Paradies im fernen Osten

So steht es zumindest auf dem TShirt unseres Tauchguides.

Manche nenne es auch das japanische Hawai’i (und ich kann verstehen, weshalb) – aber nennen wir es doch einfach beim Namen: wir sind auf Okinawa.

Die südlichsten Inseln Japans, schon näher an Taiwan als am japanischen Festland. Auf der Hauptinsel Okinawas (die Präfektur Okinawa umfasst 363 Inseln, davon sind 49 bewohnt) sind sowohl eine US Militärbasis, als auch eine US Luftwaffen-Basis; hier wimmelt es nur so von Amerikanern.

Unser AirB’n’B liegt auch nur unweit von der Luftwaffen-Base und so bestand meine Fotoübung gestern darin: Hercules, KC-135, F-18, F-35, E-32 und Black Hawk Hubschrauber abzulichten – mal andere Flugobjekte als Vögel und Schmetterlinge (wobei es das später an Cape Maeda gab).

Alles in allen sehr kurzweilig und unterhaltsam. Heute haben wir einen Tagesausflug mit den Okinawa39ers zu der Kerama Inselgruppe gemacht, drei Tauchgänge inklusive. Seeschlangen, Schildkröten und einige schöne Riffe mit vielen Fischen (zB im Vergleich zu Hawaii). Ein super gelungener Tag – und jetzt fallen wir um 20:00 todmüde ins Bett. Morgen müssen wir aber früh los, ein Halbtagestrip mit Daisuke und Satomi von den Okinawa39ers steht an – aber dazu dann morgen mehr.

Frühstück mit AussichtCape MaedaCape ManzamoCape ManzamoKaum zu glauben – November in Japan und wir gehen tauchen. Toll, so südliche Inseln zu haben.Hawaii Gefühle im Poke808 – Mahalo für diese Delikatesse Flugzeuge gucken mit Sonnenuntergang – hier eine F-18 Unsere Arche zum Tauchen. Hier schließen sich einige Tauch-Anbieter auf einem Boot zusammen. Japaner tauchen gerne schnell und luftverbrauchend, die anderen Westler die auf dem Boot waren, waren sehr unerfahren (haben also auch einen höheren Luftverbrauch) – so konnten wir unsere Tauchgänge die letzten 15-20 Minuten immer alleine mit Daisuke genießenSchwerelos, stressbefreit, glücklich Daisuke hat eine der Schildkröten ordentlich drauf bekommen – unsere GoPro Aufnahmen müssen wir noch auswerten Einfach herrliche Gegend um die Kerama Inseln. Absolut zu empfehlen.

Kaua‘i uiuiui

Wir sind schon seit anderthalb Tagen auf Kaua’i, aber so mit dem Wiedersehen mit Dani und Stefan und unserem Tagesprogramm beschäftigt, dass ich noch nicht mal zum Schreiben kam.

Gestern sind wir nach unserer Ankunft nach Port Allen gefahren, um einen Tauchcenter auszuhecken. Bubbles below hat uns gleich für heute gebucht und damit war der Tag auch schon verplant. Treffpunkt 7:00, Fahrtzeit 40+ Minuten -> Wecker um 05:30

Bis wir einen passenden Spot gefunden hatten, verging eine Weile, vier ihrer Lieblingsspots hatten zu viel Strömung. Der Fünfte war okay, hatte aber leider keine wahnsinnig tolle Sicht.

  • Für den zweiten Tauchgang dann zurück zu einem der Spots – und siehe da, die Strömung hatte sich verzogen und es wurde doch noch ein grandioser Tauchtag. Schildkröten, Weisspitzenriffhaie, große Schule blaugestreifter Snapper, Drachenkopf und und und – ein Oktopus-Pärchen bei der Paarung hat uns an den Rand der Nullzeiten gebracht. Das Weibchen hat nach der Paarung (unüblicher Weise), das Männchen gefressenen und unsere Guides blieben noch eine ganze Weile länger unten, nachdem alle Taucher sicher an Bord des Boots und in Obhut des Kapitän waren. Der eine hatte aber glücklicherweise unsere GoPro mit ;)
  • Danach ab an die Westküste, Polihale Beach. Off-roader, yay. Wir sind müde, morgen ziehen wir aber gleich morgens zu viert los; müssen ja die geringe gemeinsame Zeit nutzen. Sorry für die kurze Beschreibung, hier Fotos:
  • Schildkröte – mit ordentlichem Schlenz im Panzer Blaugestreifte Snapper Oktopus – das Männchen ist da schon größtenteils weg und nicht mehr erkennbar Wunderbares Kaua’iPolihale Beach Nic’s Traum :)Vom Strand direkt ins Valley!
  • Von ganz oben nach ganz unten…

    Okay, nicht nach ganz unten. Aber 18 Meter unter dem Meeresspiegel.

