Bilderflut von Mond und Mars

Bevor wir die unglaubliche Wanderung im Haleakala Krater angehen konnten, stand natürlich erst mal Frühstück im B&B an. An einem langen Tisch haben wir uns mit den anderen Reisenden ausgetauscht und prompt verquatscht, aber es ist ja Urlaub und so ein Tag darf durchaus gemütlich angegangen werden!

Der Weg auf den Berg ist kurvenreich und die vorbeiziehenden Wolken, die Baumgrenze, die Blicke auf das Meer, den Nordwest-Zipfel Maui’s, auf dem wir am Vortag unterwegs waren, die Sonne, die Städte – alles sehr abwechslungsreich. Und ein letzter Anblick der Zivilisation, bevor es in die Caldera; und damit die Kraterlandschaft, des Haleakala geht.

Das obere Visitor Center auf 3000 HM bietet Parkplatz und zugleich Ausgangspunkt des Trails. Der Ausblick von dort ist schon vielversprechend, aber nichts toppt das Gefühl, inmitten der kleinen Krater, Hügel und Steinwüste zu stehen.

Der Weg runter geht über Serpentinen, oft auf Sand und Geröll (nicht umsonst wandert man auf dem „Sliding Sands Trail“), was sehr angenehm für die Gelenke ist. Nichtsdestotrotz gaben mir die zurückgelegten Höhenmeter ein mulmiges Gefühl, immer in dem Wissen, dass ich jeden Schritt den ich in den Krater hinabsteige am Ende des Tages wieder raufkraxeln muss.

Nach einer Stunde und guten 550 Höhenmetern kam die erste flache Partie und hat mir ein trügerisches Gefühl der Sicherheit gegeben: so schlimm ist es nicht. Der Trail war bisher weich und selten steil, einfach nur lang und tief. Nach der nächsten Kurve öffnete sich allerdings der Blick und offenbart tolle Aussichten auf die Caldera – aber leider noch viel zu hoch. Das letzte Stück war dann auch das härteste, mehr Stufen, mehr Gefällen und es zog sich. An der Gabelung der Trails in der Caldera waren zwei Pferde angebunden, mein Landmark – da muss ich hin. Und sie wollten einfach nicht näher kommen.

Am Start des Trails haben wir uns ein Zeitlimits gesetzt: 11:10 ging es los, komme was wolle wird spätestens um 14:00 gedreht.

Es wäre schön gewesen, noch die Kraterumrundung des Halali’i Krater mitzunehmen (und ich ärgere mich ein wenig, dafür nicht fit genug zu sein) aber auch so war es eine atemberaubende Erfahrung.

