Thailand Fotos 

So, und nun endlich mal Bilder die nicht vom Handy kommen, sondern von einer ordentlichen Kamera :)

    Männlicher Pfau
  Morgentau

    Hotelboot
  Farbenfroher Schmetterling

    Flughund visiert die nächsten Opfer für eine Kernattacke an ;)
  Nur noch den Kern abnagen…

    Fischerboot vor der Insel bei Nacht
  Krabbe kurz vor der Flucht vor uns

   Nic genießt die laue Nachtluft am Strand

Gästeevaluation

Abgesehen von in der Sonne braten und Sandburgen bauen, Lesen und Essen haben wir die Zeit ausgiebig genutzt, um die anderen Touristen oder Miturlauber zu begutachten, einzuschätzen woher sie wohl kommen und ihnen Spitznamen gegeben.

Ich mag das überhaupt sehr gern, es gibt nichts Inspirierenderes für Geschichten oder Ideen, als Momente und Szenen zu beobachten und sich gedanklich Notizen zu machen.

Da war einerseits die schon im letzten Beitrag erwähnte Gruppe vom Amerikanern, ein spätgebärendes Pärchen mit Seiner Mutter im 4er Urlaub. Der kleine Sohnemann (gerade so im Sitzalter) war unglaublich goldig und sehr pflegeleicht. Herrlich, wie die (Schwieger-)Mutter, eine Dame klassich amerikansichen Ausmaß, an hand ihres Fitnessarmbands / acitvity tracker erklärt hat, wie viele Stunden sie geschlafen hat. Ich hätte ihr gerne mal erklärt, dass das Gerät eigentlich dazu benutzt wird, sich mehr zu bewegen. Ähnlich ungesund war auch die Hautfarbe ihres Sohnes, der Abends immer die äußerliche Erscheinung eines gut durchgekochten Hummer angenommen hat.

Weiterhin hatten wir ein spanisches Paar mit ihren beiden Töchtern, die relativ weit auseinander waren, ca 2 und 10. Die Ältere hat sich dabei immer wieder um die Kleine gekümmert, ist bestimmt auch nicht schlecht für die Eltern im Urlaub.

Kurz nach uns kam dann für 2-3 Nächte ein sehr interessantes russisches Pärchen auf die Insel, optisch auch mit amerikanischen Figuren, er auch immer schön in Lonsdale gekleidet. Die beiden haben kaum miteinander kommuniziert, dabei aber umso mehr miteinander geraucht. Vor der Essensbestellung, nach der Essensbestellung während des Wartens aufs Essen und jeweils sobald der letzte Bissen verschwunden war. Irgendwann haben die beiden dann aber doch mal eine kurze Unterhaltung geführt und es war dann eindeutig, dass die beiden aus Russland kamen.

Zeitgleich kam Wonderwoman an, eine rothaarige, sommerbesproßte Alleinreisende unseren Alters, die offensichtlich keinerlei Interesse an Interaktion hatte, dafür aber mit iPad, Buch und Bibliothekarinnenbrille sehr belesen wirkte. Nach einem Gepräch als ihr iPad beim Abendessen von den Exkrementen eines Flughunds getroffen wurde und Nic ihr Servietten anbot kam heraus, dass sie Britin war. Wie klischeehaft! Ab da hat sie dann aber auch morgens freundlich zurück gegrüßt.

Ein absolutes Highlight was andere Gäste anging war dann das russische Pornopärchen. Auch wieder etwa in unserem Alter, fielen die beiden doch sofort optisch ins Auge (er recht unauffällig, sie großer Hut auf blondem, langem Haar). Wem das nicht reicht durfte sich von ihrer Musik berieseln lassen, schließlich trug er immer kleine Lautsprecher mit sich rum, um auch beim Essen gegen die Musik des Restaurant anzukämpfen. „Sex, sex, sex on the beach“ – alles klar! Zur allgemein Belustigung zog sie sich am ersten Tag ihr kleines Kleidchen aus um danach eine ausgedehnte Photosession mit ihm am Pool zu starten. Der Clou: ein Tangabikini. Selbst in einem Clubhotel würde ich so was nicht öffentlich tragen (nicht mal am eigenen Pool, dann lege ich mich da halt gleich nackt hin), aber in einem ruhigen Hotel in Thailand – äh, Nein!