    Tauchen in Kona ist ganz anders als alles was ich bisher so gesehen habe. Der Untergrund ist sandig/felsig, es gibt keine Weichkorallen und dafür erstarrte Lavasteine. Sehr beeindruckende Unterwasser-Landschaft.

    Wir haben viele Muränen gesehen (auch richtig, richtig große), endemische Barracuda und gescheckte Schlangenaale, einen sehr frechen Octopus der vor uns über den Sand und die Koralle geviecht ist, tolle Box- Puffer und Igelfische (meine Lieblinge!), Eidechsenfische, Flundern und viele kleine bunte Rifffische, zum Teil auch endemisch für Hawai’i.

    Es war auf jeden Fall was besonderes und ein entspannter Ausflug. Wir haben bisher nur nicht-farbkorrigierte Screenshots von der GoPro, aber für einen ersten Eindruck reicht es:

    Flunder

    Viele, viele FischeGroße Muräne im Freien Und gesprenkelter Schlangenaal (Callechelys lutea)

    Inselparadies über Wasser (2/4)

    Spätestens jetzt habt ihr verstanden, dass es zu unserem Frühsommer-Urlaub 2017 4 ganze Blogbeiträge geben wird, gell? :)

    Das hier ist Nummer Zwei und handelt von (fast allen) unserer Abenteuer über Wasser. Ein Großes sparen wir aber aus, das bekommt einen eigenen Beitrag um den Rahmen nicht zu sprengen.

    Um vier Uhr morgens landen wir in KOR. KOR, das ist die internationale Flughafenabkürzung für Koror, die Hauptinsel von Palau. Schon im letzten Post habe ich es am Ende erwähnt: Palau besteht aus 356 Inseln. Davon sind allerdings nur elf bewohnt (insgesamt rund 17700 Einwohner), was eine großartige Inspiration für tolle Abenteuergeschichten ist.

    Warum Palau? Naja, Palau ist ein Paradies, das allein sorgt ja schon für Entspannung. Aber Palau gilt auch als Herberge eines der schönsten Tauchgebiete der Welt. Und so wird sich der dritte Beitrag mit all unseren Abenteuern unter Wasser beschäftigen. Aber auch an Land ist es absolut faszinierend.

    Mitte des 16.Jh wurde der Inselstaat von einem spanischen Entdecker gesichtet und von Spanien annektiert. Sehr viel später, um die Jahrhundertwende 19./20.Jh gingen die Inseln dann an Deutschland – und so hat unser Taxifahrer uns von Deutschkenntnissen seiner Vorfahren berichtet. Allgemein ist man Recht gut auf Deutsche zu sprechen – was wohl auch mit der darauffolgenden Besatzung zu tun hat. Im ersten Weltkrieg, 1914, gingen die Inseln dann (einigermaßen friedlich, zumindest lokal gesehen) in japanischen Besitz über. Die Inseln sind immer noch japanisch geprägt, viele Bewohner sprechen Japanisch und viele Japaner kommen zu Besuch – obwohl Palau nur 30 Jahre japanisch war. Die nächste Übernahme ging auch nicht ganz so friedlich von statten, genau genommen bildet Palau den Schauplatz für eine der blutigsten Schlachten im pazifischen Teil des zweiten Weltkriegs. Zu guter letzt, trotz starker Gegenwehr, gingen die Inseln an die Amerikaner. Bis 1979, wo Palau unter einem Assoziierungsvertrag mit den USA quasi unabhängig ward, welcher 1994 gelockert wurde. Seitdem gilt Palau als unabhängig und wurde daraufhin auch in die Vereinten Nationen aufgenommen.

