und Größe (vor allem herrliche Rubine!), Figürchen, Longyi, Möbel, Bilder – es gibt alles. Und viel zu viele Verkäufer, die einem was andrehen wollen. Terry’s Zwillingsschwester ist „Gemologist“, also arbeitet mit Edelsteinen, hat heute aber frei. Schade, nachdem Terry ein sehr femininer Mann ist hätte uns die Ähnlichkeit zu seiner Schwester (auf die er seine feminine Ader schiebt) interessiert.

Zeit für Mittagessen – wir möchten gerne klassisch Burmesisch, mehr so von der Strasse als aus einem Ausländertauglichen Restaurant probieren. Trotzdem sucht er etwas ausländerfreundliches raus, was sich bewährt hat. Und obwohl andere Touristen und Expats mit uns dort essen, sitzt neben uns eine burmesische Familie die ihr Essen mit den Fingern zu sich nimmt.

Das burmesische Curry, die zum Lunch gereichte Suppe (vom Prinzip wie Miso, gibt es eben zum Lunch dazu – inhaltlich aber ganz anders, eher sauer und leicht scharf mit Gemüse) und das Dessert (eine Art Bananenkuchen und eine art fester Flan, oder Creme Caramel Kuchen – omnomnom) schmecken fantastisch. Zur Verdauung spazieren wir danach durch einen Park und schauen noch ein bisschen lokale Kunst in der Yangon Gallery an. Noch eine neue Facette diesen Landes.

Nachdem wir unser tolles Mittagessen ein wenig verdaut haben, ist die größte Mittagshitze endlich vorbei und es ist soweit: wir besuchen die reichste Pagode der Welt. Ich könnte euch vieles dazu schreiben (habe auch extra einiges nachgelesen), aber letztendlich kann man es mit einigen wenigen Worten zusammenfassen: Wow! Unbeschreiblich! Massiv! Strahlend! Überwältigend! Bilder werden diesem beeindruckenden Ort natürlich überhaupt nicht gerecht, ich versuche es aber trotzdem.

Nachdem wir zwei Stunden an der Pagode verbracht und von Terry nochmal einiges gelernt haben, wird es Zeit Richtung Flughafen zu schleichen. 2/3 des Wegs, bis nach dem Inya See, stehen wir an roten Ampeln und die Uhr zählt von 140 Sekunden (! Hundertvierzig!) herunter. Danach geht es dann aber und wir kommen rechtzeitig an. Kaum zu glauben, dass Burma in Naypyidaw eine ungeliebte Planstadt als Hauptstadt hat und die siebenspurigen Straßen frei von Autos sind. Verkehrte Welt…

Anschließend ist zu sagen: Burma war großartig zu uns. Dieses liebenswerte, beeindruckende und facettenreiche Land hat es so sehr verdient, eine blühende Zukunft zu haben. Man kann nur die Daumen drücken und hoffen, dass es bergauf geht. Die Menschen, die jeden mit so offenen Armen empfangen, die das wenige das sie haben liebend gerne teilen und jedes Lächeln erwidern, haben es verdient. Sie können am wenigstens für die aktuelle geopolitische Situation und leiden doch (wie so oft) am meisten unter den Folgen.

Wir haben Burma und seine Menschen ins Herz geschlossen und werden mit offenen Augen und Herzen verfolgen, wie die Situation sich weiter entwickelt um notfalls einspringen zu können, wo man von außen helfen kann.

Jedem, der Interesse an asiatischer Kultur, alten Schätzen, interessanten Personen und tollen Eindrücken hat, kann ich dieses Land nur empfehlen. Neben der Möglichkeit, viel ursprüngliches zu sehen, kann man auch sehr leicht und direkt helfen/unterstützen (zB einen Sack voll Stifte mitnehmen und der Schule des Klosters/Waisenhaus geben). Ohne Plan und Ziel werden einem im Nebeneffekt die Augen geöffnet, wie privilegiert man eigentlich ist und welche Verantwortung man tragen kann (wenn man es denn möchte) – ganz nebenbei.

Danke, Burma! Danke Terry und die Flotilla. Was als Entspannungs- und Entdeckungsreise begann hat sich zu so viel mehr entwickelt. Ihr habt uns am Herzen gepackt und wir haben so viel mehr gelernt und erfahren als wir erwartet hatten.

