Aloha Napali

Heute war unser letzter voller Tag auf Kaua’i. Zuerst dachte ich, dass ich vielleicht in der Urlaubsplanung 1-2 Tage auf Maui hätte schieben wollen (ich war der treibende Faktor, länger in Kaua’i zu bleiben), weil der Norden der Insel ja nicht zugänglich ist.

Aber entgegen der zwischenzeitlichen Erwartung war es einfach perfekt. So hatten wir genug entspannte Zeit um das Wiedersehen mit Dani und Stefan zu geniessen, aber auch Zeit um uns in Ruhe den Canyon anzusehen. Ich bin ja mit meinen Knien nicht die schnellste, umso besser.

Heute also noch mal ab in den Waimea Canyon NP, bzw Koke’e NP. Von Dani und Stefan haben wir schon wertvolle Erfahrungsberichte erhalten und nachdem uns die Napali Coast vom Katamaran aus so gut gefallen hat, musste es heute der Awa’awapuhi Trail sein.

Um die 500 HM (plus ein bisschen auf und ab) herunter, gut 6,5 km ein Weg (und genau das selbe wieder zurück, nur bergauf…). Am Ende des Trails durch Wald und über die Ridge warten atemberaubende Ausblicke. Nichts für schwache Nerven oder Höhenangst, denn das Ende liegt direkt auf der Ridge und nach ein paar Metern über einen extrem schmalen Rücken tun sich links und rechts tiefe Täler auf und jeder weitere Schritt auf das Ende der Ridge (den Abgrund) zu führt zu schöneren Blicken auf Flüsse, Täler, Haine und diese wahnsinnige raue Küste, Napali.

Worte können den Anblick nicht beschreiben und Bilder werden der Schönheit nicht gerecht – ich versuche es. Trotzdem: wir haben einen Rückkehrbesuch in Kaua’i (und Maui) auf der Liste, schon allein um diesen wahnsinnigen Canyon weiter zu erkunden.

Start des TagesAuch das ist ungewöhnliche LandschaftErster Blick auf das linke TalUnd das Meer zur RechtenSchattenspielDanke, Sonne! Und Wolken – die genau aufzogen, als wir am Auto ankamen. Und dann kam der Wolkenbruch, siehe später Rechte RidgeUnd Tal zur Rechten. Der wunderbare Fluss, der sich durch das Tal schlängelt hat es uns angetan. Ich hätte stundenlang schauen könnenAuf der Sonnenseite des LebensManchmal möchte man die Welt umarmen ;) Zugezogen – leichter Regen in der LuftAm Canyon Trail – der Waimea Canyon wird nicht umsonst der „Grand Canyon“ Hawai’i’s genannt Und absoluter Wolkenbruch zum Abschluss. Dani und Stefan hatten uns schon vorgewarnt und es wäre fast schade gewesen, nur perfektes Wetter hier zu haben. Irgendwie unperfekt, sozusagen – immerhin ist das einer der regenreichste Plätze der Welt. So ist alles perfekt.

Schöne Aussichten

Aktuell sind wir mit Wiedersehensfreude beschäftigt und unsere Prioritäten liegen klar bei Dani und Stefan – sorry für die fehlenden Berichte ;)

Heute also mal Fotos mit ein bisschen Erzählung der letzten Tage:

Gestern eine schöne kleine Wanderung im Nordosten der Insel – bisschen matschig, aber… … absolut lohnenswert! Blick Richtung „Zentralmassiv“Kaua’i, die grüne Insel – überall blüht esDanach ab an den Donkey Beach – zu hohe Wellen für richtiges Schwimmen – aber umso mehr Spaß zum PlanschenDonkey Beach Heute dann unser erster Abstecher (mit heißen Tipps von Dani und Stefan) in den Canyon Blick auf die Napali CoastDer Highway Richtung Norden ist leider ab Hanalei nur für Anwohner / Leute mit Genehmigung offen(Unwetterschäden) – deshalb muss ein Blick von oben genügenDie ganzen verschiedenen Schattierungen machen süchtig nach diesem Blick Blick in den Canyon Mit Wasserfall Canyon-Panorama – wir werden die Tage nochmal hin fahren und uns weiter umsehenMittags dann mit Dani und Stefan im Polihale Beach Park am StrandDer nordwestlichste Punkt, den man auf Kaua’i erreichen kann, direkt dahinter geht der Canyon los und schneidet am Meer den Weg ab Toller Sonnenuntergang mit guten Freunden, was will man mehr? Sternenhimmel! Und weil man den nicht mit dem Handy fotografieren kann, gibt es hier abschließen ein Bild vom Weg zurück über die Schotterpiste neben dem Strand. Dafür sind die Jeeps schließlich gemacht ;)