    Und so findet man in Palau eine lustige Mischung: da gibt es Menschen, die stolz auf ihre „deutsche Vergangenheit“ sind, viel japanische Prägung aber auch viel Amerikanisierung. Zum Glück gibt es aber nicht nur Bier aus dem Hause Anheuser-Busch, sondern seit 1998 auch ein sehr gutes lokales Gebräu, „Red Rooster“ (unter einem irischen Braumeister). Amerika besteht aber auch nicht nur aus Festland – und so ist die stärkste amerikanische Prägung (bestimmt auch aus der relativen geographischen Nähe heraus) hawaiianisch. Poke und gute Laune all around :)

    Genug geschwatzt, ihr wollt doch eh nur wieder Bilder gucken. Also: Bilderserie Palau (über Wasser)

    Ankunft im Hotel, pünktlich zum Sonnenaufgang cooler Typ am Strand, 5:30 morgens Hallo, Sonne! Wir sind bereit für Urlaub… Frühstück mit Aussicht, was gibt es schöneres? Schon allein die erste Ausfahrt zum Tauchen zeugt von phänomenaler Sicht – dazu dann nächstes Mal mehr Eine der 356 Inseln – viele sind klein und in ihren Ansammlungen absolut faszinierend Bei der Mittagspause zwischen zwei Tauchgängen… … paradiesisch, oder? Sonnenuntergang 1 Nic total entspannt – Red Rooster und Maduro Kreative Art, die Zigarre wieder anzuzünden – Kerze und StäbchenMond zwischen Palmen Abendstimmung Ehemaliger Anleger hinter dem Hotel – dieser Teil diente im 2.Weltkrieg als Wasserflugzeug-Stützpunkt Blick auf das Hotel, mir startendem Tauchboot ;) (leider ohne uns an diesem Tag…) Alter Wachposten auf dem vorgelagerten Hügel Blick auf das Hotel vom Hügel Sonnenuntergangsfarben mal anders Auf dem Weg ins Abenteuer: spiegelglattes Meer Letzter Abend, neue Freunde: ein herziges koreanisches Paar an unserem Tisch mit Sofortbildkamera – das war ihr Geschenk an uns

    Bula! – mehr als nur Hallo

    oder auch: der zweite Fiji-Rückblick (den ersten findet ihr hier)

    Von Matangi habe ich euch ja schon hinreichend vorgeschwärmt, heute gibt es auf jeden Fall noch eine ganze Batterie an Bildern.

    Unsere Zeit im Urlaub haben wir zum Teil unter dem Wasser verbracht – und Fiji hat auch hier einiges zu bieten. Zu mir wurde ja immer gesagt, dass man als Taucher schon ziemlich viel Glück haben muss, einen Hai zu sehen. Nicht so in Fiji…

    Schon beim ersten Tauchgang schwamm direkt der erste Weissspitzenriffhai vor uns vorbei, gefolgt von einer Gruppe von vier Stück, die ziemlich beeindruckend gekreist haben (stellt euch so nen kleinen Kreis vor, wo zwischen jedem Hai kaum Platz ist). Sehr beeindruckend war dann auch der Graue Riffhai, der immer wieder vorbei schwamm und auch etwas größer war als die Weissspitzen. Sehr aufregend für mich, aber zum Glück nicht beängstigend – sind Riffhaie doch nicht ganz so groß (wobei der Graue schon eine ordentliche Länge hatte) und sehr friedliche Artgenossen.

    An einem anderen Tag waren wir an der „Yellow Wall“, ein sehr beeindruckendes Steilriff voller Weichkorallen die eine gelbe Wand bilden. Das war auch mein erster tieferer Tauchgang, 26 Meter unter der Wasseroberfläche. Das erste Mal ein Hauch von „Tiefenrausch“ – als meine Ohren erst mal akklimatisiert waren (was bei mir wenn dann auf den ersten Metern „problematisch“ ist) wäre ich auch noch tiefer gegangen – und war sehr enttäuscht, wie schnell die Luftflasche da unten leergesogen ist! Wunderschöner Tauchgang!!

    Alles in allem war das Tauchen in Fiji fantastisch, das Wasser ist natürlich herrlich und die Sicht war immer top. Das Areal um Matangi ist eine Meeres-Schutzzone und dort wurde nie explosiv gefischt, die Riffe sind alle in gutem Zustand. So macht Tauchen Spaß!

    Über Wasser gibt es auf Matangi nicht viel abgefahrenes zu tun und das ist auch gut so! Was ich erst dort erfahren hab (Nic hat alles gebucht): die Insel ist nicht für Kinder geeignet, das Hotel setzt ein Alterslimit ab 12. Dementsprechend waren hauptsächlich Paare in unserem Alter da, bzw zum Schluss eine amerikanische Familie mit Kinder in unserem Alter.