  1. Bye, Bye Pandaw2! Altes Kolonialgebäude an der Strand Road Trotz Großstadt: Schreibwarenladen aus dem Auto Und mobiler Lunch-Shop Rechts: renoviertes Kolonialgebäude /// links: verfallenes Kolonialgebäude Auch das ist burmesische Realität Der Mönch braucht auch mobiles Netz für sein Smartphone. Viele der alten Kolonialgebäude werden renoviert um dann Banken oder Hotels zu beherbergen Neben der Sule Pagode stehen im Zentrum auch ein Hindutempel, eine Moschee und diese Kirche Stele der Unabhängigkeit. Hier wird am 04.01. der Unabhängigkeitstag gefeiert Sule Pagode, heute ganz modern als Kreisverkehr Die gigantische Shwedagon Pagode aus der Ferne Und der gigantische liegende Buddha Detailreich verziert Dhamma Inschrift Erklärung der Symbole auf den Füßen Und hier die Symbole Vor dem Buddha: der Palmologe. Handleser. Dieses ganze Eso-Gedöns ist in Teilen Burmas super wichtig, zB die Stätte von Naypyidaw, heutiger Hauptstadt, wurde durch Astrologen „bestimmt“ Junction Center Mall – Erinnerungen an Shanghai Zwischen moderner Mall und alten Markt das altbekannte Bild: eine Dame trinkt aus dem Tontopf Market Lunchlokal Omnomnom – unser Essen Terry (übrigens wie jeden Tag im klassischen Longyi mit farblich abgestimmter Weste) und Nic an der Gallery FokkerF27 der Myanma Airlines ausgestellt im Park Parkregeln: kein Sex. Alles klar, wie wären zwar spontan auch nicht auf die Idee gekommen, aber irgendeinen Grund muss es für das Schild geben ;) Bodhi Baum (Pappel-Feige), Ficus religiousa, an der Shwedagon Pagode. Unter solchem Baum hat Siddharta Gautama meditiert und wurde zum Buddha Ganz schön beachtlich! Für die Touris hat es sich wohl ausgetempelt ;) übrigens kein religiöser Affront, in Burma sind Pagoden für alles da. Treffen, Diskussionen, Essen, Schlafen oder eben Beten. Beeindruckende Anlage…… und so viele Details Ich habe mich ein wenig in die Spiegelmosaik-Dekorationen verguckt Ein Letzter Sonnenuntergang von der Pagode aus. Danke, Burma 🌇

Myanaung – eine Bildergeschichte

Ich kann heute nicht viel schreiben weil vieles davon zu dem Blogbeitrag morgen oder am Ende des Urlaubs gehört – also hier einfach Bilder von unserem Spaziergang durch Myanaung, ein 15000 Einwohner Ort die nur Flusskreuzfahrttouristen haben, wegen der rückläufigen Zahlen sind wir für diese Woche vermutlich die einzigen.

Früher Morgen an der Sandbank. Die Kinder der Fischer beäugen ganz argwöhnisch das Schiff Gegenüber der Sandbank (wo wir „übernachtet“ haben) dann der Anleger von Myanaung Oagoden Tempel Großer Pott von Mohinga – Frühstückssuppe in Burma – hatten wir an diesem Morgen auch, einfach köstlich Myanaung Marktplatz – Shopping für alles, Unterwäsche neben Gemüse Ein Uhrmacher. Absolute Erinnerungen an Shanghai Besuch in einer lokalen Bäckerei…… ursprünglich von den britischen Kolonialherren gelernt… … wird das wissen jetzt über Generationen weiter gegeben…… und wir dürfen eins der herrlichen Küchelchen auch probieren Netzball Kleiner Ausflug in ein Café – und auch hier eine Erinnerung an unser zu Hause – ist Mo’s Burger doch eine weit verbreitete Kette in Japan, entsprungen in Tokyo Hindu Tempel Nachdem Myanaung etwas mehr Verkehr hat, organisiert ein lokaler Polizist unseren Spaziergang. Es ist aber keine Kontrolle oder Ähnliches und der junge Mann hat seinen Spaß mit uns. Ausgedienter Klostuhl Neben Buddhismus, Islam und Hinduismus ist auch eine Kirche ansässig Das sind mal ordentliche Weihnachtssterne! Die Dekoration ist… gewöhnungsbedürftig… Auf dem Plastikstuhl die Muschel mit Weihwasser – so vertraut und doch so ungewöhnlich.

Hier noch die Moschee als Vertreter der vierten Religion. In wenigen Gehminuten leben hier vier der großen Weltreligionen friedlich „auf einem Haufen“. Es kann funktionieren.

Regen, es gibt ihn doch!

In Burma herrscht gerade Trockenzeit. Und so sieht auch die Wettervorhersage aus. Umso überraschender, dass wir zu Regen aufwachen. Auf dem Sonnendeck, wo ab 6:00 morgens Kaffee und Tee bereit steht, weht sanft der Niesel unter das Dach und insgeheim freuen wir uns. Der Staub und die trockene Vegetation haben sich den Regen herbeigesehnt und verdient.

Zufällig steht vormittags auch kein Landgang Programm an, es gibt eine Demonstration burmesischer Kultur. Einerseits, wie man die Longyi (in Malaysia und Indonesien zB als Sarong bekannt) trägt und wie man Tha na kha Paste herstellt und benutzt. Das wird aus der Rinde eines Zitrusbaums gewonnen, auf einem Stein mit Wasser fein gemahlen und dann auf die Haut aufgetragen. Gut gegen Falten, Akne, Sonnenbrand oder Moskitos. Quasi eine Allzweckwaffe.