Alles in allem grandiose Tage. Tolle Aussichten, tolle Gesellschaft! Morgen geht es dann per Boot an die Napali Küste und wir können es kaum erwarten!

Bilderflut von Mond und Mars

Bevor wir die unglaubliche Wanderung im Haleakala Krater angehen konnten, stand natürlich erst mal Frühstück im B&B an. An einem langen Tisch haben wir uns mit den anderen Reisenden ausgetauscht und prompt verquatscht, aber es ist ja Urlaub und so ein Tag darf durchaus gemütlich angegangen werden!

Der Weg auf den Berg ist kurvenreich und die vorbeiziehenden Wolken, die Baumgrenze, die Blicke auf das Meer, den Nordwest-Zipfel Maui’s, auf dem wir am Vortag unterwegs waren, die Sonne, die Städte – alles sehr abwechslungsreich. Und ein letzter Anblick der Zivilisation, bevor es in die Caldera; und damit die Kraterlandschaft, des Haleakala geht.

Das obere Visitor Center auf 3000 HM bietet Parkplatz und zugleich Ausgangspunkt des Trails. Der Ausblick von dort ist schon vielversprechend, aber nichts toppt das Gefühl, inmitten der kleinen Krater, Hügel und Steinwüste zu stehen.

Der Weg runter geht über Serpentinen, oft auf Sand und Geröll (nicht umsonst wandert man auf dem „Sliding Sands Trail“), was sehr angenehm für die Gelenke ist. Nichtsdestotrotz gaben mir die zurückgelegten Höhenmeter ein mulmiges Gefühl, immer in dem Wissen, dass ich jeden Schritt den ich in den Krater hinabsteige am Ende des Tages wieder raufkraxeln muss.

Nach einer Stunde und guten 550 Höhenmetern kam die erste flache Partie und hat mir ein trügerisches Gefühl der Sicherheit gegeben: so schlimm ist es nicht. Der Trail war bisher weich und selten steil, einfach nur lang und tief. Nach der nächsten Kurve öffnete sich allerdings der Blick und offenbart tolle Aussichten auf die Caldera – aber leider noch viel zu hoch. Das letzte Stück war dann auch das härteste, mehr Stufen, mehr Gefällen und es zog sich. An der Gabelung der Trails in der Caldera waren zwei Pferde angebunden, mein Landmark – da muss ich hin. Und sie wollten einfach nicht näher kommen.

Am Start des Trails haben wir uns ein Zeitlimits gesetzt: 11:10 ging es los, komme was wolle wird spätestens um 14:00 gedreht.

Es wäre schön gewesen, noch die Kraterumrundung des Halali’i Krater mitzunehmen (und ich ärgere mich ein wenig, dafür nicht fit genug zu sein) aber auch so war es eine atemberaubende Erfahrung.