  • Auf halbem Weg nach der Abzweigung zum Halali’i Krater war für mich Schluss und nach einer ausgedehnten Pause (ausgedehnt heißt bei unserem Stil 15 Minuten ;)) mit Keksen und Wasser ging es an den beschwerlichen Weg zurück zum Auto. Zeitweilig habe ich mir jenes auch wirklich herbeigesehnt, vor allem das erste Steile Stück hat einiges an Kräften abverlangt. Es ist komisch, „verkehrt herum“ zu wandern (sonst steigen wir erst auf einen Gipfel auf und steigen danach ab) und eine Herausforderung, sich die Kräfte ordentlich einzuteilen. Wir haben aber alles richtig gemacht und je weiter uns der Weg nach oben führte, desto angenehmer wurde der Aufstieg. Wir hatten uns noch eine Ecke für die finale Pause (und unseren letzten Apfel) ausgesucht, von dort den Ausblick über den Krater im letzten Licht des Tages genossen. Kurz bevor die Sonne hinter dem hohen Kraterrrand der gesamten Caldera verschwand, ging es für uns in den Endspurt und noch einmal etwas steiler bergan. Zu dem Zeitpunkt kein Problem – das Ziel vor Augen, fast zurück und in der Gewissheit: jetzt kann nichts mehr passieren. Wir haben alles richtig gemacht!
  • Das i-Tüpfelchen war ein Schwarm von Nene Gänsen, endemisch in Hawai’i und sehr bedroht. Auf dem letzten Stück des Aufstiegs sind sie zum Teil vor uns über den Weg gewuselt und gegen den Hügel war jede Bewegung deutlich sichtbarer als auf dem Weg herunter.
  • Den ganzen Tag haben wir sehr wenig Menschen gesehen, am Anfang kamen uns die paar frühen Wanderer auf dem Weg zurück entgegen und die längste Zeit hatten wir nur in einer Entfernung die gleichen Wanderer mit uns. Erst zum Schluss kamen dann die Horden für den Sonnenuntergang.
  • Alles in allem ein magischer Tag, der durch einen Sonnenuntergang hoch über Maui abgerundet wurde. Heute tut jeder Schritt weh, aber das haben wir uns auch verdient!
  • Auf dem Weg nach oben
  • Wolkenmeer Erster Blick in die Caldera, kleine wattige Wolken die über den Rand fluffen Rechts auf dem Bild sichtbar: der Trail, hier wie eine Ameisenstrasse, der sich in die Caldera runterwindet Farbenspiel während dem Abstieg. Blau, schwarz, braun, grün, gelb und rotBlick auf die kleinen Krater im großen Krater (der Caldera)Silversword, eine Haleakala-endemische Pflanze die bedroht ist. Nur an den Hängen dieser Caldera zu finden Auch richtig große Trümmer liegen in der Landschaft – hier mit Größenvergleich ;) Ist das ähnlich zu den Aussichten, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond gesehen haben? Solche Fragen schießen einem unweigerlich durch den Kopf, die menschliche Neu- und Wissbegierde überstrahlt da alles weltlichen Gedanken Auch hier wieder Nic als Größenvergleich – es ist einfach unmöglich, die Dimensionen und Ansichten in Worte und Bilder zu fassen Und nun den Trail zurück, der sengenden Sonne entgegen Fast die selbe Stelle wie zuvor, doch die anders stehende Sonne verändert die Ansicht. Neues Farbenspiel, anderer Schattenwurf Langsam legt sich die Dunkelheit über den Krater Suchspiel: finde die NeneGotcha!Winkewinke vom Sonnenuntergang Über den Wolken, auf dem höchsten Punkt Mauis Letztes Leuchten eines großartigen Tages. Danke, Maui! Jetzt aber ab nach Kauai, wo Tauchen, Wandern, Planschen und – cherry on top! – Dani und Stefan auf uns warten :)
  • Mond/Mars-Landung: 7,5 km -800 Höhenmeter 7,5 km +800 Höhenmeter

    Ich mach es kurz (bin platt und erzähle morgen mehr)! Krasser Tag heute, eine meiner härtesten Wanderungen. Von Gipfel des Haleakala in die Caldera hinunter, so weit man denkt, dass man noch genug Energie hat und dann das ganze Retour.

    Die Apollo 11 Crew hat hier (unter anderem) für die Mondlandung trainiert und wenn man dort war (Bilder können das bestimmt nicht richtig einfangen) versteht man auch warum.

    Morgen erzähle ich mehr, versprochen.

    (das Teaser Bild ist aufgenommen, nachdem die Sonne schon hinter dem Gipfel verschwunden war. Die Schatten verändern die Szenerie wieder)

    Valleys (Achtung, Bilder-Flut)

    Wir sind mittlerweile auf Maui angekommen und haben den „Transittag“ zu einem kurzen Ausflug genutzt. Erst ab ins Iao Valley:

    Tolle Abkühlung

    Und danach haben wir noch die Küste nach Norden abgefahren und auch dort unglaubliche Valleys, Felsen, Klippen und Hügel gesehen. Zu guter Letzt bot ein Blowhole etwas Abkühlung, Regenbogen und Spaß:

    Abendessen am Strand von Kahului – Kitesurfern zuschauen und die Abendbrise genießen

    Südlichste Spitze

    Heute war unser letzter Tag auf Big Island bevor es dann morgen Vormittag weiter nach Maui geht.

    Um unsere kleine Inseltour vollständig zu machen, hat noch ein Ausflug in den Süden gefehlt. Ein herrlicher Tag!