    An einem Vormittag haben wir die Inseltour gemacht, eine Rundweg entlang der Küste der einen Seite des Hufeisens bis zum äußeren Rand, dann über die Kokosplantage auf dem Rücken der Insel zurück. Die Plantage wird seit einigen Jahren nicht mehr aktiv betrieben, ist aber immer noch beeindruckend (die momentanen Verwalter der Insel, Penelope und Flora haben auf dieser Insel – und noch einigen mehr – das Resort gebaut. Flora und ihren Mann Noel haben wir kennengelernt, sie sind beide in Fiji geboren und aufgewachsen. Ihre Tochter führt gerade das Resort, und sie war sehr nahbar, hat abends mit den Gästen zusammengesessen und von der Insel erzählt, von ihrer Kindheit hier und von ihren Plänen mit dem Resort).

    Inmitten der Plantage steht ein kleiner Hof, mit Gemüsegarten und umringt von den ganzen frei streunenden Tieren, die ich im ersten Beitrag schon erwähnt hatte. Nachdem es so viel Kokos auf der Insel gibt, wird dort auch sehr viel mit Kokos gemacht, man findet Kokos zu jedem Menü in irgendeiner Form und auch in den Hütten wieder.

    Die Hütten (18 mietbar Zimmer gibt es insgesamt) sind sehr großzügig auf dem Hotelareal verteilt und es ist herrlich ruhig. Über die komplette Uferseite gibt es Hängematten, hängende Kuschelecken und Liegen – wirklich in die Quere kommt man sich nicht. Perfekter Ort zum Entspannen.

    Dazuhin war das Personal auch einfach unbeschreiblich gut. Jeder hat sich neuen Gästen mit Namen vorgestellt und einen sofort mit Namen angesprochen – nachdem es per se nicht viele Gäste gibt wußten auch oft alle über den groben Ablauf Bescheid und haben beim Essen zum Beispiel gefragt, wie das Tauchen oder Schnorcheln so war. Das hat gleich eine sehr familiäre Stimmung geschafft und auch die Gäste haben viel schneller untereinander Zugang gefunden. Am ersten Tag haben sich gleich mehrere mit uns bekannt gemacht, es blieb aber alles sehr ungezwungen und unkompliziert.

    Ein Grund für die familiäre Stimmung ist sicher, dass Flora auf fijianischer Seite mit vielen der Angestellten Verwandt ist und sie die „Tante“ für das Personal ist. Der Umgang ist damit automatisch viel vertrauter und das spürt man auch als Gast – und wird davon angesteckt. Dass die Resortleiterin (Flora’s Tochter, wie erwähnt) dann auch tagsüber beim Strand sauber machen oder abends vor dem Dinner immer für ein Schwätzchen und eine Erzählung zu haben ist (und sich nicht bis auf ein kurzes Hallo in ihrem Büro versteckt), trägt natürlich auch ungemein bei.

    Apropos Hallo! Hallo auf Fiji heisst „Bula“ – aber nicht nur. Bula ist ein Wort für alles, für „Prost“, für Zustimmung. Und es gibt einfach keine Möglichkeit, das grummelig auszusprechen. „Bula“ macht gute Laune und dass es sich jeder zuruft, morgens, mittags, abends und immer dazwischen wird so schnell eine Gewohnheit, dass es mir fast in Neuseeland rausgerutscht wäre. Es wäre schön, wenn Bula in alle Sprachen aufgenommen wird. Rollt auch besser von der Zunge als Hallo, vor allem in der gut gelaunten Doppelvariante, Bula-Bula!

    Der Text ist schon wieder viel zu lang und jetzt gibts endlich Eure Bilder – alle anderen Erzählungen müssen auf Rückblick 3 warten…

     Unsere Hütte  Bilderbuch  die gelbe Wand  Überreste von dem letzten verheerenden Taifun (2015)  die waren überall im „Dschungel“ – nach der Inseltour wollte ich einfach nur noch duschen…  Kokosplantage 1  Kokosplantage 2  Blick auf das traumhafte Wasser   GoPro Aufnahme der gesamten Insel vom Tauchboot aus  Grauer Riffhai

    Rückblick: Unter Palmen ins neue Jahr (1) Einleitung

    Zuletzt habt ihr ja ein Bild von unserem Weihnachtsfest mit Chia-Wei und Markus sowie Elena und Jochen gesehen. Heiligabend war sehr schön, unglaublich entspannt und lustig. Natürlich haben wir viel zu lange zusammen gesessen; vor allem weil Markus am nächsten Tag noch arbeiten musste (die beiden sind aber auch Abends in den Urlaub geflogen). Der erste Weihnachtsfeiertag bestand dann auch nur aus Aufräumen, Putzen und Packen.