Gegen Ende des Urlaubs wurde dann die Geschlechterverteilung massiv durch eine 7-köpfige Gruppe blonder Schwedinnen beeinflusst. Der Pool war belegt und es hat Spaß gemacht, zu sehen wie so eine Mädelsgruppe unterwegs ist, Boulevardzeitschriften inklusive, wie es sich gehört. Ich wurde stark an Mallorca 2014 mit den Mädels von der Arbeit erinnert.

Allgemein waren aber, abgesehen von einer weiteren deutschen Familie (mit zwei Töchtern um die sich Papa rührend gekümmert hat, Schnorcheln, Kanu fahren, Billard, Schwimmen – Mama hatte derweil Urlaub und das eine oder ander Bier, wie sich das gehört) sehr viele Asiaten da, hauptsächlich Thais. Diese erkennt man ganz gut, dass sie zumeist mit orangener Rettungsweste Schnorcheln und sich nicht weiter als 20 Meter vom Ufer entfernen. Dort ging mir persönlich übrigens das Wasser bis zur Brust.

Oder die Glamour Thais, auch ein lokales Pärchen, er immer in langer Hose, grau-melierte Haare, so ein bisschen der thailändische George Clooney, immer schön das große Smartphone in der Hand. Sie etwas überoperiert, die Gesichtszüge dann doch stark an Michael Jackson erinnernd – und irritierender Weise auch noch mit einer ähnlichen Pigmentstörung (oder einem Unfall beim Versuch, ihre Haut zu bleachen, aber das kann man ja im Nachhinein nicht so genau sagen).

Das Highlight an einheimischen Touristen kam allerdings zum Schluss, in Form von zwei Freundinnen, die ihren Urlaub dazu nutzen, etwa 200 Selfies von sich selbst oder beiden zusammen innerhalb einer halben Stunde zu schießen. Es war unglaublich unerhaltsam zuzusehen, wie die beiden an Stelle eins ihre Posen machten, wechselten, mal das Vitory-Zeichen zeigend, mal die Finger an die Lippen gelegt oder auch mal mit Duckface, zwischenzeitlich Accesoires in Form von Hütchen, Handys, Selfiesticks oder Handtaschen tauschen, um dann das gesamte Repertoire an Stelle zwei, Stelle drei und Stelle vier zu wiederholen, schön immer wieder die Hüfte biegend oder mal Springen, die Handykamera mal von unten anlegen, oder doch lieber von oben, dass die herannahende Welle noch mit drauf kommt. Damit sind sie dann meist an Stelle eins wieder angekommen, nur um dort mit den selben Posen weiter zu machen. Wirklich ein schräger Anblick.

An unserem letzten Morgen haben sie dann wenigstens gegenseitig Fotosession auf den Steinen gemacht, aber auch das war unterhaltsam. Wer bitte schaut sich diesen Überfluss an Photos denn an?

Ebenso wie das allabendliche Schauspiel: Tische unter den Bäumen oder Palmen. Uns war recht schnell klar, welche Tische dabei für uns in Frage kamen, zumeist die direkt an der Reling. Dort waren auch keine Nussbäume, sondern Palmen. In den Nussbäumen haben sich jeden Abend eine Horde von Flughunden eingefunden um dort zu speisen, sich zu erleichtern und ein bisschen zu zanken. Ein großartiges Spektakel. Vor allem, wenn Menschen darunter sitzen und entweder die Überreste einer abgeknabberten Nuss direkt neben ihnen mit einem klar und deutlich vernehmbaren „Plöck!!“ auf den Boden prallen – oder eben wenn so ein Flughund mal muss…