    Frühstück bei „Big Rob“ – mit einem Teigrührer aus den 40er Jahren und live MusikRob’s „Haustier“ – tolle FarbgebungUnd mal wieder ein erkalteter Lavastrom. Die wechselnden Landschaften sind wirklich gigantisch und kaum auf Photos festzuhaltenSüdlichste Spitze der Vereinigten Staaten – ich hatte mir echt wenig darunter vorgestellt, dafür war es dann landschaftlich umso schöner!Wie aus dem Werbeprospekt ;)Der grüne Aufbau ist Teil der Klippenspringer-Platform von South PointBlowhole, in das man auch springen kann (einer hat’s gemacht während wir dort waren) Und zum Abschluss noch ein schöner Sonnenuntergang nach tollem Baden am White Sands Beach – gefolgt von fantastischem Abendessen an der Waterfront. Perfekter Tag!

    Schöne Aussichten Heute

    Heute ging es dann auf den Mauna Kea. Mit 4205 Meter üNN der höchste Berg Hawai’is. Dank klarer Luft eine prädestinierte Station für Observatorien, Teleskope und einen Haufen Schnickschnack.

    Bis zum Visitor Center kommt noch jedes Auto, ab dort kann man auch die letzten 1200 Höhenmeter zu Fuß begehen. Oder man setzt sich in einen 4WD und fährt hoch.

    Oben war herrlich wenig los und die Landschaft einfach weiterhin gigantisch.

    Am Fuß des Berges auf dem Rückweg würden wir von einem Gewitter überrascht – eigentlich gar nicht so schlecht, wurde wenigstens gleich wieder der Vulkanstaub vom Auto gewaschen.

    Übergang Feld zu Lava-Feld. Laut Karte sind diese Lavaströme von 1859, also schon sehr alt.

    Nach den ganzen Bergen kam in der Sonne an der Küste von Kona die Lust aufs Baden wieder. Das Baden hat unheimlich Spaß gemacht. Weißer Sand, kristallklares Wasser und ordentlich Wellen für den nötigen Plansch-Spaß – und die eine oder andere „Nasendusche“, wenn man auf der Welle zum Strand zurückgeschwommen ist und dann in der Brandung erwischt wurde. Einfach wunderbar, herrlicher Tag. So muss Urlaub sein!

    Schöne Aussichten Gestern

    Gestern ging des Tag mit einem Trip in den Norden los. Zuerst am Waipi’o Valley Lookout (den ich mir etwas idyllischer vorgestellt hatte):

    Aber trotzdem tolle Aussicht :)

    Und dann weiter zum Pololu Valley Lookout:

    Und zu guter letzt über sanfte Hügel, schnurgerade Highways und mit großartiger Landschaft um uns rum zum Strand:

    Und ein kleines Feierabend-Bier zum amerikanischen Sushi (und Hummer Ravioli und Calamari-Salat) – ich hab es ja doch ein wenig vermisst. Abgefahren, wenn man denkt dass wir im Land mit dem besten Sushi der Welt wohnen. Aber der Fisch in Japan ist eben so frisch und gut, dass er für sich alleine spricht und mit nichts gepaart werden muss, vielleicht sogar darf. Und manchmal steh ich einfach auf lustige Röllchen.

    Tag der Alten… es wird Herbst

    Irgendwie ist das auch treffend metaphorisch. Heute ist Feiertag, Tag der Alten. Das haben wir zu einem vorgewitterlichen (demnächst sollte es hier etwas rund gehen) Spaziergang genutzt und haben mal wieder durch unsere Gegend erkundet.

    Gerade in Blüte: „Spinnenlilien“. Letzte Woche in Sankeien noch geschlossen, heute in Italy Garden schon teils in Pracht

    Der nächste Tempel zu unserem Haus (wir haben ein paar Schreine in näherer Umgebung, aber das ist der nächstgelegene Tempel). Toller Tempel, herrliche Meditationshalle mit Tatami – und siehe da, er gehört zum Higashi Hongan-ji, mein absoluter Favorit in Kyoto (von dem was ich bisher gesehen habe). Jetzt weiss ich, wo ich zum Meditieren hin kann.

