Winter is coming

Dieser Oktober geht als einer der vier nassesten Oktober seit dem Start der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein.

Dabei hilft es dann auch nicht, dass die Temperaturen deutlich unter denen von letztem Jahr liegen (als wir bei strahlendem Sonnenschein und gefühlt 30°C am Südbund joggen waren – über das Wochenende hatten wir gerade noch 15°C tagsüber).

Es war ja klar, dass der Winter kommt und ich bin erklärter Sommermensch. Aber der Winter in Shanghai  bringt für mich drei Unannehmlichkeiten mit:

  1. Es hieß immer, hier wäre es viel wärmer als in Deutschland (zur Erinnerung: wir liegen geographisch auf Höhe von Alexandria in Ägypten, es ist also nicht so undenkbar) – stimmt aber nicht so wirklich. Im Januar hatten wir sogar -9°C.
  2. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind wie überall viel zu warm für Jacken – man fängt also in der U-Bahnstation oder dem Bus unmittelbar nach dem Betreten mit Schwitzen an.
  3. Die Shanghaier Temperaturen sind nicht mit den gewöhnten mitteleuropäischen Temperaturen gleichzusetzen. Im Sommer werden 30°C gleich zu gefühlten 40°C und mehr, dank hoher Luftfeuchtigkeit und Großstadt. Im Herbst sind aber auch 15°C nicht gleichzusetzen mit den 15°C die wir in Franken erleben – denn der kalte Meereswind kriecht in alle Ritzen und Ecken und macht es ungemütlich. Nicht von Vorteil, wenn man unter der Jacke verschwitzt ist (siehe Punkt 2). Ich möchte bitte wieder Sommer…!

Aber genug über das Wetter gejammert (so was von deutsch…!!). Der Jahresendspurt geht los, wir haben noch viele Ziele und To-Do’s und Shanghai erweist sich immer wieder als eine der besten Städte der Welt! Heute ist Halloween und wir waren ganz unbedacht am Samstag unverkleidet Essen – als fast die Einizigen. Nächstes Jahr müssen unbedingt Kostüme her, Halloween mausert sich hier, nicht zuletzt dank großer Expat Gemeinschaft und der Lust der Einheimischen an amerikanischen Feiertagen, zur Institution. Es gibt Schlimmeres ;)

 Herbstnebel

 Noch nicht gebloggt, aber oft bewundert: Schön Lila/Türkis beleuchtetes Hochhaus in unserem Viertel Jahrestagsessen  Geräuschaktivierter Kürbis im Supermarkt… Nächstes Jahr möchte ich selbst schnitzen!

Mauern

Am zweiten Tag wollten wir eigentlich statt Mauerwandern wieder zurück nach Peking und uns dort noch ein wenig die Stadt anschauen. Nachdem aber heraus kam, dass wir 5 Kilometer an einer Straße entlang mussten, entschiede wir uns doch für den Umweg über die Mauer (circa drei Stunden in Richtung Simatai).

Ziemlich genau direkt nachdem wir neue Tickets gekauft und das Drehtor passiert haben, hat es dann auch angefangen zu regnen, später dann regelrecht schütten. Es war eh schon recht kühl und wir waren ja eher für die 30°Grad am Vortag ausgelegt, nicht für ein Drittel davon. Aber egal:

Im Endeffekt hat es sich total gelohnt und wir sind sehr froh, denn die Mauer hatte nochmal ganz andere Ecken und Kanten, im Regen sah alles viel grüner und lebendiger aus und es war absolut den Trek wert. Leider waren wir danach ziemlich durch und durch nass (bis zur Unterwäsche).

In Peking hat uns die Great Leap Brewery gut versorgt und der Schock hängen zu bleiben (wie schon beschrieben) war Dank des Biers und der Burger später nur halb so groß. Hier die Bilder:

 Wachturm mit drei Regenwächtern Wahnsinn, wie sich das Bauwerk schlängelt Die Wanderschuhe haben den Weg nicht überlebt Ein wirklich toller Ausklang!  und da heißt es, in Peking wäre die Luft immer schlecht Warten ist in der Lounge einfach viel erträglicher

 „Und wenn Du die Augen zu machst klingt der Regen wie Applaus“ (Enno Bunger)

Wasser über Wasser

Wir wohnen nun seit 3 Wochen in SH und haben eben den zweiten Taifunausläufer mitbekommen. Der erste war direkt nach unserer Ankunft und hat den Großteil seiner Kraft über Saipan und Taiwan rausgelassen (zumindest haben wir von dort Liveticker Infos bekommen), wir haben hier fast gar nichts gespürt.

Taifun Goni war nun angekündigt, ebenfalls mit der Vorhersage, dass er sich noch abschwächt. Doch dafür hat er uns den Regen gebracht.

Nic hat heute zur Arbeit etwa eine Viertel Stunde länger gebraucht – aber spektakuläre Bilder vorbei geschickt (zusammen mit den Kollegen). Michi kam dann schon gar nicht mehr bis zur Firma, Anting wurde wegen Überschwemmung gesperrt.

Jing’an hat es nicht sonderlich getroffen, wir hatten nur viel Regen und etwas Wind (nördlich und südlich von Jing’an in SH wurden die Warnstufen von gelb auf rot hochgesetzt), die Teiche im Compound freuen sich, haben sie doch jetzt wieder einen schönen Füllstand.

Getreu dem Motto haben wir es uns nicht nehmen lassen, nochmal in den Pool zu springen (nachdem Nic 2 Stunden 10 Minuten nach Hause gebraucht hat) und ein paar Bahnen zu ziehen. Heute war leider etwas mehr los als am Freitag, aber auf 50m verteilt sich das ganz gut.

   Es schüttet Bindfäden!
   
  Anfahrt Anting. Es fehlt nicht mehr viel und das Wasser kommt zu den Türen rein.

    Unfreiwilliger Springbrunnen bei Schaeffler. Die Kanalisation kommt mit den Wassermassen nicht klar.
  Blick über die volle Länge des Pools.

    Und einmal von oben, unter der stylischen Kuppel, auf den Pool (im Keller)
   Feine Sache! Schwimmen steht bei uns wieder hoch im Kurs – aber nur mit Badekappen! (Ist hier Pflicht…)