    Abends ging es dann für uns an den Flughafen, um nach Mitternacht, also faktisch gesehen ganz früh am zweiten Weihnachtsfeiertag, auf die Philippinen zu fliegen.

    In der Urlaubsplanung hatten wir eine tolle Inselhopping-Runde über drei Inseln geplant, bis wir dann auf den Homepages der auswärtigen Ämter (ich habe insgesamt 5 oder 6 nachgelesen) diverse Reisewarnungen und Terrorwarnungen gesehen haben; natürlich wäre Teil unserer Reise auf und um Mindanao gewesen, einem der Hotspots für Unsicherheit. So gab es recht kurzfristig doch einfach einen Seele-baumeln-lassen und Taucher Urlaub nahe der Insel Cebu.

    Von Shanghai ging es mit Cebu Pacific Air nach Manila, nach einer kurzen Taxifahrt durch die Stadt (von einem Terminal zum nächsten, die sind leider nicht miteinander verbunden) von Manila mit Air China (!) nach Cebu. Dort erwartete uns eine etwas über zweistündige Autofahrt an die südwestliche Küste um nach einer dreiminütigen Bootsfahrt (yay, Urlaub! Ihr erinnert Euch an meine Bootsaffinität?) auf unserer kleinen Ferieninsel Badian anzukommen.

    Das Badian Island Resort and Spa ist dabei ein wirklich luxuriöses Entspannungsziel, Begrüßung mit Frangipani-Blumenkette (was ja quasi unsere Beziehungsblume ist, nachdem mir Nic in einem Meer aus Frangipaniblüten auf Bali den Antrag gemacht hat) und einer Badewanne voller Blüten auf dem Zimmer.

    Die Insel ist sehr klein, viel mehr als das Hotel und ein Fischerdorf findet sich dort nicht.

    Das Hotel war dem auf Bali nicht unähnlich: Tauchbasis, Spa, Pool; dieses Mal allerdings ein schöner Sandstrand mit Liegen und Hängematten, sowie ein kleines Mangrovenwäldchen. Der Service, das fiel uns sofort auf, war herausragend. Die Filipinos sind überaus freundlich und als Gast wird man respektvoll, aber nicht überkandidelt mit „Sir“ oder „Ma’am“ angesprochen und einfach nur verwöhnt. Es ist fast so, als wäre man Teil der Familie und kommt nach langer Abwesenheit wieder nach Hause und alle freuen sich darüber, dass man da ist und wollen einen verwöhnen.

    Jeden Abend fand das Abendessen abwechselnd am Strand oder am Pool statt, im Restaurant wurde eigentlich nur gefrühstückt (außer einmal, als es Abends geregnet hat, da haben wir im Restaurant zu Abend gegessen).

    Für Unterhaltung wurde auch gesorgt, in Form von Livemusik (unser liebster Act war dabei ein Harfenspieler der sehr schöne Hintergrundmusik geliefert hat, wir sind aber auch einfach beide nicht der Typ für „Unterhaltung“) und einer jungen Tanzgruppe die immer wieder lokale Tänze oder Performances geliefert hat. Das Hotel hat sich jedenfalls sehr viel Mühe gegeben und sein Konzept schön durchgezogen.

    Auch hier konnten wir das gleiche Phänomen wie auf Koh Munnork in Thailand beobachten: Obwohl zeitweise doch einige Gäste im Hotel waren (gerade um den Jahreswechsel war richtig viel los) war der Strand meist menschenleer. Umso besser für uns – wobei ich gar nicht so viel Zeit für Strand und Lesen und „Chillen“ hatte.

    Vor ziemlich genau 10 Jahren waren Nic und ich das erste Mal gemeinsam im Sommerurlaub. Damals war es eine Woche Ägypten (ein Land, das mich jeher fasziniert); am roten Meer in der Nähe von Hurghada, damals konnte man dort noch recht sorglos hinreisen. Nic war dort einmal tauchen, nachdem er zuvor nur jahrelang auf den Malediven im Urlaub mit seinen Eltern und Alex getaucht war und hat seit diesem Ägyptenurlaub versucht, mich zu überreden, einen Tauchschein zu machen. Ich glaube, er fand es da einfach langweilig ohne Alex oder jemanden den er kennt tauchen zu gehen und er wollte diese Leidenschaft gerne mit mir teilen.