    Holzkonstruktion – interessant, die Bauweise zu sehen, speziell wegen Erdbebensicherheit

    Es wird Herbst…

    Huangshan Endbetrachtung (18.04.2016 -Tag18-)

    Nachdem wir eine unglaublich schöne und sehr ruhige Zeit abseits des Hauptweges hatten, war der Schock, zurück nach „China“ zu kommen umso größer. Schon kurz bevor unser Weg wieder auf den Hauptweg traf, wurde das Geräuschlevel immer lauter und lauter. Das Wetter war viel besser als erwartet, der Regen blieb aus und zeitweilig schien die Sonne. Außerdem war es Sonntag. Ergo: Der Berg wimmelte nur so von Touristen. Eine geführte Tour mit Lautsprecher (>brazzzzzzz<) nach der nächsten, Gruppenweise junge Mädchen, die sich mit Michi und Nic fotografieren wollten. Der Lotus Peak, den wir ursprünglich mal noch besteigen wollten (ich muss fairer Weise sagen: ich hätte es körperlich nicht mehr geschafft) war wegen starken Windes gesperrt und unsere Nerven lagen nach der ganzen Ruhe und Idylle blank. So hieß die Devise: nichts wie runter von dem Berg und zu unserem Grillladen von Freitagabend. Immerhin was, worauf wir uns alle gefreut haben. Nachdem der letzte Bus von Tangkou nach nach Tunix schon gegen 17:30 gehen sollte und wir für die 15 km Abstieg circa 4-5 Stunden gebraucht hätten, gab es um 13:00 auch nur noch die Seilbahn. Meine Knie und ich waren dankbar – doch der Weg dort hin war die Hölle.

    Platzangst darf man sicherlich keine haben – und empfindliche Ohren auch nicht. Rumschreiende Muddis und Omas (die Generation 50+ hier raubt einmal manchmal den letzten Nerv, das werde ich bei Gelegenheit nochmal weiter ausführen). Heute reicht wohl die Geschichte: in einem Strom von Menschen, der sich langsam über die Stufen mäandert, bleibt die „entiteled Muddi“ (wie ich sie liebevoll nenne) vor einem unvermittelt stehen, dreht sich auf dem Absatz um (merke: sie hält damit in diesem Fall locker an die 100 Menschen gleichzeitig auf…) und schreit ihrer Familie / Freundin / Gruppenkollegin 20 Stufen weiter hinten etwas entgegen. In mein Ohr. Überhaupt stimmt der Stereotyp, hier geht einfach alles lauter zu. Aber daran kann ich mich überhaut nicht gewöhnen, das hat nichts mit Kulturschock zu tun oder Intoleranz. Ich finde das einfach nur unhöflich und antisozial. Ebenso, wenn uns einer der Träger entgegen kommt und versucht, und als Kunden zu gewinnen. Kurz zuvor spuckt er allerdings einen tief hochgeholten Klumpen Schleim auf die Stufe. Was ist denn das für eine Art, Kunden für seine Dienstleistung zu gewinnen?

    Mit jeder Minute wurden wir innerlich aufgewühlter, um es ma zu umschreiben. Unsere Stresslevel beruhigten sich, als wir in der Seilbahn saßen und dank des Windes gemütlich nach unten schwebten.

    In Tangkou angekommen freuten wir uns erst mal, von der Bushaltestelle in den Ort zu laufen. Ein paar hundert Meter ohne Treppenstufen laufen. Einfach himmlisch.

    Unser Grillladen hatte leider den Grill nicht aufgebaut – aber wir beschlossen, dann eben was von der Karte zu essen – Hauptsache bei denen, da war’s nämlich gut. Unter anderem einen Oktopusspieß. Und was erblicken unsere erfreuten Augen da? Sie bauen den Grill auf. Flugs haben wir (auf nachfragen, versteht sich), wieder unseren Tisch raus bugsiert und das Lager unter der Brücke aufgeschlagen. Am Kühlschrank haben wir dann noch fleißig Spieße zusammengestellt und waren sehr schnell wieder sehr versöhnt. Die Erfahrungen waren einfach herrlich und allein die drei einsamen Stunden auf dem Weg zur Fairybridge haben das Wochenende extrem lohnenswert gemacht.

    In Tunxi angekommen hatten wir noch sehr viel Zeit bis zum Rückflug. Also noch eben in die Altstadt gefahren (erste Linienbusfahrt in China!). Die ist wirklich, entgegen der Onlinerezensionen (auf die ich wirklich nach dem Wochenende gar nichts mehr geb) sehr sehenswert und war ein schöner Wochenende-Ausklang.

    Als Highlight zum Abschluss haben wir die Bushaltestelle für den Linienbus zum Flughafen nicht gefunden – und sind mit einer kleinen Mopedrikscha hingedüst. Der Fahrer hatte eine Gaudi mit uns und wir hatten nochmal eine kleine außergewöhnliche Rundfahrt durch Tunxi, Huangshan City.