Nachmittags landen wir in Magwe an, einem größeren Ort. Dort besuchen wir neben der Statue des Nationalhelden Aung San (Vater von Aung San Suu Kyi) eine Pagode, die auf Grund des Regens zur gefährlichen Rutschpartie wird. Aber es kommen alle wieder heil am Boot an, hier und dort eine kleinere Blessur. Wir zwei sind zum Glück verschont geblieben und konnten etwas assistieren.

Die Fahrt auf der Trishaw, einem Fahrrad mit „Seitenwagen“ war trotz Regen äußerst unterhaltsam. Wir würden von uns aus nie so eine Tour/ so ein Event buchen, aber als Tagesordnungspunkt dieser Tour nehmen wir mit was geht.

Letztes Jahr ist in Burma der Tourismus um über 70% gesunken und ich weiß nicht ob es daran liegt (oder ob es überhaupt mit rein spielt, kann ja sein, dass die Leute einfach so unglaublich fröhlich, freundlich und „happy-Go-Lucky“ sind) aber überall werden wir offenen empfangen.

Die Leute schauen uns hinterher, winken, rufen „maingalarpar“ – (lautsprachlich etwa: mingalabaaa), Hallo! Winken hier und dort. Und selbst wenn man mal das Gefühl hat, etwas skeptisch angeschaut zu werden, ein Lächeln und ein mingalabaaa führen automatisch zu einem Strahlen auf dem Gesicht der Burmesen, mehr winken, Fotos. Selten haben wir uns in einem Land in dem wir augenscheinlich als „fremd“ auffallen so willkommen gefühlt wie hier. Und auf der Trishaw treibt es mir das eine oder andere Mal die Tränen in die Augen, auch in Reflexion über die letzten Tage. Da laden uns Menschen in ihre Häuser ein, reichen schnell geschnittenes Obst und ihre Betelnüsse. Wir sehen eine Matriarchin beim Kochen, in ihrem Topf blubbert über offenem Feuer eine kleine Menge Hühnercurry, kaum genug für ihre vierköpfige (mindestens, so viele können wir sehen) Familie und doch bietet sie uns ihren Löffel an.

Hier in Myanmar hat Zwischenmenschlichkeit einen Wert der mich daran erinnert, wie es sein könnte wenn wir Menschen unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft oder Glauben (auch wenn Burma dafür ein denkbar schlechtes Beispiel ist) miteinander klar kämen. Wie schön wäre es…

Abends sehen wir einen Film über die Flotilla Company, die ursprüngliche Herkunft unseres Dampfers. Dabei kommen auch einige historische Aufnahmen aus den 30ern vor und es macht noch mehr Lust, mehr über die Geschichte des Landes zu lernen. Irgendwann die Tage werden wir auch den Hollywood Film über Aung San Suu Kyi sehen können und ich bin sehr gespannt.

Unser Guide Terry mit einer Auswahl an Longyi und Tha na kha Nic probiert den Ninja Style – wird von der Jugend getragen wenn sie auf dem Land nachts durch die Straßen müssen und sich fürchten. Nationalheld Aung San Trishaw im Regen Auf dem Weg zur Pagode: Tha na kha Rohmaterial Pagode leider im Umbau – solide aus Gold gebaut, muss super schwer sein Auch auf dem Weg von und zur Pagode: Messerladen. Hier sind kaum Touristen, die Geschäfte sind alle für die Locals Unser Dampfer vor der malerischen Kastenbrücke – es hat auch schon aufgehört zu regnen

Hügel und Kolonialbauten

Morgens direkt auf den Tan Kyi Taung Hügel und von dort auf Bagan blicken (Pagode inklusive), mittags durch Sale, eine alte Kolonialstadt mit Teakholz Kloster.

So viele Gedanken schießen mir durch den Kopf – zu viele um sie gerade aufzuschreiben. Vielleicht ist dafür im morgigen Beitrag Raum und Zeit…

Blick über die Hügel auf den Irrawady Vergoldete Pagode oben Trinkwasser wie wir es kennen (wenn auch etwas befremdlich aus einem Becher zu trinken) Und wie wir es hier kennengelernt haben – aus dem Fluss, gefiltert und kühl gehalten im Tontopf Elefanten-Theater: 2 Kleine Burmesen und ein 48 kg Holz“Kostüm“ -Wahnsinns Leistung! Partielle Sonnenfinsternis Normaler Anblick: Wäsche waschen am Fluss, sowie Badestätte – die Farben der Kleider leuchten übrigens, trotz Brühe! Alter Kolonialbau der BOC, British Oil Company Alte Ruine auf dem Weg Eingang zum Tempel Kolonialer Eingang zum burmesischen Kloster (die Tochter des Klosterstifters durfte im Vereinigten Königreich studieren und hat diesen Bau gesponsert) Teakholz Kloster mit integriertem Museum Buddha darf nicht fehlen Und eine Pagode natürlich auch nicht Üblicher Tagesabschluss: Sonnenuntergang