  • Auf halbem Weg nach der Abzweigung zum Halali’i Krater war für mich Schluss und nach einer ausgedehnten Pause (ausgedehnt heißt bei unserem Stil 15 Minuten ;)) mit Keksen und Wasser ging es an den beschwerlichen Weg zurück zum Auto. Zeitweilig habe ich mir jenes auch wirklich herbeigesehnt, vor allem das erste Steile Stück hat einiges an Kräften abverlangt. Es ist komisch, „verkehrt herum“ zu wandern (sonst steigen wir erst auf einen Gipfel auf und steigen danach ab) und eine Herausforderung, sich die Kräfte ordentlich einzuteilen. Wir haben aber alles richtig gemacht und je weiter uns der Weg nach oben führte, desto angenehmer wurde der Aufstieg. Wir hatten uns noch eine Ecke für die finale Pause (und unseren letzten Apfel) ausgesucht, von dort den Ausblick über den Krater im letzten Licht des Tages genossen. Kurz bevor die Sonne hinter dem hohen Kraterrrand der gesamten Caldera verschwand, ging es für uns in den Endspurt und noch einmal etwas steiler bergan. Zu dem Zeitpunkt kein Problem – das Ziel vor Augen, fast zurück und in der Gewissheit: jetzt kann nichts mehr passieren. Wir haben alles richtig gemacht!
  • Das i-Tüpfelchen war ein Schwarm von Nene Gänsen, endemisch in Hawai’i und sehr bedroht. Auf dem letzten Stück des Aufstiegs sind sie zum Teil vor uns über den Weg gewuselt und gegen den Hügel war jede Bewegung deutlich sichtbarer als auf dem Weg herunter.
  • Den ganzen Tag haben wir sehr wenig Menschen gesehen, am Anfang kamen uns die paar frühen Wanderer auf dem Weg zurück entgegen und die längste Zeit hatten wir nur in einer Entfernung die gleichen Wanderer mit uns. Erst zum Schluss kamen dann die Horden für den Sonnenuntergang.
  • Alles in allem ein magischer Tag, der durch einen Sonnenuntergang hoch über Maui abgerundet wurde. Heute tut jeder Schritt weh, aber das haben wir uns auch verdient!
  • Auf dem Weg nach oben
  • Wolkenmeer Erster Blick in die Caldera, kleine wattige Wolken die über den Rand fluffen Rechts auf dem Bild sichtbar: der Trail, hier wie eine Ameisenstrasse, der sich in die Caldera runterwindet Farbenspiel während dem Abstieg. Blau, schwarz, braun, grün, gelb und rotBlick auf die kleinen Krater im großen Krater (der Caldera)Silversword, eine Haleakala-endemische Pflanze die bedroht ist. Nur an den Hängen dieser Caldera zu finden Auch richtig große Trümmer liegen in der Landschaft – hier mit Größenvergleich ;) Ist das ähnlich zu den Aussichten, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond gesehen haben? Solche Fragen schießen einem unweigerlich durch den Kopf, die menschliche Neu- und Wissbegierde überstrahlt da alles weltlichen Gedanken Auch hier wieder Nic als Größenvergleich – es ist einfach unmöglich, die Dimensionen und Ansichten in Worte und Bilder zu fassen Und nun den Trail zurück, der sengenden Sonne entgegen Fast die selbe Stelle wie zuvor, doch die anders stehende Sonne verändert die Ansicht. Neues Farbenspiel, anderer Schattenwurf Langsam legt sich die Dunkelheit über den Krater Suchspiel: finde die NeneGotcha!Winkewinke vom Sonnenuntergang Über den Wolken, auf dem höchsten Punkt Mauis Letztes Leuchten eines großartigen Tages. Danke, Maui! Jetzt aber ab nach Kauai, wo Tauchen, Wandern, Planschen und – cherry on top! – Dani und Stefan auf uns warten :)
  • Mond/Mars-Landung: 7,5 km -800 Höhenmeter 7,5 km +800 Höhenmeter

    Ich mach es kurz (bin platt und erzähle morgen mehr)! Krasser Tag heute, eine meiner härtesten Wanderungen. Von Gipfel des Haleakala in die Caldera hinunter, so weit man denkt, dass man noch genug Energie hat und dann das ganze Retour.

    Die Apollo 11 Crew hat hier (unter anderem) für die Mondlandung trainiert und wenn man dort war (Bilder können das bestimmt nicht richtig einfangen) versteht man auch warum.

    Morgen erzähle ich mehr, versprochen.