    Der Muskelkater hielt bei mir drei Tage – aber das war es allemal wert. Berge zu sehen, Stille zu genießen, frische Luft zu atmen und sich körperlich draußen betätigen. Alles Dinge, die ich früher für selbstverständlich angenommen habe.

    Hier die letzte Runde Bilder bevor ich mich diese Woche wieder anderen Themen widme.

       Michi umschwärmt
      Nic und Michi umschwärmt

       Abstieg
      Teepflückerinnen. Huangshan ist eine bekannte Teeregion

       Erste Linienbusfahrt in Tunxi
      Unser Grillladen in Tangkou. Wir sind jetzt auch Teil der Familie, selbst die Ayi kam gleich wieder zu uns :)

       Die sind wohl morgens voll – Seilbahnstatiom an den Western Steps
      Tunxi Altstadt

       Auf dem Wasser
      Stefan, Dani und Nic in der Altstadt

     Blick zur Rikscha vorne raus
      Am Flughafen. Auch der Fahrer freut sich vorne drin

    PS: sorry, dass die Bilder jetzt teilweise nicht chronologisch waren… Keine Ahnung, was da passiert ist. Aber ich freu mich einfach, dass es überhaupt wieder klappt

    Huangshan Sonntag 1 (17.04.2016 – Tag17-)

    Bevor wir gleich wieder Richtung Rennstrecke fahren, schaffe ich es hoffentlich, den Nachbericht zu dem Sonntag auf den gelben Bergen zu schreiben.

    Wir wollten unbedingt den Sonnenaufgang sehen und haben das alles bis auf die Minute getimed. Um 4:30 aufstehen, kurz nach 5 aus dem Zimmer und dann aufsteigen zu einem der drei Sonnenaufgangspunkte in Hotelnähe. Der Regen, der mal für die Nacht angekündigt war, hatte sich offensichtlich auch verzogen und so schafften wir es, kurz vor dem großen Ansturm, noch einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Keine Minute zu früh, wie sich zeigte, denn kurz darauf wurde es immer voller und voller.

    Die Leute spielten Musik von ihren Handys, sangen laut oder fotografierten die ersten Lichtschimmer – mit Blitz (manchmal hatte ich 4-5 Bilder in einer Reihe, die komplett „hinüber“ waren, nur weil ein paar Leute das Prinzip fotografieren nicht verstanden haben… Leider ist unser Chinesisch zu schlecht, um ihnen erklären zu können, wie man in solchen Lichtverhältnissen ein Bild macht). Unsere superguten Plätze in der ersten Reihe trösteten uns allerdings mehr wie darüber hinweg, dass es wieder nicht die „Alpenstimmung“ war – sondern eher türkischer Basar.

    Was ich auf der anderen Seite wiederum sehr charmant fand, war die Reaktion der ganzen Leute auf den Sonnenaufgang. Es war jetzt nicht mein erster Sonnenaufgang, auch nicht der erste vor so spektakulärer Kulisse. Es war schön, keine Frage, aber die Reaktion die von dem Kolletiv hinter uns kam wäre mir im Traum nicht in den Sinn gekommen. Als sich die goldene Scheibe zwischen den Wolkenwänden durch den kleinen Schlitz vor unserem Antlitz in die Himmel schon, war plötzlich Jubelstimmung. Die Leute haben quasi Hurra gerufen und Beifall geklatscht. Das war sehr schön – und eine gute Lektion im Bereich „Dinge nicht für selbstverständlich nehmen“ – auch nicht wenn es täglich auftretende Naturspektakel sind. Nicht jeder hat die Privilegien, die wir haben.

    Nach einem äußerst chinesischen Frühstück im Hotel (ich fand es gar nicht so schlimm, aber ich muss auch fairer Weise dazu sagen, dass ich da hart im nehmen bin. Nur im Vergleich zum Abendessen war die Zubereitung leider dürftig. Baozi und Dampfnudeln bekommt man hier morgens an jeder Ecke und ich esse sie auch wirklich gerne – aber die waren einfach nur geschmacksbefreit) stand die Entscheidung an: höchster Gipfel oder Fairy Walking Bridge (ein Brückchen zwischen Felsnadeln, von dem wir dachten, dass wir es am Vortag schon aus der Ferne gesehen hatten). Der Gipfel läge – wenn noch Kraft wäre – auf dem Rückweg, also zu Zweiterem entschieden und los gegangen (wie sich abends herausstellen sollte, hatten wir nur richtige Entscheidungen über das ganze Wochenende – oder einfach viel Glück).

