Was die letzten Tage so los war

Schon am letzten Wochenende (also vor 8 Tagen) waren wir zum ersten Mal im JinMaoTower, mit drei deutschen Dienstreisenden. Auch in dem kleinsten der drei größten Türme gibt es ein Hyatt Hotel und auch dort kann man im 87. Stockwerk (88 hat der JinMao Tower total) mit Aussicht an der Bar sitzen:  Greller Nachthimmel

 Ui, der Starbucks in Xintiandi hat doch tatsächlich offen – der wurde gefühlt ein Jahr lang renoviert… Mein Lieblingsturm auf der Puxi Seite mal aus anderer Perspektive: der Tomorrow-Square, darin befindet sich ein Marriot Hotel und unter anderem auch ein Expat-Krankenhaus. Und er erinnert halt an Orthanc, mit seiner Eckigkeit und der lila beleuchteten Kugel oben  Shanghai Tower aus dem 87. Stock im JinMao Pearl Tower mit Fluss dahinter  Blau leuchtendes SWFC Und nochmal von unten Es ist kalt!!! Es ist ein Monat mit R, da setzt man sich draußen nicht hin – und erst recht geht man nicht in Puschen ohne Socken auf die Straße – brrr


Ok, aber in Daunenjacke zum Sport ist jetzt auch ein bisschen übertrieben. Dafür die Sportschuhe (oder überhaupt geschlossene Schuhe) durch Socken und Flipflops zu ersetzen schon fast fahrlässig.

Omnomnom Wienerschnitzel, tellergroß!

Hoch hinaus mit dem ersten Besuch (Teil3)

Am Sonntag haben unsere Wecker Dank der schönen Nacht im M1nt gnädigerweise etwas später geklingelt, aber trotz allem standen ja noch ein paar Punkte auf der Sightseeing-Liste. Leider hat das schöne Wetter den Sonntag verschlafen und eine Mischung aus Wolken, Hochnebel und Smog haben den Himmel verhangen. 
Um gleich los zu legen, haben wir das Frühstück auf unterwegs verschoben und sind direkt nach Tianzifang gefahren. Dort hab ich auch die nötigen Fotos gemacht, um endlich den TZF-Blogpost zu schreiben, der steht schon eine Weile auf meiner Liste.

Die „Kommune“ hat uns mit farbigen Smoothies und ausgefallenen Frühstücksplatten zur Einkehr gelockt und wir haben es nicht bereut. 

   
 Nach ein bis zwei Hardcoretouri-Gassen hatten wir dann aber auch genug und wollten weg von den alten Shikumenhäuschen und hin zum modernsten Shanghai, dass man hier finden kann: die Hochhäuser von Pudong!

  
Der Himmel bot zwar nicht so den traumhaften Kontrast, aber ich habe ja mittlerweile eine umfangreiche Bilderdatenbank und mischle ein paar „Schönwetteraufnahmen“ drunter. Das sind dann die Bilder, auf denen die Sonne scheint ;)

   
  

Wenn man sich zwischen den Gebäuden auf den Gehweg stellt und dreimal auf der Stelle um 90Grad um die eigene Achse dreht, sieht man, wie verdammt nah diese drei Riesen „Schulter an Schulter“ Pudong bewachen:

    
   
Trotz der fehlenden Aussicht sollte ein Blick auf Shanghai von oben nicht fehlen. Ein bisschen Internetrecherche hat gezeigt, dass es lohnender ist, sich in eine Bar in einem der zwei Hyatts (entweder im JinMao Tower oder im „Flaschenöffner“, dem SWFC) zu setzen und dort was zu trinken, statt mit den ganzen anderen Touris auf die Aussichtsplattform im „Flaschenöffner“ zu fahren – und das Internet sollte Recht behalten.

Wenn man weiß, wo man hin muss, findet sich die Bar im 83.Stock des SWFC Hyatts kinderleicht und die Aussicht ist beeindruckend. Links überragt einen der Shanghai Tower, geradeaus blickt man auf den Fluss und dahinter den Bund, rechts schaut man genau auf die Spitze des JinMao Tower und dahinter den Oriental Pearl Tower. Dazuhin gibt es festinstallierte Fernrohre an den Fenstersitzplätzen, mit denen man die Gebäude am Bund und natürlich auch weiter westlich suchen kann – zum Beispiel das Roosevelt oder das M1nt.

