Wie es weiter geht

Wie einige von euch wissen, geht bald die Zeit unseres initial geplanten Aufenthalts in Shanghai zu Ende.

An alle, die sich sicher waren, dass wir Shanghai nicht nach zwei Jahren verlassen werden (zu denen ich selbst bis Ende letzten Jahres gehört habe): Sorry, Leute, falsch gelegen.

An alle, die der Meinung waren, dass wir nicht nach zwei Jahren nach Deutschland zurückkehren werden: Bingo!

Ich spare euch die lange Fassung, über Monate hat sich die anstrengende Zukunftsplanung gezogen (die größtenteils davon ausging, dass wir in Shanghai bleiben wollen). Über Umwege (ich hatte im Januar schon die nächsten Jahre in Thailand verplant) ist es jetzt offiziell: ab dem 01.06. (!) werden wir in Yokohama, Japan, starten.

Es ist nicht leicht, Shanghai zu verlassen. Ganz im Gegenteil. Nic fällt das zum Glück deutlich leichter als mir, so kann er das Japan-Zugpferd sein. Shanghai, gerade Jing’an, das ist mein Viertel. Da kenne ich mich aus, kenne ich die Leute, kann ich auf einfachem Niveau kommunizieren (zumindest beim Einkaufen, Taxifahren und im Restaurant). Da haben wir Freunde.

Aber das Leben spielt eben manchmal anders und so versuche ich gerade, mein Gehirn davon zu überzeugen, dass es total toll ist, noch eine Sprache zu lernen und bin sehr dankbar, dass das große Abenteuer noch ein bisschen weiter geht. Immer mal raus aus der Komfortzone. Und wer weiß, vielleicht darf ich diese unglaubliche Stadt in diesem unglaublichen Land nochmal längerfristig beehren.

Diese Woche ist nun unser Look-and-See Trip in Japan, heute geht es auf Wohnungssuche. Erstmal haben wir uns auf ein Leben in Yokohama geeinigt (von der Lage her könnte man genauso gut in Tokyo leben). 

Es ist nicht unser erster Besuch hier, vor ein paar Wochen (als das ganze Thailand-Japan Fiasko los ging) waren wir schon ein langes Wochenende da. Einfach um uns klar zu werden, ob es wirklich in Frage kommt. Leider konnte ich euch da noch nicht einweihen, die meisten meiner Gedanken habe ich aber konserviert und gespeichert, um sie euch jetzt nachzuliefern.

Diese Woche dürft ihr uns also „mal wieder“ auf einem Look and See Trip begleiten.

 Yokohama vom Yamate Italia-Yama Garten aus

Tag 2: Unterwegs

Mit Jetlag 11 Wohnungen besichtigen (in 8 Compounds) ist echt etwas hart. Es waren schön Wohnungen dabei, brandneue, große oder auch kleinere aber dann in toller Führung; mit Fitness oder Pool oder auch beidem. Morgen sehen wir noch ein paar mehr und müssen uns dann entscheiden. Das wird hart. Gerade sind wir aber auch ganz schön erledigt, und das obwohl es erst 18:00 Uhr ist. 

Unsere Maklerin hat uns um 10:00 im Hotel abgeholt und, immer fleißig am Handy chattend oder telefonierend, durch die einzelnen Gebiete und Wohnungen geführt. Kurze Mittagspause war auch noch drin, wir hatten die Wahl zwischen westlichem oder chinesischem Restaurant. Ist ja klar, wofür wir uns entschieden haben, oder?

 
(v.li.n.re.: Pilze, Shrimp Szechuan Style, eingelegte Lotuswurzel, gekochter Salat, Dumplings). Links im Bild noch Nic’s Apfelsaft – sehr frisch gepresst, yummy!

Jetzt versuchen wir, das alles zu verdauen, überdenken und für uns zu bewerten. Eigentlich bin ich auch schon bettreif, aber „es ist doch Weihnachten“ (s. vorheriger Frühstückspost) und ich will natürlich unbedingt noch in die Stadt. Starbucks gibt’s zwar wirklich an jeder Ecke, ich würde aber viel lieber mal die chinesische Kopie finden. Mal sehen, vielleicht laufen wir gleich einem über den Weg… Und der Smog hat sich auch komplett verzogen!!

Hier aber noch ein paar Eindrücke von unterwegs:

  

Glücksbärchis im Auto unseres Fahrers. Frühs durch die Scheibe auch noch recht smogig. 


Fußgängerüberweg über der Straße, unter der hochgesetzten Straße.


Vorne: Hochgesicherter Transport (natürlich wird auf dem Roller nebenher SMS getippt), dahinter ein älterer Chinese wie aus einem Klischee ausgeschnitten und auf modernes Gefährt gesetzt.    

Unsere Maklerin (beide Handys in der Hand). Genialer Rucksack. Zum Thema Mode mach ich demnächst eine gesonderte Rubrik auf.

  

Im Restaurant: Fühle mich an französische Raststätten aus den 90ern erinnert. Nicht gerade positiv. „Notiz an mich selbst: immer zu Hause zur Toilette gehen!“ (Disclaimer: eine der drei Kabinen hatte eine Toilette, allerdings ohne Brille, aber immerhin!) 

  

Motto für euch Besucher :) („Ist es nicht schön, Freunde zu haben die aus der Ferne kommen?“)

  

Blick vom Balkon einer der Wohnungen (die wir sicher nicht nehmen) – alte, kleine Häuser mitten in der Stadt, eingefasst von den Wollenkratzern) und:

 

Blick bis Pudong (hinten Mitte im Dunst, zwischen Hochhaus und dem Haus mit den zwei Kränen, sind der Shanghai Tower sowie das SWFC (der „Flaschenöffner“) zu erkennen).