    Auf dem Weg zu und von der Fairy Walking Bridge sind uns über die Zeitspanne von drei Stunden ca 10 Menschen begegnet. In China! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Drei Stunden – klar kann ich mich am Sonntag zu Hause an meinen Tisch setzen und begegne keinem. Aber in schönster Natur mit bester Aussicht, beim Laufen. Da hatten wir doch ein bisschen unser Alpen-Gefühl. Die Brücke war etwas enttäuschend, es war nämlich eine andere als gedacht. Aber der Weg dahin und die Aussicht vom „most photogenic spot“ davor (etwa 300 HM höher) hat uns entschädigt. Die Euphorie, die uns im Angesicht diesen Erlebnisses erfüllt hat, kann ich nicht in Worte fassen.

    Umso härter war die Rückkehr in die Realität – aber nachdem das hier schon wieder so viel Text wurde, verschiebe ich den letzten Teil der Huangshan-Saga auf morgen. Dafür noch ein paar Bilder:

        Dämmerung
      Gespanntes Warten unter Handymusik

        Angedeutete Sonne
      Applaus, Applaus

        Im Licht betrachtet: Bissi was los
      Wunderschön

        Der beste Ausblick des Wochenendes (äh, hinter uns)
         Alles Stein außer Dani

         Panorama mit Stefan
      Nach dem Wiederaufstieg zum fotogensten Aussichtspunkt

    Hochzeitsreise (1)

    Da war er also nun, unser erster Urlaub innerhalb des großen Abenteuers „China“. Einen wahnsinnig langen Reisebericht wird es aber leider nicht geben, weil wir einfach viel zu faul waren.

    Nach der Hektik, die uns 2015 mit Hochzeit und Umzug begleitet hat war es für uns an der Zeit, mal die Füße hoch zu legen, nur zu tun worauf wir Lust hatten und uns auch mal wieder ein bisschen miteinander zu beschäftigen.

    Dafür hatten wir uns eine kleine abgeschiedene Insel ohne großes Hotel und drumherum in Thailand ausgesucht. Flug nach Bangkok, zweieinhalb Stunden Taxi ans Meer (nach Rayong) und von dort mit dem Speedboat übersetzen. Also wirklich abseits von allem, von Strandverkäufern, Touranbietern oder sonstigen Geschäftsleuten, die die Ruhe stören könnten.

    Außerdem ist Speedboat fahren für mich schon alleine Urlaub. Es gibt nichts schöneres, als auf dem Meer zu sein, Wind um die Nase mit flatternden Haaren über die Wellen zu hüpfen. Nach der halben Stunde war ich quasi schon tiefenentspannt.

       (Erster Blick auf die Insel)
    Das Hotel ist ziemlich neu (1,5 Jahre alt) und eigentlich noch im Aufbau. Das Konzept, ein ECO-Resort zu sein, dass das „Robinson-Crusoe-Abenteuer“ anbietet ist genial, könnte aber in unseren Augen etwas besser umgesetzt werden. Da kommt bei mir dann gleich wieder „die Deutsche“ raus, mit Ideen und Plänen (3 Leute die morgens zum Strand aufräumen abbestellt werden. Jeder arbeitet eine Stunde, nach ein paar Wochen wäre die ganze Insel sauber, etc… Auch in solchen Fällen fallen einem wieder die kulturellen Unterschiede zwischen der asiatischen und europäischen Kultur auf) und wir haben beschlossen, dass wir im nächsten Leben auch Hoteliers werden (oder, wer weiß wann der Lottogewinn kommt?).

    Trotz kleiner Mäkel waren wir aber sehr zufrieden mit dem Hotel, schließlich haben die wichtigsten Punkte gepasst und das Personal war zu uns mehr als freundlich und entgegenkommend. Zumal wir uns jetzt lang genug mit Asien beschäftigen um über einige Dinge, die mich in westlich geführten hochkarätigen Hotels stören würden, augenzwinkernd hinwegzusehen.