    (das Teaser Bild ist aufgenommen, nachdem die Sonne schon hinter dem Gipfel verschwunden war. Die Schatten verändern die Szenerie wieder)

    Mauern

    Am zweiten Tag wollten wir eigentlich statt Mauerwandern wieder zurück nach Peking und uns dort noch ein wenig die Stadt anschauen. Nachdem aber heraus kam, dass wir 5 Kilometer an einer Straße entlang mussten, entschiede wir uns doch für den Umweg über die Mauer (circa drei Stunden in Richtung Simatai).

    Ziemlich genau direkt nachdem wir neue Tickets gekauft und das Drehtor passiert haben, hat es dann auch angefangen zu regnen, später dann regelrecht schütten. Es war eh schon recht kühl und wir waren ja eher für die 30°Grad am Vortag ausgelegt, nicht für ein Drittel davon. Aber egal:

    Im Endeffekt hat es sich total gelohnt und wir sind sehr froh, denn die Mauer hatte nochmal ganz andere Ecken und Kanten, im Regen sah alles viel grüner und lebendiger aus und es war absolut den Trek wert. Leider waren wir danach ziemlich durch und durch nass (bis zur Unterwäsche).

    In Peking hat uns die Great Leap Brewery gut versorgt und der Schock hängen zu bleiben (wie schon beschrieben) war Dank des Biers und der Burger später nur halb so groß. Hier die Bilder:

     Wachturm mit drei Regenwächtern Wahnsinn, wie sich das Bauwerk schlängelt Die Wanderschuhe haben den Weg nicht überlebt Ein wirklich toller Ausklang!  und da heißt es, in Peking wäre die Luft immer schlecht Warten ist in der Lounge einfach viel erträglicher

     „Und wenn Du die Augen zu machst klingt der Regen wie Applaus“ (Enno Bunger)

    Huangshan Endbetrachtung (18.04.2016 -Tag18-)

    Nachdem wir eine unglaublich schöne und sehr ruhige Zeit abseits des Hauptweges hatten, war der Schock, zurück nach „China“ zu kommen umso größer. Schon kurz bevor unser Weg wieder auf den Hauptweg traf, wurde das Geräuschlevel immer lauter und lauter. Das Wetter war viel besser als erwartet, der Regen blieb aus und zeitweilig schien die Sonne. Außerdem war es Sonntag. Ergo: Der Berg wimmelte nur so von Touristen. Eine geführte Tour mit Lautsprecher (>brazzzzzzz<) nach der nächsten, Gruppenweise junge Mädchen, die sich mit Michi und Nic fotografieren wollten. Der Lotus Peak, den wir ursprünglich mal noch besteigen wollten (ich muss fairer Weise sagen: ich hätte es körperlich nicht mehr geschafft) war wegen starken Windes gesperrt und unsere Nerven lagen nach der ganzen Ruhe und Idylle blank. So hieß die Devise: nichts wie runter von dem Berg und zu unserem Grillladen von Freitagabend. Immerhin was, worauf wir uns alle gefreut haben. Nachdem der letzte Bus von Tangkou nach nach Tunix schon gegen 17:30 gehen sollte und wir für die 15 km Abstieg circa 4-5 Stunden gebraucht hätten, gab es um 13:00 auch nur noch die Seilbahn. Meine Knie und ich waren dankbar – doch der Weg dort hin war die Hölle.

    Platzangst darf man sicherlich keine haben – und empfindliche Ohren auch nicht. Rumschreiende Muddis und Omas (die Generation 50+ hier raubt einmal manchmal den letzten Nerv, das werde ich bei Gelegenheit nochmal weiter ausführen). Heute reicht wohl die Geschichte: in einem Strom von Menschen, der sich langsam über die Stufen mäandert, bleibt die „entiteled Muddi“ (wie ich sie liebevoll nenne) vor einem unvermittelt stehen, dreht sich auf dem Absatz um (merke: sie hält damit in diesem Fall locker an die 100 Menschen gleichzeitig auf…) und schreit ihrer Familie / Freundin / Gruppenkollegin 20 Stufen weiter hinten etwas entgegen. In mein Ohr. Überhaupt stimmt der Stereotyp, hier geht einfach alles lauter zu. Aber daran kann ich mich überhaut nicht gewöhnen, das hat nichts mit Kulturschock zu tun oder Intoleranz. Ich finde das einfach nur unhöflich und antisozial. Ebenso, wenn uns einer der Träger entgegen kommt und versucht, und als Kunden zu gewinnen. Kurz zuvor spuckt er allerdings einen tief hochgeholten Klumpen Schleim auf die Stufe. Was ist denn das für eine Art, Kunden für seine Dienstleistung zu gewinnen?