    Theresa nimmt den Bund ins Visier
  Der Bund neben dem Shanghaitower – der uns natürlich überragt

    Die Spitze des Jin Mao Tower ist dafür ein Stück 

    Jin Mao Tower und Oriental Pearl Tower
  In der Sonne glitzert eine Gegend voller kleiner, niedriger Häuschen

Der Eistee von Theresa, Eiskaffee von Nic und warme Tee von mir waren dabei nur das i-Tüpfelchen (und, nebenbei bemerkt, deutlich günstiger als die Tickets für die Aussichtsplattform) – und die fancy Toilette mit integriertem Bidet und Popoföhn…

Bei so viel Aussicht vergeht die Zeit wie im Flug und Theresas Rückflug kam immer näher. Nach einem Spaziergang zum Ufer des HuangPu sollte das absolute Highlight das Wochenende krönen (/Ironie): der Bund Sightseeing Tunnel! Ein kleines Einschiebenbähnchen, das durch seltsam animierte, beleuchtete und vertonte Tunnelabschnitte führt. Wat für’n Schmarrn!!

   
 Damit war das kurze lange Wochenende leider fast vorbei, abgesehen vom nach Hause fahren, sieben Sachen packen und wieder an den Flughafen. 

Wir hatten auf jeden Fall ein schönes, intensives Shanghaiwochenende und es hat Spaß gemacht. Vielen Dank, für den ersten Besuch aus der Heimat, Theresa – und komm bald wieder für den ganzen Rest, den wir nicht geschafft haben :) Bis dahin probiere ich auch ein Tee-Ei, versprochen!

Unser Sonntag: 1933 Shanghai und mehr

Sonntag war, Dank einer gewissen Restmüdigkeit als Nachwirkung des Bayernspiels eher ruhig angedacht. Vormittags ging es um die Ecke zum Brunch (ins delimuses, sehr zu empfehlen!) und Nachmittags haben wir uns dann zu einer kleinen Tour aufgerafft. Für die Wenigleser: Ganz unten gibt’s lauter bunte Bilder :)

Im „historischen“ Hongkou District wurde 1933 ein massives Stahlbeton(kunstwerk)gebäude (Stilrichtung: Art Deco; vom britischen Architekten Balfours entworfen und chinesischer Baufirma in der präkommunistischen Ära „für die Ewigkeit“ gebaut) mit dem Zweck eines Schlachthauses fertiggestellt. Über die Jahre wurde der Zweck zwar immer mal wieder abgewandelt, das Gebäude aber zum Glück nie abgerissen oder großartig verändert.

2008 wurde „Old Millfun“, wie das Gelände auch genannt wird, für 100 Millionen Renminbi renoviert und in einen kommerziellen Hotspot für die ungewöhnlichsten Dinge umgewandelt. Der Ferrari Owner’s Club Shanghai ist dort z.B. untergekommen, aber auch Mangazeichner (U17, falls sich jemand in der Szene auskennt; wir tun es nicht, haben aber anhand der Fotoaktionen der Teenager im Batman-T-Shirt gemerkt, dass die hier bekannt sein müssen) oder jedwede andere Büros, Sporteinrichtungen – und natürlich der übliche Touristenkram, überteuertes Essen, Erdinger Weißbier und Illy Kaffee, Perlenketten, und so weiter. Auch die Hochzeitsszene hat sich dort niedergelassen, und man kann ganz romantisch im alten Schlachthaus seine Feier abhalten oder Hochzeitsfotoshootings. Goldschmied mit einer formidablen Auswahl an Ringen im Erdgeschoss inklusive…

Die Architektur ist, abgesehen von dem Rummel (mir persönlich wäre es lieber, das Gelände würde leer stehen oder es gäbe ein Schlachthaus-Museum, dann könnte man einen viel besseren Eindruck vom eigentlichen Zweck und Ablauf bekommen) wirklich beeindruckend: massive Säulen (300 Stück durch das gesamte Gebäude) stabilisieren die Stockwerke, 26 Luftbrücken verbinden einzelne Korridore sowie den Innenbereich des Atriums und den Außenbereich des Gebäudes und überall gibt es Gänge, Wendeltreppen oder Rampen über die das Vieh getrieben wurde.

Innen rund und außen eckig (was laut Aushang dort im Einklang mit der chinesischen Auffassung des Gesamtgefüges steht, da das Universum als rund und die Erde als eckig betrachtet wird – warum dann aber rund innen und eckig außen erschließt sich mir nicht ganz), sehr kühl. Schade eben nur, dass der Kommerz auch diesen Ort eingeholt hat. Anderswo kann man lesen, dass es total faszinierend sei, wie durch einen Zeittunnel zu reisen um an einen Ort zu gelangen, wo sich Vergangenheit und Gegenwart im Einklang treffen – mir persönlich wäre es aber lieber, durch den Zeittunnel in unberührtere Vergangenheit zu reisen.