       
     

    Wir hatten das erste Häuschen am Meer und damit natürlich den Jackpot. Der Strand war mit lauter kleinen Stelzenhüttchen ausgestattet, die Schatten spenden und einem einen geschützten Rückzugsort geben. Nachdem die amerikanische Familie bestehend aus Mutter, Sohn mit Frau und Neugeborenem an unserem zweiten Tag abgereist war, haben wir uns dann auch dort direkt die Premiumstrandhütte gesichert und einfach das Leben genossen. Überhaupt gab es einen hohen Durchsatz an Gästen, was wir ja schon von Bali gewohnt waren. Verständlich, wenn man schon mal zig Stunden in ein abgelegenes Land mit aufregenden und vielfältigen Möglichkeiten fliegt, möchte man ja nicht nur eine Ecke sehen. Nicht so für uns, 4 Stunden Flug sind dagegen ein Klacks und wir wollten den Koffer dieses Mal nur einmal auf und dann am Ende des Urlaubs wieder zu machen.

       (Unsere Hütte von unserer Strandhütte aus)

    Zu den Gästen dann bald mehr.

    Die Insel Koh Munnork ist an sich sehr klein, den Rundweg haben wir innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen. Dabei haben wir vor allem folgende Dinge gefunden:

    – wunderschöne Blüten

    – wunderschöne Schmetterlinge

    – verwinkelte und zugewucherte Ecken

    – eine Horde Pfaue (mindestens 15)

    – beeindruckende Felsen

    – und leider auch verdammt viel angeschwemmter Müll.

       
        
     

    Am ersten vollen Tag war uns das Wetter nicht sehr gnädig und es hat sehr viel geregnet. Dafür war im Vergleich das Meer natürlich geradezu Badewannentemperatur und die anderen Gäste haben sich nicht rausgetraut. Nachts gab es dann dafür auch das krasseste Gewitter, das ich bisher erlebt hab. Es muss sich wirklich nicht weit von der Insel entfernt befunden haben, der Donner hat regelmäßig unsere kleine Hütte zum erzittern gebracht. Dafür waren wir dann auch ab da immer recht früh wach und haben es uns zur Gewohnheit gemacht, vor dem Frühstück schon mal unser Strandhüttchen zu beziehen, die Stille des Morgens zu genießen, die ersten Seiten des Tages zu lesen oder bei guter Sicht auch einfach schon mal Schnorcheln zu gehen.

    Auf beiden Seiten des Strandes (sowohl bei unserer Hütte, als auch auf der Restaurantseite) gab es einiges an Fischen, Muscheln und Korallen zu entdecken. Einmal hat Nic sogar eine Schildkröte gefunden, sehr aufregend! Zu den ausgefalleneren/größeren Sichtungen zählen aber auch ein kleiner Drachenkopf, mehrere Stachelrochen und Igelfische. Und ein verdammt großer Barracuda, der mich mit seinem knappen Meter ganz schön erschreckt hat.

    Während die Mördermuscheln in allen erdenklichen Farben leuchteten haben die See-Igel mit ihren türkisenen Punkten überzeugt – und den kleinen Minifischschwärmen, die zwischen ihren Stacheln hin und her geschwommen sind.

    Ein paar frische Korallen (auch eine sehr große Tellerkoralle und eine schöne Fächerkoralle) haben davon gezeugt, dass das Riff noch am wachsen.

    Abgesehen vom Schnorcheln und Planschen haben wir jeden Tag an der Spitze des Strandes mindestens einen Damm gebaut (und uns damit immer einen kleinen Privatpool gegraben), einmal mit voller Verteidigungsmauer mit Burgtürmchen und Straßen, Tunnel und Brücken ;)

       (Burg hat der Nacht standgehalten und war auch am nächsten Tag erkenntlich)
    Und sonst hat uns natürlich das gute Thai-Essen verwöhnt, Stir-fry, Glasnudelsalat, Papayasalat, Meeresfrüchte bis zum abwinken und dazu eine frische, kühle Kokosnuss. Herrlich!

      

    Für heute mache ich jetzt erst Mal hier Schluss und lade das bisher Geschriebene und ein paar Bilder für euch hoch, möchte euch aber in den nächsten Tagen noch ein bisschen was über die Menschen denen wir dort begenet sind oder die wir dort getroffen haben, erzählen.