    Mit jeder Minute wurden wir innerlich aufgewühlter, um es ma zu umschreiben. Unsere Stresslevel beruhigten sich, als wir in der Seilbahn saßen und dank des Windes gemütlich nach unten schwebten.

    In Tangkou angekommen freuten wir uns erst mal, von der Bushaltestelle in den Ort zu laufen. Ein paar hundert Meter ohne Treppenstufen laufen. Einfach himmlisch.

    Unser Grillladen hatte leider den Grill nicht aufgebaut – aber wir beschlossen, dann eben was von der Karte zu essen – Hauptsache bei denen, da war’s nämlich gut. Unter anderem einen Oktopusspieß. Und was erblicken unsere erfreuten Augen da? Sie bauen den Grill auf. Flugs haben wir (auf nachfragen, versteht sich), wieder unseren Tisch raus bugsiert und das Lager unter der Brücke aufgeschlagen. Am Kühlschrank haben wir dann noch fleißig Spieße zusammengestellt und waren sehr schnell wieder sehr versöhnt. Die Erfahrungen waren einfach herrlich und allein die drei einsamen Stunden auf dem Weg zur Fairybridge haben das Wochenende extrem lohnenswert gemacht.

    In Tunxi angekommen hatten wir noch sehr viel Zeit bis zum Rückflug. Also noch eben in die Altstadt gefahren (erste Linienbusfahrt in China!). Die ist wirklich, entgegen der Onlinerezensionen (auf die ich wirklich nach dem Wochenende gar nichts mehr geb) sehr sehenswert und war ein schöner Wochenende-Ausklang.

    Als Highlight zum Abschluss haben wir die Bushaltestelle für den Linienbus zum Flughafen nicht gefunden – und sind mit einer kleinen Mopedrikscha hingedüst. Der Fahrer hatte eine Gaudi mit uns und wir hatten nochmal eine kleine außergewöhnliche Rundfahrt durch Tunxi, Huangshan City.

    Der Muskelkater hielt bei mir drei Tage – aber das war es allemal wert. Berge zu sehen, Stille zu genießen, frische Luft zu atmen und sich körperlich draußen betätigen. Alles Dinge, die ich früher für selbstverständlich angenommen habe.

    Hier die letzte Runde Bilder bevor ich mich diese Woche wieder anderen Themen widme.

       Michi umschwärmt
      Nic und Michi umschwärmt

       Abstieg
      Teepflückerinnen. Huangshan ist eine bekannte Teeregion

       Erste Linienbusfahrt in Tunxi
      Unser Grillladen in Tangkou. Wir sind jetzt auch Teil der Familie, selbst die Ayi kam gleich wieder zu uns :)

       Die sind wohl morgens voll – Seilbahnstatiom an den Western Steps
      Tunxi Altstadt

       Auf dem Wasser
      Stefan, Dani und Nic in der Altstadt

     Blick zur Rikscha vorne raus
      Am Flughafen. Auch der Fahrer freut sich vorne drin

    PS: sorry, dass die Bilder jetzt teilweise nicht chronologisch waren… Keine Ahnung, was da passiert ist. Aber ich freu mich einfach, dass es überhaupt wieder klappt

    Huangshan Sonntag 1 (17.04.2016 – Tag17-)

    Bevor wir gleich wieder Richtung Rennstrecke fahren, schaffe ich es hoffentlich, den Nachbericht zu dem Sonntag auf den gelben Bergen zu schreiben.