Den Heimweg per Ubahn haben wir mit einem Spaziergang zum Bund „abgekürzt“, dort am Denkmal für die Volkshelden an der Promenade den Blick auf die Skyline von Pudong genossen und den Touritrubel an der Nanjing Lu verflucht (wir brauchen dringend T-Shirts: „Kein Tourist. Wohne hier. Will nichts kaufen. Falle nicht auf Abzocke rein. Schönen Tag trotzdem!“).

Abends waren wir mit Michi und Thomas dann noch beim Italiener „ums Eck“ (es tut mir echt Leid, wenn ihr diese Phrase nicht mehr hören könnt, aber wir wohnen einfach so genial – was ich sicher demnächst ausführlich beschreiben werde – dass hier so wahnsinnig viel Tolles bei uns „ums Eck“ ist – wir hoffen, dass zwei Jahre ausreichen, das alles zu entdecken), der sensationelle Pizza und Pasta in zugegeben etwas schummerigen Ambiente (und das dann auch noch gegenüber von diversen „Etablissements“) serviert. Leider ist es tatsächlich noch immer so, dass mein Körper jegliches Essen, westlich oder asiatisch, gesund oder ungesund, usw – gerade nicht so wirklich akzeptieren möchte. Aber das ist nur fair, mein Kopf ist ja auch noch nicht angekommen und ich fühle mich immer noch wie im Traum ;)

Hier die Bilder vom 16.08.15 (Nic hat tolle Kamerabilder gemacht, ich warte noch auf mein Akkuladegerät in der Luftfracht. Seine Bilder werden nachgereicht)

  
  Nicht der erste mehr-Reis-als-Salz-Streuer den wir gesehen haben

    Rührei mit Avocadosalat, Speck und Tomate
  Double Choc Cake

    Maracuja-Limo mit ganzer Frucht(innerei)
  Überirdische Ubahn Station, erinnerte mich an Hamburg

    Links das runde Atrium, rechts das eckige Äußere
     
    
  Blick von der vorletzten Etage (ganz oben ist leider nicht zugänglich) Richtung Osten, hinter den Türmen sähe man Pudong

   
  Wendeltreppen außen am Atrium

    Blick von einer Zwischenetage
  Rampen

    Aussenfassade
     Hühnertransport auf Chinesisch 
  Unser Ziel: zum Fluss mit Blick auf Pudong. Und: es gibt doch Tauben in SH (siehe kleiner Schwarm vor dem Shanghai Tower und dem Oriental Pearl Tower)

    Älteste Brücke Shanghais. Nicht ganz die Brooklyn Bridge, allerdings ist der Souzhou Creek auch nicht ganz der East River!
  Heldendenkmal von mittendrunter 

   
  Polizeieinsatzstation am Bund – mit Markise nach hinten…

    Bar beim Uva (der Italiener)
  Seafood Spaghetti

   
  Poster an den Wänden der (unisex) Toilette erklären italienische Gesten, auf italienisch, englisch und chinesisch – lustige Idee zur Völkerverständigung

Recap: Tag1 LST

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Einerseits sind wir noch etwas von der Reise geschlaucht, mein Kopf hängt noch irgendwo bei Sonntag Abend obwohl hier in Shanghai jetzt schon der Montag vorbei ist.

Die allerkürzeste Kurzfassung: Ich bin sprachlos! Trotzdem ein paar Eindrücke fur euch:

  

Kleiner Snack vor der ersten Tour 

  

Nanjing Lu (wenige bevölkert, weil regnerisch)

  

Nanjing Lu (mit „Stimmgabel“; irgendein Hotel und im Hintergrund das UFO-Dach des Radisson Blu – beides nicht unsere Hotels, sind aber nur 2 U-Bahnstationen entfernt)

  

Am Bund der Blick auf Pudong, links in unserer Lieblingsfarbe der Oriental Pearl Tower, im Hintergrund blau umrandet der „Flaschenöffner“ (Shanghai World Financial Center), und daneben das zweithöchste Gebäude der Welt, der Shanghai Tower.

  

Abendessen: steamed dumplings (gedämpfte gefüllte Teigtaschen)

Jetzt muss ich erst mal diesen Overload verdauen… Wahnsinn!