In eigener Sache

Vielleicht habt ihr es bemerkt, Titel und Untertitel des Blogs sind endlich angepasst an die neue Situation.

Am Titelbild arbeiten wir noch ;)

Das steht aber sinnbildlich auch dafür, dass es Zeit wird, loszulassen. Wir sind jetzt hier und in naher Zukunft wird sich daran nichts ändern. Ich werde Shanghai wohl immer vermissen und China noch oben drauf (vor allem an Tagen wie heute, wo unsere „Reisegruppe“ einen Wochenendausflug nach Xi’an macht und uns Fotos schickt), und das ist auch gut so – ist es doch Zeuge von zwei fantastischen Jahren, die tiefe, warme und deutliche Spuren hinterlassen haben. Aber es ist Zeit, sich zu arrangieren. Und es gibt weitaus schlechtere Orte um sich zu arrangieren als Yokohama. Ganz im Gegenteil. Wir hatten echt viel Glück und das sollte jetzt so langsam im Vordergrund stehen.

Lange habe ich überlegt, ob ich für diese neue Zeit ein neues Blog beginnen möchte – habe mich aber noch in Shanghai (wie ihr bestimmt schon gemerkt habt) dagegen entschieden. Das ist mein Blog für unsere gemeinsame Auslandserfahrung. Mein Tagebuch, das mich für immer an diese geniale Zeit in anderen Welten, hinter dem Horizont, erinnern soll. Dass der Name nun vielleicht irreführend ist, interessiert mich dabei wenig – schließlich ist Banzai! ein japanischer Schlachtruf und so sind wir meines Erachtens noch mittig im grünen Bereich ;)

Zum Thema Banzai habe ich im letzten des vierteiligen Urlaubsblogs dann noch ein kleines Schmankerl für Euch.

 

Nacht und Nebel

Wir sind umgezogen. Naja, nicht so richtig. Wir campen jetzt im Wohnzimmer auf der neu gekauften Schlafcouch. Aber immerhin in unserem Haus.

In einer Nacht und Nebel (und Regen) Aktion haben wir Dienstag abend und Mittwoch früh unser Hab und Gut in Koffern per Bahn durch Yokohama getragen und eben hab ich die Schlüssel für die Übergangswohnung abgegeben. Dieser Abschnitt ist also auch vorbei.

Gestern (Mittwoch) früh kam denn auch endlich (knapp 4 Wochen nach Einpacken) unsere Luftfracht und damit unsere Bettwäsche und Handtücher – große Freude! Vor allem, weil das sehr japanisch ablief, um 9:00 war die Fracht angekündigt, als wir um halb 9 etwas durchnässt am Haus ankamen stand der Lieferwagen schon vor der Tür. Der arme Mann hat sich dann auch noch fünf mal entschuldigt, dass er zu früh ist. Uns hat’s gefreut. Und so eine Nacht unter der eigenen Bettdecke ist nach den letzten vier Wochen einfach toll!

Als erstes haben wir voller Vorfreude die Kaffeemaschine probieren wollen (haben extra ein paar Kapseln im Koffer transportiert). Dummerweise funktioniert der C-Adapter nicht, also mittags noch schnell neue Adapter gekauft (SE und C). Sie heizt auf, aber die Power aus der Steckdose reicht leider nicht für Kaffee (Japan hat ~100V, unsere Nespresso möchte lieber ~220-240V – übrigens bei unglaubliche 1750W; soviel braucht nicht mal meine Küchenmaschine!). Aber wir wussten ja schon, dass wir für diverse Geräte (Küchenmaschine, Bügeleisen, Staubsauger, Föhn usw…) Trafos brauchen werden. Also muss der Kaffee noch etwas warten; Drip-on Improvisation tut’s auch!

 Erste Mahlzeit am improvisierten Küchentisch (einer meiner Schreibtische, der so lange die Möbel aus Deutschland noch nicht da sind unten stehen bleibt) – das Wetter schaut auf dem Bild immerhin viel freundlicher aus als war.
 Und anderer Blickwinkel – etwas chaotischer ;)
 Drip-on Kaffee – wirklich eine äußerst praktische Erfindung für’s „Campen“ (sei es im Zelt mit Gaskocher oder in einem leeren Haus mit Herd und Topf – der Wasserkocher auf dem Bild war noch aus der Übergangswohnung. Geht auch ohne.)
 Kleine Vorschau auf den kommenden Nachtrag zu unserem Samstagsausflug. Haben in Hortensien gebadet! 

Zurück auf Start

Gehe nicht über Los, ziehe nicht 4000 Mark ein.

Seit etwas mehr als einer Woche sind wir hier und der Abschied und der Umzug steckt noch in den Knochen. Wie schon zu Beginn in Shanghai fliegen mir tausend Gedanken zum Thema „Ausländer sein“ durch den Kopf.