Würde man sich die Mühe machen, mal hoch zu sehen, könnte man die Gefahr auch ganz gut einschätzen – aber zumeist bestand irgendwie kein sonderlich großes Interesse an der Natur bei den anderen Gästen. Überhaupt hat man diese auch nicht viel am Strand oder draußen gesehen, ich bin mit nicht ganz sicher, ob es irgendwo einen geheimen Treffpunkt gab, den wir immer verpasst haben, oder ob die alle auf Hochzeitsreise waren und einfach ihre Zimmer nicht verlassen haben. Schade eigentlich, aber gut für uns – denn so hatten wir den Strand meist für uns und es war herrlich ruhig, trotz Kinder. Urlaub wie Robinson Crusoe, oder zumindest so ähnlich.

Hochzeitsreise (1)

Da war er also nun, unser erster Urlaub innerhalb des großen Abenteuers „China“. Einen wahnsinnig langen Reisebericht wird es aber leider nicht geben, weil wir einfach viel zu faul waren.

Nach der Hektik, die uns 2015 mit Hochzeit und Umzug begleitet hat war es für uns an der Zeit, mal die Füße hoch zu legen, nur zu tun worauf wir Lust hatten und uns auch mal wieder ein bisschen miteinander zu beschäftigen.

Dafür hatten wir uns eine kleine abgeschiedene Insel ohne großes Hotel und drumherum in Thailand ausgesucht. Flug nach Bangkok, zweieinhalb Stunden Taxi ans Meer (nach Rayong) und von dort mit dem Speedboat übersetzen. Also wirklich abseits von allem, von Strandverkäufern, Touranbietern oder sonstigen Geschäftsleuten, die die Ruhe stören könnten.

Außerdem ist Speedboat fahren für mich schon alleine Urlaub. Es gibt nichts schöneres, als auf dem Meer zu sein, Wind um die Nase mit flatternden Haaren über die Wellen zu hüpfen. Nach der halben Stunde war ich quasi schon tiefenentspannt.

   (Erster Blick auf die Insel)
Das Hotel ist ziemlich neu (1,5 Jahre alt) und eigentlich noch im Aufbau. Das Konzept, ein ECO-Resort zu sein, dass das „Robinson-Crusoe-Abenteuer“ anbietet ist genial, könnte aber in unseren Augen etwas besser umgesetzt werden. Da kommt bei mir dann gleich wieder „die Deutsche“ raus, mit Ideen und Plänen (3 Leute die morgens zum Strand aufräumen abbestellt werden. Jeder arbeitet eine Stunde, nach ein paar Wochen wäre die ganze Insel sauber, etc… Auch in solchen Fällen fallen einem wieder die kulturellen Unterschiede zwischen der asiatischen und europäischen Kultur auf) und wir haben beschlossen, dass wir im nächsten Leben auch Hoteliers werden (oder, wer weiß wann der Lottogewinn kommt?).

Trotz kleiner Mäkel waren wir aber sehr zufrieden mit dem Hotel, schließlich haben die wichtigsten Punkte gepasst und das Personal war zu uns mehr als freundlich und entgegenkommend. Zumal wir uns jetzt lang genug mit Asien beschäftigen um über einige Dinge, die mich in westlich geführten hochkarätigen Hotels stören würden, augenzwinkernd hinwegzusehen.