    Wir wollten unbedingt den Sonnenaufgang sehen und haben das alles bis auf die Minute getimed. Um 4:30 aufstehen, kurz nach 5 aus dem Zimmer und dann aufsteigen zu einem der drei Sonnenaufgangspunkte in Hotelnähe. Der Regen, der mal für die Nacht angekündigt war, hatte sich offensichtlich auch verzogen und so schafften wir es, kurz vor dem großen Ansturm, noch einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Keine Minute zu früh, wie sich zeigte, denn kurz darauf wurde es immer voller und voller.

    Die Leute spielten Musik von ihren Handys, sangen laut oder fotografierten die ersten Lichtschimmer – mit Blitz (manchmal hatte ich 4-5 Bilder in einer Reihe, die komplett „hinüber“ waren, nur weil ein paar Leute das Prinzip fotografieren nicht verstanden haben… Leider ist unser Chinesisch zu schlecht, um ihnen erklären zu können, wie man in solchen Lichtverhältnissen ein Bild macht). Unsere superguten Plätze in der ersten Reihe trösteten uns allerdings mehr wie darüber hinweg, dass es wieder nicht die „Alpenstimmung“ war – sondern eher türkischer Basar.

    Was ich auf der anderen Seite wiederum sehr charmant fand, war die Reaktion der ganzen Leute auf den Sonnenaufgang. Es war jetzt nicht mein erster Sonnenaufgang, auch nicht der erste vor so spektakulärer Kulisse. Es war schön, keine Frage, aber die Reaktion die von dem Kolletiv hinter uns kam wäre mir im Traum nicht in den Sinn gekommen. Als sich die goldene Scheibe zwischen den Wolkenwänden durch den kleinen Schlitz vor unserem Antlitz in die Himmel schon, war plötzlich Jubelstimmung. Die Leute haben quasi Hurra gerufen und Beifall geklatscht. Das war sehr schön – und eine gute Lektion im Bereich „Dinge nicht für selbstverständlich nehmen“ – auch nicht wenn es täglich auftretende Naturspektakel sind. Nicht jeder hat die Privilegien, die wir haben.

    Nach einem äußerst chinesischen Frühstück im Hotel (ich fand es gar nicht so schlimm, aber ich muss auch fairer Weise dazu sagen, dass ich da hart im nehmen bin. Nur im Vergleich zum Abendessen war die Zubereitung leider dürftig. Baozi und Dampfnudeln bekommt man hier morgens an jeder Ecke und ich esse sie auch wirklich gerne – aber die waren einfach nur geschmacksbefreit) stand die Entscheidung an: höchster Gipfel oder Fairy Walking Bridge (ein Brückchen zwischen Felsnadeln, von dem wir dachten, dass wir es am Vortag schon aus der Ferne gesehen hatten). Der Gipfel läge – wenn noch Kraft wäre – auf dem Rückweg, also zu Zweiterem entschieden und los gegangen (wie sich abends herausstellen sollte, hatten wir nur richtige Entscheidungen über das ganze Wochenende – oder einfach viel Glück).

    Auf dem Weg zu und von der Fairy Walking Bridge sind uns über die Zeitspanne von drei Stunden ca 10 Menschen begegnet. In China! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Drei Stunden – klar kann ich mich am Sonntag zu Hause an meinen Tisch setzen und begegne keinem. Aber in schönster Natur mit bester Aussicht, beim Laufen. Da hatten wir doch ein bisschen unser Alpen-Gefühl. Die Brücke war etwas enttäuschend, es war nämlich eine andere als gedacht. Aber der Weg dahin und die Aussicht vom „most photogenic spot“ davor (etwa 300 HM höher) hat uns entschädigt. Die Euphorie, die uns im Angesicht diesen Erlebnisses erfüllt hat, kann ich nicht in Worte fassen.