Es ist wieder ein kompletter Neustart, abgesehen von 4.5 Worten (Hallo, Tschüss, (vielen) Dank(e), Entschuldigung) keine Sprachkenntnisse; immense kulturelle Unterschiede zu allen Orten an denen ich bisher gelebt habe (Deutschland, USA und China); eine neue Stadt mit eigenen Hürden (mehrere Unternehmen die den (U-)Bahnverkehr regeln und daher kein intuitives System) und Linksverkehr. Und so weiter. Anfänge sind eben nicht immer unbedingt einfach.

Kleine Dinge zeigen mir, wie sehr ich in China zu Hause war. Nicht, dass der schwere Abschied nicht schon Anzeichen genug war. Im Baumarkt beim Klingelschild in Auftrag geben ist mir aufgegangen, dass ich alle meine Fragen auf Chinesisch hätte stellen können – so war es wieder viel Hände, Füße und Google Translate. Und der arme Mitarbeiter tat mir Leid, weil ich so gar kein Japanisch kann (was mich sehr ärgert, jeden Tag mehr. Das sollte eigentlich gute Motivation sein).

Kleine Dinge zeigen mir aber auch, wie tolle das Abenteuer Japan werden kann, wenn wir dann erst mal irgendwann richtig angekommen sind (in ca 6 Wochen sollten unsere Möbel dann auch endlich kommen). Einkaufen macht unheimlich Spaß; alle Delikatessen schauen so verlockend aus, dass wir für unsere Verhältnisse sehr selten Essen gehen – ganz ungewohnt plötzlich. Die Menschen sind – zumindest vornerum, aber das reicht mir ja für’s erste – unglaublich freundlich und höflich. Der Himmel ist blau und die Sonne bräunt tatsächlich meine Arme. Ich habe angefangen, mich wieder mit einem Zweirad durch die Stadt zu bewegen – was mir seit Erlangen gefehlt hat; ich war aber einfach zu vorsichtig im Shanghaier Verkehr.

Und so wohnt halt doch jedem Anfang ein neuer Zauber inne. Immerhin kann ich damit diesen Post auf einer positiven Note beenden. In den nächsten ein bis anderthalb Wochen sollten alle unsere Sachen aus China ankommen, sowie diverse Möbel die wir neu kaufen – von japanischen und schwedischen Möbelhäusern, respektive. Dann ist hoffentlich der erste Wall an Organisation erledigt und das Leben tritt wieder in den Vordergrund.

Und das Japanisch Lernen. Dringend…!

 

Fotoflut erste Tage

 Burger bei uns um die Ecke (also nicht in der Übergangswohnung, sondern dann richtig) Drip Coffee – gar nicht mal schlecht für „unterwegs“ Fuji-san in der Morgensonne Erstes Mal seit langem wieder gekocht  Übergangswohnung I Übergangswohnung II „Trockner“ (heiße Luft die ins Bad strömt, in der man die nassen Sachen aufhängt. Aha. Ich hatte was anderes erwartet, haha) Baybridge in der Morgensonne  Die sauberste Ubahn-Toilette, die ich je gesehen habe. Erinnerungen an Deutschland :) Bei Ikea (Nic auch farblich korrekt gekleidet!)

Miniupdate

Gestern war ein großer Tag:

Nic hat seine neue Stelle angetreten. 

Wir haben die Hausschlüssel bekommen, später kam noch jemand um unsere Gasleitung zu aktivieren und der Handwerker der Landlady, der mehrere kleine Reparaturen erledigen konnte.

Zeitgleich (mehr oder minder) sind wir aus dem Hotel ausgezogen und in eine kleine Übergangswohnung eingezogen. Zu unserer Überraschung heißt „Serviced Apartment“ in Japan etwas anderes als in China; aber dazu dann im nächsten Post. Wir sind einfach nur froh, unsere 4 Koffer ausgepackt zu haben und eine Küche zur Verfügung zu haben, alles andere lässt sich improvisieren…

Leider gibt es im Apartment kein W-LAN; aber in der Lobby – ich hoffe, ich komme später oder am Wochenende dazu, euch Fotos und Videos (unsere Toilette!!!) hochzuladen.

Es ist soweit (t-4d)

Heute ist Feiertag in Deutschland. Leider haben unsere Möbel aus Deutschland den Absprung noch nicht geschafft (und dank des langen Wochenendes geht es natürlich auch erst nächste Woche los).

Dafür sind heute die Packer bei uns. Die letzten Tage waren arbeitsintensiv:  Aussortieren, Vorsortieren, Putzen, Wegwerfen, und so weiter. Ich bin froh, dass jetzt die Packer hier sind und es ein Ende nimmt. Ich bin mir sicher, ich habe tausend Sachen vergessen, es sind wieder Dinge in der Seefracht, die ich schneller bräuchte; Dinge in der Luftfracht die ich gar nicht so dringend bräuchte und Dinge in allen Ecken, die ich hätte in den Koffer werfen sollen… aber so ist es eben; letztlich sind es ja auch nur ein paar Wochen und so lange man den Pass hat ist alles andere machbar.