   
 

Wir hatten das erste Häuschen am Meer und damit natürlich den Jackpot. Der Strand war mit lauter kleinen Stelzenhüttchen ausgestattet, die Schatten spenden und einem einen geschützten Rückzugsort geben. Nachdem die amerikanische Familie bestehend aus Mutter, Sohn mit Frau und Neugeborenem an unserem zweiten Tag abgereist war, haben wir uns dann auch dort direkt die Premiumstrandhütte gesichert und einfach das Leben genossen. Überhaupt gab es einen hohen Durchsatz an Gästen, was wir ja schon von Bali gewohnt waren. Verständlich, wenn man schon mal zig Stunden in ein abgelegenes Land mit aufregenden und vielfältigen Möglichkeiten fliegt, möchte man ja nicht nur eine Ecke sehen. Nicht so für uns, 4 Stunden Flug sind dagegen ein Klacks und wir wollten den Koffer dieses Mal nur einmal auf und dann am Ende des Urlaubs wieder zu machen.

   (Unsere Hütte von unserer Strandhütte aus)

Zu den Gästen dann bald mehr.

Die Insel Koh Munnork ist an sich sehr klein, den Rundweg haben wir innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen. Dabei haben wir vor allem folgende Dinge gefunden:

– wunderschöne Blüten

– wunderschöne Schmetterlinge

– verwinkelte und zugewucherte Ecken

– eine Horde Pfaue (mindestens 15)

– beeindruckende Felsen

– und leider auch verdammt viel angeschwemmter Müll.

   
    
 

Am ersten vollen Tag war uns das Wetter nicht sehr gnädig und es hat sehr viel geregnet. Dafür war im Vergleich das Meer natürlich geradezu Badewannentemperatur und die anderen Gäste haben sich nicht rausgetraut. Nachts gab es dann dafür auch das krasseste Gewitter, das ich bisher erlebt hab. Es muss sich wirklich nicht weit von der Insel entfernt befunden haben, der Donner hat regelmäßig unsere kleine Hütte zum erzittern gebracht. Dafür waren wir dann auch ab da immer recht früh wach und haben es uns zur Gewohnheit gemacht, vor dem Frühstück schon mal unser Strandhüttchen zu beziehen, die Stille des Morgens zu genießen, die ersten Seiten des Tages zu lesen oder bei guter Sicht auch einfach schon mal Schnorcheln zu gehen.

Auf beiden Seiten des Strandes (sowohl bei unserer Hütte, als auch auf der Restaurantseite) gab es einiges an Fischen, Muscheln und Korallen zu entdecken. Einmal hat Nic sogar eine Schildkröte gefunden, sehr aufregend! Zu den ausgefalleneren/größeren Sichtungen zählen aber auch ein kleiner Drachenkopf, mehrere Stachelrochen und Igelfische. Und ein verdammt großer Barracuda, der mich mit seinem knappen Meter ganz schön erschreckt hat.

Während die Mördermuscheln in allen erdenklichen Farben leuchteten haben die See-Igel mit ihren türkisenen Punkten überzeugt – und den kleinen Minifischschwärmen, die zwischen ihren Stacheln hin und her geschwommen sind.

Ein paar frische Korallen (auch eine sehr große Tellerkoralle und eine schöne Fächerkoralle) haben davon gezeugt, dass das Riff noch am wachsen.

Abgesehen vom Schnorcheln und Planschen haben wir jeden Tag an der Spitze des Strandes mindestens einen Damm gebaut (und uns damit immer einen kleinen Privatpool gegraben), einmal mit voller Verteidigungsmauer mit Burgtürmchen und Straßen, Tunnel und Brücken ;)

   (Burg hat der Nacht standgehalten und war auch am nächsten Tag erkenntlich)
Und sonst hat uns natürlich das gute Thai-Essen verwöhnt, Stir-fry, Glasnudelsalat, Papayasalat, Meeresfrüchte bis zum abwinken und dazu eine frische, kühle Kokosnuss. Herrlich!

  

Für heute mache ich jetzt erst Mal hier Schluss und lade das bisher Geschriebene und ein paar Bilder für euch hoch, möchte euch aber in den nächsten Tagen noch ein bisschen was über die Menschen denen wir dort begenet sind oder die wir dort getroffen haben, erzählen.