    Umso härter war die Rückkehr in die Realität – aber nachdem das hier schon wieder so viel Text wurde, verschiebe ich den letzten Teil der Huangshan-Saga auf morgen. Dafür noch ein paar Bilder:

        Dämmerung
      Gespanntes Warten unter Handymusik

        Angedeutete Sonne
      Applaus, Applaus

        Im Licht betrachtet: Bissi was los
      Wunderschön

        Der beste Ausblick des Wochenendes (äh, hinter uns)
         Alles Stein außer Dani

         Panorama mit Stefan
      Nach dem Wiederaufstieg zum fotogensten Aussichtspunkt

    Grand Canyon China (15.04.2016 -Tag15-)

    Wettertechnisch hatten wir auch echt Glück, eigentlich hätte es am Samstag regnen sollen. Aber abgesehen von ein paar Tropfen war einfach nur gutes Wetter – was unserer Erfahrung am Sonntag ein klein wenig zum Verhängnis werden sollte.

    Der Canyon war sehr beeindruckend, aber die Passagen teilweise schon extrem steil. Höhenangst sollte man da besser keine haben. Wir haben aber gut auf Dani und Michi (der zwar keine Höhenangst hat, aber manchmal sein Leben vor den Augen hat vorbeiziehen sehen) aufgepasst.

    Tendenziell waren abseits der Wege schon deutlich weniger Leute unterwegs, aber wir hätten uns da noch nicht erträumen lassen, was uns am Sonntag erwarten würde – und zwar in beide Extreme!

    Nach sehr viel Abstieg, wieder nur über Treppenstufen, unterbrochen von Aufstiegen (Treppenstufen…) war uns klar, dass wir weder den Canyon in seiner Gänze durchlaufen können würden, noch, dass wir das mega steile, schmale, enge Stück (das leider den unausweichlichen Mittelteil der abgekürzten Route darstellt) wieder hoch krabbeln wollten. Aber: Rettung naht: Eine Einschienenbahn kam in unser Sichtfeld und wir mussten auch nur noch circa weitere 400 Höhenmeter hinabsteigen (unterbrochen von, ihr erratet es sicher: aufstiegen. Alles mit Treppenstufen, versteht sich). Um dann an ein anderes Ende des „Plateaus“ – mir fällt wirklich kein besserer Begriff ein – hochgekarrt zu werden. Wie schon gesagt: nächstes Mal fahren wir dann hoch und sparen uns statt des mühseligen Aufstiegs unsere Energie für den gesamten Canyon.

    Von dort liefen wir wieder munter Treppenstufen, rauf auf den zweithöchsten Gipfel, von dem aus man auf den höchsten Peak (Lotusblumen-Gipfel) und den Schildkröten-Gipfel sehen kann. Außerdem ist eine Art Sternwarte/Überwachungsanlage auf dem Gipfel, welche wir vom Canyon aus schon gesehen hatten.

    Von dort ging es nach dem shoppen zum Abendessen im Hotel. Das war mein erstes Essen an einem runden Drehtisch-Ding. Und entgegen aller Onlinebewertungen, dass es so Wahnsinns überteuert sei und dafür nicht mal gut, können wir uns nicht beschweren. Alle Gerichte, die wir bestellt hatten, waren richtig gut zubereitet und wir waren satt, glücklich und fertig.

    Den Abend haben wir dann im Klassenfahrt-Stil in unserem 6-Bett-Zimmer ausklingen lassen. Hat nur noch das Lagerfeuer gefehlt, die Stimmung hatten wir. Trotzdem ging’s früh ins Bett – nicht nur, weil wir erschöpft waren, sondern auch weil um 4:30 Uhr der Wecker für den Sonnenaufgang gestellt war. Aber dazu dann morgen mehr.

      vor dem Canyon  
      Action

        Brückchen – ging tief runter
      Felsspalten

        Dani, Stefan und Landsmann

        Steil rauf
      Dieses 0,3 KM Stück als Bindeglied der 8 war krass

        Monorail
      Steil rauf

        Steil runter
      Auf dem Brightness Peak

        Basketball und Zelte
     Auf Klassenfahrt

        Und beim Abendessen