    Leider hielt und halte ich nicht sonderlich viel von offenem Gewässer, ganz im Gegenteil. Jahrelange Mitgliedschaft in der DLRG haben mir zwar ganz ordentliche Schwimm- und Rettungskenntnisse beschert, aber einsetzen außerhalb des Pools kann ich die nur im Notfall. Aus purer Freude oder Lust im Meer oder einem See schwimmen? Nicht mit mir!

    Auf Bali hatte er mich also fast so weit, dass ich einen Probetauchgang mache – kurz vor knapp habe ich jedoch einen Rückzieher gemacht – offensichtlich war ich im Kopf noch nicht so weit. Durch den Respirator zu atmen hatte ich schon mal mit dem DLRG probiert, das war nicht das Problem (zumindest nicht in einem Pool, in denen fühle ich mich schließlich wie zu Hause;) ); sondern mehr die Angst, unter Wasser eine Panikattacke zu bekommen. Verständigung ist da ja nicht gerade einfach und als panischer Mensch denkt man leider nicht sonderlich rational. Dementsprechend wollte ich erst sicher sein, dass ich mir vertrauen kann bevor ich ‚abtauche‘.

    Das größte Problem bereitet mir dabei die Riffkante, der „drop“, wo die Sichtbarkeit ins bodenlose abfällt und einen nur dunkles Blau erwartet. Schon beim Schnorcheln, was ich nur widerwillig und rein aus der Lust an der Schönheit der Unterwasserwelt betreiben kann, muss ich immer dafür sorgen, dass Nic (oder mit wem auch immer ich Schnorcheln gehe, in Australien war das eine Bekannte dort; allein Schnorcheln wäre ein Ding der Unmöglichkeit, ebenso wie alleine im Meer schwimmen) an der Außenseite schwimmt. Zudem habe ich festgestellt, dass ich deutlich entspannter Schnorchle, wenn ich seine Hand halte. Das mag kindisch klingen, aber abgesehen von der Beruhigung bietet es auch die Möglichkeit, dass wir auf jeden Fall einander auf schöne Dinge aufmerksam machen können und in ständigem Kontakt miteinander stehen.

    Die Riffkante ist aber genau der Ort an dem sich Taucher am liebsten aufhalten. Mit dem Blau im Rücken, den Blick auf das Riff schwebt man den Fischen hinterher (oder entgegen). Für mich eine grausige Vorstellung, auch wenn Nic und einige andere Taucher mir immer wieder versichert haben, dass man das Blau nicht wahrnimmt und es sehr viel angenehmer als Schwimmen oder Schnorcheln am drop ist.

    Nach Nic’s begeisterte Erzählungen von der überwältigenden Unterwasserwelt vor Cebu und Badian, laut ihm durchaus vergleichbar mit seinen Erfahrungen der Malediven, und einem kurzen Schnorchelausflug am Hausriff, dem „Coral Garden“, war also klar, dass jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen wäre das Tauchen zu probieren und eine neue persönliche Grenze auszuloten. Dazu möchte ich euch dann aber gerne einen eigenen Beitrag schreiben und vielleicht auch ein paar Screenshots aus den GoPro-Videos hochladen um euch an der Unterwasserwelt teilhaben zu lassen.

    Um es kurz zu machen: an vier der zehn Urlaubstagen war ich mit dem Tauchschein beschäftigt: Theorie lernen, Buch durchackern, stundenlange Videos schauen und theoretische sowie praktische Tests (dann im Pool) machen (ua am ersten Januar um neun Uhr morgens!). Aber um euch den kommenden Artikel schon mal schmackhaft zu machen: es hat sich definitiv gelohnt! Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Padi Open Water Divers.

    Wirklich viele Überwasser-Bilder habe ich leider nicht gemacht; aber ich lade euch natürlich die paar Impressionen die ich habe hoch.

    Neben dem Tauchbeitrag erwartet euch also noch der zweite Teil des Reiseberichts mit Rückblenden zu was wir so gemacht haben und wen wir so kennengelernt haben.

       Erstes Mittagessen
     Erster Sonnenuntergang

       Palme, Frangipani, Bergkette des „Festlands“ gegenüber der Insel im Hintergrund
      Nochmal Sonnenuntergang

       Seestern bei Ebbe
      Gekrönt


      Ja, die Sonnenuntergänge waren einfach schön!

       Ebbe
      Nics Füße mit Blick auf den Bergkamm gegenüber der Lagune