So viel wir uns in den zwei Jahren ab und an über chinesische Verpeiltheit, kulturelle Unterschiede in der Arbeitsmoral und fehlendes Mitdenken geärgert haben, für das Packunternehmen haben sie die richtigen eingestellt! Die Truppe ist top, schnell, organisiert, machen Teamwork und denken mit – und sie kamen zehn Minuten zu früh! Das ist äußerst erfreulich! Vorangeschlagt war bis Nachmittags, sie könnten es aber auch früher schaffen.

Ich halte euch auf dem Laufenden :)

PS: Unglaublich, dass der Umzug jetzt schon da ist. Die Zeit rast und plötzlich sind wir schon fast weg aus Shanghai…

Rinse and repeat: von vorne! Umzugschaos

Wir stecken also mal wieder mitten im Umzug. Oder auch nicht. Warum eigentlich nicht? Tja, das wüssten wir auch zu gerne…

Immerhin, morgen kommt endlich jemand von der Umzugsfirma vorbei, um unsere Habseligkeiten zu begutachten. Dass wir in 10 Tagen fliegen, scheint bei dieser gesamten Organisation keinen so wirklich zu interessieren (außer uns, versteht sich). Noch blöder, wenn man von einem Ausland ins andere zieht und dann auch noch das Heimatland mitmischt – da können sich immer alle nicht zuständig fühlen und Missverständnisse sind vorprogrammiert. So können einfache Mails oder Anrufe schon mal Tage brauchen.

Aber ich möchte nicht zu sehr jammern; immerhin passiert jetzt ja etwas. Und ändern kann man es ja eh nicht.

Sonst? Bin ich viel bei „das letzte Mal…“. Das letzte Mal in die Lieblingslokale, das letzte Mal in bestimmte Geschäfte, das letzte Mal Aussicht genießen, usw. 

Ich finde es immernoch faszinierend, wie schnell diese Stadt unser zu Hause geworden ist, wie schnell dieses Viertel „unser Hood“ wurde. Es gibt so viele Dinge, die ich vermissen werde, aber das ist eigentlich schon wieder einen eigenen Post wert.

Ein Schiff ist im Hafen sicherer, aber dafür wurde es nicht gebaut. (Paulo Coelho)

  Letzter Batch Blusen vom Stoffmarkt – diese beiden haben tollen Erinnerungswert; mit meinem Chinesischen Namen im Kragen eingestickt <3

Heute: vorgezogenes Weihnachten!

Seit genau 9 Wochen sind wir jetzt hier und heute kam „unser Leben“ nachgereist – am 14./15. Juli haben wir 1/3 unserer Wohnung für die Reise verpackt (und die anderen 2/3 eingelagert) und seitdem waren wir etwas im Limbo. Jetzt geht es also richtig los.

Ich hab heute mächtig rangeklotzt und bin stolz, dass schon 3/4 aller Sachen ausgepackt und versorgt sind. Vor allem bei den Küchenutensilien waren wir uns nicht so ganz sicher, ob das in die kleine Küche passt – aber jetzt hat alles einen Platz.

Hier ist mal wieder Taifunausläufer angesagt und die nächsten 2 Tage soll es viel regnen – genug Zeit, den Rest auszupacken und alles ordentlich zu machen, Möbel und Kleinkram organsisieren, etc. Und dann ist ja auch schon fast „Golden Week“ :) Und danach geht dann also das Leben in Shanghai richtig los (und wir lernen auch wieder Chinesisch…)!

   So sah es heute um 10 Uhr in der Küche aus

Neuigkeiten

Unsere Luftfracht ist freigegeben! Jucheee! Und morgen bekommen wir sie nach Hause geliefert. Das ist zwar nur ein kleiner Teil unserer Habe (der Rest schippert gerade vor Singapur), aber ich freue mich einfach tierisch auf meine Bettdecke.

Ein weiterer kleiner Schritt in Richtung „Ankommen“.

Wir sind also da

aber auch noch nicht so richtig angekommen…

Wir sind extrem müde, deshalb heute nur viele Grüße von unserem Bett (richtige chinesische Erfahrung… Steinharte Matratze. Wir sind mal gespannt, wie das Schlaferlebnis so wird) und ein Photo vom Hot Pot ums Eck, Abendessen.

Morgen dann mehr. Anscheinend sollen wir auch schon das Internet bekommen, falls nichts schief geht.

Wir halten euch auf dem Laufenden ;)

Mit müden Grüßen – Eure Weltenbummler